࣪ ִֶָ☾. midnight scars
࣪ ִֶָ☾. erzählerin
,,Wohin fahren wir?",fragte Wooyoung, während San in seinem typischen, enthusiastischen Stil summend durch die Nachtstraßen fuhr, bevor er grinsend erwiderte:,,Das wirst du sehen." Etwas, wodurch Wooyoung sich sein amüsantes Grinsen verkneifen musste. Denn wann saß man schon mitten in der Nacht auf dem Rücksitz eines Fahrrads Richtung Nirgendwo?
Seine Augen wanderten den weichen Stoff dessen Mantels entlang, in welches sich seine Finger die ganze Zeit leicht festkrallten. San's warmer Rücken, so schützend und weich, woran sich der Jüngere stundenlang anlehnen konnte. Doch sie hielten schließlich auf einem verlassenen Hügel, weit weg von den Lichtern der Stadt, wodurch Wooyoung aus seinen Gedanken gezogen wurde.
Er stieg langsam ab, und sah sich um. Vor ihnen erstreckte sich ein weites Feld, das von der Dunkelheit umhüllt war. Über ihnen funkelte der klare Sternenhimmel, wodurch Wooyoung sich erstmals in diesen Anblick verlor. So viele Sterne auf einmal auf einem Fleck.
San stieg ebenso ab, als er eine kleine Lampe und eine Picknickdecke aus seiner Tasche zog und begeistert sagte:,,Ta-daaaa! Willkommen zu unserem privaten Planetarium." Er genoss es zu sehen, wie sich Wooyoung's Augen weiteten, als er ihn zur Decke führte, auf der einpaar Snacks und ein Teleskop bereit lagen. Dabei fragte dieser ihn direkt überwältigt:,,Das hast du alles geplant?"
,,Natürlich. Ich dachte, wir könnten mal ein Date haben, das nicht nur deinen kreativen Kopf anspricht, sondern auch deinen romantischen.",erklärte San grinsend, wodurch Wooyoung ihn direkt wieder unbeeindruckt mit gehobener Augenbraue über dessen Humor anstarrte und den Kopf schüttelte.
Er wandte sich von dem Älteren ab, als er sich langsam auf die Decke setzte und seine Mimik verweichte. Konzentriert musterte San ihn dabei, sah, wie er widerstrebend zu lächeln begann, als es Wooyoung ruhig entkam:,,Das ist... tatsächlich schön."
Der Ältere zog sich bei den angenehm warmen Temperaturen seinen Mantel aus, bevor er sich neben ihn plumpsen ließ und ihm die Thermoskanne lächelnd reichte, dabei sagte:,,Einen warmen Tee für den Meister der Sternbilder und Kunst."
Wooyoung zog die Beine an, als er die Kanne achtsam an sich nahm und tief durchatmete. Die frische, warme Luft, die um sich schwebte, sowie die Stille der Nacht, die sich auf seiner Haut bemerkbar machte. Man sah ihm direkt an, wie entspannt er plötzlich war. Er öffnete die Thermoskanne, um einen kleinen Schluck des Tees an sich zu nehmen, während San begann, das Teleskop auf den Nachthimmel auszurichten.
,,Also, da oben ist der Große Wagen. Und da... äh, irgendwas anderes Helles.",entkam es dem Älteren unschuldig am Lächeln, wodurch Wooyoung leise auflachen musste und ihn direkt ertappt fragte:,,San, du hast wirklich keine Ahnung, was du tust, oder?"
,,Nicht mal ansatzweise. Aber ich dachte, du könntest mir das erklären.",entkam es ihm verlegen, wodurch Wooyoung wieder nur den Kopf schüttelte und er sich fragte, wie jemand bloß so facettenreich wie San sein konnte. Tollpatschig, albern, aber dennoch liebevoll, achtsam, romantisch und attraktiv.
Achtsam nahm der Jüngere das Teleskop an sich, wobei er anfing, dieses selbst auszurichten, währenddessen erzählte er ruhig:,,Da drüben ist die Andromeda-Galaxie. Und das da ist Cassiopeia.", bevor San ihn direkt fragte:,,Kannst du mir was darüber erzählen?"
,,Ja.",nickte Wooyoung seine Worte erstmal ab, als er das fertige Teleskop abstellte und San mit einer kleinen Handbewegung andeutete, dass er ruhig mal einen Blick dadurch werfen konnte. Er sah zu, wie sich der Ältere lächelnd vor Neugier zum Teleskop beugte und hindurchschaute, während Wooyoung darüber nachdachte, ob er nicht vielleicht wirklich sprechen sollte. Verbal.
Aber er tat es tatsächlich, wenn auch etwas unsicher in seiner Stimme, als er San erzählte:,,Der Held Perseus, Sohn von Jupiter und Danaë, sieht Andromeda beim Flug über Äthiopien und verliebt sich in sie. Er bittet ihre Eltern um Erlaubnis, sie heiraten zu dürfen, wenn er sie retten kann. Anschließend tötet er das Seeungeheuer und rettet Andromeda. Die zwei Sterne, die du links und rechts siehst, sind Perseus und Andromeda."
San spürte, wie ihm eine Gänsehaut über den Körper schoss, als er Wooyoung's Stimme zum ersten Mal so richtig hören konnte. In einem normalen Umstand. Dabei hatte dieser eine ruhige, warme Stimmenfarbe, womit er bestimmt wundervolle Gutenachtgeschichten vorlesen könnte. San dachte sich, er könnte seiner Stimme immer weiter und weiter lauschen, wodurch er seinen Kopf hob, nur um dem Jüngeren auf das Gesicht zu schauen und seine Unsicherheit in der Mimik zu entdecken.
Dennoch konnte er nicht ignorieren, wie unfassbar hübsch er ihn wieder fand. In diesem weißen Top, dem grauen Cardigan und der grauen Stoffhose. So ein simples Outfit, welches sich perfekt an seinen schlanken Körper schmiegte. Dieses weiche, längliche Haar, welches Wooyoung sich so gut wie nie stylte, sondern einfach fallen ließ und dadurch einen umso natürlicheren Look hatte. Mit diesen vollen, prallen, rosigen Lippen und dem Schönheitsmal unter seinem Auge und auf seiner Unterlippe.
,,Später wurde Perseus, wie es Halbgöttern geschieht, nach dem Tod seiner sterblichen Hälfte in den Himmel aufgenommen und wurde zu einem Sternbild; später wurde auch Andromeda in den Himmel aufgenommen, um zusammen mit ihrer Mutter Cassiopeia zu verweilen.",beendete er seine Worte, während er direkt erkannte, mit was für verfallenen Augen der Ältere ihn gerade eigentlich anstarrte.
Das war auch der Moment, wo dieser etwas verpeilt in seiner Verliebtheit nur noch von sich gab:,,Du bist so schön, wenn du von etwas berichtest, was mit deiner Leidenschaft zutun hat."
Dadurch errötete Wooyoung direkt, versuchte aber sich auf den Himmel zu konzentrieren. Doch San ließ nicht locker, als er ihn spielerisch fragte:,,Und was, wenn ich sage, dass ich dich genau wie diese Sterne sehe? Immer da, auch wenn ich dich nicht sehen kann?"
Mit einem Mal blickte Wooyoung ihn wieder an, wodurch sich der Ältere direkt in seinen Augen verlor und sie beide sich für einen Moment einfach nur anblickten. Wooyoung schluckte, der Kloß in seinem Hals schwerer als die Dunkelheit um sie herum. Es war alles so neu. Diese Nähe, nachdem sie sich an diesem einem Tag im Kunstatelier so offen und liebevoll ausgesprochen hatten.
San merkte schnell, wie die Stimmung zu ernst wurde, weshalb er direkt plötzlich eine Tüte Marshmallows aus seiner Tasche zückte und grinsend sagte:,,Bevor du mich jetzt verprügelst, lass uns Marshmallows grillen. Ich habe auch ein Mini-Feuerzeug dabei."
Wooyoung konnte seine Augen nicht vom dem Älteren nehmen, so verloren wie er ihn für einen Moment angestarrt haben musste, bis er unfreiwillig zu lachen begann und nur noch sagte:,,Du bist ein Idiot."
,,Aber dein Idiot."
,,Du bist ein hoffnungsloser Fall."
,,Hoffnungslos verliebt."
Wooyoung griff nach einem Marshmallow und warf ihn San an den Kopf, als er lachend sagte:,,Hör auf damit, du Schwachkopf.", wodurch San ebenso lachen musste, die Tüte Marshmallows zu sich zog und begann, sie mit einem kleinen Feuerzeug zu rösten, dabei überzeugt sagte:,,Weißt du, ich bin ziemlich talentiert, was Lagerfeuer angeht."
,,San, das ist kein Lagerfeuer. Das ist ein Feuerzeug."
,,Details, Wooyoung, Details."
Auch wenn sich der Angesprochene es selbst nicht zugeben wollte, genoss er es. Mit diesem zielstrebigen, durch seine Tollpatschigkeit echt süßen Mann hier mitten in der Nacht zu sitzen und gemeinsam Marshmallows zu grillen - oder in San's Fall einige verbrannten -. Ihm entging dessen Eigenduft nicht, diese konzentrierten Blicken, wenn er ihm einen perfekten Marshmallow zubereiten wollte.
Woo nahm seine Augen langsam wieder von ihm, als er merkte, wie vertieft er in seinem Anblick gerade eigentlich war. Doch sein Gesicht verzog sich leicht, als hätte ihn plötzlich ein unsichtbarer Schlag getroffen. Er schloss die Augen, als seine Hand langsam an seine Stirn wanderte und atmete schwer aus.
San, der gerade dabei war, einen Marshmallow mit dem Feuerzeug zu rösten, bemerkte es sofort. ,,Wooyoung? Alles okay?",fragte er, seine Stimme klang besorgt.
Wooyoung nickte nur leicht, als wollte er San beruhigen, doch seine Hand rutschte von der Stirn ab, und er stützte sich schwer auf den Boden, wobei er leise nuschelte:,,Nur einbisschen schwindelig...", seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern, und es fühlte sich an, als ob die Welt um ihn herum kurz verschwimmen würde.
San ließ alle Sachen sofort fallen, als er Wooyoung vorsichtig an den Oberarmen von hinten griff und den Jüngeren halb liegend an sich lehnen ließ. Hastig legte er eine Decke um ihn, als er beim Abtasten seines Pulses an seinem Handgelenk spürte, wie kühl dessen Haut war. Als San sicherstellen konnte, dass es wirklich nur der Schwindel war und keine Synkope, die sich anschlich, küsste er ihm reflexartig, unwillkürlich, rein aus Gefühl seine Schläfe, bevor er gebärdete:,,Atme tief ein. Wir sind beide zusammen hier. Ich bin bei dir."
Wooyoung ließ alles über sich ergehen, als er die Augen einwenig öffnete, sein Blick träge, aber seine Wangen hatten einen zarten Rosaton angenommen, bevor er nur noch leise sagte:,,Du machst dir zu viele Sorgen.", wodurch sich ein kleines Lächeln auf seinen Lippen schlich.
San strich mit der Rückseite seiner Hand sanft über Wooyoung's Stirn, um sicherzustellen, dass er sich beruhigte, bevor er sagte:,,Natürlich mache ich mir Sorgen. Du bist mir wichtig... wirklich sehr wichtig...", wodurch Wooyoung direkt seufzte.
,,Du musst das nicht machen, San-ah. Ich kann das selbst.",erwiderte er leise, wobei er es unbewusst mehr als nur genoss, wie sein Kopf auf seiner Brust lehnte, sein Körper entspannt gegen San's lehnte und die Decke ihn doppelt warm hielt.
,,Hör auf zu reden.",entgegnete San, seine Stimme streng und bestimmt, aber dennoch liebevoll, während er leise sagte:,,Ich habe das im Griff.", wodurch Wooyoung doch etwas verlegen wurde. Zwar hörte er ihn nicht, aber seine Gestik unterstrich seine Worte immer so perfekt.
Vorsichtig wagte Wooyoung seinen Kopf leicht anzuheben, um zu dem Älteren hochzuschauen, der seine Arme nun so liebevoll um ihn geschlungen hatte und ihn mit genauso liebevollen Augen anschaute. Dabei hielten sie den Augenkontakt für einen Moment, bevor San ihn spielerisch knuddelte, wodurch dem Jüngeren trotz des Schwindels ein Lachen entwich.
,,Du sollst dir nicht ständig so viele Gedanken machen.",sagte dieser leise, seine Finger leicht zitternd durch den niedrigen Blutdruck, als er nach San's Hand griff. Seine Berührung war sanft, fast flüchtig, als würde er sich immernoch nicht erlauben, völlig loszulassen von seinen Ängsten.
San hielt Wooyoung's Hand fest. Ohne zu zögern, umgriff er sie. Sein Daumen glitt beruhigend über die zarten Finger, bis er leise sagte:,,Lass du mich mir Sorgen machen. Es gehört irgendwie dazu, wenn man jemanden liebt."
Wooyoung's Atem stockte, und er schloss für einen Moment die Augen, nicht wegen des Schwindels, sondern wegen dieser Worte, bis er flüsterte:,,San..."
,,Schhh.",unterbrach San ihn, seine andere Hand legte sich auf Wooyoung's Wange, warm und beschützend, während er erwiderte:,,Sag nichts. Lass mich einfach bei dir sein. Alles andere ist unwichtig."
,,Weißt du, San?",entkam es Wooyoung dennoch flüsternd, grinsend bei seinen Worten, wobei ihm dennoch sein Herz vor Verlegenheit raste, als er noch hinzufügte:,,Du bist manchmal so nervig, dass ich nicht weiß, ob ich dich lieben oder dir eine Ohrfeige verpassen soll."
,,Beides ist okay, solange ich am Ende einen Kuss bekomme.",entkam es dem Älteren leise am Lächeln, während er Wooyoung's Hand sanft zudrückte und ihm mit der freien Hand immer wieder den Puls am Hals kontrollierte, und wenn er dies nicht tat, strich er ihm sein Haar aus der Stirn.
Wooyoung lächelte müde, und in diesem Moment realisierte er, dass San der erste Mensch war, der seine Schwäche nicht als Last sah, sondern als ein Teil von ihm, den er lieben konnte und wollte.
San legte sich langsam mit ihm in seinen Armen hin, sodass Wooyoung perfekt zwischen seinen Beinen lag. Dabei schlung er beide Arme um seinen kühlen Körper, nachdem er sagte:,,Ich habe keine Ahnung, wie die Sternbilder heißen. Aber ich weiß, dass mein Lieblingsstern direkt auf mir liegt."
,,Hör auf, kitschig zu sein."
,,Was wirst du dann zu meinem Notfallhäschen sagen?"
,,Zu deinem wie bitte was?"
,,Notfallhäschen!"
Somit zückte San aus seiner Tasche einen kleinen Plüschhasen, der an seiner Stirn ein kleines, buntes Pflaster hatte. Diesen reichte er dem Jüngeren, wobei Wooyoung mit großen Augen das kleine Stofftier an sich nahm und sich sein Lachen verkneifen musste.
,,Das Notfallhäschen soll dich in Momenten wie diesen gut beschützen und behüten."
,,Du bist wirklich unmöglich."
,,Ich liebe dich."
,,Stop!"
,,Nöööö! Ich liebeeeeeeee dich!"
,,San! Hör auf!"
,,Du kannst mich nur stoppen, indem du mich küsst!"
Verzweifelt am Lachen blickten sich beide verpeilt über diese sinnfreie Konversation an. Doch Wooyoung spürte zwischen diesem ganzen Lachen und spielerischen Rumzanken, wie sehr es ihn doch berührte, dieses Notfallhäschen nun in seinen Armen halten zu können. Dabei war dies eine so simple und verspielte Geste, jedoch berührte ihn die Absicht, die San dahinter hatte.
Als sie sich vom Lachen erholten und ihn die ganzen Gefühle überkamen, blickte er den Älteren emotional getroffen an, sodass er sich doch zu ihm hoch robbte auf seinem Körper und ihm einen sanften Kuss auf die Lippen drückte.
Und auch wenn es ein kurzer, sanfter Kuss war, verstummte San verlegen und blickte ihn genauso verlegen an, während er sich seine Lippen direkt rieb und beobachtete, wie Wooyoung sein Gesicht in dessen Halsbeuge vergrub, als auch in ihm die Verlegenheit hoch kam.
Zufrieden lächelte der Ältere, als er seine Hand auf dessen Haarschopf ablegte und sie beide für die restlichen Stunden auf dieser Weise nebeneinander verbrachten.
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࣪ ִֶָ☾. Gestern meine erste Prüfung von meiner 2 monatigen langen Prüfungsphase geschrieben, yippie... :') Es wird wieder chaotisch in meinem Leben, ach...
Was machst du denn beruflich? Ich bin, wie San, im medizinischen Bereich tätig. :)
Pass gut auf dich auf.
-࣪ ִֶָ☾. Deine Eleja
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