chapter 48
Chapter 48 -
The special kind of person
Without me • Halsey
Ich kann es immer noch nicht glauben, als ich am Abend zusammen mit Asher, Lydia, Liv und Derek an einem Tisch in einer kleinen Bar sitze, die anscheinend dafür bekannt sein soll, dass hier die besten Geschichten passiert sind.
Asher und Liv haben erzählt, dass viele aus der Highschool hier her kommen, nachdem ein Jahr endet oder nach einem Footballspiel, egal ob dieses gut oder schlecht ausgegangen ist. Hier kommt man her, wenn es etwas zum feiern gibt und selbst wenn man nur mit seiner engsten Gruppe Spaß haben will, soll das der perfekte Ort dafür sein.
Demnach überrascht es mich auch nicht, als ich einpaar bekannte Gesichter aus der Highschool erkenne. Es ist schließlich Samstag Abend. Doch leider zerplatzt meine Hoffnung, dass sie sich zumindest außerhalb der Highschool um ihre eigenen Sachen kümmern. Denn das Starren hat schon begonnen, als wir den ersten Schritt in die Bar gesetzt haben und sobald unsere Mitschüler Derek in unserer Gruppe erkannt haben, begann auch das Reden.
Das weiß ich ganz einfach deshalb, weil keine halbe Stunde später auch schon mehr Mitschüler dazukommen und ebenfalls beginnen, immer wieder vereinzelt in unsere Richtung zu sehen.
Doch ich mache mir nichts daraus, schließlich war ich früher auch irgendwie ein Part so einer Gruppe. Naja, nicht direkt, aber an meiner alten Highschool war ich dafür bekannt, immer als erstes vom neusten Tratsch Bescheid zu wissen. Auch, wenn ich nicht scharf darauf war, alles rumzuerzählen, haben die Probleme immer mich gefunden und ich war immer am richtigen Ort, um irgendetwas neues mitzubekommen.
Doch ich kannte meine Grenzen. Vor allem, wenn es um Gerüchte über andere ging.
Denn dann war immer Ende. Man kann nämlich nie wissen, was wahr und was unwahr ist und demnach sollte man auch nie etwas weitersagen, dass man selbst nicht mit den eigenen Augen gesehen oder mit den Ohren gehört hat. An sich... man sollte selbst wenn eins von beidem der Fall ist, nicht einfach irgendetwas rumerzählen. Denn man weiß meistens garnicht, was für einen Schaden man mit einfachen Worten ausrichten kann...
»Die Party des Jahres?«, hakt Lydia nach und reißt mich somit aus meinen Gedanken. Liv ist gerade dabei, ihr zu erzählen, wie viel Spaß die Nacht des Jahres gemacht hat und wie episch alles doch war.
Widerwillig erinnere ich mich an den Abend zurück. Damals ist wirklich viel passiert... Ich habe mit Dean telefoniert und mich mit ihm gestritten, gleich danach hatte Derek mir klargemacht, dass ich mich von ihm fern halten soll und als wäre das alles nicht schon genug gewesen, gab es danach auch noch eine unschöne Begegnung mit George, die darin endete, dass ich ihn in den Pool geschubst habe.
Naja, letzteres wiegt alles schlechte beinahe wieder auf.
Demnach war es garnicht so schlimm.
Und... dann war da noch die Sache mit meinem Armband. Derek hat es mir vorbei gebracht und wir haben uns geküsst.
Unser erster Kuss.
»Die Party des Jahres ist hier bei uns so das größte Event. Egal wie dumm sich das anhört, aber wir alle warten jedes Jahr auf diese eine Nacht«, erklärt Liv und strahlt dabei bis über beide Ohren. Oh ja, diese Party bedeutet ihr sehr viel. An diesem Abend hab ich erst so richtig gemerkt, was für ein Partymensch sie ist. Sie hatte so viel Spaß, hat den ganzen Abend getanzt und sich mit jedem unterhalten, der ihr über den Weg gelaufen ist.
Sie hat sich pudelwohl gefühlt.
»Ja, also über die Party wird auf jeden Fall noch Wochen später geredet«, stimmt Asher mit ein und lacht, als er mich ansieht. »Wobei nicht alle besonders begeistert davon waren.«
Ich lächle ertappt. »Naja... das war um ehrlich zu sein nicht wirklich was für mich.« Als ich Derek's Blick von der Seite auf mir spüre, wird mein Lächeln noch weiter und mein Atem mit einem Mal flacher. »Partys sind an sich nicht so meins. Aber diese Nacht war dann nochmal ein bisschen zu krass...«
»Gut, dann weiß ich ja, welche Party ich nächstes Jahr nicht verpassen darf«, wirft Lydia ein und wir alle beginnen zu lachen.
Ja, dass sie Spaß auf der Party gehabt hätte, kann ich mir wirklich sehr gut vorstellen. Denn Lydia ähnelt in diesen Dingen einwenig Olivia. Und die beiden haben auch noch mehr gemeinsam, fällt mir auf, während ich darüber nachdenke, dass sie mit ein bisschen Zeit wirklich gute Freundinnen werden könnten.
»Du warst auch da, oder?«, fragt Asher an Derek gewandt und als mein Blick für einen Moment auf den von Derek trifft, erröte ich widerwillig. Ja, und wie er da war.
Derek nickt knapp. »Ja, ich war auch da. Aber eigentlich nur kurz.«
»Dachte ich mir schon. Weil ich hab dich einmal von weitem gesehen, war mir aber nicht ganz sicher, ob du es warst«, erklärt Asher und nimmt einen großen Schluck von seinem Eistee.
Derek zuckt lediglich mit den Schultern. »Partys sind nicht so meins.«
Asher beginnt laut zu lachen und sieht Derek dabei total amüsiert an. »Früher sah das aber noch anders aus.«
Derek steigt mit ein und schmunzelt. »Ja... da war ich noch jünger und hab gute Gesellschaft noch nicht so sehr geschätzt. Jetzt sieht das alles ein bisschen anders aus.«
Liv hebt amüsiert die Brauen. »Das hört sich nach einer dicken Ansage an.«
Nun schaltet sich auch Lydia mit ein, diese wirkt aber anders als die anderen mehr ernst, als belustigt. Obwohl ich das Funkeln dennoch in ihren Augen sehen kann, als sie das Wort ergreift. »Das sagst du nur, weil du mich noch nie auf einer Party getroffen hast. Deshalb verzeihe ich dir den Kommentar.«
Derek sieht meine beste Freundin an und beginnt im nächsten Augenblick zu lachen. Und dieses Lachen ist das mit Abstand schönste, dass ich kenne. Es ist tief, melodisch, charismatisch... - Es ist einfach ein Lachen, dass einem eine Gänsehaut beschert. Und das scheine nicht nur ich so zu empfinden, denn auch Lydia, Liv und einpaar andere Mädels in unserem direkten Umfeld sehen Derek für einige Sekunden einfach nur an.
Ja, wahrscheinlich liegt das nicht nur an seinem Lachen, sondern vielmehr an dem Zusammenspiel von diesem und seinem wirklich verboten gutem Aussehen. Mit seinen kurzen braunen Haaren und seinen ebenso dunklen Augen, den breiten Schultern, dem tiefen und intensiven Blick, den er immerzu drauf hat und seiner ganzen dominanten Ausstrahlung, ist er alles, was man unter einem Traumtypen verstehen würde. Das ist schonmal sicher.
Doch nicht nur sein Aussehen ist attraktiv, sondern auch er selbst, dass kann ich nun schon ganz gut einschätzen...
Derek hat etwas an sich, was ich bisher bei keinem anderen Kerl gespürt und gesehen habe. Er nimmt einen einfach mit, mit seinem ganzen Wesen. Wenn er da ist, kann man nur ihn sehen. Er stellt automatisch alle anderen in den Schatten und scheint sich dem krassen Ausmaß seiner Wenigkeit garnicht bewusst zu sein, was das alles noch einmal... intensiver macht.
»Alles klar, wenn du das sagst«, entgegnet Derek und kann sich nur schwer ein Grinsen verkneifen. Und ihn so zu sehen, bringt mich echt schon fast um. Denn mein Herz hält das absolut nicht mehr aus.
Wirklich.
»Da haben sich ja zwei gefunden«, bemerkt Liv lachend und deutet dabei auf Derek und mich. »Da Vera total auf lange Gespräche steht, entspricht sie sicher mehr deinen Erwartungen, als es die Leute auf den Partys tun, würd ich sagen.«
Die Schmetterlinge in meinem Magen vollführen eine gnadenlose Kissenschlacht und treffen immer wieder mein Herz. Es fühlt sich wirklich so an, als wäre es bei der Bemerkung von Liv gerade gestolpert, so sehr nimmt mich diese mit.
Derek beißt sich auf die Lippe, um ein wissendes Lächeln zu unterdrücken und ich weiß sofort, dass er über unser Gespräch nachdenkt. Wobei ich da ganz klar die Zuhörerrolle übernommen habe. »Ja, dass kann ich mir sehr gut vorstellen...«
Ich senke den Blick und hoffe aus tiefstem Herzen, dass die anderen nicht sehen, wie warm mir plötzlich ist. Was, - hab ich warm gesagt? Nein, spätestens jetzt, wo Derek mich ohne etwas zu sagen ansieht, ist mir heiß. So heiß, dass ich glaube, dass ich so rot wie eine Tomate anlaufe.
Bitte nicht schon wieder...
»Wen haben wir denn da«, ertönt plötzlich eine ganz andere Stimme. Eine Stimme, die nur vom Biest höchstpersönlich kommen kann. Und ich merke enttäuscht, dass ich mich nicht irre, als ich den Kopf zur Seite drehe, genauso wie die anderen am Tisch und geradewegs zu Zoe aufsehe, die in unserer Ecke zum stehen kommt. Sie sieht einmal in die Runde und schenkt Derek einen besonders langen Blick, ganz einfach, um mich zur Weißglut zu treiben. »Interessante Runde. Das ich euch alle mal zusammen an einem Tisch sitzen sehen würde... Was es nicht alles für Überraschungen gibt.«
Ich versuche die aufkommende Wut an einen ganz weiten Platz in mir zu verdrängen, um mich ja nicht provozieren zu lassen, doch Zoe macht es mir einfach schwerer, als jemals jemand anderes zuvor. »Was willst du von uns?«, frage ich deshalb an Zoe gewandt, in der Hoffnung, dass sie etwas von unserem letzten... Gespräch gelernt hat.
Und ja, ich spiele gerade auf unseren kleinen Kampf an...
Zoe verzieht ihre perfekt geschwungenen Lippen und sieht mich an, als wäre ich es noch nicht einmal Wert, von ihr bemitleidet zu werden. »Von dir ich rein gar nichts, mach dir keine Hoffnungen.« Ihr Blick schweift mit einem Mal zu Derek rüber und sie greift wieder ganz natürlich nach einer Haarsträhne, um mit dieser zu spielen. »Ich habe den Gerüchten nicht geglaubt, aber dich jetzt hier mit ihr zu sehen, zeigt, dass irgendwas wahres dran sein muss...«
Zoe hört sich nicht gerade erfreut an, und das befriedigt mich ein kleinen wenig. Zumindest reicht es aus, um nicht aufzuspringen und ihr die Meinung zu geigen. Denn um ehrlich zu sein habe ich keine Kraft für sowas und vor allem wollte ich, dass mir das zumindest am heutigen Abend erspart bleibt.
»Und jetzt?« Derek sieht total uninteressiert zu Zoe, und ich fühle mich noch ein Stück besser. Denn auch, wenn Zoe wirklich unausstehlich ist, ist sie das, was zumindest ich unter bildschön verstehen würde. Eigentlich wirklich schade, dass ihr Charakter alles so kaputt macht...
Zoe's Augen weiten sich kaum merklich, doch spätestens dann, als sie schluckt und einen Moment nicht ganz so selbstbewusst aussieht, weiß ich, dass sie bei Derek nicht die erhoffte Wirkung hat und das sie das auch ganz genau weiß. Man erkennt, dass sie es versucht, und wie sie es versucht, aber er gibt ihr einfach nicht die Aufmerksamkeit, die sie braucht.
Da würde ich glatt Mitleid kriegen, wenn es nicht Zoe wäre.
Sie räuspert sich und setzt wieder den wahrscheinlich abweisendsten Blick dieser Generation auf. »Findest du nicht, dass das alles hier... unter deiner Liga ist?«, beginnt sie und ich bin nicht die einzige, die ihren eigenen Ohren nicht glauben kann, denn als ich einen kurzen Blick zu Lydia rüberwerfe, sehe ich, dass sie kurz vorm explodieren ist. »Du verdienst besseres, Derek. Du weißt, dass ich es dir bieten kann.«
»Zoe, geh einfach. Hör auf, dich selbst bloßzustellen«, sagt Derek bedacht und leise genug, dass es die anderen Leute um uns herum nicht mitbekommen.
Und das trifft mich unerwartet... denn die Tatsache, dass er sie trotz allem nicht bloßstellen möchte, ist irgendwie so... charmant. Keine Ahnung, ich kann es nicht recht beschreiben, aber in diesem Moment fühle ich mich nur noch mehr zu ihm hingezogen, als ohnehin schon.
Ein verletztes Blitzen zuckt durch Zoe's Augen, ehe sie ihren Blick von Derek losreißt und stattdessen mich fixiert. Und dabei spüre ich beinahe schon das Gift, dass von ihr ausgeht. »Das ist alles deine Schuld!«
»Meine schuld?«, wiederhole ich und so langsam habe ich es satt. »Was genau soll meine Schuld sein, Zoe?«
»Du glaubst, du kannst hier auftauchen und alles an dich reißen, mit deiner gespielten Art und deinem fake kleines-Mädchen-Getue. Echt, du gehst einem so auf die Nerven, dass ist ja schon ekelhaft«, fängt sie an aufzuzählen, und ich öffne den Mund verdattert, als sie weiterspricht, »Was für eine Bitch muss man eigentlich sein-«
»Was hast du gerade gesagt?!«, fällt Lydia Zoe laut ins Wort und sieht sie an, als würde sie jede Sekunde auf sie losgehen.
»Lydia, alles gut.« Ich fasse nach ihrer Hand und schüttle den Kopf. »Sie will mich nur provozieren.«
»Provozieren? Ich dich?« Zoe lacht laut auf und zeigt dann auf Derek und mich. »Du bist doch diejenige, die einfach so aufgetaucht ist und sich an Derek rangemacht hat. Das ist einfach so billig-«
»Das reicht!« Nun ist Derek die Person, die sie zum verstummen bringt, und bei ihm nutzt es auch etwas, denn er sieht sie mit einem so dominanten und dunkeln Blick an, dass sie beim Klang seiner Stimme fast schon zusammenzuckt. »Geh jetzt einfach.«
Zoe beißt die Zähne zusammen, und dreht sich dann tatsächlich weg.
Mit einem unsicheren Blick sehe ich zu Derek, der genau in dem Moment unter dem Tisch nach meiner Hand greift. Mein Puls schießt in die Höhe und meine Augen werden größer, als er mich mit einem Blick ansieht, in dem so viel Beistand liegt, dass ich mich direkt geborgen fühle.
Zumindest für einen Moment, denn als ich plötzlich einen Schrei höre und lautes Getuschel und gerade reagieren will, spüre ich, wie etwas Kaltes und vor allem klebriges über meinen Kopf geschüttelt wird. Ich kneife die Augen zusammen, während ich total überfordert dasitze und realisiere, dass Zoe ein verdammtes Getränk über mich und meine Kleidung geschüttelt hat.
Berauscht von der plötzlichen Wut, drehe ich mich um, doch Lydia ist schneller, die mit einem Mal auf den Beinen steht, nach ihrem eigenen Getränk greift und es Zoe überschüttet.
Ich kann noch nicht einmal einen Atemzug nehmen, so schnell passiert das alles und ab dann geht es erst so richtig los.
»Du miese Schlampe!«, schreit Zoe, ehe sie Lydia zurück schubst, weshalb diese fast auf Asher und Liv fällt und sich ihr Bein an einem Stuhl anschlägt.
Lydia zischt laut auf vor Schmerzen. »Scheiße! Du gestörte Kuh!«
Und das ist mein Stichwort. Denn endlich schaffe ich es, mich aus meiner Schockstarre zu lösen und springe auf, um mich auf Zoe zu stürzen, was wahrscheinlich keine so gute Idee ist, doch in dem Moment das einzige, wozu ich fähig bin. Denn wenn man sich mit Lydia anlegt, dann geht man direkt zwei Schritte zu weit.
»Wenn du noch einmal-«, rufe ich wütend, doch komme nicht weiter, da sich Asher und Derek wie beim letzen Mal zwischen uns stellen und somit verhindern, dass wir wieder beginnen, uns gegenseitig zu verletzten.
Oder es zumindest ernsthaft zu versuchen.
»Genug!«, knurrt Derek und ich halte inne, genauso wie Zoe und auch Lydia.
Asher sieht sich währenddessen in der Bar um und wendet sich an die anderen Leute, die garnicht aufhören können, zu gaffen und ruft: »Kümmert Euch um eure Sachen!«
Die meisten besitzen den Anstand und sehen tatsächlich weg, während ich einpaar andere Mädchen, die wahrscheinlich in meinem Alter sind, dabei erwische, wie sie gerade ihr Handy wegpacken, mit dem sie wahrscheinlich gerade diesen Streit gefilmt haben.
Verdammte Scheiße...
Das kann doch nicht deren Ernst sein?!
»Das wirst du noch bitter bereuen«, versprichst Zoe an mich gewandt, doch wirft auch einen Blick zu Lydia, und sieht dabei wahrscheinlich nur halb so lächerlich aus, wie ich es gerade tue. Dabei sind wir nun beide nass und klebrig.
Lydia will gerade wieder loslaufen, doch Asher stellt sich ihr blitzschnell in den Weg und hält sie wahrscheinlich davon ab, Zoe die Nase zu brechen. »Das will ich sehen, du Miststück!«, brüllt sie Zoe noch hinterher und fängt sich damit einen nicht gerade erfreuten Blick vom Barkeeper ein.
Sowieso sieht er so aus, als würde er uns gleich allesamt rausschmeißen.
Und das Schlimme dabei ist, dass ich es ihm nicht einmal verübeln könnte...
A/N:
Was sagt ihr?
Ich war gestern so motiviert, habe das nächste Kapitel zur Hälfte fertig und nehme mir vor, es heute noch zu Ende zu schreiben und heute Abend zu posten
Ich hoffe das es klappt 🐢
Alsoooo, lasst mir gerne Motivation da! 📝❤️
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