chapter 68



Ich starre Rider weiterhin an, doch erwidere nichts mehr. Stattdessen nicke ich nur und möchte mich gerade verabschieden, als mir einfällt, dass ich eine Sache schon seit längerem loswerden wollte.

Etwas, dass ich nun endlich sagen kann, da Rider weiß, dass ich nun auch bescheid weiß.

»Eine Sache noch«, setzte ich deshalb an und erlange damit wieder seine Aufmerksamkeit. Rider blickt mir direkt entgegen und ich bemerke erneut, wie nah wir uns stehen. Deshalb räuspere ich mich und trete einen kleinen Schritt zurück, ehe ich wieder das Wort ergreife. »Tut mir wirklich leid, dass Leslie sowas durchmachen musste... Und genauso sehr tut es mir leid, dass du es auch tun musstest.«

Rider scheint dies nicht direkt erwartet zu haben, denn er öffnet den Mund leicht, sagt jedoch nichts dazu. Stattdessen schließt er einfach nur die Augen und der Gedanke, dass er sich an alles grauenvolle zurückerinnert, tut mir im Herzen weh. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich ihm mitfühlend die Hand auf die Schulter lege. Was genau in dem Moment über mich kommt, weiß ich nicht und werde ich wahrscheinlich auch niemals erfahren. »Ihr beide habt das wirklich nicht verdient...«, füge ich dann noch leise hinzu, ehe ich meine Hand wieder zurückziehe und die Lippen zusammenpresse.

»Danke«, bringt Rider mit rauer Stimme hervor, ehe er die Augen wieder öffnet und in meine sieht. Und diesmal erkenne ich tatsächlich keine Wut mehr. Ich erkenne nur noch eine tiefgründige Trauer. »Sie hat es wirklich nicht verdient.«

Ich öffne den Mund und will ihm zustimmen und mich dann verabschieden, als ich plötzlich Schritte wahrnehme. Ehe ich die Chance habe, mich umzudrehen, höre ich schon, wie sich jemand räuspert. Mein Kopf schießt erschrocken zur Seite und ich halte die Luft an, als ich Derek erkenne, der alles andere als erfreut aussieht. Er starrt mich total entgeistert an und fixiert dann Rider mit einem Blick, der mein Herz zum rasen bringt. Mein Blutdruck schießt in die Höhe und als Rider sich dann auch Derek zuwendet und wieder diese komische Wut in seine Augen tritt, bekomme ich Panik.

»Derek, was machst du denn hier?«, entkommt es mir total überrumpelt und ich kann nicht glauben, dass ich richtig sehe. Wir haben doch ausgemacht, dass er zunächst nicht mit Rider spricht. Er hat es mir versichert!

»Das fragst du allen Ernstes mich? Was hast du bei ihm zu suchen, Vera?«, schießt Derek zurück und kommt dann auf mich zu, um nach meiner Hand zu greifen und mich zu sich zu ziehen. Er glaubt, mich vor Rider beschützen zu müssen, dabei hat er keine Ahnung, dass ich diejenige sein sollte, die ihn vor ihm beschützt. Denn mir will Rider nichts antun.

»Sie hat versucht, mich davor abzuhalten, dir direkt den Kopf abzureißen«, antwortet Rider an meiner Stelle, der mit einem dunklen Blick zu Derek sieht.

»Ich habe dir doch klar gemacht, dich von ihr fern zu halten«, knurrt Derek und stellt sich vor mich, wodurch er nun direkt vor Rider steht.

Rider lacht falsch. »Wird ja immer lustiger, echt. Sie hat mich gesucht, um mit mir zu reden. Nicht andersrum.«

Derek dreht sieht für einen Moment zu mir und ich kann mir vorstellen, dass er sich verraten fühlt, doch ich werde ihm alles erklären, sobald wir in Ruhe miteinander sprechen können. Er wird es verstehen, dass weiß ich.

Derek räuspert sich, ehe er sich wieder Rider zuwendet und sein Oberkörper sich im selben Moment verspannt. »Jetzt bin ich ja da. Und ich werde nicht gehen, bevor wir diese Sache klären.«

Rider wird wieder todernst. »Ich weiß, dass du da mit drinnen hingst.«

»Das stimmt nicht.« Derek presst den Kiefer zusammen. »Wer hat sowas behauptet? Von wo kommen diese abgefuckten Hirngespinste?«

Misstrauen legt über Rider's beinahe schon versteinten Gesichtsausdruck, als er Derek genauer betrachtet. Wahrscheinlich will er sehen, ob er die Lüge in seinem Gesicht erkennen kann, der er sich insgeheim ja so sicher ist. Als er das anscheinend nicht tut, antwortet er schlicht: »Jordan und Holden haben es mir erzählt.«

»Diese miesen Bastarde! Sie lügen!«, ruft Derek wutentbrannt und ich spüre, wie sehr es ihn trifft, da seine Hand, die noch immer meine umfasst, zu zittern beginnt. »Wie kannst du ihnen auch nur eine einzige Sekunde glauben?! Du weißt genau, dass sie es gewesen sein könnten!«

»Jordan hätte mir niemals so etwas antun können!«

»Aber ich schon? Ich würde meiner Freundin etwas so ekelhaftes und ehrenloses antun können?« Derek lässt einen hysterischen Lacher raus. »Du merkst doch selbst, wie verkorkst das ist! Ich habe nichts damit zutun gehabt! Ich weiß, ich hätte es irgendwie verhindern müssen... ich hätte da sein müssen, mit diesem Fehler werde ich auch für immer leben müssen! Aber sonst trifft mich keine Schuld! Nicht was das angeht...«

Rider blinzelt aus dem nichts gegen die Tränen an und es tut einfach nur weh, ihn so zu sehen. Egal wie sehr ich ihn hassen müsste, in diesem Moment schaffe ich es nicht. Denn ich sehe keinen schlechten Menschen vor mir, das einzige, was ich sehe, ist einen erwachsenen und doch so verlorenen und verzweifelten Jungen, der nicht von der Vergangenheit loskommt.

Irgendwie kommt mir das ja doch bekannt vor...

»Wer war es dann? Los! Sag es mir! Wer hat es ihr sonst angetan?! Hm?«, ruft Rider plötzlich wutentbrannt und fuchtelt wie wild mit den Händen herum. Er deutet auf Derek. »Genau! Du kannst es mir nicht sagen! Denn keine verfickte Person hier will es zugeben! Keiner kann seine gottverdammten Fehler einsehen! Ich kann niemanden um mich herum vertrauen! Niemand sagt die Wahrheit...«

Derek setzt einen ernsten Gesichtsausdruck auf. »Du kannst mir vertrauen, Rider. Ich schwöre dir bei allem das mir etwas bedeutet, dass ich nichts damit zutun habe. Ich wollte Leslie nie etwas Böses. Nie

Rider fährt sich überfordert durch die Haare und dreht sich dann von uns weg. Er bleibt eine lange Zeit still, ehe er einen verzweifelten Laut rauslässt. »Okay...«

»Okay?« Derek sieht hoffnungsvoll zu Rider. »Heißt das, du glaubst mir?«

Rider dreht sich zurück und als ich wieder Tränen in seinen Augen erkenne, drückt und zieht mein Brustkorb zugleich. »Ja... ich glaube dir.«

Derek sagt nichts, stattdessen tritt er urplötzlich auf Rider zu und zieht ihn in eine brüderliche Umarmung. Er klopft ihn auf dem rücken und ich spüre regelrecht, wie erleichtert Derek ist. Ich glaube, es war ihm irgendwo wichtig, wie Rider in diesem Punkt über ihn denkt. Schließlich ist Rider noch immer Leslies Bruder...

Mein Herz erwärmt sich bei dem Anblick und als ich sehe, wie Rider die Augen schließt und eine Träne diese verlässt, verspüre ich wieder den Drang, mich der Umarmung anzuschließen.

»Keine Sorge, ich werde dir dabei helfen, die Schuldigen zu finden«, kommt es todernst von Derek, nachdem er sich von Rider löst und ihm die Hand auf die Schulter legt. »Ich werde nicht zulassen, dass die Unmenschen, die das Leslie angetan haben, einfach so davonkommen...«

Rider schluckt merklich, ehe er mehrmals nickt. »Danke, Derek.«

»Und ich werde euch auch helfen«, entkommt es mir, ohne das ich es so richtig bemerke und die Blicke, die Rider und Derek im nächsten Moment austauschen, sagen bereits alles.

Rider schmunzelt, während Derek mich mit einem warmen Lächeln ansieht. »Das kommt nicht in Frage. Du hältst dich da schön raus, Vera. Rider und ich schaffen das schon.«

Derek sieht zurück zu Rider. »Wir schaffen das.«

Und nun bin ich diejenige, die die beiden lächelnd betrachtet.





A/N:

Das Kapitel ist nicht besonders gut und dazu auch noch unüberarbeitet, aber wie ihr seht gebe ich mir müde um noch bis zum Ende aktiv zu bleiben 💯❣️

Ich schätze, dass Ende nährt sich nun langsam langsam

Das heißt, die nächsten Kapitel werden wahrscheinlich die letzten sein, und wenn ihr wollt, werde ich diese dann vorbereiten und in einer Lesenacht posten

Lasst mir eure Gedanken in den Kommentaren da,
Ich freu mich schon und hoffe natürlich, ihr auch,

xoxo

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top