Prolog



Der Wind peitschte unbändig gegen die nassen; von Kälte durchdrungenen Scheiben. Renadette wandte ihren Blick wieder zu ihrem Bett. Doch schon seit einigen Tagen schlief jemand anderes darin. Ihre Schwester Sonett atmete schwer, ihre Wangen waren mit einem kräftigen Rot befleckt. Renadette legte ihr Gesicht in ihre Hand, setzte sich auf den Boden und stützte, die stützende Hand auf ihrem Knie ab. Betrachtete den Kampf ihrer Schwester, die kaum viel älter war, als sie selbst. Manchmal flüsterte sie ihren Namen, manchmal schrie sie ihn heraus, ein andermal verschluckte ihre Atmung die letzten Silben. Die Medizin, die man brachte wirkte allmählich. Renadette wich nicht von ihrer Seite. Tage lang saß sie auf dem Boden ihres Zimmers und betrachtete ihre Schwester, wie sie mit dem Tod rang. Minute für Minute. Nach drei stürmischen Nächten kündigte sich endlich Besserung an.

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