-Kapitel 30-

„Geht's wieder?", möchte Jake nach einer Weile wissen. Meine Tränen sind auch schon getrocknet und es kommen keine mehr nach. Ich denke, ich sollte etwas trinken. Aber ich bin immer noch traurig... Kennt ihr das, wenn ihr einmal traurig seid und dann einfach nicht mehr fröhlich werdet? So ist das gerade bei mir. Aber trotzdem nicke ich. Es geht mir besser, aber nicht gut.

„Du hast gesagt, du liebst mich...", sagt mein Mate zu mir und hält mich in seinen Armen fest. Ich weiß auch wieso. Ich wäre schon längst wieder weg. Ich mag solche Gespräche nicht. Allerdings bringt Weglaufen auch nichts. Irgendwann muss man sich leider seinen Problemen stellen...

„Ja...", stimme ich ihm zu und starre auf seine Brust. Ich will seine Augen nicht sehen, sonst verliere ich mich nur in ihnen und komme nicht mehr heraus. Auch wenn er gesagt hat, dass er mich auch liebt, habe ich vor seiner Reaktion Angst. Was, wenn er das nur so gesagt hat? Oder- Ach egal.

„Wieso? Ich meine, wieso jetzt?", fragt er vorsichtig und hebt mein Kinn an. Sofort blicke ich wieder in seine Augen. Sie sind so schön...

„Ich, sagen wir mal, hatte eine Einsicht.", murmle ich und lege meinen Kopf auf seiner Brust ab. Jake streicht wieder mit seinen Händen über meinen Rücken. Wieso hat es bei mir nur so lange gedauert, bis- Ich sollte aufhören, mich selbst auszufragen. Ich finde sowieso keine Antwort...

„Hm, okay... Wollen wir reingehen?", entgegnet mein Mate kurz darauf und löst seine Arme von mir. Ich nicke und gehe neben ihm zu unserer kleinen Villa.

Gedankenverloren folge ich ihm einfach in die Küche und lehne mich gegen den Kühlschrank.

„Was magst du essen?"

„Mir egal. Such du dir was aus.", antworte ich abwesend und höre ihm nicht weiter zu.

*Bing.*

Huh? Was war das? Ups. Mein Handy. Schnell hole ich es aus meiner Handtasche, die ich vorhin auf den Tisch gelegt hatte. Eine neue Nachricht. Ich öffne sie.

Hallo Eve. Ich muss dir etwas sagen, könnte ich kurz anrufen? LG, Mum.

Was ist passiert, dass sie mich anrufen will? Ich schreibe schnell ein <<Klar>> zurück und kurz darauf klingelt mein Handy.

(Telefonat: E=Eve, M=Mum)

E: Hey Mum! Was gibt's?                       M: Eve? Ich muss-             (ihre Stimme hört sich so traurig an...)              E: Was ist passiert?                       M: Dein Vater, er- er hatte einen Unfall. Er war mit dem Auto auf dem Weg in die Stadt, als ein LKW eine rote Ampel überfahren hat. Er- er war sofort tot... *schluchz*                E: Aber- aber... Mum, kann ich später zurückrufen? Das wird wieder, fahr bitte zu Oma, sie wird dir helfen...                     M: Ja, okay...

(Telefonat-Ende)

Ich breche auf Ort und Stelle zusammen. Dad ist-

Ein Schluchzer überkommt mich. Mein Vater ist tot. Ich werde ihn nie wiederbekommen... Mittlerweile laufen die Tränen nur so über meine Wangen und ich weine einfach vor mich hin. Er ist tot... Wieso er? Es hätte jeden anderen treffen können!

„Sunshine, was hast du?", möchte Jake leise wissen und nimmt mich in den Arm. Ich vergrabe, wie vor einer halben Stunde, wieder meinen Kopf in seiner Brust. Schon nach ein paar Minuten wird er nass sein...

„Mein Dad, er- er ist tot...", schluchze ich und heule weiter. Jake hat mich verstanden. Er hält mich stärker fest und streicht über meinen Rücken. Mir kommen noch mehr Tränen.

Wieso er? Wieso!? Er hat niemandem etwas getan... Er hätte alt und Opa werden sollen. Mit Mum. Er war einer der besten Menschen, die ich kenne. Wieso also? Er kann doch nichts dafür...

Es kommen noch mehr Tränen, ob das überhaupt möglich ist? Egal... mein Dad ist einfach weg! Und er wird nicht wiederkommen, nie mehr... Ich kann das doch nicht ohne ihn... Ich wusste immer, dass ich zu ihm kann, wenn es mir schlecht geht oder irgendetwas ist. Mit ihm reden. Er ist mein Dad. Das ist sein Job und er hat ihn doch immer so gut gemacht... Oder anrufen hätte ich können. Aber jetzt...? Ich kann das doch nicht ohne ihn...

Mein Körper zuckt vor lauter Schluchzern zusammen. Ich kann das nicht... Wieso er? Wieso nicht ich? Wie soll ich das denn nur machen? Es tut so weh... Dad... Du bist mir doch so wichtig. Ich wollte dich nach meiner ersten Mission besuchen! Wieso, verdammt nochmal, bist du einfach gegangen? Wie kannst du mir sowas nur antun? Du kennst mich doch... Dad...

Meine Tränen versiegen. Ich habe kein Wasser mehr... Und keinen Dad... Nie mehr wieder.

„Es tut mir Leid...", flüstert Jake in mein Ohr. Auch er hat Tränen in den Augen.

„Wieso weinst du? Du kanntest ihn doch gar nicht richtig...", frage ich und schaue traurig in seine Augen.

„Ich spüre deinen Schmerz. Es tut mir so unendlich leid...", murmelt Jake und jetzt fließen auch bei ihm ein paar Tränen. Ich kann doch so nicht weitermachen... Er hat mich einfach verlassen. Ich kann das doch nicht ohne ihn! Er war immer für mich da... Früher als ich traurig war, bin ich immer zu ihm gegangen. Er hat mich dann getröstet und mich umarmt. Und jetzt? Jetzt werde ich ihn nie wieder sehen. Nicht einmal, wenn ich die Schule abgeschlossen habe und zurück nach Denver kann.

„Jake, versprich mir nicht auch wegzugehen...", murmle ich und neue Tränen strömen meine Wangen hinab. Dad hat es nicht verdient. Er hätte alt und grau werden sollen. Er war doch erst 47. Er hatte erst die Hälfte seines Lebens... Und Mum... Sie wird das nicht schaffen... Sie waren das perfekte Paar. Als wären sie Mates... Sie haben sich geliebt. Immer. Und nur selten gestritten...

Wieso tut er mir das an?

Meine Augen werden schwer und ich schlafe müde vor lauter Erschöpfung ein.

„Komm her, meine Kleine.", ruft mir mein Dad vom Garten aus zu. Freudig laufe ich auf ihn zu und umarme ihn. Er lacht.

„Und wie war die Schule? Habt ihr einen Test geschrieben?", möchte er lächelnd wissen.

„Gut und nein!", lache auch ich. Ich war gestern zehn geworden und war mittlerweile in der vierten Klasse. Mein Dad nimmt mich sanft in den Arm und lacht dabei. Er ist glücklich.

„Wollen wir ein Spiel spielen?", möchte er grinsend wissen. Freudig nicke ich und folge meinem Dad wieder ins Haus.

Plötzlich verändert sich die Szenerie. Anstatt das Wohnzimmer zu betreten, stehen wir neben einer Kreuzung. Mein Dad ist weg. Nein, er sitzt dort im Auto an einer Ampel.

Er hat grün und fährt los. Ein lautes Hupen ertönt und dann kracht ein riesiger LKW in Dads Auto.

„DAD!", schreie ich auf und fange sofort wieder an zu weinen. Er ist tot...

„Was ist los?", möchte Jake von der Seite wissen. Wir liegen im Bett, er hat einen Arm um meine Taille geschlungen.

„Er- er ist tot...", schluchze ich und schließe meine Augen. Er ist tot.

Hey!🤗

Wie geht's, wie steht's?👍🏻👎🏻

Wer hat vermutet, dass jemand stirbt?❓
Was ist eure Lieblingsfarbe? (Meine ist braun... KA wieso)😅
Wer von euch liebt Schokolade?🍫

Wäre schön, wenn ihr ein ⭐ oder/und ein paar Kommis da lasst!🙃
Danke😘😘
*Lisa😍

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