Eis

Ich musste gegen das grelle Sonnenlicht anblinzeln und genoss die frische Luft. Endlich war ich wieder draußen und dem Durcheinander im Inneren des Baumes - oder das was davon noch übrig ist - entkommen.
,,Grace!" rief jemand rechts von mir meinen Namen und ich drehte mich in die entsprechende Richtung. Maci lief auf mich zu und umarmte mich stürmisch. ,,Wir haben dich verloren? Wo warst du? Geht es dir gut?" Ich nickte nur und atmete noch einmal tief durch.
,,Lass sie doch erst einmal zur Ruhe kommen, bevor du sie mit Fragen bombadierst." sagte Dax und war ihm dankbar dafür.
,,Meggie... ich wollte ihr helfen, aber..." stammelte ich, noch immer in einem leichten Schockzustand. Immerhin wurde ich eben von einer ehemaligen Freundin angegriffen, der ich wirklich vertraut hatte. Ich glaubte sogar, dass ich eher noch vermutet hätte, Leon sei der Spion, aber niemals Meggie.
,,Hey, ich verstehe was du meinst. Wir sind alle schockiert darüber, dass Meggie... uns verraten hat. Aber wir dürfen uns nicht davon schwächen lassen und ihr und Lucia zeigen, dass sie uns damit nicht runterziehen können." versuchte mich Leon aufzumuntern.

Plötzlich hörte ich ein bösartiges Lachen hinter mir und ich drehte mich vor Schreck um. Lucia stand dort am demolierten Eingang des Eisbaumes und ich fragte mich, wie sie es geschafft hatte, dem Chaos im Inneren des Baumes zu entkommen.
,,Ihr denkt wohl wirklich ihr habt gewonnen? Wie süß." lachte Lucia kalt. ,,Aber seid ihr auch bereit dafür, was ich bald in der Lage bin zu tun? Ich werde euch vernichten, als wärt ihr nie da gewesen."
,,Du magst wohl eine große Klappe haben, aber eigentlich bist du doch nur ein Kind, das zwingend nach Aufmerksamkeit sucht!" Schockiert blickte ich Leon an, der jedoch keine Regung zeigte. Sogar Lucia war über Leons Worte so schokiert, dass sie für einen Moment sprachlos war.
Auf einmal geschahen mehrere Dinge gleichzeitig. Lucias Augen funkelten böse und sie war wie es aussah kurz davor ihre Magie aus uns loszulassen. Doch bevor sie irgendetwas tun konnte, spürte ich einen kalten Windstoß auf meiner Haut und ich fröstelte kurz. Es war wie eine Art Sturm aus tausenden, winzigen Eiskristallen, die um uns herumflogen und uns schließlich einhüllten. Selbst durch meine vor Kälte schützdende Kleidung schaffte es nicht, mich vollkommen warm zu halten. Ich mochte mir gar nicht vorstellen, wenn ich selbst im Schneesturm auf dem Berg nicht so gefroren hatte, was dieser Eiswind nun für Temeraturen haben musste.
So schnell wie der eisige Wind gekommen war, so verschwand er auch wieder und langsam konnte ich die Umgebung wieder genauer erkennen. Meine Freunde und ich waren alle in Ordnung, wie ich schnell feststellte, doch als ich einen Blick, hinüber zu  Lucia warf, stockte mir der Atem. Meine Feindin war bis zum Hals eingefroren und somit vollkommen bewegungsunfähig.
Bevor ich fragen konnte, was geschehen war, landete ein Drache mit weißen Schuppen und eisblauen Augen neben uns. - Eiskristall. Er stieß ein lautes Brüllen aus und faltete anschließend seine Flügel wieder zusammen.
,,Ich hoffe, dass ihr von meinem Eiswirbel relativ unberührt geblieben seid. Aber wie es aussieht habe ich mein Ziel ganz gut getroffen." sagte er höchst zufrieden.
Auf meiner Kleidung hatte sich nur eine dünne Eisschicht gebildet, die ich schnell abklopfte.
,,Wie hast du das gemacht?" fragte ich.
,,Es  freut mich, dass mein Eiswirbel immer noch so gut funktioniert, wie im großen Krieg. Hoffen wir, dass das auch so bliebt. Lucia ist noch nicht so stark, wie ich befürchtet hatte, aber das heißt nicht, dass diese Taktik euch immer das Leben retten wird. Denn ich hoffe euch ist klar, dass es in Zukunft nicht mehr so klug sein wird, eure Feinde zu provuzieren." Es war offensichtlich, dass der strafende Blick Leon galt, was diesen jedoch wenig interessierte. Typisch.

,,Das werdet ihr bereuen! Ich finde einen Weg hier rauszukommen, verlasst euch drauf!" tobte Lucia hinter uns, konnte in ihrem eisernen Käfig jedoch wenig ausrichten.
,,Erst einmal wirst du hier gar nichts tun. Zion wird dich in die finsterste Ecke des Verlieses stecken." sagte Dax unbeeindruckt.
,,Oh ja, das werde ich." Zion und Arna waren aufgetaucht. Sie hatten es wohl geschafft, mit Schneeflockes Hilfe, das Durcheinander im Saal unter Kontrolle zu bringen und die Feinde außer Gefecht zu setzen. 


Nachdem Lucia verhaftet und in eine Gefängniszelle gebracht worden war, trafen wir uns alle in dem einzigen Zimmer des Baumes, das ganz geblieben war. Der Aufenthaltsraum.
Arna und Zion wollten mit uns reden und wir nahmen alle an dem großen Tisch in der Mitte des Raumes Platz.
,,Erst einmal bin ich froh, dass ihr alle heute hier seid und ihr... fast alle unverletzt seid." Zion warf Leon und mir einen Blick zu. Von dem Sturz von dem Berg hatten wir uns leider etwas mehr, als ein paar Kratzer zugelegt. Ich mit meinem gebrochenen Arm und Leon mit seiner Gehirnerschütterung und einem verstauchten Knöchel. Aber dank der Heilkräuter, waren die anderen Verletzungen größten Teils ziemlich schnell geheilt.
,,...Jedenfalls wollte ich mit euch über Lucia und Meggie reden." fuhr Zion fort. ,,Meggie ist uns leider entwischt und wir wissen nicht genau, wo sie sch befindet. Ein paar unserer Verteidiger und freiwillige Helfer sind losgezogen, um sie zu suchen. Was Lucia betrifft, so ist sie sicher verwahrt in einem unserer sichersten Verliese. Vorerst. Sie könnte es jeder Zeit schaffen auszubrechen und sich an uns zu rächen. Es ist unklar, wie viele Leute auf ihrer Seite stehen und vielleicht schon einen Plan schmieden, wie sie sie am besten hier raus holen und uns so viel wie möglich Schaden zufügen können." endete Zion.
,,Aber wieso könne wir Lucia nicht komplett aus der Welt schaffen und verbannen oder so?" wollte Leon wissen.
,,Ist doch klar. Elaina muss sich erst mit den Beschützern der Stämme besprechen, um ein Urteil zu fällen." erklärte Maci und Dax nickte zustimmend.
,,Dann müssen wir uns umso besser vorbereiten, auf einen weiteren Kampf." sagte ich entschlossen.
,,Etwas anderes bleibt uns wohl kaum übrig. Bis Elaina eine Entscheidung gertoffen hat, kann viel passieren. Wir müssen einfach wachsam bleiben und dürfen uns keine Fehler erlauben." entschied Dax.
,,Ich bin mir sicher, dass ihr das schaffen werdet, während wir uns um den Wiederaufbau des Baumes kümmern. Das wird zwar nicht einfach, aber ich denke, wir kriegen das hin." damit verabschiedeten sich Zion und Arna von uns und verließen den Raum. 

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1048 Wörter

Ja, der Band 1 von Elemtry ist schon fast wieder vorbei. :,) ^^
Hoffe euch gefällt das Buch noch immer :)

Ich werde, wenn der Band komplett abgeschlossen ist, noch eine Danksagung schreiben und mich an den nächsten Band machen. Während ich dann diesen schreibe, werde ich dieses Buch Stück für Stück durcharbeiten und z.B: verbessern, umschreiben und es allgemein noch kontrollieren. Natürlich wird es vom Inhalt her nicht mehr verändert (wäre auch blöd xD).

Tja, dann bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer, dass ich euch noch einen schönen Tag wünsche! ^^
Wir sehen uns im nächsten (und wahrscheinlich letzten) Kapitel von Band 1 - Elemtry Eis! <3

LG
Lorely Mystery

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