chapter 34
Dynasty - MIIA
War of Hearts - Ruelle
»Was macht er hier?«, bringe ich im selben Moment schweratmend hervor und schaffe es nur schwer, meinen Blick von George's ekelerregendem Grinsen zu reißen, um schnell in die Runde zu sehen. Während Asher in Gedanken versunken dasitzt und Liv genauso wie ich keine Luft zu bekommen scheint, ist Connor derjenige, der schuldbewusst meinem Blick ausweicht.
Er hat ihn hergerufen.
»Was... Connor... was hast du getan«, flüstert Liv aufgelöst, doch Connor bekommt noch nicht einmal die Gelegenheit zum antworten, denn George kommt in diesem Augenblick bei unserem Tisch zum stehen und wirft vor allem Liv und mir einen höhnischen Blick zu, während er Connor grinsend auf die Schulter klopft.
»Hallo Freunde«, begrüßt uns George und ich verkrampfe mich auf Anhieb am ganzen Körper und muss mich schwer zurückhalten, um nicht sofort aufzuspringen und ihm eine zu verpassen. Freunde...pah, dass ich nicht lache. Er hat sie wirklich nicht mehr alle. Der Typ ist krank im Kopf. Hier so zu stehen und zu tun, als wäre nie etwas gewesen, als hätte er mich nie mit Mum's Tod angegriffen, als hätte er nie versucht, mich zu bedrängen und als wäre... als wäre er jemand, den wir, - den ich hier gerne sehen würde, ist wirklich das aller letzte.
»Will mich keiner von euch zurück begrüßen? Das ist wirklich nicht nett, Freunde. Ich bin extra für euch hergekommen.«, fährt George fort, doch als niemand antwortet und als sein Blick einen Moment zu lange auf mir verharrt, halte ich es nicht mehr aus und schiebe meinen Stuhl laut quietschend zurück, während ich aufspringe und nach meiner Jacke und Tasche schnappe.
»Ich gehe« Mit diesen Worten und ohne noch einmal einen Blick zurück zu werfen, möchte ich mich zum Ausgang begeben, doch wie erwartet stellt sich mir George blitzschnell in den Weg. »Hey, hey. Was, warum willst du so schnell verschwinden? Ich bin doch gerade erst angekommen. Ich habe gehofft, wir könnten uns einwenig unterhalten und... und du weißt schon...«
Ich sehe ihn so an, als wäre er das Widerwärtigste auf dieser Welt und halte all die Wut zurück, während ich kurz vorm platzen antworte: »Wir könnten was?!«
George grinst verschmitzt. »Die Missverständnisse aus der Welt schaffen.«
Ich hebe beide Brauen voller Unglauben und will mich ohne weiteres an ihn vorbeidrücken, doch er lässt dies nicht zu. Wieder einmal. Ich erinnere mich widerwillig an die letzten Male zurück, an denen das selbe passierte. Damals hatte sich Derek für mich eingesetzt... und beim zweiten Mal habe ich George eigenhändig in den Pool geschubst. Und doch hat er noch nicht verstanden, dass er mich verdammt nochmal in Ruhe lassen soll.
»Geh mir aus dem Weg, oder ich vergesse mich«, presse ich unter schweren Atemzügen hervor, doch bringe George damit nur zum Lachen.
»Na dann, leg los. Das würde ich wirklich gerne sehen.«
Ehe ich irgendetwas erwidern kann, wird George an der Schulter zurückgezogen, und das nicht gerade sanft. Asher baut sich vor seinem ehemaligen Freund auf und sieht so aus, als würde er nicht davor zurückschrecken, ihm sofort eine reinzuhauen. »George, ich hatte dich gewarnt. Lass sie in Ruhe. Du hast genug angerichtet«, stößt Asher hervor und betont zum Ende hin jede einzelne Silbe.
George hebt die Hände, als wäre er unschuldig und grinst wieder, sodass mein Puls vor Hass in die Höhe schießt.
»Okay, okay. Kein Grund um hier auszurasten, mein Freund. Ich wollte nur die Probleme aus der Welt schaffen, dass ist alles.«, erklärt George, und ich kann nicht glauben, wie er so tun kann, als wäre er nicht im geringsten für irgendetwas schuldig. Er fühlt sich nicht schlecht, für rein gar nichts, was er mir angetan hat.
Ich schnaube.
»Geh, George. Niemand will dich hier haben.«, ertönt es plötzlich von Liv, die bisher noch nichts gesagt hat. Alle Blicke schießen zu ihr und ich erkenne sofort, dass es ihr schlecht geht. Sie sieht total mitgenommen aus, ihre Augen glänzen und ihre Brust hebt und senkt sich unregelmäßig.
Für sie muss es schwer sein, ihren Exfreund hier stehen zu sehen und ihn wahrscheinlich nicht mehr wieder zu erkennen.
Für einen Moment überrennt mich der Mitleid, den ich für Liv empfinde und ich vergesse George, der noch immer vor mir steht und nicht den Anschein macht, als würde er mich einfach so gehen lassen.
»Was ist denn los mit euch? Habt ihr euch jetzt alle gegen mich gerichtet?«, bemerkt George, als würde er nichts verstehen.
Wieder tut er so, als wäre er der Unschuldige hier, und ich schwöre, so langsam halte ich das nicht mehr aus.
Ich schnaube verächtlich. »Was hast du anderes erwartet, wenn du dich wie ein gewissenloses Arschloch benimmst?«
George sieht wieder zu mir und in dem Moment, in dem sich unsere Blicke treffen, gefriert mir das Blut in den Adern. Mir wird ganz kalt und als es um seine Mundwinkel zuckt, tut es auch meine Hand, die ich zu einer Faust balle.
»Ich bin hier, um das alles zu klären. Ich glaube, wir hatten einen schlechten Start und haben uns missverstanden...-«
Ich falle ihm fassungslos ins Wort, »Missverstanden? Du denkst, wir haben uns missverstanden?! Du... du bist unglaublich! Ich... ich habe wirklich keine Worte für dich übrig... du widerst mich einfach nur an!« Meine Stimme wird immer lauter und überschlägt sich zum Ende hin.
Ich kann das einfach nicht glauben.
Er hat mich verstörend genannt. Er kannte mich noch nicht einmal, und hat es sich erlaubt, ein Urteil über mich zu fallen. Er hat... er hat gesagt ich sei ein Opfer und.... und er hat gesagt, dass wenn selbst meine Mutter es nicht mehr mit mir ausgehalten, sollte Liv es nicht tun.
Ich... ich finde keine Worte für ihn.
George seufzt genervt. »Vera, komm erstmal runter-«
»Nimm meinen Namen nie wieder in deinen Mund! Hast du gehört?! NIE WIEDER!«, schreie ich und lenke dadurch all die Aufmerksamkeit auf uns. Jeder, der sich in dem Restaurant befindet, sieht schaulustig zu uns und selbst die Kellner wechseln einen Blick aus, doch weitere Gedanken dazu lasse ich garnicht zu, denn ich blicke ein letztes Mal in die Runde, sehe zu Liv, zu Connor, zu Asher und letztendlich zu George, der sprachlos dasteht, ehe ich mich grob an ihm vorbeidrücke und mit schnellen Schritten auf den Ausgang zulaufe.
Und ich bin heilglücklich, als mir niemand folgt und ich nach einigen Minuten Fußmarsch mitten auf der beinahe menschenleeren Straße innehalte, mich schweratmend krümme und an meinen Oberschenkeln abstütze. Ich versuche meinen abgehackten Atem unter Kontrolle zu bekommen, doch ich schaffe es nicht.
Mein Herz hämmert einfach viel zu schnell gegen meine Brust und ich habe das Gefühl, ich kollabiere.
Okay, ganz ruhig, Vera.
Du schaffst das.
Das rede ich mir immer und immer wieder ein, doch sobald mich auch noch die Erinnerungen an Mum einholen, mir die Schreckensbilder wieder durch den Kopf schießen und ich mich zurück katapultiert fühle, zurück zu dem Tag, zurück zu der Pfütze voller Blut, meinen Händen, die ihren leblosen Körper halten und meinen Augen, die nichts weiter, als Blut sehen, gebe ich auf.
Ich lasse los, spüre, wie meine Beine schwach werden und ich Stück für Stück nachgebe. Gerade als mir schwarz vor Augen wird und ich endgültig aufhöre, mich dagegen zu wehren, klappt mein Körper zusammen. Ich spüre, wie ich wie in Zeitlupe zur Seite falle, doch ich spüre keinen Aufprall.
Ich falle..... und werde aufgefangen.
Das letzte, was ich spüre, sind zwei Arme, die sich um meinen Körper schlingen, ehe ich vollkommen das Bewusstsein verliere und mich in einer tiefen Finsternis verliere.
A/N:
Hier bin ich wieder, nach einer zu langen Pause. Es regt mich selbst auf, aber ich kann echt nur dann schreiben, wenn ich mich im Mood fühle, und das ist momentan leider nicht ganz so oft der Fall. Aberrrr da ich gerade voll deep in emotions bin, werde ich mich direkt ans nächste Kapitel setzten und wer weiß, vielleicht kommt es heute noch und falls nicht, dann vielleicht morgen.
Und was ich von euch wissen möchte;
Was haltet ihr vom Kapitel?
Könnt ihr euch in Vera hineinversetzten?
Ich freue mich auf euer Feedback und sage fürs erste ciao ❤️🌙
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