S I X T E E N
Selena
"Du bist also Harry's neue?", fragte der Mann, als wir uns setzten.
"Kann man so sagen."
"Ich bin übrigens Grayson."
"Selena.", sagte ich und schaute Grayson nachdenklich an. "Kann ich dich was fragen, Grayson?"
"Ja klar.", sagte er und schaute zu mir.
"Machst du das Freiwillig? Ich meine hier arbeiten? Zwischen all den Frauen und so?"
Er lehnte sie zurück und schaute in die Ferne.
"Kann ich dir vertrauen?", fragte er und schaute mich kurz an. Ich nickte.
"Hier macht niemand etwas Freiwillig. Die meisten sind hier weil sie Schulden haben und sich durch die Arbeit hier abarbeiten. Nur wenn man einmal drin ist kann man nicht mehr raus."
"Hast du Schulden?"
"Nein. Ich bin hier weil ich auf jemanden aufpasse. Ich wäre niemals freiwillig hier. Niemals."
"Meinst du eine Frau?"
Er lachte.
"Nein, nein. Mein Bruder. Er hatte Schulden und ist hier rein gerutscht."
Wieder nickte ich und schaute ebenfalls in die Ferne.
"Was will Harry eigentlich mit Lui besprechen?"
Ich zuckte mit den Schultern.
Es war klar das Harry über Trey mit Lui sprechen würde. Da war ich mir sicher. Sonst würde er mich nicht mit Grayson raus schicken.
Ich seufzte und plötzlich klingelte Grayson's Handy.
"Ja? .. Okay.", sagte er bloß und legte auf. Dann stand er auf und zeigte mit einer Hand Bewegung das ich ihm folgen sollte.
Wir gingen stillschweigend zur Lagerhalle. Diesmal senkte ich meinen Blick, als wir durch den Gang gehen.
"Du lernst dazu.", sagte Grayson lachend, als er an die Tür klopfte und sie öffnete.
Harry stand von seinem Stuhl auf und Lui tat es ihm gleich. Sie reichten sich die Hände und Lui lächelte mich an.
"Wenn du es dir anders überlegst mit der kleinen, dann-"
"Das werde ich nicht.", unterbrach ihn Harry und nahm meine Hand.
Er ging mit mir durch den Gang und zu seinem Auto. Ich hoffte das er hier nicht arbeiten würde. Es war schrecklich da drin. Die stickige Luft, das lila-rote Licht und die vielen Frauen. Da konnte man einfach nicht arbeiten. Ich war mir sicher das die nicht freiwillig waren. Niemals waren sie das.
Harry und ich stiegen ins Auto und er lehnte sich zurück. Seine Augen machte er zu und fuhr sich mit beiden Händen durchs Gesicht. Dann schaute er mich an und lächelte schwach.
"Was ist?", fragte ich.
Er verharrte einige Momente so und lehnte sich dann etwas zu mir.
"Nichts, alles ist in Ordnung. Mach dir keine Sorgen.", sagte er und strich mir mit einer Hand über meinen Oberschenkel. Ich nickte und lehbte mich zurück. Dann fuhr er los.
Harry (Zeitpunkt als er im Büro mit Lui war)
"Was führt dich zu mir?", fragte Lui grinsend und verschreckte seine Hände auf dem Tisch.
"Trey hat Liam."
"Ahh der alte Krieg zwischen euch.", sagte er belustigt.
"Lui, ich denke ich muss dich daran erinnern das du mir noch etwas schuldest."
"Was möchtest du haben?"
"Deine besten Männer."
Lui lachte, lehnte sich im Stuhl zurück und hob seine Arme.
"Ich habe nur gute Männer."
"Besser für mich."
"Wie lange?"
"Bis wir Liam haben und sie alles wieder gelegt hat."
Lui nickte und schaute mich fragend an. Dann schrieb er etwas auf.
"Wieso hast du ihn nicht schon längst umgebracht?", fragte Lui, während er weiter schrieb.
"Das geht nicht und das weißt du auch."
Wieder nickte er und schaute mich an.
"Dann ist ja alles gut. Du hast meine Nummer wenn etwas ist rufst du mich einfach an."
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