🧸 tamed - dashed 🧸

"Wa-warum distanzierst du dich?"

Der blauhaarige Student seufzte leise, bei dem leisen, sanften Ton der Stimme des Mannes, in welchen er verliebt war.
Fast hätte er nachgegeben und ihm wie üblich ein breites Lächeln geschenkt, vielleicht sogar in die Arme geschlossen und endlich nach seinem Wohlbefinden gefragt.

Jungkook war hin und her gerissen, befand sich in einem Dilemma, in welches er durch Taehyung geraten war.

Denn kurz nachdem dieses Bedürfnis durch seinen Körper sprühte, kamen ihm die Worte des Älteren von vor einigen Tagen in den Sinn, als er betrunken gewesen war. Die Worte, an welche sich Taehyung nicht mehr erinnern konnte.

Kaum haben sich ihre warmen Lippen berührt, drückte Taehyung ihn sanfte von sich. Irritiert schaute der Blauhaarige in das hübsche, gerötete Gesicht des Jungen Vaters, dessen Augen halb geschlossen waren.

"Hör auf...", flüsterte Taehyung nur schwach, bevor er sich im nächsten Moment nach hinten fallen ließ, auf der Matratze zum liegen kam.

Gestresst wirkten seine sonst so weichen Züge, als Stimme ihn etwas unzufrieden.

"I-ich fühle mich schlecht...", fuhr er fort. Fürs erste dachte Jungkook schon, ihm sei übel und wollte aufstehen, um hastig einen Mülleimer zu besorgen, doch da nahm er die folgenden Worte war, die nur geflüstert waren.

"Ich fühle mich schlecht - j-jedes Mal wenn du mir so nahe kommst."

Erschrocken wurden die Augen des Jüngeren groß, langsam ließ er sich neben Taehyung nieder und schluckte.
Wo er bis eben noch selbst gut angetrunken war, schien er durch die Worte plötzlich ganz ausgenüchtert zu sein.

"Weil du... weil du mich so fühlen lässt."

Jungkook lauschte dem leisen Monolog des Schriftstellers mit schwerem Herzen und Angst und Bange, er hätte etwas gemacht, damit sich Taehyung unwohl in seiner Nähe fühlt.

"D-du lässt mich alles andere vergessen, meine Verantwortungen alles... ich sollte traurig sein- aber e-es fällt mir so leicht meinen Kummer zu vergessen, w-wenn du neben mir bist."

Eine gewisse Last fiel bereits vom Herzen des anderen. Doch stattdessen füllte eine andere Art von Unbehagen sein Herz. Warum fühlte such Taehyung schlecht, wenn er glücklich war? Wieso machte er sich das Leben so schwer.

"I-ich vergesse ständig dass meine langjährige Freundin mich betrogen und verlassen habe...
Aber... w-wenn ich überlege wie lange ich mich eigenartig fühlte wenn du in meiner Nähe bist.
D-das macht mich wie sie, oder? Ich sollte mich schlecht fühlen - ich fühle mich wie ein schlechter Mensch, wenn du bei mir bist - schuldgefühle sind blöd..."

Jungkook hatte den jungen Mann in all den Monaten, wo er ihn inzwischen kannte, nie so viel reden hören. Vor allem nicht am Stück. Taehyung war kein Mann der Worte, einige wenige Begriffe waren meist schon zu viel für ihn. Und jetzt redete er ohne Pause und kotzte sich sein Herz aus.

Es tat dem Studenten weh, dass der andere so dachte und fühlte. Er wollte nicht der Grund sein, warum Taehyung schuldgefühle bekam und sich wie ein schlechter Mensch vorkam.

Taehyung drehte den Kopf zur Seite uns stieß ein langes Seufzen aus.
"Ich...", fing er nuschelnd an, wurde von einem Gähnen unterbrochen.

"I-ich muss mich von dir... fernhalten."

"Es ist nichts, Hyung.", presste der Student heraus. Der übliche Plan, sich von Taehyung fernzuhalten, war schwerer als gedacht. Und die paar Tage, wo er fast gar keinen Kontakt mit dem anderen hatte, verdeutlichten ihm, was einen wichtigen Part der Ältere inzwischen in seinem Leben spielte.

Wann war es soweit gekommen? Wann war es um ihn geschehen?

wann und wie hatte Jungkook sich hoffnungslos in Kim Taehyung - nur einem kleinen Crush - verliebt?

Somit tat es ihm selbst genau so sehr weh, als Taehyung ihn wie ein getretener Hund anschaute. Jungkook seufzte, umfasste seinen Rucksack fest.
"Es ist nur stressig, wegen den Klausuren.", erläuterte er.

Doch sie beide wussten, dass Jungkook nicht für Klausuren lernte oder sich um diese kümmerte.

Um sich und den Älteren nicht weiter zu quälen, verließ Jungkook daraufhin das Büro.

Taehyung zerbrach sich den ganzen Tag und auch den folgenden den Kopf, was zwischen ihnen vorgefallen sein könnte.
Es machte ihn wahnsinnig, er hielt es nicht aus, plötzlich so auf Distanz mit Jungkook zu sein, wenn sein Körper förmlich nach anderem schrie.

Es war verstörend und überraschend, wie ungezähmt und wild seine Gedanken plötzlich waren, seitdem das Schloss, hinter welchem sie barikadiert worden waren, aufgebrochen waren.

Die nächsten zwei Tage meldete sich Jungkook krank, doch Taehyung wusste,  er wollte ihn nur meiden.

Es war bereits Freitag, eine ganze Woche, in der Jungkook ihm praktisch aus dem Weg ging, war vergangen und es machte den jungen Schrifsteller förmlich wahnsinnig.

Er konnte nicht klar denken.

Und dann gab es Momente, wo er zu viel dachte. Gedanken und Wünsche, Sehnsucht und Irritation überfluteten seine Körper, wie ein Welle der Erregung.

Es ging sogar so weit, dass Taehyung sich plötzlich an seinem Schreibtisch sitzen fand. Seine Beine hatten ihn, ihm Rausch der ideenreichen Worte hier hin getragen, ohne dass er es bemerkt hatte.

Der Stift in seiner Hand schrieb Buchstabe für Buchstabe in solch einer Geschwindigkeit, wie noch nie zuvor. Doch der Mann hatte Angst, sie würden ihn wieder verlassen, sollte er zu lange zögern.

Er musste es auf Papier nieder schreiben, seine Sehnsucht nach Jungkook.

Gegen Mitternacht tauchte Jimin bei ihm auf, da er den ganzen Nachmittag nichts von seinem besten Freund gehört hatte. Nachdem Taehyung, mit völlig verzausten Klamotten und Haaren ihm die Tür öffnete, sprintete er sofort wieder an seinen Schreibtisch.

Überrascht folgte Jimin ihm und entdeckte seinen besten Freund im Rausch des Schreibens, was ihn zum schmunzeln brachte.
Da war er wieder, der Taehyung, der mit der größten Passion arbeitete, die Jimin je erblickt hatte.

"Ich dachte du hast seit einem Monat eine schreibblockade.", schmunzelte er, was den anderen schockiert ausschauen ließ.
Als wäre der Stift plötzlich elektrisch geladen, ließ Taehyung diesen fallen, fuhr sich mit der Hand durch seine wild abstehenden Haaren.

"Man so vertieft habe ich dich schon lange nicht mehr gesehen." Jimin deutete mit seinem Finger auf das Vogelnest auf Taehyungs Kopf.

Taehyung ließ die Schultern fallen, überfordert zum Sprechen.
"Ich - ich hatte plötzlich so viele Worte, Sätze, d-die herumschwirrten.", hauchte er überwältigt.
"Also musstest du so viel davon wie möglich fest halten."
Ein zartes Nicken.

Jimin setzte sich auf einen Hocker, der eigentlich dafür gedacht war, wenn Sora ebenfalls im Raum war, während er arbeitete.
Derzeit war sie aber in ihrem Zimmer und schlief seelenruhig, versunken im Lande der Träume voller Einhörner und Prinzessinnen.

"Und was ist die Quelle deiner Inspiration?", neckte er seinen besten Freund.
Ertappt färbten sich dessen Wangen in einem tiefen, satten Rotton, welcher auf seinen goldenen Wangen schimmerte.

Der Schriftsteller holte tief Luft. "J-jungkook-", hauchte er leise und nahm seine runde Brille ab, um sich über das Gesicht zu. Über Jimins Gesicht huschte ein äußerst überraschter Blick, denn mit dieser Antwort hatte er absolut nicht gerechnet.

Doch dann ballten sich seine im Vergleich zu Taehyungs, kleinen Händen zu Fäusten, die er auf den Tisch knallen ließ, wodurch sein bester Freund erschrocken aufjapste, wie ein Reh.

"Was hat dieser Idiot angerichtet - ich habe doch gesagt, er solle sich von dir gefälligst fern halten."

Taehyung schüttelte mit geweiteten Augen langsam seinen Kopf und stieß ein ach so sanftes Seufzen aus. "Nein Minnie... ich glaube ich habe einen F-fehler gemacht. Er i-ignoriert mich." Auf das Drängen seines besten Freundes hin, erzählte Tae ihm leise davon, dass sie am letzten Freitag in den Club gingen, weil Jungkook meinte, es gehe ihm so besser. Und dass seitdem der Blauhaarige ihn ignorierte.

"U-um mich nicht zu sehen, ist er zwei Tage schon n-nicht zur Arbeit...", nuschelte er am Ende so niedergeschlagen, dass sich sogar Jimins Herz zusammen zog.

"Awww Baby-", fing Jimin an und wuschelte sanft durch die Haare des Jüngeren. "Du solltest mit ihm sprechen und so oft nachbohren, bis dieser Dickkopf sagt, was ihn stört. Und glaub mir viel braucht es nicht, der Kerl war bereits soft für dich, als er nur Bilder von dir gesehen hatte."

Die Wangen des Schriftstellers wurden wieder warm. Wenn Jungkook ihn wirklich so sehr mochte, dann hatte Jimin Recht. Er würde ihm nicht lange die kalte Schulter zeigen können.

"Du hast Recht." Plötzlich sprang Taehyung von seinem Stuhl auf und Jimin tat es ihm irritiert gleich. "Ach ja? Hab ich?", murmelte er überrascht. Yoongi hielt es immer für puren Schwachsinn, wenn er solchen Zeug laberte.

Jimin beobachtete seinen verpeilten besten Freund dabei, wie er seine Kaffeetasse umschmiss, als er die grelle Nachttischlampe ausschalten wollte. "Was hast du vor, Taehyungie?"
Tae hielt in seinen hektischen Bewegungen inne, um zu seinem besten Freund zu schauen. "i-ich folge deinem Rat-", murmelte er leise.

"Und das wäre, dein Arbeitszimmer kaputt zu machen?", er deutete auf die umgekippte Tasse und Stiftehalter, weswegen sämtliche Kullis und Bleistifte auf der Platte herum rollten, der erste fiel auch schon zu Boden, was beide mit beobachten, aber nicht vorhatten zu stoppen.

"I-ich gehe zu Ggukkie.", wisperte Taehyung leise.

"Tae, wir haben Mitternacht. Meinst du nicht, du solltest lieber bis morgen warten." Ein starkes Kopfschütteln und der Größere schritt auf Jimin zu, bevor er dessen Hände mit seinen eigenen umfasste. Mit seinen Kulleraugen schaute er ihn an. "Ka-kannst du bei S-Sora bleiben? Bitte, Minnie."

"Ja klar kein Ding, aber Tae... du solltest nicht jetzt gehen. Was wenn Jungkook schläft?"

"Ich muss jetzt gehen." Wenn er jetzt nicht geht, würde er es nicht aushalten bis die Sonne aufgeht. Ungeduld und Sehnsucht ließen ihn wie ein ganz anderer Mensch handeln. So impulsiv und spontan hatte er nie gehandelt, aber in diesem Moment hatte er das Gefühl, er müsse es einfach tun.

"Danke", flüsterte er seinem besten Freund noch zu, bevor er aus seiner Wohnung stolperte, nachdem er sich seinen Pollunder über das Hemd wieder übergeworfen hatte.

Er konnte nicht länger warten, er musste dies sofort mit Jungkook klären. Und noch so viel mehr.

Thanks for reading
& Voting

Ich rieche ein Gedächtnis im nächsten Kapitel...😉

Was hält ihr vom Kapitel und Taehyungs impulsiven Verhalten?

Könnt ihr nachvollziehen, wieso Jungkook sich von Tae deswegen fernhielt?🥺

Danke für 400 Follower, ich liebe euch! ❤️

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