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"Alles gut im Zentrum?", ertönte rauschend die Stimme von Jenny und unterbrach die Stille im Wagen. Marie beugte sich zu dem Funkgerät, welches an ihrer Bluse befestigt war. "Jap", erwiderte sie, "Keine Rabauken. Ich und Nils gehen jetzt erstmal Mittag essen."
"Ich hab nicht Hunger", sagte der junge Polizist und kratzte sich hinter seinem rechten Ohr. Seit sie das Auto betreten hatten, hatte er fast kein Wort gesagt und ganz wohl fühlte er sich hier nicht. "Quatsch. Wer Mittags kein richtiges Essen in den Magen bekommt, kann nicht richtig arbeiten." Vorsicht parkte sie am Straßenrand und öffnete die Autotür. Dann ging die alte Dame um das Auto und schaute verblüfft hinein. "Wo bleibst du?!", konnte Nils von ihren Lippen ablesen. Stur blieb der Lockenkopf sitzen. Er hatte keinen Hunger. Der anfangs vielversprechende Job in Amerika entwickelte sich immer mehr in die falsche Richtung. Das konnte doch nicht wahr sein! Er schnaubte als Marie ihm die Tür aufmachte. "Raus!", sagte sie streng und zum ersten Mal sah er die Polizistin in ihr. "Ich habe keinen Hunger", motzte er wie ein Kleinkind, er verschränkte seine Arme vor der Brust und starrte seine Vorgesetzte trotzig an. "Lass uns doch wenigstens einen Kaffee holen", seufzte sie. Er wollte gar nicht wissen, was in ihrem Kopf vorging. Konnte sie ihn feuern? Er wusste wie dumm er sich gerade benahm. Mensch, er war doch inzwischen 26 Jahre alt und gerade jetzt, an seinem ersten Tag, handelte er wie ein Teenager???
"Entschuldigen sie Miss Jones", flüsterte er, während er aus dem Auto stieg und seinen Kopf senkte. "Schon gut. Aber nenn mich doch Marie. Einfach nur Jones oder Boss geht natürlich auch." Wieder schlich sich ein freches Grinsen auf ihr runzliges Gesicht. "Alles klar Boss."
Marie schlug die Tür hinter ihm zu und lief zu einem Laden, dessen Fassade langsam abbröckeln schien und wo die Fenster so verstaubt waren, dass man nivht hindurch sehen konnte. Neben der Tür hing ein Schild.
B&B
Hopes True Dream
"Der Laden gehört einer alten Freundin, Hope. Sie hat sich immer ein Laden gewünscht und dieses Haus letztens gekauft", erklärte Marie und legte eine Hand an das, wahrscheinlich noch ältere, Haus. "Dort gibt es die besten Törtchen und die Sandwishes! Himmel auf Erden, glaub mir. Und billig ist das ganze auch noch!" Die alte Polizistin stieß die Tür auf. Staub fiel in Nils Haare als er eintrat. Über ihm läutete eine Glocke und hieß sie willkommen.
"Willkommen in Hopes True Dream, Bed and Breakfast, alles für einen guten Preis", begrüßte sie ein hünsche Frau, die hinter dem Tresen stand. Sie war weder alt noch hieß sie Hope, wie ihr Namenskärtchen verriet. "Ist Hope da?", fragte Marie, ihre sonst so nette Miene wirkte verkrampft und ihr Lächeln aufgezwungen. "Nein, aber wünschen sie sich vielleicht noch etwas?"
Die Polizistin schüttelte ihren Kopf. Verwirrt schaute Nils zu ihr hinunter, wenn sie ihn schon hierher verschleppt hatte, wollte er auch etwas essen!
"Zwei Kaffee, schwarz. In einen etwas Zucker bitte", bestellte der Polizist und sah in das Essensangebot, welches sich hinter einer gläsernen Wand befand. "Ein Thunfisch- und ein normales Käsesandwish", fügte er dann noch hinzu.
Schon reichte ihm die Frau seine Bestellung. Er sah in ihre Augen und zögerte, irgendwie kam sie ihm bekannt vor... "20 US-Dollar glatt", sagte sie lächelnd. Er griff nach dem Essen, berührte dabei versehentlich ihre Hand. Sie war kalt, aber die Haut war sanft.
Nils reichte ihr das Geld. Billig fand er es nicht unbedingt...
Hinter Marie verließ er den kleinen Laden.
"Was war denn das?!", fragte er und begann an dem Tag zum ersten Mal ein Gespräch.
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