O7 | red face

「»𝑦𝑜𝑢'𝑟𝑒 𝑡𝘩𝑒 𝑑𝑟𝑒𝑎𝑚 𝑖 𝑔𝑜 𝑡𝑜 𝑒𝑣𝑒𝑟𝑦 𝑡𝑖𝑚𝑒 𝑖 𝑐𝑙𝑜𝑠𝑒 𝑚𝑦 𝑒𝑦𝑒𝑠.«」

O7; red face

»Hast Du irgendeinen Lieblingsfilm oder etwas, was Du gerne schaust?«, fragte Yoongi und steckte sich eine Weintraube in den Mund. »Ich liebe Horrorfilme, aber wenn Du sie nicht magst, müssen wir kein-« »Ich liebe Horrorfilme«, unterbrach der Schwarzharrige Hoseok, welcher diesen mit einem leichten Lächeln ansah. Er wurde ihm immer sympathischer. »Hast Du irgendwelche, die Du empfehlen kannst? Ich kenn' schon fast alle«, brummte Yoongi und schob sich eine weitere Traube in den Mund. »Naja, ich find' Saw ganz cool«, flüstere Hoseok und sah zur Flimmerkiste, auf welcher schwarze und weiße Punkte einen fröhlichen Tanz aufführten. »Hab ich zwar schon ganz oft mit Jimin gesehen, aber wenn Du das möchtest und nicht die ganze Zeit auf mich springst«, schmunzelte Yoongi, denn bei der Erwähnung von Jimin und dem Film, musste er sich jedes Mal gehörig zusammenreißen, um nicht in hellem Gelächer auszubrechen. Sein bester Freund hasste jegliche, grausame Horrorfilme und sah sie sich immer nur auf Wunsch von Yoongi mit an. Doch der Schwarzhaarige würde lügen, wenn er sagen würde, dass er es nicht niedlich fand, wenn Jimin halb auf ihm drauf saß und vor Angst am ganzen Körper zitterte.

»Du musst nic-« »Doch, liebend gerne«, lächelte Yoongi und suchte auf Netflix nach dem Film. In der Zeit, wo dieser mit der Suche beschäftigt war, musterte Hoseok sein komplettes Gesicht. Wie die pecanfarbenen Augen gebannt auf den Bildschirm starrten und nach dem Film suchten. Wie seine kleine, runde Nase in einem feinen Winkel zu seinen rosigen Lippen stand, über welche er sich die ganze Zeit leckte. Wie seine schwarzen Haare leicht auf seine Stirn fielen und in seinen Augenbrauen endeten. Sie waren wahrscheinlich unglaublich weich. Wie seine - vor Adern überlegten Hände - locker auf seinen Oberschenkeln lagen, wenn er gerade nichts in der Hand hielt oder mit irgendetwas spielte. Würde es für den Rothaarigen nicht so klingen, als hätte Yoongi sich in seinen besten Freund verknallt, würde er schon längst auf den Schwarzhaarigen stehen.

Die Nacht brach langsam über der Stadt hinein und somit fing auch Yoongis Körper an sich langsam gegen seine eigene Müdigkeit zu wehren, in dem er sich jede Minuten anders hinsetzte oder anfing literweise Wasser zu trinken, was er über Nacht definitiv bereuen würde, denn er war kein Mensch mit einer starken Blase. Auch Hoseok bemerkte dies, denn sein Sitznachbar rutschte unruhig auf der Couch umher - doch sagte er dazu nichts.

Sanft ließ der Schwarzhaarige sich auf der Schulter des Rothaarigen fallen, welcher sofort rote Wangen bekam und anfing stockend auf- und ab zu atmen. Er würde lügen, wenn er sagen würde, dass es ihm nicht unangenehm ist, dass der Kopf des wohl schönsten Menschens dieses Planetens auf seiner Schulter Platz fand. Denn genau das war es - unangenehm. Nicht, dass es Hoseok nicht niedlich fand, dass sein Kopf auf seiner Schulter lag - nein. Es war wohl eher, dass es bei ihrem ersten Treffen passiert war und er nicht wusste, wie man in solchen Momenten damit umging. Denn Yoongi wäre Hoseoks erster Freund.

Ein tiefes, beinahe hartes Atmen flog durch den Raum, welches Hoseok in seiner Bewegung stoppen ließ. Ist der Kleine gerade wirklich auf seiner Schulter eingeschlafen? Da das Atmen nur tiefer und stärker wurde, überlegte der Rothaarige nicht lange und legte den Kopf Yoongis sanft auf der Couch ab, um sich nach einer Decke für diesen umzusehen. Lamgsam schlich er sich in das Schlafzimmer des Schwarzhaarigen. Hatte dieser Kerl wirklich nur eine Bettdecke in seinem Bett und sonst nirgenswo eine? Seufzend griff Hoseok nach dieser und schmiss sie sachte über Yoongi, welcher einmal tief Luft holte und sich auf die linke Seite drehte. Hoffentlich würde er am Morgen keine Rückenschmerzen haben.

Da die kleine, digitale Uhr neben dem Fernseher die Uhrzeit '2:49 Uhr' anzeigte, wurde Hoseok ziemlich mulmig. Hatten sie wirklich 8 Stunden lang Filme gesehen und über Gott und die Welt gesprochen? Sollte er über Nacht hier bleiben oder sich in dem stürmischen Regen, welcher draußen herrschte, eine Erkältung einfangen? Da die erste Option für ihn plausibler kling und er ziemlich pingelig war, wenn es darum ging, krank zu sein, machte er sich langsam auf den Weg in das Schlafzimmer seines Gastgebers. Langsam ließ er sich in das Bett dessen nieder und atmete tief durch, als er die weiche Matratze unter seinem Rücken spürte. Natürlich besaß er ein eigenes Bett in der kleinen Mietwohnung, jedoch konnte er sich mit seinem mickrigen Lieferantengehalt kaum über Wasser halten und somit musste sein Rücken mit einer billigen Unterlage klar kommen.

Seine Augenlider flatterten seit einer Ewigkeit auf- und ab, jedoch konnte er nicht einschlafen. Ob es nun an dem kratzigen Lavendelgeruch lag, nach dem der komplette Bettbezug roch oder die einfache Kälte in diesem Raum, welche eine unübersehbare Gänsehaut über seine Haut jagte und ihn erzittern ließ. Wenn er an das Schicksal glauben würde, dann jetzt, denn Yoongi kam - samt der Bettdecke - in das Schlafzimmer und ließ sich schläfrig neben Hoseok nieder. Vorsichtig deckte er diesen zu, denn er war der Meinung, dass dieser schon seit Ewigkeiten schlief - wenn er nur wüsste.

Langsam schmiegte er seinen Körper an den des Rothaarigen. Er kannte es nicht anders, denn mit Jimin schlief er immer dicht aneinander gekuschelt. Jedoch kannte Hoseok dieses Gefühl von der Wärme einer anderen Person nicht und zuckte zusammen, als sich einen kalte Hand um seinen Torso legte. Augenblicklich nahm seine Gesicht eine tiefrote Farbe an und sein Herz pumpte einige Etappen schneller, als sonst. Würde er es bereuen, wenn er sich jetzt umdrehen würde?

Egal, was sein Herz in dem Moment sagte und fühlte, er hörte voll und ganz auf seinen Kopf und drehte sich in die Richtung Yoongis. Seine Augen waren fest geschlossen und seine vollen, rosigen Lippen leicht geöffnet. Kleine, heiße Atemwolken flogen zwischen diesen heraus und Hoseok musste feststellen, dass nicht nur die Wäsche des Schwarzhaarigen nach Lavendel roch, sondern sein Duschgel ebenso. Doch er könnte sich mit dem Geruch vertraut machen, wenn er es müsste.

»Ich dachte Du schläfst schon?«

»Ich kann nicht«, brummte Hoseok und fuhr sich mit seiner linken Hand durch seine Haare, welche an seiner Stirn klebten, obwohl er - trotz der Decke - immer noch fror. Entweder war Yoongi ein Fan der extremen Kälte oder er bemerkte es einfach nicht mehr, denn sein Körper strahlte eine gewaltige Wärme aus. Wie konnte ihm warm sein? »Kann ich Dir helfen?«, flüsterte der Schwarzhaarige und musterte jeden einzelnen Punkt in dem Gesicht Hoseoks. »Mir ist einfach nur kalt«, sagte dieser und zuckte mit seinen Schulter. Langsam zog sich Yoongi seinen schwarzen Pullover über seinen Kopf und reichte ihn an Hoseok weiter. »Aber dann ist Dir doch ka-« »Du bist bei mir, mir kann nicht kalt werden. Zieh ihn schon an«, lachte Yoongi und schüchtern nahm der Rothaarige das Stückchen Stoff an und streifte es sich über den Kopf. Schon wieder dieser beißende Lavendelgeruch. »Danke«, nuschelte Hoseok nur und versteckte seine Hände leicht in den großen Ärmeln des Pullis.

Natürlich wurde Yoongi kalt, doch er wollte es nicht zugeben und schon gar nicht vor Hoseok. Dem Kerl, in den er sich täglich ein Stückchen mehr verknallte - auch dies wollte er sich nicht eingestehen. Ob Hoseok das Gleiche fühlte oder war Yoongi dieses Mal derjenige, der sich hoffnungslos in den Rothaarigen verliebte, welcher - so wie Jimin - nach der Hand des Schwarzhaarigen griff?

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