Kapitel 1

Ich habe Flügel. Sie sind rot und schwarz. Irgendwie lederartig und gezackt. Nicht sonderlich schön. Aber man kann damit fliegen. Schnell, fast schon zu schnell. Ich fliege immer dann, wenn mir langweilig ist, wenn ich warten muss. Die Leute sehen mich nicht, wenn ich fliege. Für sie stehe ich immer noch unten und bin einfach in Gedanken. Aber wenn ich fliege, dann bin ich frei, kann mich von meinen Gedanken führen lassen und in sie eintauchen. Wenn ich fliege, dann bin ich woanders. Weit, weit weg von der Realität. Das Problem ist nur, die Flügel tun mir weh. Wenn ich mit ihnen fliege, bin ich Glücklich, fast schon zu glücklich. Ich muss nicht unten auf dem Boden laufen, sondern kann fliegen. Aber im Nachhinein tut es weh. Nicht im Rücken, oder so. In mir drin. In meiner Seele. Irgendwo ganz tief in mir drin schmerzt es. Nicht immer, aber manchmal. Und das ist oft genug.

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