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„Ich bin mir sicher, dass dein Tanz schöner ist als alles was ich jemals schon gesehen habe"

Es gibt kein schöneres Gefühl, als sich am frühen Morgen aus dem Bett zu kämpfen, den ersten Bus zur Schule zu nehmen, und anschließend zu bemerken, dass der Unterricht erst in der zweiten Stunde beginnt.
Normalerweise wäre ich froh darum, eine Stunde Geschichte bei Frau Park zu verpassen, allerdings saß ich nun mit angezogenen Beinen im Spindraum und wartete darauf, dass Hyunjin, von dem ich wettete, dass er den Vertretungsplan ebenfalls nicht angesehen hatte, endlich eintraf um mich von meiner Langweile zu erlösen.

Verloren starrte ich einen Jungen an, der wahrscheinlich nur in Ruhe seine Schulsachen aus seinem Fach holen wollte, als mir der fein säuberlich beschriebene Zettel in meiner rechten Hosentasche erneut einfiel. Durchaus könnte man mich als erbärmlich bezeichnen, da eine mir fremde Person nur 15 Briefe gebraucht hatte, um jeden meiner freien Gedanken zu kapern, doch ich hatte mich bereits damit abgefunden.

Leise zog ich die Botschaft heraus: Mein Tanz. Das heißt, die Person hat mindestens schon einmal mit mir gesprochen, selbst wenn mir nicht einfallen mag, wer es sein könnte. Wer sollte sonst wissen, dass ich um mein Leben gerne tanzte? Weitere Minuten drehte ich das Zettelchen in meiner Hand und rollte es schließlich auf, wie diese billigen Nietenlose, die es überall auf Schulfesten in Form von Gewinnspielen gibt. Als es fest zusammengedreht war entrollte ich es, und faltete es stattdessen in ein immer kleiner werdendes Viereck, um mir die Zeit bis zu Hyunjins Ankunft zu vertreiben.

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Tatsächlich war es Seungmin, der kurze Zeit später neben mir im Spindraum saß, da er seine Hausaufgaben noch machen wollte und nach eigener Aussage Zuhause keine Ruhe fand.

In den nächsten Stunden quälte ich mich zusammen mit Changbin durch Mathe und Koreanisch, wohlwissend, dass mich nach der Pause eine Doppelstunde Geographie heimsuchen würde. Erstaunlich schnell zog Koreanisch letztendlich vorbei, so dass ich kurze Zeit später in dem langweiligsten Fach der Welt saß, mit dem schlechtesten Lehrer der Welt.

„Nehmt eure Fachmappen heraus, wir markieren diesen Text farblich." sprach Wang und sah uns der Reihe nach an: Ich holte den einzigen Stift der nicht schwarz war aus meinem Mäppchen und warf einen Seitenblick zu Felix, der mich hilflos mit seinem typischen Hilfe-ich-hab-mein-Mäppchen-vergessen Blick ansah, der gerade unhäufig genug eintrat, als dass ich zwei Stifte mitschleppen würde.
Ich zeigte mit einem Schulterzucken hinter mich, und Felix setze sein schönstes Sunshine Lächeln auf, während er sich umdrehte: „Hey, Jisung, kann ich mir vielleicht einen deiner Stifte ausleihen?"

Was hatte Han ein Glück, dass Hyunjin nicht da war, als er Felix mit einem schüchternen Blick einen lilafarbenden Stift überreichte: „Ich habe nur den, ich hoffe, das passt." Felix bedankte sich zuvorkommend und versprach daran zu denken, den Stift nach der Stunde sofort an den anderen Jungen zurückzugeben, der das ganze nur mit einem Lächeln quittierte und sich auf seine Mappe konzentrierte.

Als wir begannen, wie im Kindergarten farblich unsere Texte zu markieren, erhaschte ich einen Blick auf Felix' Blatt, und Jisungs Stift, der begleitet von einem Geodreieck über sein Papier huschte.

Ein lilafarbener Stift.

Lila?

Die Art der kleinen Randnotizen kam mir bekannt vor.

Das lag allerdings sicher an Felix' Schrift, die sich in all den langen Jahren noch nie verändert hatte.

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