Umstyling
Nach einer seeehr langweiligen Stunde Mathe hatte wir noch Kampftraining.
Tiffany knöpfte sich ihre Bluse ein paar Knöpfe weiter auf.
Inzwischen hatte sie ihr Makeup erneuert und noch mehr aufgelegt.
Moment! Das brachte mich auf eine Frage.
Ich beugte mich zu Lena hinüber.
"Warum hast du das Gelände eigentlich überflutet?"
„Tiffany hat genervt."
Das war Antwort genug, ich konnte es mir richtig gut vorstellen.
Dann kam Leo endlich.
Er trug einen Ständer mit lauter Übungsholzschwerter und legte sie vor sich auf die Wiese.
„So, Leute. Ich gebe euch jetzt jedem ein Schwert. Ihr werdet niemanden verletzten, aber ich hoffe, dass sollte klar sein.
Ihr haltet sie einfach, bis ich fertig bin."
Er warf uns einen langen Blick zu.
„Nein, ihr legt sie bitte vor euch ins Gras. Euch trau ich alles zu."
Als er Tiffany ein Schwert in die Hand drückte, warf sie ihm ein strahlendes lächeln zu und klimperte ein bisschen mit den Wimpern, was er aber gekonnt ignorierte.
Nachdem alle ein Schwert hatten, sagte er:
„Wir machen jetzt Partnerarbeit. Ich zeig euch, was ihr machen müsst und IHR MACHT GENAU DAS. NICHTS ANDERES. Freiwillige?"
Natürlich meldete sich Lena.
Er holte sie nach vorne.
„Wir machen eine simple Verteidigungsübung. Wobei der andere natürlich angreifen muss.
Also..."
Er drehte sich Lena zu.
„Du versuchst jetzt, sagen wir Mal, meine Brust zu treffen. Ich werde es abwehren. Alle herschauen."
Lena atmete einmal kurz tief ein und aus und packte ihr Schwert etwas fester.
Dann fixierte sie Leos Brust. Sie zog den Arm kurz zurück und stach dann in seine Richtung.
Er schlug das Schwert rechtzeitig weg und zwar so, dass sein Schwert innen war und Lenas Deckung offen war.
Wir klatschten alle. Lena kam zurück zu uns.
„Wollen wir zusammen machen?", Fragte ich sie.
Sie nickte kurz.
„Schön gemacht, Lena. Ihr probiert das jetzt alle.
Ich werde rumgehen und euch wenn nötig korrigieren und euch helfen."
Wir verteilten uns über die Wiese.
Lena und ich stellten uns gegenüber hin.
„Willst du angreifen, oder soll ich nochmal?", Fragte sie.
„Ich mach."
Ich nahm sie ins Visier und mein Arm schnellte nach vorne.
Als unsere Schwerter sich trafen gab es ein lautes Geräusch.
Blitzschnell drückte sie mein Schwert auf die Seite, sodass ich mich ergeben musste.
„Sehr gut! Versuch dein Schwert noch etwas zu drehen, aber ansonsten fast perfekt."
Erst jetzt bemerkten wir, dass Leo uns beobachtet hatte.
„Ich glaube ihr habt beide großes Potenzial."
Ich errötete etwas unter dem Lob.
„Danke."
Tiffany hatte gehört, was er gesagt hatte.
Kaum hatte er sich weggedreht, zischte sie rüber:
„Leo gehört mir, nur dass das klar ist."
Ich grinste.
„Süße, wie es aussieht ist er aber nicht an dir interessiert."
Sie lächelte uns überlegen an.
„Wartet nur ab, meinem Charm kann er nicht wiederstehen."
Dabei fuchtelte sie wild mit dem Schwert herum.
Lena flüsterte mir zu:
„Das mit dem Schwert hat jetzt nichts damit zu tun."
Woraufhin ich einen lachflash bekam.
Der Insider war einfach zu gut.
„Außerdem sind Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern verboten."
Sie schnaubte nur und wandte sich ab.
Lena und ich wechselten noch die Rollen und ich wehrte ihren Schlag ab.
Danach war leider schon die Stunde vorbei.
Nach dem Mittagessen machten wir kurz Hausaufgaben.
Dann verzog ich mich mit meinem Lieblingsbuch in den Sessel am Fenster.
Anna und Toni lagen auf dem Bett und schauten irgendwas auf YouTube.
Lena verschwand kurz darauf im Bad, wo sie ungefähr eine dreiviertel Stunde blieb.
Langsam begann ich mir Sorgen zu machen, ob sie vielleicht ins Klo gefallen und dort ertrunken war, da öffnete sich die Tür.
Vor Schreck ließ ich mein Buch fallen.
"Lena, bist du das?", fragte ich entgeistert.
Ihre goldblonden Haare reichten nicht mehr bis unter die Rippen, sondern nur bis knapp unter ihren Schultern und waren leicht durchgestuft.
So sah sie ganz anders aus.
"Warum?", fragte Anna sie.
Die Wassermagierin blickte mit stahlharten Augen nach draußen.
"So sehe ich Tiffany nicht so ähnlich"
Ich lächelte diabolisch.
„Ich kann sie dir auch noch färben", bot ich an und rieb mir die Hände.
Der entgeisterte Blick von Lena sagte alles.
„Bloß nicht! Wer weiß, was du dann anstellst."
"Kommt ihr mit nach draußen?', fragte Toni und ging zur Tür.
Grinsend setzte Lena ihre Mütze auf. "Na klar!"
Sorry, dass das Kapitel so kurz ist.
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