🥀³⁵ devil on your shoulder🥀

Auf der Fahrt nach Hause wechselte Taehyung kein Wort mit ihm, sondern starrte nur gedankenverloren aus dem fahrenden Auto. Selbst als er vor ihrem Haus parkte, machte Taehyung keine Anstalten sich vom Fleck zu rühren.

"Tae.", rief der Jüngere vorsichtig seinen Namen aus und wartete auf eine Reaktion.

Er legte seine Hand schließlich auf Taehyungs Bein. "Baby, wir sind da.", wisperte er besorgt.
Taehyung schreckte auf, blickte sich irritiert um, bevor sich sein Kopf in seine Richtung drehte.

Die blutunterlaufenen Augen starrten direkt in seine Seele.
Vorsichtig griff der Jüngere mit voller Verzweiflung nach der Hand seines Mannes.
"Babe - das eben... ich wollte nicht -"

"Ich weiß.", ein müdes Lächeln legte sich auf seine Lippen.
"Ich habe gesehen, wie sie dich unerwartet geküsst und du sie weggeschubst hast.", sprach er langsam.

"Ja - aber...", begann der Jüngere.

"Du wolltest es nicht, richtig?", hakte Taehyung nach.
Sofortig schüttelte er seinen Kopf. "Nein! Natürlich nicht."
"Okay... mehr muss ich nicht wissen.", raunte Taehyung leise und nickte, bevor er seinen Kopf an der Lehne ablegte.

Seine Hand bahnte sich ihren Weg hoch zu Jeongguks Wange, bevor er kurz über diese streichelte.

"Ich traue dir Jeongguk. Ich weiß du würdest sowas nie tun."

Ein Knoten bildete sich im Hals des Jungen CEO's, den er versuchte hinunter zu schlucken, vergeblich.
Jeongguk schnallte sich ab und dann Taehyung, als dieser es ihm nicht gleich machte.

"Tae..."

"La-lass uns wann anders reden, ja?", wisperte der Ältere mit einem flehenden Unterton, bevor er den Blick abwandte und aus dem Auto ausstieg. Jeongguk unterdrückte ein Fluchen. Das war der Moment gewesen, um ihn alles zu erzählen. Aber Taehyung sah so unfassbar kaputt aus, dass er es nicht schaffte.

Wortlos folgte er dem Anderen ins Haus und beobachtete wie Taehyung kurz die beiden Kinder umarmte, die beiden auf den Kopf küsste und ein paar Worte mit Jimin wechselte. Dann machte er Anstalten wegzugehen, was sowohl Jimin als auch Jungkook alarmierte.

"Baby wo gehst du hin?"

Mit einem völlig aufgelösten Blick schaute der Ältere nach hinten, blinzelte träge. "Ich... ich gehe mich ein bisschen ausruhen. Mein Kopf schmerzt."
Bevor einer der beiden etwas weiteres fragen konnte, war er die Treppen nach oben gehuscht.

"Was ist passiert? Hast du es ihm etwa gesagt?!", wisperte der Ältere und schielte besorgt in die obere Etage, doch Taehyung war ins Schlafzimmer eingetreten.

Jeongguk ließ den Kopf hängen und schüttelte seufzend diesen.
"Nein ich konnte nicht..."
Jimin überdrehte die Augen. "Was zur Hölle ist passiert, dass Taehyung wieder ein Schatten seiner selbst geworden ist?"

Jeongguk erzählte ihm in Kurzfassung was geschehen war.
"Er hat nichts verdächtig und dann diese Reaktion? Bist du dir sicher?"
Jeongguk zuckte mit seinen Schultern und stieß beinahe einen frustrierten Schrei aus.

"Ich meine sie muss irgendwie gewusst haben, dass Tae da ist... vielleicht haben sie vorher gesprochen... Und sie hat was gesagt- ach keine Ahnung, hyung."

"Er hat so... seelenlos geschaut.", murmelte sein bester Freund kopfschüttelnd. "Jetzt wo es ihm wieder besser ging..."

"Deswegen kann ich ihm nicht weiteres sagen. Was wenn es ganz schlimm wird.", hauchte er.
Jimin konnte es irgendwie nachvollziehen, insbesondere weil er den Blonden eben mit eigenen Augen gesehen hatte...

"Was willst du machen?"

"Ich werde abwarten..."

Es war ein Teufelskreis, irgendwie kam er nicht raus. Es wurde nur schlimmer, es häuften sich die Lügen und Schuldgefühle und Jeongguk wünschte sich, es ihm von Anfang an berichtet zu haben.

Jimin konnte bloß seufzen.

"Ich schaue kurz nach ihm und gehe dann."

Jeongguk nahm seinen Sohn in den Arm, küsste ihn auf die Stirn und hörte seinem bedeutungslosen Gebrabbel nur mit einem Ohr zu.

Als Jimin das Schlafzimmer der beiden nach kurzem unbeantworteten Klopfen betrat, sank sein Herz.
Taehyung lag unter der Bettdecke vergraben, nur die Blonden haarsträhnen lugten hervor.

"Tae?", rief er nach den Blonden aus und setzte sich auf das Bett. Er zog die Bettdecke nach unten und offenbarte dadurch den Jüngeren. Sein Gesichtsausdruck war leer und zugleich unfassbar traurig.

"Willst du mir erzählen, was passiert ist?", wisperte er leise und strich ihm sorgsam eine blonde Haarsträhnen aus der Stirn.

"Sie... die Tochter von Herrn Choi hat Jeongguk - geküsst... Mit Absicht."
Jimin nickte. "Ich weiß, dass dich das bestimmt verletzt hat aber Jeongguk hätte das nicht zugelassen."
Taehyung nickte, das wusste er.

"Sie wusste dass ich dort war. Ich... wir haben uns davor auf der Toilette getroffen."

Jimin rutschte unruhig herum und das komische Gefühl in seiner Brust wurde stärker.
"Hat sie etwas gesagt?", wollte er wissen.

"Wir haben geredet...", erwiderte der Blonde nüchtern und fast erlitt Jimin einen Herzstillstand, weil er das schlimmste befürchtete.

"Sie sagte ich sei schön... Und hat mir ihren Lipgloss sogar geschenkt. Dann ist sie gegangen..."

Irritiert verzog der andere sein Gesicht. Bestimmt hatte sie zu dem Zeitpunkt nicht gewusst wer er war.
"Nichts weiteres? Zum Beispiel... warum sie da war oder bezüglich Jeongguk."

Zum Beispiel, dass sie miteinander geschlafen haben und dass sie ihn erpresste.

Der Blonde schüttelte nur wortlos seinen Kopf.
Das ließ ihn innerlich seufzen. Er wusste nicht was er davon denken sollte.
Erleichterung? Oder eher doch nicht? Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er es endlich erfuhr, auch wenn es die schlimmste Art gewesen wäre.
Doch so müsste er diese schmerzvolle Aufgabe nicht übernehmen.

Wenn er Taehyung nun so aufgelöst sah, könnte er es nie und nimmer über Herzen bringen. Er konnte gut nachvollziehen, dass Jeongguk sich auch so fühlte.

Und so Taten beide das Schlimmste, was aber in der Situation am besten erschien: Schweigen.

Schon wieder. Ein teuefelskreis von Lügen und Heimlichtuerei, nur weil Jeongguk es zu Beginn nicht gebeichtet hatte.

Auf Taehyungs Wunsch ihn alleine zu lassen, tat Jimin dies auch.
Er redete noch paar Stunden mit dem völlig aufgelösten und frustrierten Jeongguk. Und in all den Stunden kam Taehyung nicht einmal aus dem Schlafzimmer.

"Ich verstehe nicht was vorgefallen ist, also doch schon - aber... das kann doch nicht alles sein. Wieso ist Tae wieder so. Es ging ihm doch völlig gut."
Frustriert schlug der junge CEO sich die Hände vors Gesicht.

Jimin seufzte. "Ich wünschte, ich wüsste es, Gguk. Wir sollten ihm Zeit geben... ich weiß nicht vielleicht hat es ihn einfach getriggert weißt du?"

Aus glitzernden Augen schaute der Jüngere ihn an. "Wie meinst du das?"

"Das letzte Mal, dass Tae dort war, ist schlimmes passiert. Und heute hat er sie bei dir gesehen. Ich weiß nicht vielleicht hat diese Kombination mit der Firma als Abspielort wieder Erinnerungen hochgebracht an letztes Mal."

Es klang plausibel, was Jimin von sich gab. Aufgelöst fuhr sich der Jüngere übers Gesicht.
"Vielleicht hast du Recht, ich habe keine Ahnung."

{...}

Das erste was er am nächsten Tag machte, war Choi Mirae hausverbot zu geben und sich mit ihrem Vater zu treffen.

"Jeongguk, ich war gestern ziemlich überrascht, als ich von meinem Sekretär die Nachricht überbracht bekommen habe."

"Tut mir leid, dass ich ihre Zeit in Anspruch nehme, doch es ist sehr wichtig, es geht um ihre Tochter."

Die Züge des Mannes spiegelten Überraschung wieder.
"Um Mirae?"
Jeongguk nickte und nestelte mit seinen fingern im Schoß.

"Ich habe keine Kontrolle mehr über diese Situation und möchte sie nun bitten, einzugreifen.

Ihre Tochter bedroht mich seit Wochen und tyrannisiert meine Mitarbeiter."

So nun war raus und es ließ sich nicht vermeiden den Rest der Wahrheit auszusprechen.

"Vor vielen Wochen ist Mir ein großer Fehler unterlaufen. Ich hatte einen ... Onenightstand mit ihrer Tochter und bereue es zutiefst."

Der teufel auf seiner Schulter wollte noch viel mehr sagen und dazu beitragen. Jedes einzelne dreckige Detail über seine betrügerische Tochter darlegen. Doch der Mann vor ihm war auch nur ein Vater. Das wollte er ihm ersparen und so war Jeongguk schließlich auch nicht.

Der Mann wurde ganz bleich, japste schockiert nach Luft, doch er schrie nicht rum, unterbrach ihn nicht.
Stattdessen umkrallte er die Lehne seines Stuhls und hörte seinem langjährigen Partner zu.

Jeongguk erzählte ihm angedeutet grob den Verlauf der letzten Woche bis hin zum Vorfall gestern mit Taehyung.

"Es tut mir aufrichtig leid, ihr Vertrauen gebrochen zu haben.", murmelte er schlussendlich und deutete beschämt eine Verbeugung an.

Doch der Mann schüttelte seinen Kopf. "Nein, mein Junge. Mir tut es leid. Ich entschuldige mich im Namen meiner Tochter!", warf der andere empört ein und schüttelte seinen Kopf.

"Ich sorge dafür, dass Mirae sich fern von dir und deiner Familie fern hält. Ihr beide habt einen sehr großen Fehler begangen und eure Partner betrogen... aber Dennoch hat alles Grenzen. Sie darf mit anderen Menschen so nicht umgehen.
So... So habe ich sie keineswegs erzogen. Ich möchte nicht, dass eure Familie deswegen kaputt geht."

Jeongguk war dem Mann so dankbar, dass er am liebsten zu seinen Füßen fallen wollte. Seine Reaktion war eine Erleichterung und auch, dass er sich nun um seine Tochter kümmern wollte.

Jeongguk ahnte nicht, dass das Schicksal und Karma jedoch nicht so schnell davon gehen lassen wollten...

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