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„Ich bin übrigens Xavier. Also nur nochmal ganz offiziell", stellt sich der Schwarzhaarige, von heute Mittag, nochmal bei mir vor.
Fynn, Luka, Xavier und ich stehen gemeinsam mit acht anderen Männern am privaten Terminal des Flughafens. Wir würden in knapp dreißig Minuten nach Chicago starten. Natürlich im Privatjet der Familie Luchessé.
„Das wusste ich sogar noch", lächele ich den Cousin von Nicholas und Fynn freundlich an.
Wir haben gerade nochmal den Plan durchgesprochen und sind uns alle einig, dass wir meine Schwester schnellstmöglich finden werden. Mike weiß inzwischen darüber bescheid, dass ich gemeinsam mit den Männern nach Chicago reise. Wir haben einen Treffpunkt ausgemacht. Mit Theo habe ich auch nochmal telefoniert, er konnte Moiras Standort mit Hilfe verschiedener Überwachungsprogramme auf einen drei Meilen Radius eingrenzen. Er arbeitet weiterhin daran, ihren genauen Standort herauszufinden und wird mit mir in Kontakt bleiben.
„Ich komme so schnell ich kann nach", flüstert Fynn, der seinen Arm lässig um meine Schultern gelegt hat, mir ins Ohr.
„Wir schaffen das auch ohne dich", necke ich ihn und schaue zu ihm auf.
„Ich weiß, dennoch gefällt es mir besser, wenn ich bei dir bin." Mit diesen Worten drückt Fynn mir einen schnellen Kuss auf die Wange.
Oh Mann. Er ist auf dem besten Weg sich in mein Herz zu schleichen.
„Du musst mich nicht beschützen, dass kann ich sehr gut alleine", erinnere ich ihn daran, dass ich alles andere, als hilflos bin und lehne mich entspannt gegen seine Seite.
„Ich weiß", meint Fynn nur und wendet sich dann an Luka: „Du bist ihr persönlicher Bodyguard. Wenn Lilli etwas passiert, mache ich dich dafür verantwortlich." Er starrt den Braunhaarigen durchdringend an und wieder einmal wird mir klar, dass Fynn kein unschuldiger Mann vom Lande ist. Er ist ein Mafioso. Noch schlimmer: Er ist bald ein Mafiaboss. Ein Clanführer, einer der gefürchtetsten Männer in unserer Gesellschaft. Da habe ich mich ja auf was eingelassen. Ganz toll, Lillian.
„Sag Mal", kommt plötzlich eine Erinnerung unserer Hochzeitsfeier in mir hoch, „Wollte Alexej nicht mit uns Essen gehen?" Die Einladung des blonden Russen hatte ich, auf Grund des ganzen Trubels, doch glatt vergessen.
„Ja, aber ich habe ihm abgesagt. Wir wiederholen das, wenn alles geklärt ist. Dachtest du ernsthaft ich vergesse meinen besten Freund einfach so und reise, ohne ihm bescheid zu geben, ab?"
„Was weiß ich denn", gebe ich schulterzuckend von mir und mustere den gepackten Koffer vor meinen Füßen.
Fynn folgt meinem Blick: „Du warst gerade Mal zwei Tage da und schon stehst du wieder mit gepackter Tasche am Flughafen."
„Es hat ja auch einen guten Grund!"
„Ja, dass stimmt. Ihr werdet Moira finden, daran glaube ich. Dein Theo hat doch fast ihren Aufenthaltsort." Ob man merkt, dass Fynn Theo nicht leiden kann? Nein, gar nicht.
„Mein Theo ist eben genial", ärgere ich ihn und werde von dem Schwarzhaarigen prompt leicht in die Seite gezwickt.
„Ey!", erschrecke ich mich und trete einen Schritt von Fynn weg.
Leicht grinsend zieht Fynn mich wieder zu sich, aber so, dass ich dieses Mal vor ihm stehe. So kann er seinen Kopf entspannt auf meinem ablegen und seine Arme vor meinem Bauch verschränken.
„Ohne Scherz, hat Fynn dir Drogen gegeben?", spricht Luka uns plötzlich an, „Vor zwei Tagen mussten wir dich noch halb ins Flugzeug tragen und jetzt flirtet ihr hier rum, wie die größten Turteltauben. Gruselig."
„Scheiße", rufe ich gespielt entsetzt aus, „Daran habe ich noch gar nicht gedacht! Fynn, hast du mir Drogen untergejubelt?"
„Nein, du bist nur meinem Charme erlegen."
„Welchem Charme denn, Boss?", lacht ein blonder junger Kerl, der ebenfalls mit nach Chicago fliegt. Scheinbar hat Fynn eine gute Beziehung zu seinen Männern. Das ist optimal.
„Sei nicht so frech, sonst zieh ich dir die Ohren lang", verkündet Fynn scherzhaft und verfestigt seinen Griff um mich. Ich liebe es, wenn er das tut.
„Also, wir müssen los", gibt Xavier uns, mit einem Blick auf seine Rolex, bescheid.
„Meine Nummer ist in deinem Handy eingespeichert. Ruf mich an, sobald irgendwas ungewöhnliches passiert. Ich möchte mir keine Sorgen machen", erinnert mich Fynn.
„Ich melde mich", verabschiede ich mich von Fynn. Ich drehe mich in seinen Armen um und umarme ihn nochmal fest, bevor ich ihm einen zaghaften Kuss auf seine Wange gebe und mich dann von ihm löse: „Bis bald!" Ich finde es immer noch komisch, dass er mich andauernd, wie selbstverständlich, küsst und umarmt. Ich habe nichts dagegen, dennoch muss ich mich erstmal daran gewöhnen.
„Bis bald", erwidert Fynn und schaut mir dabei zu, wie ich meinen Koffer nehme und den anderen Männern aus dem Terminal folge.
♡
„Wo treffen wir Mike?", fragt mich Luka, als wir aus dem Jet steigen.
Der Flug war lange und ich bin ziemlich erschöpft. In New York war es tiefste Nacht, als wir gestartet sind und hier in Chicago geht bereits die Sonne auf. Ich konnte auch nicht wirklich schlafen, da ich viel zu aufgeregt bin und meine Sorge um Moira von Stunde zu Stunde größer wird.
„Im Hotel", gebe ich den Treffpunkt bekannt, „Mike und einige andere Männer werden in zwei Stunden dort sein."
Nickend nimmt Luka meine Worte entgegen und läuft dann zielstrebig auf die schwarzen Range Rover zu, die scheinbar bereit stehen, um uns abzuholen.
Wir verteilen uns auf die drei Wägen, sodass ich gemeinsam mit Luka, Xavier und einem mir unbekannten Mann im Auto sitze. Kurz darauf setzen die schwarz gekleideten Fahrer die SUVs in Bewegung und ich komme somit meinem Ziel, Moira zu finden, immer näher.
Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt, halten die Range Rover vor dem schlichten vier Sterne Hotel im Zentrum Chicagos.
Hier wird Quentin uns nicht vermuten, da die Hotels größtenteils von Touristen genutzt werden, was uns jetzt auch sehr viele verwirrte Blicke einbringt. Jetzt sind wir wohl die Attraktion des Tages. Doch davon lassen wir uns nicht stören und steigen in aller Ruhe aus. Man fühlt sich wie auf dem roten Teppich, als wir durch die Flügeltüren des Hotels schreiten, damit wir einchecken können.
Auch der Mitarbeiter, der an der Rezeption steht, schaut uns einerseits verwirrt, andererseits auch ängstlich an: „H-hier, eu-eure Schlüssel", bringt er mit viel gestottert heraus und überreicht mir zittrig die Schlüssel der drei Suiten. Armer Bursche. Bestimmt ist er noch in der Ausbildung oder so.
Fynn hat alles so organisiert, dass ich mir mit Xavier und Luka eine Suite teile, natürlich die, mit drei getrennten Schlafzimmern und die anderen Männer sich auf die zwei anderen Suiten verteilen. Sehr großzügig von ihm, dass er uns allen eine Suite gesponsert hat und die anderen nicht in Billigzimmern unterbringt.
„Wir treffen uns in ungefähr einer halben Stunde bei uns im Zimmer. Solange habt ihr Zeit euch umzuziehen und bereit zu machen", weist Xavier die restlichen Männer an und gemeinsam legen wir den Weg zu den Fahrstühlen zurück. Die Menschen um uns herum, machen unserer Gruppe verschreckt Platz. Sehen wir so gefährlich aus? Wir tragen noch nicht einmal die Waffen sichtbar am Körper. Solche Angsthasen.
In der weitläufigen Suite angekommen steuere ich eines der Schlafzimmer an und hieve meinen Koffer auf das Boxspringbett, sodass ich gemütlichen Zugang zu meinen Klamotten und Waffen habe.
Nach einer kleinen Katzenwäsche im angrenzenden Badezimmer schlüpfe ich in schwarze, eng anliegende Klamotten und flechte meine blonden Haare zu einem Zopf, den ich danach zu einem Dutt zusammen drehe. Meine hellen Haare wären sonst einfach zu auffällig. Ich befestige sämtliche Holster an meinen Armen und Beinen und beginne dann sorgfältig die Schusswaffen unterzubringen. Meine Messer und Wurfsterne finden ebenfalls ihren Platz.
Damit später nicht sämtliche Touristen die Polizei rufen, ziehe ich mir noch eine schwarze übergroße Jacke an, damit die ganzen Waffen verdeckt sind.
Sobald ich fertig bin, nehme ich mein Handy zur Hand und tippe eine kurze SMS an Fynn, um ihm Bescheid zu geben, dass bisher alles nach Plan verläuft und er sich keine Sorgen machen muss.
Als es an der Tür der Suite klopft verlasse ich das Schlafzimmer und geselle mich zu Xavier und Luka, der gerade die Tür für seine Männer öffnet. Alle sind gleich gekleidet wie ich: Schwarze Klamotten, jede Menge Waffen und eine Jacke.
„Sehr gut, ihr seid alle pünktlich", lobt Xavier die, teilweise noch recht jungen, Männer. Hoffentlich hat Fynn mir nicht einen Haufen Grünschnäbel mitgeschickt.
Als erneut ein Klopfen ertönt, schauen die anderen sich misstrauisch an.
„Alter, dass ist Mike!", meine ich augenverdrehend und öffne gelassen die Zimmertür.
Und ich behalte recht. Der Blonde steht mir gegenüber und sobald er mich erkennt, schleicht sich ein ehrliches Lächeln auf die Lippen und er schließt mich in seine Arme: „Gott sei Dank! Du bist es wirklich!"
„Ja, natürlich! Dachtest du ich lasse Moira im Stich?"
„Nein, aber ich hatte kurz Angst, dass all das hier eine Falle deines Bruder ist."
„Keine Sorge", beruhige ich ihn und winke ihn in die Suite. Ist keine gute Idee, unsere Besprechung auf dem Gang zu führen.
„Das ist Mike", stelle ich ihn Fynns Männern vor, „Mike, dass sind Xavier, Luka und Fynns andere Männer."
Die Männer nicken sich einfach nur zu. Typisch Mann, zu faul für ein höfliches Wort.
„Also, Theo hat den Standort von Moira bisher auf drei Meilen eingrenzen können. Ich werde ihn aber gleich nochmal anrufen und fragen, ob er mehr herausgefunden hat. Unterdessen werden wir uns schon mal mit deinen Männern", ich deute auf Mike, „Treffen und uns zumindest in den drei Meilen Radius begeben. Falls Theo nichts genaueres herausgefunden hat, müssen wir systematisch vorgehen und alle verdächtigen Gebäude schnellstmöglich durchsuchen. Wir haben ein gewaltiges Problem, wenn Quentin bemerkt, dass wir hier sind! Also verhaltet euch unauffällig und seid immer schön geschmeidig. Das wichtigste ist, dass wir Moira finden - lebendig! Ihr habt alle ein Bild von ihr auf euren Handys, also haltet Ausschau!", gebe ich meine Anweisungen an die schwarz gekleideten Männer vor mir weiter. Natürlich hat jeder von uns auch den angegebenen Radius von Theo auf seinen Handys und noch dazu zeigen rote Punkte, wo die anderen sich gerade aufhalten. Das ist ganz praktisch, falls wir uns trennen sollten.
„Du bist die geborene Anführerin", meint Xavier daraufhin.
„Ich weiß. Ich war nicht umsonst die rechte Hand meines Vaters. Mein Bruder wird schon merken, dass er sich mit der Falschen angelegt hat!", erwidere ich kämpferisch und grinse überlegen in die Runde.
Mein Buch ist jetzt offiziell qualifiziert für die Wattys, also von der Wortanzahl her (40.000 Wörter). Natürlich müsste es auch abgeschlossen sein, um mitzumachen. ^^
Vergesst den ⭐️ nicht! <3
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