Prolog
Ich war wahnsinnig nervös. Meine Schwester hatte mir versichert, dass alles gut werden würde. Die erste Prüfung wäre die einfachste. Dennoch stand ich jetzt in dem Dunklen, kleinen Raum, der nahezu enger zu werden schien, und zitterte vor mich hin. Die Luft in meinen Lungen schien schwer zu sein, als hätte ich Wasser eingeatmet. Ich hatte mich lange vorbereitet. Ich sollte mich nicht so fühlen. Ich wusste, dass in den anderen Räumen links und rechts von mir ebenfalls viele andere waren. Ich konnte und durfte sie zwar nicht sehen, aber ich spürte ihre Anwesenheit.
Ein lautes Geräusch ertönte und ich zuckte zusammen. Die Tür hatte sich geöffnet. Ich trat in einen weiteren Raum. Seine Wände und der Boden waren Schwarz. Er hatte keine Fenster durch die licht hätte dringen können. Er wurde nur von einer einzigen Glühbirne an der decke schwach erhellt. Immerhin mehr als im warte räum. Meine Hände und mein Herzschlag beruhigten sich wieder ein wenig. Mein grauer Pullover sah in dem licht noch heller, fast weiss aus. Darauf konnte ich mich aber nicht konzentrein. Die Prüfung hatte begonnen und mich angesprochen.
„Hallo! Gott sei dank! Hilfe, bitte, du musst mich losmachen! Ich wurde entführt! Schnell, bevor diese Leute wiederkommen! Wir müssen zur Polizei! Verstehst du mich? Do you Understand me?" Jammerte der mann, welcher auf dem Boden kniete und mit einer schweren Eisenkette an der Wand befestigt war. Ja, ich verstand ihn, weshalb ich nickte. Er schien erleichtert. Ich kniete mich vor ihm auf den Boden. Meine Jeans scheuerten ein wenig, aber ich ignorierte es. So hatte ich es geplant und ein paar dumme Jeans werden mich nicht von meinem plan abbringen. „Was tust du denn? Mach mich los. Mädchen, ich weiss, ein wildfremder mann mit dir in einem Zimmer kann auch gefährlich sein, aber bitte hilf mir! Wie alt bist du? 15?" Ich nickte. Normalerweise wurde ich älter geschätzt als ich war, aber er hatte recht. Musste Wahl dann liegen, dass ich den Pony der normalerweise mein halbes Gesicht verdeckte mir einer schnalle zu Seite geklemmt hatte. Einer ziemlich kindischen schnalle noch dazu.
„Mach mich endlich los! Wenn die zurück kommen sind wir beide geliefert." Meine Schwester hatte mir erzählt, dass die meisten weinten. Aber er tat das nicht. Er zitterte bloss. Das war gut. Hätte er geweint, Ich weiss nicht, ob ich dann noch ruhig hätte weiter machen können. „Wissen sie, warum dies alles passiert?" Fragte ich und musste zugeben, dass ich bewusst versuchte irgendwie episch zu klingen. Das war ja auch ein Wichtiger Moment. Für uns beide. Ich legte meine Hand an seine Wange. Er versuchte, weg zu zucken, aber die ketten hinderten Ihn daran. „Ich verstehe nicht... Lass mich los! Verdammt lass mich los!" brüllte er mich an. Ich musste kurz schlucken. Jetzt wurde es ernst. Ich beute mich zu ihm vor, so dass er mich selbst flüsternd verstand. „Das alles hier passiert, weil ich kein Mensch bin. Heute lasse ich das Monster Frei." Ich hob die andere Hand ebenfalls an sein Gesicht, hielt seinen kopf fest gepackt. Er sagte nichts mehr und starrte mich nur an. Ich stand auf, ohne von ihm ab zu lassen. Innerlich zählte ich herunter, um es mir leichter zu machen, auch wenn es nichts nützte.
3... Jetzt wäre es so wie so viel zu spät, freiwillig ab zu brechen
2... Ich grub meine Nägel in seine Haut, um ja nicht den Griff zu verlieren.
1... Ich holte tief Luft und riss seinen Kopf herum. Ein knacken ertönte. Sein Körper erschlaffte und wurde unter meinen Händen so schwer, dass ich ihn loslassen musste. Ich sah zu, wie er dumpf auf dem Boden aufschlug. Etwas Blut lief ihm aus der Nase. Ich starrte seine Leiche an und spürte, wie ich langsam die Kontrolle über meine Muskeln verlor. Alles an mir zitterte höllisch und ich musste mich unglaublich konzernieren, mich nicht zu übergeben.
Mit einem leisen surren öffnete sich am anderen Ende des Raumes eine weitere Tür. Dieses Mal führe sie zu einem räum, indem sich wieder jemand anderes befand. Eine Stimme, die ich noch nie zuvor gehört hatte und dennoch ganz genau wusste zu wen sie gehörte, rief mich zu sich. In winzigen Schritten lief ich an der Leiche vorbei in den nächsten Raum. Hinter mir schloss sich die Tür wieder. Die stimme gehörte zu einem Gesicht, dass ich noch nie zuvor gesehen hatte und dennoch kannte. Das Mädchen vor mir hatte langes, blondes Haar, eine Krone auf dem kopf und trug ein blaues, bis zu den knien reichendes Prinzessinnen Kleid.
„Mila Preston," sagte sie meinen Namen mit formeller Betonung, die ihr absolut nicht stand, „sie haben soeben jemanden eigenhändig getötet. Herzlichen Glückwunsch. Sie werden nun ihre erste Verwandlung beginnen und sich danach wieder zurück verwandeln. Ich wurde ihnen als vertäute zur Seite gestellt." Sie machte eine kurze Sprechpause und zwinkerte mir zu. Ich lächelte leicht. „...Um ihnen bei ihrer ersten Verwandlung bei zu stehen. Sollten sie es schaffen sich erfolgreich hin und zurück zu Verwandeln, so haben sie die erste Prüfung zur Aufnahme an der Evil Dome Schule bestanden." Ich nickte um ihr zu zeigen, dass ich verstanden hatte. „Also, Mila, ich war letztes Jahr an der gleichen stelle wie du. Also weiss ich genau was du fühlst und so, du weisst schon. Also, die Verwandlung funktioniert so: Nimm deine Hände so vor dich," sie hob ihre Hände vor ihre Brust, als würde sie ein Serviertablett halten. Ich machte es ihr nach. „Sehr gut. Jetzt muss du dich konzentrieren. Bring deine ganze Energie in deine Hände. Oder besser gesagt, zwischen sie." Ich tat wie mir geheissen. Zwischen meinen Händen bildete sich nach und nach eine art Faden aus licht, der zuckte und zitterte wie ein blitz. „Sehr gut! Ich werde jetzt die Waffen, die du dir vor ein paar Tagen ausgesucht hast zwischen deine Hände werfen. Du darfst unter keinen Umständen Wegzucken oder die Konzentration verlieren. Sie werden dich nicht treffen. Bereit?" Sie hielt ein Schwert und einen Dolch in der Hand, was ich aber nur aus dem Augenwickel erkennen konnte, da ich wie gebannt auf das licht starrte. Ich nickte. Sie warf die Klingen auf mich, spitzte auf mich gerichtet. Für eine Sekunde war ich mir sicher, dass sie mich gleich durchbohren würden, aber dem war nicht so. Sie verschwanden im Licht. „Gut. Jetzt kommen wir zu der tatsächlichen Verwandlung. Neben deiner Energie musst du jetzt deine Identität herein geben. Spüre dich selbst. Spüre wer du bist und du sein... Es klappt!" Der faden aus licht wurde erst Rosa, dann Pink und begann zu schimmern. Kleine Herzchen tanzten um den Lichtstrahl herum. Ich hätte niemals gedacht, dass ausgerechnet Pink meine Identität sein sollte, aber ich war viel zu gebannt um mir drüber Gedanken zu machen. In der Mitte des Strahles begann, sich eine Platte aus dem pinken Licht zu bilden. Zuerst war sie nur rund, während sie wuchs, bis sie fast den ganzen räum zwischen meinen Händen ausfüllte, doch dann... veränderte sie sich. Sie bildete ein Herz, über dessen oberen Teil sich eine Krone oder ein Diadem erstreckte. Meine Mund fühlte sich komplett ausgetrocknet an. „Das ist es! Jetzt..." weiter kam sie nicht. Meine arme zitterten, doch alle Muskeln schienen einfach zu wissen was sie zu tun hatten. Ich riss meine Arme auseinander und wurde in pinkes Licht, Rauch und herumfliegende Herzen eingetaucht. Es war nur für eine Sekunde, aber ich hatte noch nie so viel Adrenalin gespürt, so viel Energie, die meinen Ganzen Körper durchzog. Ich wollte lachen. Ich wollte ewig lachen.
Als sich alles um mich wieder auflöste, sah ich an mir herunter. Ich ruf platter Schuhe, in denen ich in meinem Nicht verwendeten Zustand vermutlich sterben würde, aber in diesem einfach nur fantastisch aussah. Ein Pinkes Kleid, aus Seide und Tüll Umschwang meine beine bis zu meinen Knien. Ich spürte eine Korsage, die jedoch kein bisschen weh tat. Meine Hände steckten in Handschuhen, nicht aber meine Finger. Ich fasste mein Gesicht und meine Haare an. „Du hast es geschafft!" Kam die stimme von vorhin wieder, genau wie ihre Besitzerin. Sie zog einen Spiegel hinter sich hervor. Jetzt hatte ich grosse Ähnlichkeit mit ihr. Ich hatte das selbe blonde haar, nur dass es bei mir in eine Hochgestecken, bei ihr in einer offenen Frisur zu finden war. Unsere Augen waren bei beiden Blau. „Was ist jetzt..." begann ich, stockte aber. Meine stimme war höher als zuvor. „Ja ja, die stimme verändert sich auch, ich... Oh, da hätt ich ja fast die offizielle anspräche vergessen." Meinte sie und lachte. Sie räusperte sich. „Also. Lovely lonely Prinzess, sie haben soeben ihre erste Verwandlung erfolgreich gemeistert. Schaffen sie nun die Rückverwandlung, haben sie Bestanden." Ich grinste. „Lovely lonely Prinzess? Ist dass mein Name? Ich mag das." Mein gegenüber nickte. „Das ist dein Name. Jetzt darf ich dir auch endlich meinen verraten." meinte sie. Ich starrte sie an. Schon seine fast einem Jahr wartete ich darauf, ihren Verwandelten Namen zu erfahren! Ich hatte sie immer und immer wieder gefragt, aber sie hielt sich strickt an die Regeln. „Lovely Lonely Prinzess, ich bin Sweetheart Shatter Prinzess." Endlich auch den verwandelten Namen meiner Schwester zu kennen, versetzte mich in Euphorie. Ich hatte in diesem Moment nahezu vergessen, dass ich vor ein paar Minuten jemanden getötet hatte. Aber vielleicht hatte die Verwandlung in einen biologischen Killerclown das halt an sich.
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