~5~

"Ich weiß, du bist wütend auf mich. Ich habe dich betrogen und ich habe-"
     "Hör auf, Steve! Ich bin nicht mehr wütend auf dich. Den Scheiß mit Sharon bringst du jedes Mal aufs Neue auf! Ich habe dir vergeben", zische ich wütend. Steve hebt überrascht die Augenbrauen an und tritt einen Schritt zurück. Augenblicklich wird mir klar, dass ich mich verhalte, als wäre ich wütend. Und vielleicht bin ich das ja auch? Er hat recht, in der Vergangenheit hat er mir wehgetan. Aber er hat sich bewiesen. Er ist mir nicht mehr fremdgegangen, hat mich nicht falsch behandelt. Eigentlich sollte ich ihm schon längst vergeben haben. „Verdammt, vielleicht bin ich wütend auf dich. Oder enttäuscht. Vielleicht habe ich auch einfach nur das Vertrauen in dich verloren, aber-" Ich stocke, als Steve eine Hand auf deine Wange legt.
     „Ich verstehe das. Und ich werde mich so lange beweisen, bis du mir wieder vertraust. Du hast Geduld bewiesen und mir gezeigt, wie loyal du bist, auch, wenn ich mich wie ein Arsch verhalten habe. Ich kann mir keine bessere Ehefrau vorstellen, Ria." Seufzend drehe ich mich um und sehe meinen Mann an. „Und ich möchte, dass du dasselbe von mir behaupten kannst." Behutsam greift er nach meinen Händen.
„Okay. Aber so einfach wird das nicht werden", seufze ich bedauernd. Wie gerne würde ich etwas anderes behaupten. Doch tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich ihm noch lange nicht verziehen habe. Steve nickt verstehend. Ein Grinsen umspielt mit einem Mal seine Lippen und erzieht mich dichter an sich heran.
„Ich denke, ich mache direkt den ersten Schritt", hauchte er verführerisch gegen meine Lippen. Ich lehne mich grinsend etwas zurück und funkle ihn verführerisch an.
„Ach ja? Und der wäre?" Ehe ich mich versehe, hat Steve seine weichen Lippen auf meine gepresst und fährt mit seinen Händen meine Seiten auf und ab. Ich lege meine Hände auf seine Brust und presse meinen Körper dichter an seinen. Zögernd greift er nach dem Saum meines Shirts. Ich spüre seine Finger auf meiner nackten Haut. Das bekannte Brennen, das jedes Mal aufs Neue meinen Körper erhitzt, wenn er mich berührt, lässt mich leise seufzen.
„Wie wäre es, wenn wir das hier ins Schlafzimmer verlegen?", haucht er, bevor er zärtlich meinen Hals liebkost. Ich brumme bereits zustimmend, nicht mehr in der Lage, ein Wort über meine geschwollenen Lippen zu bringen, als draußen ein explosionsartiges Geräusch ertönt. Steve und ich stoben auseinander. „Bleib hinter mir, Ria", befiehlt er besorgt, während er in die Küche eilt und aus dem Fenster blickt. Einige der Beete in unserem Garten stehen in Flammen und ein Loch klafft mitten in dem saftig grünen Rasen.
„Oh Gott!" Ich schlage mir die Hände vor den Mund. Unsere Kinder sind oben, in ihren Zimmern, das weiß ich. Ich will mir auch nicht vorstellen, was ich getan hätte, wenn es anders gewesen wäre.
„Ich gehe raus, sehe nach, was da los ist", meint Steve, doch ich greife nach seinem Handgelenk und schüttle den Kopf.
„Geh nicht. Das war ganz klar Hydra. Die brennen doch nur darauf, dass du jetzt vor die Tür gehst, damit sie dich erschießen", flehe ich leise. Steve spannt den Unterkiefer an, scheinbar unsicher, was er tun soll. Doch schließlich nickt er zustimmend.
„Du hast recht. Ich verständige Tony und die anderen. Das muss sofort enden, bevor euch noch etwas passiert."

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