¹⁴ 🥀 deepest regret 🥀

¹⁴
Deepest regret

Die Reue fraß Jeongguk innerlich auf. Schon in dem Moment, wo er im fremden Bett wach wurde, erschlug ihn die Realisation wie ein Fels.

Er hatte den schlimmsten Fehler seines Lebens begangen.

Er hatte Taehyung betrogen.

Denn noch bevor sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnen konnten, bevor die groben Erinnerungen zurück kamen, roch er es. Es roch nicht nach Taehyung, welcher sich im Schlaf an ihn kuschelte.
Und es roch auch nicht nach dem typischen Lavendel-Vanille Geruch in ihrem Schlafzimmer, durch die Lieblingsräucherstäbchen seines Geliebten.

Es war ein stechendes Frauenparfüm, was zur Folge hatte, dass sich sein Magen schmerzhaft zusammen zog.

Entrüstet japste Jeongguk nach Luft, als sich der Verdacht bestätigte, wegen der schlafenden weiblichen Gestalt neben ihm.

Von der ehemaligen Trunkenheit war nichts mehr da, mit einem Schlag war er komplett ernüchtert.

"Fuck", fluchte er ungläubig unter seinem Atem. Er konnte es nicht glauben, doch die Erinnerung wie die Frau ihn geküsst hatte und er erwiderte... wie eines zum anderen führte.

Jeongguk riss die Augen weit auf und raufte sich das ohnehin zersauste schwarze Haar und wollte es sich am liebsten vom Kopf pflücken.

Wie konnte er nur?
Wie konnte er nur?

Erstickt japste er nach Luft, schob die Bettdecke beiseite und sammelte seine Klamotten ein. Leise zog er sich den zerknitterten Anzug an, den ihm Taehyung gestern noch bis auf den letzten minimalen Knick glatt gebügelt hatte.
Und fühlte sich unfassbar schlecht.

Sobald er sein Handy gefunden hatte, verstaute er jenes und dann eilte er aus der Wohnung, ohne hinter sich zu schauen. Als würde es seinen Fehler besser machen, rückgängig machen. Doch diese Möglichkeit bestand nicht.
Als er endlich den Ausgang gefunden hatte, rief er sich über die App ein Taxi, da er sein Auto nicht auffinden konnte. Es stand vermutlich noch vor den Club, wo die After-Party stattgefunden hatte, doch darum würde er sich später kümmern.

Es war draußen stockdunkel und nach einem Blick auf seinem Handy erfuhr er, dass es gerade mal vier Uhr morgens war.

Das Taxi kam schnell, Jeongguk nannte seine Adresse und die ganze Fahrt über starrte er verloren aus dem Fenster.

Verzweiflung überkam ihn, er raufte sein rabenschwarzes Haar abermals und biss sich auf den Handrücken, um nicht laut los zu Schluchzen.
Ihm war zum Weinen zumute.
Tränen blockierten seine Sicht und ein wimmern ließ sich nicht verhindern.

Über den Innenspiegel warf der Fahrer ihm einen Irritierten Blick zu  doch er starrte nach draußen, wobei seine Tränen alles verschwommen wirken ließen.

Er bezahlte den Fahrer, als der Wagen vor seinem Haus stehen blieb und stieg mit zittrigen Beinen aus. Er fühlte sich dem nicht würdig, in sein eigenes Haus, zu seiner eigenen Familie zu gehen, nachdem was er getan hatte.

Nach kurzem Zögern öffnete er das Schloss, wobei seine zittrigen Finger mehrmals verfehlten. Die Tür schloss er leise hinter sich und schlüpfte aus den Schuhen.

Er wollte die Treppe nach oben gehen, als er das Licht in der Küche brennen sah. Das Herz wurde ihm schwer, insbesondere, als er dort das besorgt in Falten gelegte Gesicht seiner geliebten Mutter entdeckte. Was machte sie so spät noch hier? War sie gar nicht nach Hause gegangen?

Als könne sie die bloße Anwesenheit ihres Sohnes spüren, drehte sie den Kopf Richtung türe, wobei ihr Blick sich aufhellte. "Jeongguk, Schatz! Wo warst du bloß?" Hastig ließ sie das Glas Wasser auf dem Tresen stehen und eilte zu ihrem einzigen Kind. Auch Jeongguk machte einige Schritte auf sie zu und wollte am liebsten wieder weinen, als er ihre mütterliche Fürsorge und ihre weichen Handinnenflächen auf seinen Wangen spürte.

"Liebling wo warst du? Ich habe mir solche Sorgen gemacht, als du stürmend das Haus verlassen hast!", wiederholte sie und dadurch wurden seine Schuldgefühle umso stärker.
"Ich bin auf die After-Party gegangen, um den Kopf frei zu kriegen... und dann - dann bin ich zu Namjoon gegangen. Er wollte mich so aufgewühlt nicht alleine lassen."

Er widerstand dem Drang bei seiner feigen Lüge seine Augen bitter zu schließen. Er log zusätzlich auch noch seine Mutter an, als wäre es nicht bereits schlimm genug. Noch im selben Moment spürte er, dass diese Lüge ihm in der Zukunft einen Back-fire einbringen würde.

"Wieso bist du noch hier... und wach?", lenkte er mit einem Krächzen von sich ab.

Daraufhin seufzte sie leise und erschöpft aus. "Taehyungie du hättest nicht so gehen dürfen Jeongguk. Vor allem hättest du ihm nicht all diese Worte an den Kopf werfen dürfen. Er hat sich die Augen aus dem Kopf geweint, mein armer Liebling. Es ging ihm schrecklich, ich konnte ihn nicht beruhigen. Den Kindern musste ich irgendwelche Sachen vormachen, weil Soo sich Sorgen gemacht hat. Er ist eben erst eingeschlafen..."

In Jeongguks Hals bildete sich ein Knoten und sein Herz wurde schwer. Die Vorstellung, wie Taehyung die ganze Zeit seinetwegen weinte, machte ihn wahnsinnig. Und dazu auch noch, während er...

Hastig blinzelte er, um die Tränen zu vertreiben. Doch seiner Mutter konnte er nichts vormachen. "Oh, Gguk, nicht du auch noch...", murmelte sie leise.

"Ich habe Scheiße gebaut, Mom.", krächzte er unter Tränen.

Sie nickte zustimmend. "Das hast du, du hast ihn wirklich sehr verletzt. Das war ziemlich harsch von dir-", stimmte sie zu. Dabei wusste sie nicht einmal, was ihr Sohn noch alles für Fehler begonnen hatte, wobei selbst die tiefste Reue nichts brachte.

"Geh jetzt zu ihm. Er braucht dich, noch ist es nicht zu spät."

Und wie es zu spät ist.

"Für ihn ist es um einiges Schlimmer, als für dich. Er gibt sich immer noch die Schuld, Jeongguk."
"Aber es ist mehr als drei Monate her, Mom...", argumentierte er schwach. "Ich will doch nur, dass wir wieder zu unserem alten Leben zurückkehren."
Für einen Moment schaute sie das blasse Gesicht und die nassen Augen ihres Sohnes an, bevor sie die Hand langsam sinken ließ.

"Du hast es wirklich vergessen, nicht wahr?"

Sein Mund wurde trocken. Er erinnerte sich vage daran, was Taehyung gestern bei Ihrem streit von sich gegeben hatte. In dem Moment war er viel zu wütend auf den Brünetten gewesen, um da etwas mehr zu interpretieren. Doch nun bereute er es. Das Blut gefror ihm in den Adern und eine schlimme Befürchtung breitete sich in ihm aus.
Konnte es wirklich sein, dass er etwas wichtiges vergessen hatte.

Als seine Mutter die Ahnungslosigkeit seinem Gesicht entnahm, stieß sie erneut ein Seufzen aus.

"Hättest du es gewusst, hättest du ihn natürlich nicht alleine gelassen. Du hattest es wirklich vergessen."

"Was Mom, Was?!", drängte er. Sein Herz schlug ihm gewaltig gegen den Brustkorb, sodass es bereits schmerzte. Seine Hände waren schweißnass und die großen Augen starrten angespannt auf die zierliche Frau.

"Gestern... war der geplante Geburtstermin eures Babys, Jeongguk."

Nein. Nein...

Sie hatte Recht. Sie hatte verdammt noch mal Recht! Wie konnte er das nur vergessen. Sofort fuhr er sich durch die Haare und biss sich so stark auf die Unterlippe, sodass ihn der metallische Geschmack seines eigenen Bluts begrüßte.

Er japste erstickt nach Luft, als ihm seine eigenen harschen Worte durch den Kopf gingen, die er seinem Liebhaber an den Kopf geworfen hatte.

Ausgerechnet an dem Tag, wo Tae seine Unterstützung gebraucht hatte, ließ er ihn alleine. Und warf ihm all diese grauenvollen Worte an den Kopf. Er hatte sogar gesagt, sie könnten es erneut versuchen, an ausgerechnet diesem Tag! Wie verdammt unsensible konnte er nur sein?

"Wie-wie konnte ich das n-nur vergessen...", flüsterte er gebrochen. Es fühlte sich an, als würde man sein Herz in Stücke riss und darauf zertrampelte.

Er wollte gar nicht wissen, wie sich Taehyung gefühlt haben musste.

"Geh jetzt zu ihm, Gguk. Und morgen früh wirst du dich vernünftig bei ihm entschuldigen und um Vergebung bitten, verstanden. Aber leg dich erst mal hin, du siehst ebenfalls ziemlich mitgenommen aus."

Stumm nickte er nur. Er schaffte es nicht, etwas zu sagen ohne los zu schluchzen.

Mit schweren Schritten lief er ins Schlafzimmer, schob die Türe auf und erblickte Tae zusammen gerollt auf ihrem gemeinsamen Bett. Er näherte sich diesem, doch er brachte es nicht über sich, sich drauf zu setzten.
Deswegen hockte er sich auf dem Boden vor der schlafenden Gestalt seines Mannes.

Zittrig streckte er die Finger nach ihm aus, doch er fühlte sich zu dreckig, um ihn anzufassen.

Eine Träne entfioh ihm, als er die Augen zusammen presste.

"E-Es tut mir so unendlich leid...", wisperte er leise.

"Für alles."

Jeongguk war müde, sein Kopf dröhnte und er wollte sich zumindest für ein paar Stunden schlafen legen, bevor die helle Sonne und die Stimmen seiner Kinder ihn weckten.

Vorsichtig presste er einen federleichten Kuss auf die Stirn des Älteren.

Und dann stand er auf und ging.

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Meinungen?

Gguk bereut es deutlich, aber das bringt es auch nicht mehr.

Soll er es eurer Meinung nach gestehen oder lieber nicht?

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