T H R E E
S E L E N A
"Ms. Gomez?" Der Arzt kam zu mir.
"Ja?", fragte ich und stand sofort von meinem Stuhl auf.
"Ihrer Mutter geht es sehr schlecht. Sie hat sehr viel Blut verloren. Und sehr schlimme Verletzungen. Wir wissen noch nicht genau was passiert ist, aber wir geben unser bestes es herausfinden."
"Darf ich zu ihr?"
"Im Moment nicht. Sie braucht sehr viel Ruhe. Versuchen sie es morgen noch einmal.", sagte er und legte dann seine Hand auf meinen Oberarm. "Wir tun alles was in unserer Macht steht, damit es ihr bald wieder besser geht."
"Dankeschön.", lächelte ich schwach und er ging.
"Das wird schon wieder.", versuchte mich Ian zu beruhigen und strich mir über meinen Rücken.
Trey und Ian brachten mich zum Auto. Trey fuhr, während Ian hinten neben mir saß und mich in den Arm nahm.
*
Es war kurz vor 2 Uhr, als ich in der Küche saß und einen Tee trank. Ich brauchte Ruhe, um über ein paar Sachen klar zu werden und vielleicht wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Ich würde diesen Anblick heute wohl nie vergessen können.
Trey und Ian schliefen schon. Sie bestanden darauf heute bei mir zu bleiben und auf mich aufzupassen.
Ich verstand immer noch nicht was mit Mum passiert war. Und voralldem wer das getan hatte. Sie konnte es sich schlecht selbst antun, oder? Sie war in letzter Zeit ziemlich traurig wegen Dad, aber würde sie so weit gehen? Nein, das würde sie niemals.
Mir fiel etwas auf, was irgendwie komisch war. Mum wusste schon vorher das Dad diese Sachen machte und zeigte ihn erst jetzt an. War das weil ihr jetzt erst klar geworden ist, das dies eine längere Haftstrafe für sie bedeuten würde, wenn es rauskommen würde? Oder hat sie Dad garnicht angezeigt und micj angelogen? Das würde erklären warum sie die letzten Wochen so traurig war. Aber wieso sollte sie mich anlügen?
Aber was wen Harry..
Nein.. oder? Wenn Mum die Wahrheit gesagt hat, dann ist er grade im Gefängnis und hätte das niemals machen können.
Aber wieso sollte Mum mich anlügen und mir etwas vorspielen? Das glaube ich nicht. Dann hätte sie nicht überall nach mir gesucht. Oder?
Fragen über Fragen und ich hatte keine Antworten. Auf nichts.
Das Licht ging plötzlich an. Ich drehte mich um und sah Trey im Türrahmen. Er hatte eine Jogging Hose an und war Oberkörper frei. Zum ersten mal sah ich seine Tattoos. Vorher hatte ich sie nicht bemerkt. Vielleicht waren sie auch neu?
"Wieso bist du noch wach?", fragte er und setzte sich vor mich.
"Ich muss nachdenken. Wieso bist du wach?"
"Ich kann nicht schlafen.", sagte er ruhig und stürzte seine Ellbogen am Tisch ab, sodass seine Arme noch muskulöser aussahen. "Worüber denkst du nach?"
"Nichts wichtiges.", sagte ich und spielte mit meiner Tasse, um ihn nicht ansehen zu müssen.
"Ich denke wir sollten reden."
"Worüber Trey? Ich hab dich angelogen und du hast allen recht sauer zu sein. Du hast das recht mich zu hassen. Du bist der letzte Mensch der sowas verdient hätte.", ich lachte kurz. "Ich weiß nicht wie ich so dumm sein konnte, darauf einzugehen. Wir- Wir sollten nicht reden. Wir sollten nichts klären, denn es würde eh nichts bringen."
Ich schaute ihm in die Augen.
"Ich bin nicht sauer. Nicht mehr. Selena, das du darauf eingegangen bist, hat dir deine Freiheit beschafft. Es ist nicht mehr schlimm. Mach dir keine großen Gedanken.", er lächelte und legte seine Hand auf meine. "Wenn das alles hier vorbei ist, kommst du mit mir. Wir vergessen alles und fangen neu an. Du wohnst bei mir und alles ist vergessen. Nur noch du und ich. Was hälst du davon?"
Ich lächelte.
"Das wäre schön."
"Du brauchst Schlaf.", er stand auf und streckte mir seine Hand aus. "Komm."
Ich nahm sie und zusammen gingen wir auf mein Zimmer.
-
Am nächsten Tag ging ich ins Krankenhaus. Trey und Ian hatten mich hingefahren, mussten danach aber wieder weg. Sie würden aber am Abend wieder bei mir sein.
-
Es war schon Abend, als ich Zuhause ankam. Es war ruhig in der Wohnung. Keine Mum. Kein Ian. Kein Trey. Niemand aus ich.
Deswegen erschrak ich mich auch so, als ich Geräusche hörte. Schritte. Ein schweres Atmen. Eine Tasse die auf dem Boden lag. Kaputt.
Ich hatte das Gefühl nicht alleine zu sein.
Ich glaubte nicht an diesen paranomalen scheiß, aber das machte mir ziemlich angst. Ich konnte das Gefühl nicht beschreiben, als ich einen Teller hörte, der auf den Boden fiel und zerbrach.
Ich hatte Todesangst und bevor ich die Polizei anrufen konnte wurde mir schwarz vor Augen und ich spürte einen stechenden Schmerz an meinem Kopf.
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