Anschlag
ich konnte es nicht fassen. Ich starrte ihn an, als hätte ich einen Geist gesehen. und genau genommen fühlte ich mich auch so. Schließlich müsste Ben ja tot sein.
Je länger ich in jedoch ansah, wurde mir klar, dass das gar nicht Ben sein konnte. Ben war um einiges größer und seine Haare waren auch nicht so dicht. Möglicherweise können jetzt viele nicht verstehen, warum ich so große Angst hatte. Schließlich war ich schmerzen ja bereits gewöhnt. Aber ich sollte dazu sagen, dass ich nur körperliche schmerzen gewöhnt war. Vor den geistigen konnte ich mich nicht schützen. Und Ben war meister darin, Menschen zu verletzen. Egal ob körperlich oder seelisch.
Meine Klassenkameraden starrten mich ebenfalls an, als wäre ich verrückt geworden. Vielleicht stimmte das sogar.
Meine Lehrerin brach Plötzlich das schweigen. "du kannst sprechen?" Ich starrte sie fassungslos an. Was DAS ihr größtes Problem? "Sag schon!" Ich nickte mit wütendem Blick.
"Sag schon, wer bist du!", zischte ich dem Jungen zu. Mein Hals schmerzte dabei, aber was sollte ich denn tun? Ich musste es einfach wissen.
Plötzlich lachte der Junge. "Komm schon. Du lagst vorhin doch gar nicht so falsch. Ich sehe meinem Vater wirklich sehr ähnlich.", sagte er laut. Ich konnte nicht anders. Ich wich an die Tür zurück. Nein! Ich wusste ohne ihn zu fragen, dass er mich gesucht hatte... und, dass er mich töten wollte.
Ich ergriff die Türklinke. Es klickte und ich stürzte hinaus, ganz zum Erstaunen meiner Klasse.
Ich rannte die Treppe hinunter und riss die Tür nach draußen hin auf. Und dann lief ich, richtung Wald... Meine Schultasche schlug mir gegen den Rücken, aber ich merkte es nicht einmal.
Ich lief immer tiefer in den Wald hinein. Runter vom Weg. Ich stolperte über Äste und Baumwurzeln und rutschte fast aus, auf den nassen Blättern. Es war eigenartig, dass ich niemanden gehört hatte, der mir gefolgt war. Ich wusste nur eines. Ich musste sehr Vorsichtig sein...
Ich war auf den nächsten Baum geklettert und veruchte dort mich zu beruhigen. Doch das war gar nicht so einfach.
Am nächsten Tag war ich wieder in der Schule. In den ersten Stunden hatten wir Sport. Es war gar nicht so leicht, überhaupt wieder zur Schule zu gehen und ich war kurz davor einfach nie wieder zu kommen, weil dass alles so peinlich war. Und ich kann mir bis zum heutigen Tag nicht erklären, wie ich es geschafft hatte, überhaupt zurückzukehren.
In der Umkleide passierte genau das, was ich erwartet hatte. Ich wurde von Leuten umzingelt, die mehr wissen wollten. Warum ich weggelaufen war. Woher ich den Vater des neuen, sein Name war Fred, kannte und vor allem, warum ich so getan hatte, als könne ich nicht sprechen.
"Verschwindet!", war das einzige, was ich sagen musste, damit sie aufhörten mich zu löchern. Dafür schienen sie sehr beleidigt. Aber das war mir egal. Zehn Minuten später standen wir draußen, weil wir laufen sollten, so lange, bis wir nicht mehr konnten.
Vor dem Anpfiff stand ich direkt neben Fred, und ich wusste, dass er mich herausforderte. Das sah ich in seinen Augen.
"Auf die Plätze fertig los!", rief unser Sportlehrer und dann liefen wir.
Natürlich fingen alle langsam an. Nur ich und Fred setzten uns an die Spitze. Fred sah mich überlegen an. Nach etwa zehn Minuten erst, gingen uns beiden so langsam die Luft aus, wärend die anderen schon am schwitzen waren.
Etwa zwanzig Minuten später begannen wir dann ebenfalls zu schwitzen und wir wurden langsamer.
Es würde jetzt zu lange dauern, die nächste Stunde zu beschreiben. Es reicht zu sagen, dass nur noch wir beide liefen. Etwa gleich schnell. Runde um Runde und dass meine Beine langsam lahm wurden. Fred überhohlte mich...
Plötzlich hörte ich wieder dieses Flüstern. Es kam von dem Baum, an dem wir jetzt schon zum hundertsten Mal vorbei liefen.
Wind kam auf und dankbar für diese Kühlung nahm ich sie auf.
Es war, als würde mir jemand neue Kraft geben. Und wie ihr euch vielleicht denken könnt. Wurde ich jetzt wieder schneller. Ich atmete wieder frei und überhohlte Fred, der sich schon sicher war er würde gewinnen. Wie sehr er sich täuschte. Voller Energie zog ich an ihm vorbei.
Später würde er mir erzählen, dass er wusste, dass ich gewonnen hatte, als er sah, wie ich wieder schneller wurde.
Als wir später in die Umkleide gingen war ich zwar glücklich gewonnen zu haben, aber ich fragte mich doch, warum ich plötzlich wieder Kraft hatte.
Irgendetwas störte mich. Und dann hörte ich es. Dieses leise immer schneller werdende piepen, dass ich aus meiner Zeit im Bunker kannte. Hinterher waren immer Leichen weggebracht worden. Ich hatte die Leichen kleiner Kinder gesehen, noch bevor ich 4 Jahre alt war.
Ich wusste sofort, dass war eine Bombe! "Raus hier! Sofort!", schrie ich so laut ich konnte. " häh?" war das einzige was meine Klassenkameradinnen sagen konnten. Schon zog ich sie raus. Schubste und drängte sie. Keine sekunde zu spät. Kaum hatten wir den Raum verlassen, stellte ich mich vor die Tür und es gab einen gewaltigen Knall. Teile der Mauer und der Tür trafen meinen Rücken und bohrten sich in meinen Körper hinein, doch ich spürte keinen Schmerz. Dann krachte es. Lautes Gekreische und das Mauerwerk brach in sich zusammen und begrub mich. Wieder einmal verlor ich das Bewusstsein...
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top