PROLOGUE

Grelle Polizeisirenen erklangen in den Straßen Burfords.
Von der einen Sekunde auf die nächste, war die angenehme Stille in der Kleinstadt durchbrochen,- und durch dieses schrille Geräusch ersetzt worden.
Die Wagen rasten durch die Straßen, vorbei an den Anwohnern, welche mittlerweile in ihren Pyjamas auf dem Trottoir standen oder das Geschehen von innen durch die Fenster mitverfolgten.

,,Delaney!",der Ruf wäre beinahe in dem ganzen Lärm untergegangen.
Die Person, welche ihn ausgestoßen hatte, war ein Mann mittleren Alters.
Jedem der im Umkreis von zehn Metern zu ihm stand, war es möglich, die ungeheure Macht zu spüren, die von ihm ausging.
Er stand unter einer der spärlich leuchtenden Laternen, welche hier in der Straße in regelmäßigen Abständen zu finden waren.
Durch das Licht sah man das Jackett seines Anzuges ein wenig glänzen. Es saß perfekt und sein muskulöser Körperbau wurde dadurch besonders zur Geltung gebracht.
Sah man ihn von weitem, hätte man meinen können, er wäre die Ruhe selbst. Blickte man jedoch in seine Augen, war die Nervosität darin deutlich zu erkennen.
Sein Blick glitt zwischen den Anwohnern umher, als schien er jemanden zu suchen.
Scheinbar schien er die Person, jedoch nicht zu finden, weshalb er erneut nach ihr rief.

Indessen begaben sich die Beamten aus ihren Polizeiwägen.
Als der Mann dies zu merken schien, verschwand er unter dem Licht. Fast so, als wolle er es vermeiden, von den Polizisten entdeckt zu werden.
Wie ein Schatten huschte er über die Straße, schaffte es jedoch seine nahezu majestätische Haltung dabei nicht zu verlieren.
Noch immer flog sein Blick über die Leute und schließlich blieb er an einer Person hängen.

Ein junges Mädchen, gehüllt in einen dunklen Mantel, kam langsam auf den Mann zu. Ihre braunen Haare flatterten dabei im kühlen Wind der Nacht und ihre Arme schlangen sich um ihren zierlichen Körper. Es herrschte eine Eiseskälte, obwohl es erst Ende Oktober war.
Selbst ihr Atem war zu erkennen.

Bei dem Mann angekommen, zog dieser sie zur Hälfte in seine Arme, was wohl als Umarmung gedacht sein sollte. Es war jedoch eher ein kläglicher Versuch davon und wirkte etwas unbeholfen.

,,Dad. Du kannst es nicht, also lass es",nuschelte das kleine Mädchen und löste sich aus der versuchten Umarmung.
Ihre Ehrlichkeit schien ihn jedoch nicht zu stören. Zumindest ging er nicht darauf ein.
Mit seinen Gedanken hing er scheinbar ganz woanders und es war gut möglich, dass er nicht mal gehört hatte, was das Mädchen von sich gegeben hatte.

Der Mann ging in die Knie, um mehr auf Augenhöhe mit seiner Tochter zu sein und kramte dann etwas aus seinem Jackett hervor.
Als er seine Hand wieder hervorzog, hielt er einen knickfreien Umschlag in dieser.
,,Das ist wichtig",eine solche Ernsthaftigkeit hatte das Mädchen noch nie in seinem Blick gesehen.
Zögerlich begann sie zu nicken, ehe ihr der Umschlag in die Hand gegeben wurde.
,,Du musst aufpassen. Auf keinen Fall darfst du ihn verlieren"

Als auf einmal laute Stimmen in Richtung der Polizeiwägen erklangen, erhob der Mann sich wieder.
,,Geh zum Haus deiner Tante",er deutete hinter das Mädchen.
Sie sah ihn mit einer gewissen Unsicherheit in ihrem Blick an.
,,Mach schon",er schob sie in die Richtung, in welche er gezeigt hatte.
,,Und du?",ihre Stimme zitterte nun ein wenig, denn sie begann zu merken, dass etwas ganz und garnicht stimmte.
,,Ich pass schon auf. Jetzt geh",er drückte sie nun etwas bestimmter weg und langsam setzte sie sich in Bewegung.
Tränen glänzten in ihren Augen, als sie sich ein letztes Mal umwandte, bevor ihre kleinen Füße sie schnell die Straße entlang trugen.

Dank der großen Aufruhr bemerkte niemand die zierliche Gestalt des jungen Mädchens, welche in Richtung der Hauptstraße eilte.

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