Patrouille
Während die ganzen anderen Auszubildenden mit ihren erfahrenen Partnern zu ihren ersten Patrouillengängen gehen, warten Sota und Nanao noch auf geheißen des Generals Cemeron, welcher nach seiner kurzen Ansprache auf sie zu kommt, zwei Soldaten hinter sich.
„Tika, Owens, ich will das sie besonders Vorsichtig sind. Dies ist eine Information, die lediglich für sie beide bestimmt ist." Während Nanao nur einen gelangweilten Blick dem General schenkt, kommt von Sota ein „Jawohl!" „Gut. Gestern Nacht wurde eine Wache im Park des Beginns ermordet. Unglücklicherweise genau die, die für sie, Tika, am heutigen Tag kommen sollte. Wir schätzen nicht, dass er irgendwelche Informationen preisgegeben hat, dennoch sein sie heute Nacht besonders vorsichtig. Schon alleine wegen dem Nebel." „Verstanden. Können wir jetzt los?" fordert Nanao genervt auf. „Wegtreten." gibt der General schließlich von sich.
Stunden lang marschieren Nanao und der eine Soldat durch den Nebel im Militärbereich. Während sie still ihre Umgebung so gut es geht beobachtet, erklärt der Soldat immer wieder, das sie bei der Patrouille dies, das und jenes immer beachten muss. Immer wieder treffen sie auf andere Patrouillen oder auf vorbeigehende einzelne Soldaten die von ihrer Sauftour zurück in ihre Wohnung wanken.
„Den müssen wir wohl heim bringen." meint ihr Partner hin und wieder zu einen der wankenden Männern. Auch zu einem, der in eine Gasse zwischen einem Wohnblock verschwindet. Ohne Widerworte begleitet sie den Soldaten beim Folgen des Betrunkenen in die Gasse.
Eng beieinander stehen metallene Mülltonne, die einen unangenehmen Duft verbreiten. Zeitgleich, wie ihr Kollege zu dem Verfolgten ruft, „Würden sie bitte stehen bleiben." springt dieser zur Seite, nimmt einen Deckel von einer Tonne und beginnt sich unter seiner Kapuze des Mantels heraus zu übergeben.
Beim Mustern des Mannes fallen Nanao die Bandagen an beiden Händen auf, die aus dem Ärmeln heraus ragen. „Kommen sie," der Soldat fasst den Mann an der Schulter und versucht ihn leicht zu stützen, als er sich nicht mehr übergibt, „wir werden sie zu ihrer Wohnung bringen." „Vielen dank." bringt der Mann gerade so hervor. „Doch..."
Mit einer schnellen Bewegung sprenkelt der Mann die umliegenden Wände und Tonnen mit dem Blut des Soldaten, als er aus seinem Ärmel ein Kampfmesser zieht und die Kehle aufschlitzt. „Ich würde mich gerne mit Fräulein Tika alleine unterhalten."
Röchelnd bricht der Soldat zusammen. Der Mann hingegen dreht sich zu Nanao und unter seiner Kapuze erscheint eine schwarze Maske. Nanao hingegen reagiert schnell und zieht ihr Schwert zur Verteidigung. „Wer bist du?" faucht sie ihn an und geht langsam ein paar Schritte rückwärts. Der Angreifer lacht darauf nur kalt. „Wenn du unbedingt einen Namen brauchst, dann nenne mich Jack the Ripper. Oder du kannst mich auch als den Mörder des Soldaten von Gestern im Park bezeichnen. Habe euer Gespräch von vor ein paar Stunden mit dem General ja mitbekommen." „Und was willst du jetzt von mir!?" Die Anspannung in ihrer Stimme ist kaum zu vernehmen.
„Nanao Tika. Achtzehn Jahre. Geboren am Achtundzwanzigsten Februar Zweitausenddreihundertsechsunddreißig. Warst in deinem Heimatort Anführerin einer kleinen Gruppe die in anderen Dörfern in der Nähe für Probleme gesorgt hat. Diebstahl, Körperverletzung, Erpressung. Die Liste von dir ist lang." Jack setzt sich auf eine geschlossene Tonne und blickt sie mit interessierten Augen an. Sie hingegen weitet ihre Augen vor Schock. „Woher weißt du..." „Bei dir ist doch eingebrochen wurden. Du kannst mir nicht erzählen, das dir das noch nicht aufgefallen ist." meint ihr Angreifer ernst. „Du warst der, der die Akte gestohlen hat." „Du hast den eigentlichen Fehler gemacht." unter seinem Mantel holt er die Akte hervor und wirft sie auf den toten Soldaten, dessen Blut sich ausbreitet. „Solche Akten sollte man eigentlich schnellstmöglich vernichten. Hör auf weiter vor mir weg zu laufen!" wird er auf einmal Wütend.
Schlagartig hält Nanao inne. „Pack deinen Stab aus Schrott jetzt bitte weg, ich werde dich nicht angreifen. Ich will wie gesagt nur mit dir reden." Ihr griffe lockert sich keineswegs von ihrer Waffe. „Ich kann dir nicht trauen!" „Und ich etwa dir?" erwiedert der Mörder vor ihr.
„Du hast deine Ziele und ich habe meine." Der Ernst in Jacks Stimme klingt deutlich in ihr wieder, jedoch erkennt sie auch eine gewisse Freundlichkeit in ihr. „Wir können uns gegenseitig helfen, Mädchen. Du hilfst mir meine Rache an Kenjiro Asa und Sota Owens zu bekommen. Im Gegenzug helfe ich dir deinen Wunsch auf einen Platz als General zu kommen. Adjutantin muss echt ätzend sein mit deinen Qualifikationen." „Du willst was von mir? Das ich mein Land verrate nur damit du deine unbegründete Rache bekommst? Nie im Leben!"
Ein leises Lachen hallt unter seiner Maske hervor als er von der Tonne aufspringt, sein Messer wieder verschwinden lässt und langsam auf sie zu geht. „Unbegründet? Wieso ist Rache an Verrätern unbegründet?" Innerhalb nur einer Sekunde überbrückt Jack die paar Meter des Abstands zwischen Ihnen und lehnt seinen Kopf zur rechten Seite, so das sie genau durch die Augenschlitze seiner Maske blicken, und die kalten Augen dahinter sieht. Ihre Angst vor ihm lässt sie sich nicht anmerken, als sie zeitgleich ihr Schwert gegen seien Hüfte schwingt und dieses ihn jedoch nur leicht schneidet, bevor er es mit nur einer Hand aufhält.
Langsam flüstert der Angreifer ihr zu: „Unbegründet ist meine Rache nicht. Wegen ihnen bin ich damals in Rifa gestorben!" „Wenn du tot bist, wie kannst du dann...?" breite sich die aggressive Verwirrung in ihr heraus.
Am Ende der Gasse ertönen die schweren Schritte einer weiteren Patrouille, welche beide bemerken.
Schlagartig spürt Nanao ein leichten stechenden Schmerz in ihrem Oberarm. Beim hinblicken, bemerkt sie die kleine Nadel, die Jack ihr durch die Kleidung gerammt hat und sich von ihr entfernt. „Das Gift wird dich lediglich für 'ne Zeit betäuben." verspricht er ihr, als sie beginnt dieses zu spüren. „Verbreitet sich schnell im Körper." Von der Leiche hebt Jack die Akte auf und winkt Nanao damit zu. Schlagartig schwingt sie ihre Schwertspitze zum Boden um sich abzustützen. Mit mühe versucht sie ihn noch zu verstehen während ihr Kopf beginnt wie wild zu schmerzen. „Wenn es dir besser geht, werde ich dir die Akte mit den Lügen über Sota wieder vorbei bringen. Dann will ich auch eine Antwort von dir haben, ob du mir hilfst oder nicht." Mit einem Lachen verabschiedet er sich: „Sayōnara."
Ihr Schwert gibt schlagartig nach und bricht unter ihrem Gewicht in zwei, wodurch sie auf dem Boden liegt, als das Atmen für sie erschwert wird. Langsam beginnt auch ihre Sicht zu verblassen, als sich eilige Schritte nähern.
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