Teil 47 Lorena

Lorena rannte durch die Straßen Londons.
Es war wieder einmal so weit!
Das Vieh war vollkommen besoffen nach Hause gekommen, bereit, jeden zu vermöbeln, der ihm über den Weg lief.
Sie hoffte nur, dass nicht ihre Mutter alles abbekam, aber wenn, konnte sie es auch nicht ändern! Sollte sie sich doch endlich einmal von ihm trennen!

Jetzt fing es auch noch an zu regnen.
Sie hatte keinen blassen Schimmer, wo sie hinsollte.
Sie war 18, seit geraumer Zeit mit der Schule fertig, aber einen Job bekam man nicht, wenn man wie sie aus dem Getto kam.

Und dann glaubte sie, zum ersten Mal in ihrem Leben Glück zu haben.
Sie kauerte unter einem schmalen Vordach, um sich vor dem Regen zu schützen, als eine Frau sie ansprach.
„Na Kleine? Hast du kein Zuhause? Komm mit zu mir! Du bekommst etwas zu essen, ein Bett und trockenen Sachen!

Lorena hatte das Gefühl, der Himmel hätte ihr einen Engel gesandt.
In der Wohnung war es warm, es duftete nach Essen, nach Räucherstäbchen, nach Seife!
Nicht nach Kohl, Rauch und Alkohol!
Die Frau gab ihr einen Stapel Kleidungstücke und schickte sie ins Bad.

„So ein schönes Kleid!" dachte Lorena.
Frisch geduscht und herausgeputzt nahm sie glücklich am Tisch Platz, schaufelte zwei Teller Eintopf in sich hinein.
Dann führte die Frau sie in ein Zimmer.
Lorena sah sich um.
Ein seltsamer Raum! dachte sie. Ein breites, rotes Polsterbett, Spiegel an Decke und Wänden, an der Wand komisches Zeug wie ein Peitsche und Handschellen, eine Reihe von Schnüren und Bändern und vielem mehr, das sie nicht kannte.

Eine Weile später läutete es an der Türe, sie hörte eine Männerstimme.
Die Türe zu „ihrem" Zimmer ging auf, ein kleiner dicker Mann kam herein.
„Ah! Was für ein hübsches Täubchen!" sagte er mit einer lauten unangenehmen Stimme.
Da begriff Lorena, dass sie voll in die Falle gelaufen war!
Wie kann man denn so blöd sein! Mit 18!
Mit einem Mann wäre sie niemals mitgegangen, aber der Alten hatte sie vertraut!
Wie bescheuert!

Sie beschloss, sich nicht zu wehren.
Im Viertel war sie schon ein paar Mal vergewaltigt worden und hatte gelernt, dass es umso weher tat, je mehr sie sich sträubte.
„Komm her, mein Täubchen! Sei ein braves Vögelchen!" dröhnte der unangenehm riechende Mann.

Als alles vorbei war, zog sich der Fettkloß an und ging.
Lorena wollte auch verschwinden, doch die Alte sperrte schnell die Türe zu.

Dann begann Lorena nachzudenken.
Es gab zwei Möglichkeiten: Zu Hause jeden Tag verprügelt werden und fünf Tage in der Woche hungern, oder hier eine warme Unterkunft, Essen und einmal am Tag die Beine breit machen.

Sie schlug gegen die Türe. „Ich muss mit dir reden! Wir machen einen Deal!" Sie rief die beiden Sätze so lange, bis sie die Stimme der Frau auf der anderen Seite hörte.
„Was willst du?"

„Wir machen einen Deal! Ich bleibe freiwillig, du gibst mir zu essen, kaufst mir Anziehsachen! Du kaufst mir Bücher, damit ich lernen kann, denn je klüger ich bin, je besser ich mich benehmen kann, desto mehr Geld kannst du verdienen. Und wenn ich richtig gut bin, arbeite ich als Escort, und du bekommst deinen Anteil!"

Die Alte schien nachzudenken. „Und wer sagt mir, dass du mich nicht reinlegst?"
„Warum meinst du, bin ich heute im Regen gehockt? Ich habe kein Zuhause, warum sollte ich weglaufen? Wohin sollte ich gehen?" gab Lorena ihr zu bedenken.

Die Alte dachte nach.
So schlecht war die Idee gar nicht.
Sie war in jüngeren Jahre Hure gewesen, später dann Puffmutter.
Sie hatte immer ihr Auskommen gehabt!
Bis eine Drogenrazzia drei ihrer Mädchen und einen Gast mitgenommen hatte und ihr Etablissement geschlossen hatte.
Sie war noch heute sicher, dass eine Konkurrentin aus dem Milieu sie hingehängt hatte.
Seitdem lebte sie von der Stütze, verdient sich ein wenig dazu, damit, dass sie Mädchen von der Straße holte und ihren ehemaligen Kunden anbot.

Sie hatte ein paar Möbel retten können aus ihrem Puff, ein paar verbliebene Freunde hatten ihr beim Transport geholfen.
Ein Polizeibeamter, der hin und wieder kostenlos die Dienste ihrer Pferdchen in Anspruch genommen hatte, hatte ein Auge zugedrückt, als der LKW angerückt war.
Sie hatte dieses Zimmer eingerichtet, aber die meisten Gören waren sehr sperrig, wehrten sich, wenn die Männer kamen, die Kunden drohten ihr abzuhauen!
Da wäre dieses Mädchen, das gestern im Regen gehockt war, ja direkt ein Glücksfall!

Sie schloss die Türe auf, musterte Lorena. „Wie heißt du?" fragte sie ein bisschen freundlicher.
„Lorena!"
„Und wie alt bist du?"
„Gerade 18 geworden!" erklärte Lorena.
„Gut! Versuchen wir es! Aber leg mich nicht rein! Ich habe Freude überall! Ich finde dich!" drohte die Alte.
Lorena atmete auf. Das hieß: Ein Dach über dem Kopf und Essen! Mehr wollte sie im Moment nicht! Das und keine Prügel mehr!

Die Alte brachte Bücher aus der Bibliothek, die Lorena alle verschlang.
Am Abend brachte sie Kunden, die sie in den Bars anlockte.
Das war okay!
Lorena schloss die Augen, träumte sich weit weg, ließ geschehen, was geschah!

Die Alte brachte auch Videos mit Schminktipps, mit Turnübungen für einen schönen Körper, mit Titeln, wie: „So wirst du eine Lady!" oder
„Das wollen Männer von Damen!" oder
„So musst du dich in Gesellschaft bewegen!"
Lorena sog alles in sich auf. Aus ihr wurde eine schöne, einigermaßen gebildete Frau mit einem Traumkörper.
Ihr Haar ließ sie wachsen, ihre rotbraune Mähne war ihr größtes Plus.

Sie pflegte sich, aß regelmäßig gesunde Sachen, kleidete sich ansprechend.
Die ersten Kleidungsstücke hatte die Alte gebracht, aber die waren alle zu nuttig.
Dann hatte Lorena einen 30prozentigen Anteil ausgehandelt und sich selbst eingekleidet.
Meistens aus edlen Second-Hand-Shops, in denen man Designer-Klamotten zu einem Bruchteil des ursprünglichen Preises ergattern konnte.
Sie hatte einen sicheren Geschmack, wusste genau, was ihr stand.
Ihr freundliches Auftreten machte sie bei den Besitzern dieser Läden zu einer gern gesehenen Kundin, was ihr manchmal auch noch kräftige Rabatte einbrachte.

Sie waren überzeugt, eine verarmte Lady zu bedienen.

Innerhalb eines halben Jahres war aus dem mageren, verhärmten Mädchen eine wunderschöne junge Frau geworden.

Die Alte bot sie in den gehobeneren Bars als Escort-Mädchen an. Viele Barkeeper arbeiteten gerne mit Frauen wie ihr zusammen, verdienten sich ein Zubrot von allein reisenden Herren für die Vermittlung der Damen.
Zu ihren ersten Kunden gehörte ein Arzt aus Deutschland, der immer wieder am Londoner Klinikum zu tun hatte.

Sie war viel beschäftigt, lernte durch den Umgang mit den Herren, was ihr an Schliff noch fehlte. Nach einem Jahr suchte sie auf der Straße nach einer Nachfolgerin, brachte sie zur Alten, die schon länger geahnt hatte, dass sie das schöne Mädchen nicht mehr lange würde halten können.
Aber sie hatte sie mittlerweile richtig ins Herz geschlossen, ließ sie ziehen.
Lorena musste ihren Weg gehen.

Zehn Prozent ihrer Einnahmen steckte Lorena jeden Monat in den Briefkasten der Alten, gesehen haben sich die beiden nie wieder.
Lorena nahm sich ein Appartement, einer ihrer Kunden hatte es ihr vermittelt.
Sie legte jedes Pfund, das sie erübrigen konnte, zurück.
Sie trieb viel Sport, weil sie wusste, dass ihr Körper ihr Kapital war.

Sie trank nicht, rauchte nicht, nahm keine Drogen, etwas das bei ihren Kunden sehr gut ankam. Sie wurde zu der Lady, die sie immer hatte sein wollen.

Dann machte der deutsche Arzt ihr einen Vorschlag, den sie zunächst weit von sich wies, der ihr aber immer folgerichtiger vorkam, je länger sie darüber nachdachte.
Bei seinem nächsten Besuch sagte sie zu.
Sie würde Leihmutter werden für reiche deutsche Paare!
Sie würde unter der Hand für jedes Baby 50.000 Pfund bekommen, konnte vier bis fünf Monate noch nebenher arbeiten, würde dann in einem einsam gelegenen Cottage untertauchen, das der Arzt angemietet hatte, ohne Nachbarschaft, ohne Gefahr zu laufen, neugierige Fragen gestellt zu bekommen.

Das erste Mal wurde sie auf diese Art mit 20 schwanger. Alles verlief komplikationslos.
Sie verbrachte ein paar Tage im Londoner Klinikum, bis die Schwangerschaft bestätigt war, dann zog sie in ihr Appartement, machte ihren Job weiter.
Harten Sex lehnte sie im Voraus ab, sie wollte das Leben des Kindes nicht gefährden, nicht nur wegen des Geldes.

Als man ihr die Schwangerschaft ansah, zog sie in das wunderschöne Cottage.
Das war die schönste Zeit ihres Lebens.
Sie lebte von einer kleinen Unterstützung des Arztes, der einmal im Monat kam und sie untersuchte.

Sie ging viel spazieren, fühlte das Baby in sich, sprach mit ihm, es war ein kleiner Junge.
Sie konnte sich wie eine ganz normale junge Frau fühlen, die ein Kind erwartete.
Natürlich wusste sie, dass sie das Baby hergeben musste, aber diese Zeit der Verbundenheit würde ihr niemand wegnehmen können.
Das war etwas, was nur dem Kind und ihr gehörte, was seiner Mutter verwehrt bleiben würde! Sie fragte nie nach den Gründen, warum die Mutter das Kind nicht selbst austrug. Wahrscheinlich eine Schicki-Micki-Dame, die ihre Figur nicht ruinieren wollte! dachte sie und hatte direkt Mitleid mit der Frau, die sich etwas so Schönes entgehen ließ.

Die Geburt war nicht einfach, aber auszuhalten.
So lange sie im Krankenhaus war, durfte sie das Kind bei sich haben.
Eine Woche später holten die deutschen Eltern den kleinen Jungen, den sie Kilian nannten, in einem Hotelzimmer ab.
Sie wirkten sympathisch, waren überglücklich.
Lorena wusste, der Kleine würde es gut haben bei der kleinen Frau und dem hünenhaften Mann!
Während alle mit dem Baby beschäftigt waren, kramte Lorena in der Handtasche der Frau, fand den Ausweis, merkte sich Namen und Wohnort.
Nur so zur Sicherheit!

Lorena legte einen Schalter in ihrem Gehirn um, dachte an das Geld, dachte daran, dass sie irgendwann einmal ein Kind haben würde, das ihr niemand wegnahm.
Ein Kind, für das sie sparte.
Es sollte ein wunderschönes Leben haben.

Verbissen strengte sie sich nach der Geburt an, ihren Körper wieder in Form zu bekommen, konnte bald wieder arbeiten.
Auf Fragen ihrer Stammkunden über ihren Verbleib erfand sie eine Geschichte von einem langen Urlaub mit einem Kunden.
„Er wollte mich sogar heiraten, aber das konnte ich den anderen Männern ja nicht antun, nicht wahr?" scherzte sie.

Ein Jahr später hatte der Arzt das nächste Paar an der Hand. Alles verlief wie beim ersten Mal. Nur die Abholung musste in der Ukraine stattfinden.
Der Deutsche besorgte alle Papiere für sie und den hübschen kleinen Jungen, brachte sie in ein Hotel in Kiew.
Dann berichtete er zu ihrer freudigen Überraschung, dass das reiche Paar die doppelte Summe bezahlen würde.
Am nächsten Tag holten die überglücklichen Eltern den kleinen Joshua, bedankten sich überschwänglich bei ihr, drückten ihr einen Umschlag in die Hand.

Auch hier war sie sicher, dass es der Kleine gut haben würde.
Mittlerweile fühlte sie sich gut bei dem, was sie tat. Sie schien Glück in Familien zu tragen.
Als sie im Appartement das Geld auspackte, sah sie, dass es sogar 150.000 Pfund waren.
Eine Karte lag dabei, auf der stand: „God bless you!"
Sie hoffte, dass Gott das auch las!

Dann ging es Schlag auf Schlag.
Kaum, dass ihr Körper wieder in Form war, kam das nächste Angebot.
Lorena wusste, dass sie so nicht unendlich weitermachen konnte, aber noch war alles gut.
Das nächste Baby war ein kleines Mädchen, Leonie, das wieder nach Kiew gebracht werden musste.
Lorena fragte nicht nach dem Grund, wollte nicht allzu viel wissen.
Was sie wissen musste war, dass die Eltern gut zu den Kindern waren!
Die junge Frau sprach sie in einer unverständlichen Sprache an, wahrscheinlich Russisch.
Lorena tat, als hätte sie es nicht gehört, beschäftigte sich mit dem Kind.

Als nächstes brachte sie ein Jahr später wieder einen kleinen Jungen zur Welt, Lukas, der von einem flippigen, lachenden Paar in London abgeholt wurde.
Auch hier war das Glück greifbar, das die beiden empfanden.
Der Vater nahm Lorena in die Arme, drückte sie fest an sich.
Die Worte die er sagte, verstand sie nicht, seine Stimme war tränenerstickt.

Eigentlich wollte sie nach diesem Baby aufhören. Sie hatte genug Geld gespart, konnte sich immer noch einiges als Escort-Girl verdienen, wollte an ihre eigene Zukunft denken.

Doch der deutsche Arzt überredete sie zu einem letzten Mal.
So brachte sie noch ein kleines Mädchen zur Welt, das  wieder zwei  sehr sympathische Menschen in London abholten.
Diese letzte Geburt war nicht einfach gewesen.
Sarah, wie ihre Eltern sie nannten, hatte sich sehr bitten lassen, auf die Welt zu kommen.

Danach sah auch der Arzt ein, dass es genug war und bedrängte sie nicht weiter.
Er verschwand aus ihrem Leben so plötzlich wie er darin aufgetaucht war.
Lorena hatte 350.000 Pfund aus der Leihmutterschaft und noch 80.000 aus ihrer Arbeit als Escort-Girl zurückgelegt.
Das Appartement gehörte ihr.
Als sie sich erholt hatte, beschloss sie, dass sie damit auskommen würde.
Vielleicht fand sie einen Job, der etwas zusätzlich einbrachte.
Sie hatte ihr Geld gut angelegt, einer ihrer Kunden war Börsenmakler, sie hatte sich auf nichts Riskantes eingelassen, aber es würde kleine Gewinne abwerfen.

Sie verkaufte das Appartement mit einem Riesengewinn, erstand billig ein hübsches Cottage, das sie eigenhändig renovierte.
Im Garten blühten im Sommer darauf Hunderte von Blumen.
Lorena war überglücklich – und sie war schwanger!
Ganz bewusst hatte sie sich für eine Samenspenderbank und eine künstliche Befruchtung entschieden.
Dieses Kind würde ihr alleine gehören, würde ihr niemand wegnehmen.
Dieses Kind und sie würden die Familie sein, die sie nie hatte!

Sie bekam eine wunderschöne kleine Tochter, die sie Annabell nannte.
Den Gemeindemitgliedern hatten sie eine erfunden Liebesgeschichte erzählt.
Ein Sohn aus gutem Haus und sie hatten sich verliebt, der Hochzeitstermin stand fest, als er tödlich verunglückte.
Er hatte nicht einmal erfahren dürfen, dass sie sein Kind erwartete.
Zum Glück war sie durch sein Erbe finanziell abgesichert.
Doch seine Familie wollte nichts mit ihr zu tun haben.

Alle waren sehr gerührt, schlossen Mutter und Kind in ihr Herz.
Sie wurde ein angesehenes Mitglied der Kommune, kochte Marmelade ein, buk Kuchen für die Wettbewerbe.
Sie gab Schminkkurse für die Mädchen, hielt Gymnastikkurse für die beleibteren Damen.
Um sich zu beschäftigen und auch, um etwa dazuzuverdienen, half sie im Geschenkeladen am Hafen aus.
Ihr Leben war perfekt und das der kleinen Annabell würde es auch werden.

Ihr Kind war immer bei ihr, sie ließ es keinen Augenblick aus den Augen.
Anfangs in der Tragetasche, dann im Kinderwagen, später an ihrer Hand.
Annabell spielte im Laden, während sie arbeitete, die Kunden waren entzückt von dem hübschen Mädchen.

Viele Männer im Ort baten sie um Dates, baggerten sie an, sie wies alle Avancen zurück.
Einen Mann würde sie nie wieder in ihr Leben lassen!

Dann, als ihr Augenstern drei Jahre alt war, passierte das Unvorstellbare.
Sie hatte Annabell auf dem Arm, während sie den Ständer mit Ansichtskarten vor dem Laden neu bestückte.
Sie sahen sich zusammen die bunten Bilder vom Meer, von den Klippen, von den hübschen Orten an.
Annabell plapperte die lustigen Namen nach, die ihre Mama ihr vorsagte und beide lachten.

Lorena küsste die süße Tochter gerade ab, als ein Wagen mit quietschenden Reifen auf dem Platz vor dem Laden ins Schlingern kam.
Er schleuderte auf das Geschäft zu, fuhr den Kartenständer um, der Annabell und ihre Mutter unter sich begrub.
Lorena rappelte sich auf, sah ihr Kind an.
Dann fing sie an zu schreien.
Niemand im Ort hatte je einen Menschen so schreien gehört.
Viele kamen angerannt, sahen das Fürchterliche: Ein Metallteil hatte sich in Annabelles Schläfe gebohrt, ihre Augen und ihr Mund standen weit offen.
Sie war auf der Stelle tot gewesen.

Lorena war nicht zu beruhigen.
Sie schrie und schrie und schrie!
Der Arzt gab ihr eine Beruhigungsspritze, der Krankenwagen brachte sie in die Klinik.
Drei Monate lang blieb sie da.
Sie weinte, schrie, verfiel in Apathie.
Ihre Tochter, ihre wunderbare Tochter war tot!
Sie hatte sechs Kinder zur Welt gebracht, das einzige, das sie hatte behalten dürfen, war tot!


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