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Es war ein Tag wie alle anderen. Nichts kam einem ungewöhnlich vor. Die Straßen genauso leer wie sonst, die Häuser genau so grau wie sonst, die Stadt genauso trostlos wie immer.
Man sollte sich fragen, wieso man freiwillig an so einem eintönigen und traurigen Ort lebte. Nun, die Antwort war ganz einfach. Man hatte keine andere Wahl.
Betrat man den Ort einmal, konnte man ihn niemals wieder verlassen.
Die Leute die hier lebten, wussten dies. Wussten, dass sie nie wieder umdrehen, und in ihr altes Leben zurückkehren, konnten. Sie hatten einfach aufgegeben, die Hoffnungslosigkeit akzeptiert. Denn sie wurden ausgewählt. Ausgewählt, für eine große Sache die wichtiger war als ihre eigene Bedürfnisse, ihr persönliches Glück.
Sie alle hatten etwas wichtiges zu erfüllen.
💀
Und schon wieder einer verschwunden. Stellte ich fest, als ich mir die Nachrichten auf meinem Handy anguckte. Seit Tagen verschwanden alle möglichen Leute aus der Stadt. Und das hatte nichts Gutes zu bedeuten.
Alle hier besaßen eine gemeinsame Aufgabe. Doch wenn plötzlich Leute verschwanden... Ich wollte gar nicht daran denken, was das für Auswirkungen hätte.
Wir, also die Leute hier, schworen uns einst die Welt zu beschützen, auch wenn wir dafür alles aufgeben mussten.
Es war ein normaler April-Tag. Es gab abwechselnd Schauer, Sonnenschein, Hagel und Schnee, was mich schon recht wunderte.
Normalerweise gab es hier fast nie Schnee. Dies war hier wirklich ein seltenes Phänomen.
Doch im Moment war das Wetter gut, die Luft und der Boden waren zwar etwas feucht, aber ansonsten schien die Sonne. Mal schauen wie lange noch...
💀
Eine in schwarz gehüllte Gestalt stand in einer großen Halle. Vor ihr Haufen von Körperteilen in der ganzen Halle verteilt, Pfützen aus Blut welches außerdem an den Wänden klebte und es lag ein Geruch in der Luft, den man seinen Lebtag nicht vergessen würde.
Es roch nach Verwesung, nach Tod. Ein ätzender Geruch für alle gewöhnlichen Menschen.
Doch nicht für die Monster die ihn erst verursachten.
Die Gestalt bewegte sich. Sie lief durch die Reihen, stieg über Körperteile, bis sie vor etwas, oder besser gesagt jemandem, stehen blieb.
Sie fuhr ihre langen, schwarzen Krallen aus. Ihre pechschwarzen Augen funkelten gefährlich und ein eisiges Grinsen entblößte ihre messerähnlichen Zähne, als sie ihre Krallen in das Fleisch der Person vor ihr rammte.
Das Blut floß unaufhörlich, Schreie erfüllten die Halle. Erst als auch der letzte Rest Blut auf den Boden tropfte und die Schreie der Person versiegten ließ die mysteriöse Gestalt von ihr ab.
In ihrem Gesicht stand pure Freude. Freude an dem Blut, an den Schreien, die immer noch in ihren Ohren hallten, an dem Leid, welches die Gestalt der anderen Person zugefügt hatte. Freude am Tod.
💀
In meiner kleinen Wohnung zog ich erst einmal meine Jacke und Schuhe aus.
Ich lief in die Küche, nahm mir einen Apfel und setzte mich ins Wohnzimmer vor den Fernseher.
Ich schaltete ihn ein und guckte mir die Nachrichten an. Auch hier wurde von dem Verschwundenen berichtet.
Zum Glück kannte ich ihn nicht. Er musste wohl an einer anderen Stelle des Schutzes gearbeitet haben. Das hieß, dass diese Monster noch von uns entfernt waren. Ich hoffte inständig, dass es auch so bleiben würde.
Nach einer Weile schreckte ich auf. Ich war wohl eingeschlafen...
Der Bildschirm des Fernsehers flimmerte vor sich hin und der Wind ließ die Rollläden, die ich noch geschlossen hatte, schaurig klappern.
Ich machte den Fernseher aus und beschloß, ins Bett zu gehen.
💀
Durch die kleinen Schlitze des Rollladens, hatte die schwarze Gestalt die junge Frau bestens im Auge.
Sie beobachtete, wie die Frau sich ins Schlafzimmer bewegte und sich ins Bett legte.
Sie hatte ihr neues Ziel gefunden. Jetzt hieß es nur noch abwarten...
Die Gestalt kehrte in die große Halle zurück. Es roch immer noch so muffig wie heute Nachmittag, als sie das letzte Mal hier war.
Doch es gab einen entscheidenden Unterschied. In der Halle standen nun auch andere Gestalten.
»Meine lieben Dämonen! Schön, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Unsere Zeit ist bald gekommen. Uns fehlen nur noch ein paar dieser mickrigen Menschen, bis der Schutz nicht mehr ausreichend bewacht wird und wir ihn durchbrechen können.« ertönte eine Stimme. Doch keine normale Stimme. Sie hörte sich seltsam verzerrt an. So als ob mehrere Menschen zur gleichen Zeit sprechen würden.
»Alle, die sich bereits ein Opfer ausgesucht haben. Tretet vor.«
Ein paar der Dämonen lösten sich aus der Menge und traten einige Schritte nach vorne. Mit darunter die schwarze Gestalt, die sich auch als Dämon herausgestellt hatte.
»Sehr gut. Ihr werdet euer Opfer in den nächsten Tagen auslöschen. Diejenigen, die noch kein Opfer ausgesucht haben. Ihr werdet morgen Abend durch die Straßen ziehen und welche auswählen.« sprach der Dämon, mit der merkwürdigen Stimme, weiter.
Die Dämonen, die noch immer weiter hinten in der Halle standen, nickten zustimmend.
Also war es beschlossene Sache. Sie würden Menschen auswählen, sie beseitigen und die Welt der Menschen übernehmen.
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