EXTRA CHAPTER #7: Abschied

Au revoir...

Mit einem brummenden Schädel wachte die junge Wikingerin auf und rollte sich müde aus dem Bett. „Sonne",stöhnte sie und versuchte mit ihrem Arm ihre Augen zu verdecken. „(D/N)? Bist du wach?",hörte sie ihren Vater von unten rufen.

„Jaa"murmelte sie und wollte sich wie üblich aus dem Bett rollen, als sie sich plötzlich an Gestern erinnerte, „Wie lange waren wir bitte da unten?" Sie setzte sich auf und streckte sich, ehe sie sich eine Hose, eine Tunika und einen Rock griff und sich schnell anzog. Ihre Haare waren mittlerweile getrocknet, wurden nur rasch durchgekämmt und dann irgendwie mit einem Haargummi zusammen gemacht- bevor es dann riss.

„Na gut, dann halt offen",entschied (D/N) und holte ihren Bogen und den Köcher. „Bist du wach?",rief (V/N) erneut von unten. „JAAHAA!",gab sie genervt zurück. Wieso hatte er es bitte so eilig?... oooh, heute war morgen- also morgen ist heute- nein also... jedenfalls war es der nächste Tag, und wenn sie kein zu großes Blackout hatte, würden die Berserker nun abreisen.

„Schade eigentlich... NEIN! Nein ist es nicht, es ist fantastisch dass sie jetzt endlich abreisen! Jetzt habe ich noch knapp 365 Tage wo ich mein Leben genießen kann, bevor ich Dagur wieder sehen muss... und dann nochmal ein Jahr bevor ich für immer bei ihm bin. Wieso eigentlich ich? Gab es nicht irgendein anderes, armes weibliches Wesen im Inselreich, dass an meiner Stelle seine Frau werden könnte?"

Schnell zog sich die (D/A)äugige ihre Schuhe an und eilte dann nach unten, wo ihr Vater bereits auf sie wartete:„Hast du eine Ahnung wie spät wir haben? Es ist schon Mittag! Die Berserker werden gleich abreisen, und du solltest dich noch etwas unters Volk mischen, in Ordnung?" Nickend ging die junge Wikingerin nach draußen, wo bereits einige Wikinger sich unterhielten oder über die wohl "sensationelle" Feier von gestern redeten.

So machte sie sich also auf die Suche nach ihrem Verlobten, als mit einem Mal Lydara und (F/N) vor ihr standen, und natürlich jede Einzelheit wissen wollten. „Sag schon, was habt ihr noch so gemacht nachdem wir euch beide gesehen haben?",fragte Lydara fast vor Neugier platzend. „N- Nichts",log (D/N) und schaute weg.

„Aha, und wieso wirst du dann so rot? Oder hast du dich wieder mit Brennnesseln angelegt?",mutmaßte (F/N) und schaute ihre Freundin verdächtig an. „Neeeiiiin, wieso sollte ich?",ungläubig schüttelte sie mit ihrem Kopf und erinnerte sich daran wie sie von Dagur wirklich fast in Brennnesseln geschubste worden wäre- sehr witzig musst man anmerken, sehr witzig.

„Jetzt erzääääääääähl schooooooooooon",drängte die braunhaarige und zog wie wild an ihrer Freundin, während sie die Vokale unnötig dehnte. „Ich hab ihm halt den Wald gezeigt",verlegen suchten ihre (D/A)en Augen nach irgendetwas zum anvisieren, bloß nicht die Augen der beiden anderen Mädchen.

„Mmhh, nur den Wald gezeigt. Ihr wart Stunden weg, jetzt sag was los war"

„Was? Ich habe ihm den Wald gezeigt... und halt noch die Höhle"

„Du meinst die Höhle?"

„Jaa"

„Oh Thor, das muss was heißen"

„Wieso?"

„Hast du eine Ahnung wie viel K-

„HALT DIE KLAPPE",drängte (D/N) und versuchte Lydara davon abzuhalten zu viel zu sagen, was sie dann nie wieder aus ihrem Kopf verdrängen könnte, „Ich will überhaupt keine Kinder, niemals. Aber wahrscheinlich wird das nicht mir überlassen..."

„Sei doch froh, dass du wenigstens einen so gut aussehenden abbekommen hast, ich wäre gerne an deiner Stelle",schwärmte Lydara und schaute verträumt in den Himmel.

„Klar wärst du das",flüsterte (F/N) und grinste belustigt. „Was hast du gesagt?",fragte die braunhaarige aufgebracht. Ihr Grinsen behaltend antwortete die (F/H)haarige:„Ach gar nichts"

„Wir werden dich wahnsinnig vermissen",schmollend schauten die beiden (D/N) an. „Ich euch auch...oh nein, den aber nicht"

Die 3 drehten sich in Richtung Dorfplatz, wo ein kräftiger Junge angerannt kam, welcher laut nach ihnen rief. Kaum war er- völlig außer Atem- bei den Mädchen angekommen, ging das Flirt-Drama auch schon los.

„Na Hallo Ladys",schleimte er und schnalzte während er mit seinen Händen auf sie zeigte. (F/N) und Lydara- letztere nur sehr ungerne- konnten sich mit „Ich muss los sonst brennt die Suppe an" und „Ich hab da noch so 'ne ganz wichtige Sache die jetzt nicht warten kann" rausreden und ließen (D/N) mit dem schwarzhaarigen alleine.

„Gaston bitte lass mich in Ruhe!",flehte sie und rollte mit den Augen. „Ich möchte doch nur etwas Zeit mit meiner Lieblings-Oberhaupt-Tochter verbringen",er machte einen großen Schritt auf sie zu, sie einen noch größeren zurück.

„Ja, bin ja auch scheinbar die einzige weit und breit... ich hab jetzt keine Zeit für deine Anmachversuche, ich muss jemanden finden"

„Was suchst du noch wenn dein Traummann direkt vor dir steht?!"

Bevor Gaston noch einen weiteren dieser Sprüche bringen konnte, gab sie Fersengeld und rannte zum Hafen, wo die letzten Schiffe beluden wurden. „Perfekt",dachte (D/N) und verfolgte das Geschehen mit ihren Augen, „Es gibt anscheinend keine Verzögerungen, alles läuft nach Pla- Ha?!" Mit einem Mal wurde sie umgedreht und schaute in verwegene grüne Augen.

„Dagur",seufzte sie und befreite sich aus seinem Griff. „Der einzig wahre! Wie geht's dir heute so?",freudig hielt er seine Verlobte erneut fest. „Gut",antwortete diese knapp. Der rothaarige lachte, zog sie von den Booten weg und ging ein letztes Mal mit ihr in dem Dorf spazieren.

- - -

„Und das mit dem Bären ist noch keinem aufgefallen? Ich bin von deinen Leuten enttäuscht, immerhin war das Vieh riesig!",stolz erzählte Dagur davon wie genau er den Bären zur Streck gebracht hatte. (D/N) rollte nur genervt mit den Augen, ehe sie wünschte sie wäre direkt im Bett geblieben, denn folgendes Szenario hätte echt nicht passieren müssen- vielleicht war es aber auch einfach perfekt gewesen:„Ja, sehr schön. So ungerne ich dich auch unterbreche, aber so groß war der jetzt auch wieder nicht. Ich meine- oh nein, bitte nicht der!"

Ein weiteres Mal kam Gaston angerannt und wollte mit der (D/A)äugigen flirten, als er den Mann neben ihr bemerkte, welcher ihn kaltherzig anstarrte. Wenn Blicke töten könnten, wäre Gaston jetzt schon lange tot und auf die qualvollste und unschönste Weise jämmerlich zu Grunde gegangen.

„Wer bist du?",fragte der Berserker mit einer Hand hinter seinem Kopf, am Griff seines Schwertes. Selbstsicher- oder auch selbstverliebt- antwortete der schwarzhaarige:„Selbiges könnte ich auch dich fragen. (D/N)! Wie kannst du mich nur mit so einem Lappen betrügen?"

Im nächsten Moment befand sich die Klinge eines geschliffenen und sehr funktionale Schwertes an Gastons Hals und drückte vorsichtig zu, während der Mann am Schwert knurrte:„Solltest du noch einmal auf die Idee kommen meine (D/N) in irgendeiner Weise zu belästigen, dann werde ich dir das Genick brechen sodass es aussieht als wärst du nur unglücklich die Treppe runtergefallen"

(D/N) schluckte. Hatte er gerade wirklich meine (D/N) gesagt? Naja seine Hand hielt ihre Taille und er hatte sie dicht an sich heran gezogen also ja- ja er hatte meine gesagt und es auch so gemeint.

Wimmert zog der Kerl ab, sehr zum erfreuen beider. „Den sind wir los",triumphierend zog Dagur mit seiner Verlobten ab und ließ seine Hand nicht von ihrer Seite weichen, wer wusste was für komische Kerle hier noch rumliefen.

- - -

Als sie auf dem Steg standen, war alles bereits verladen und nur noch Oswald und (V/N) verabschiedeten sich, während sie noch einmal von ihren großartigen Plänen schwärmten. Dann ging Oswald auf sein Schiff und wartete nur noch auf seinen Sohn, als er ein letztes Mal alles überprüfte.

„Na dann... also...",druckste dieser rum, unsicher was er nun tun sollte. „Ja also... bis in einem Jahr?",fragte (D/N) zögerlich und schaute ihn mit dem Blick an, den er so sehr mochte.

„Das wird ein langes Jahr",seufzte er und schaute verlegen auf den Boden. Dann wieder in die Luft, dann wieder auf den Boden, in die Luft, auf den Boden. Luft, Boden, Luft, Boden, Luft- oh... ihre Augen.

„Ja, das wird es"

Plötzlich gab Dagur (D/N) einen Kuss auf die Wange, umarmte sie fest und rannte dann weg zu seinem Schiff- wo er jeden anschrie der ihn auch nur in irgendeiner Weise komisch anschaute.

Wie erfroren stand sie da und grinste schief während sie ihre Finger langsam über ihre Wange streichen ließ.

Ja, das würde ein langes Jahr...


Wollt ihr eine Fortsetzung?

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