²¹ 🥀 blackmailing texts 🥀

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🥀 blackmailing texts 🥀

Ganze zwei Tage hatte Jeongguk zumindest ein wenig Ruhe. Doch diese Illusion hielt nicht lange an, denn bereits nach achtundvierzig Stunden landete er in seiner persönlichen Hölle, der er sich selbst zugesprochen hatte.

Bereits mittags auf der Arbeit begann es, dass er Nachrichten von Choi Mirae eine bekam, die er jedoch ignorierte. Dann rief das Weib auch noch allen ernstes in dem Sekretariat an und forderte von Seokjin, mit dem jungen CEO zu reden.

Zum Glück befand sich Jeongguk ausgerechnet in dem Moment in einer Besprechung, was ihr auch ausgerichtet wurde. Damit ließ sie locker und das blieb bis zu seinem Feierabend auch so und leider war er so naiv zu denken, es sei vorbei und er habe sie abwimmeln können.

Doch am Abend... da fing es wieder an. Ausgerechnet dann, als er am Tisch saß und gemeinsam mit seiner kleinen Familie aß, rief sie ihn an. Das erste mal ignorierte er es. Beim zweiten Mal seufzte er entnervt, Tae wurde darauf aufmerksam und schenkte ihm ein zartes Lächeln.
"Du kannst ruhig rangehen, wenn es wichtig ist, Schatz.", sprach er sanft und verständnisvoll wie immer.

Jeongguks Brust wurde schwer und er schüttelte nur seinen Kopf. "Es gibt nichts wichtigeres als dich und die Kinder Babe.", sagte er nur im Gegenzug und ergriff Taehyungs freie linke Hand - ja obwohl er eigentlich Linkshänder war, benutzte er auch für vieles die rechte, wie zum Beispiel zum Essen - und hauchte einen federleichten Kuss auf seinen gebräunten Handrücken.

Und genau in dem Moment, als er die Lippen auf Taehyungs weiche Haut drückte, vibrierte sein verflixtes Handy erneut und dieses Mal war es eine Nachricht-

Er zog genervt die Brauen zusammen und Taehyung studierte ihn besorgt, da er fürchtete etwas wichtiges und gravierendes sei auf der Arbeit geschehen.

Jeongguk hielt die Luft an.

Es war - wer hätte es gedacht - Choi Mirae.

Und das was sie schrieb, versetzte den jungen Vater sofort in Panik.

Besser du gehst jetzt ran. Sonst werde ich mir deine Adresse von meinem Vater beschaffen und sofort zu dir fahren, um ein kleines Gespräch mit deinem Ehemann zu führen. Deine Entscheidung!

Jeongguk schluckte, als im nächsten Moment sein Handy erneut klingelte. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Schläfe, doch er zwang sich zu einem Lächeln, als er zu seiner besseren Hälfte aufblickte. Jungkook hielt das Handy kurz hoch.

"Scheint doch etwas dringend zu sein... stört es dich...?"

"Nein, nein! Hab doch gesagt, geh ruhig ran Gguk.", winkte Taehyung ab.

Angespannt stand der Schwarzhaarige auf, wobei sein Stuhl in den eigenen Ohren unfassbar laut knarzte.
Eiligen Schrittes lief er die Treppen hoch und nahm den Anruf erst an, als er die Schlafzimmertür hinter sich schloss.

"Endlich. Ich hasse es, ignoriert zu werden.", erklang ihre Stimme aus dem Hörer und es klang so belanglos und beiläufig, dass Jeongguk wütend wurde.

"Was fällt dir ein?!", zischte er in den Hörer. "Denkst du ich bin deine Marionette, die auf Abruf nach deiner Laune tanzt? Ich habe eine Familie! Du kannst nicht einfach anrufen und mich bedrohen, bloß ranzugehen!"

Seine Brust hob sich und sank rapide. Seine freie Hand ballte er zu einer Faust. Normalerweise war Jeongguk nie so aggressiv oder direkt, doch diese Frau zerrte an seinen Nerven und es setzte seine ganze Familie und ihr Glück aufs Spiel.
Mit so etwas durfte man nicht scherzen!

"Darüber hättest du nachdenken müssen, bevor du mit mir ins Bett steigst."

Volltreffer. Der ging ins Schwarze. Jeongguk schloss die Augen und atmetete tief durch.

Sie hatte recht, verdammt noch mal... Er war nicht in der Position etwas zu verlangen, solange er dieses Geheimnis hatte und ihr Material dazu gab erpresst zu werden.

"Was willst du von mir?"
Er bemühte sich möglichst ruhig zu klingen, obwohl er innerlich ausrastete. Wenn er gleichgültig klang, würde sie vielleicht locker lassen und denken es sei irrelevant.

"Ich brauche eine Begleitung für die Spendengala nächste Woche, die ich antreten will. Und ich will, dass du mich hinbegleitest, Jeongguk."

Der CEO schnaubte verächtlich auf. Hatte dieses Weib denn überhaupt ein funktionierendes Gehirn? In welcher verdrehten Welt lebte sie denn bitte, dass sie dachte Jeongguk würde sowas annehmen.
Als verheirateter Mann sich als Begleitung einer anderen zu geben, war doch verrückt. Wäre er singel, okay. Aber in dem Falle würde es doch nur Gerüchte und Betrugs-Vorwürfe und eine Affäre bestätigen - vor der gesamten High Class.

"Niemals im Leben. Für was hältst du mich? Ich gebe doch nicht in aller öffentlichkeit zu, etwas mit jemanden am Laufen zu haben. Jeder weiß, dass ich vergeben bin und Kinder habe. Man kennt mein Gesicht."

Die Worte brodelten wütend aus ihm heraus.

Doch alles was er von der anderen Seite zu hören bekam, war ein helles Lachen.
"Oh Jeongguk! Denkst du wirklich ich hätte dir eine Wahl gelassen?"

Er knirschte mit den Zähnen. "Dann sage ich lieber Taehyung von allem Bescheid. Soll er mich verlassen, rauswerfen. Ich werde mit der Hürde leben, sein Engelsgesicht nie wieder zu sehen. Aber nie im Leben werde ich in aller Öffentlichkeit aus unserer Ehe einen Witz machen und ihn indirekt nieder machen und bloßstellen."

Sie bemerkte seinen ernsten Ton, woraufhin ihr ein Seufzen entkam.

"Jetzt beruhigen dich. Dazu wird es nicht kommen. Es ist die Spendengala meines Vaters. Du wärst als jahrelanger Partner der Firma ohnehin eingeladen, genau wie Kim Namjoon. Niemand wird Verdacht schöpfen. Außer ich betwecke es, weil du mir einen Grund gibst."

Wieso um Himmels Willen ging er überhaupt darauf ein und ließ sich von dieser Frau erpressen?

Und dennoch Fand sich Jeongguk ausgeliefert wieder.

Sie hatte recht. Es wäre nicht auffällig, wenn es so ist. Vor allem wenn Namjoon auch hingeht.
Eher wäre es auffällig, sollte er nicht zu dieser Gala seines engsten Sponsors und Partners gehen.

... nicht wahr...?

"Okay..."

Er atmete tief durch.

"Wann findet sie statt?"

"Diesen Sonntag."

Er schloss die Augen.
Sonntags verbrachte er normalerweise Zeit mit seiner Familie. Doch ihm blieb keine Wahl. Er tat dies für seine Familie.

Und dennoch wurde sein Herz schwer bei dem Wissen, wie enttäuscht Taehyung und die Kinder sein würden.

"Aber es beginnt erst gegen siebzehn Uhr."

Immerhin etwas.

"Ich gehe dort hin, als deine Begleitung. Nur habe ich eine einzige Bitte... kontaktiere mich bis Sonntag nicht."

"Willst du mir allen Ernstes etwas virschreiben? In deiner Situation?"

"Nein ich bitte dich um einen Gefallen. Es geht um ein wichtiges Projekt, was ich vollenden muss.", log er.

Kurz schwieg sie, bevor sie zustimmte.

"Hol mich am Sonntag ab. Uhrzeit und Adresse schicke ich dir."

Und damit hatte sie aufgelegt.

Jeongguk ließ sein Handy sinken, bevor er das Gesicht in den blassen Handinnenflächen vergrub.

Er musste nur noch diese und die nächste Woche aushalten. Bis zu ihrem Jahrestag. Und dann... danach würde er es Taehyung erzählen müssen. Denn früher oder später würde sie ohnehin alles auffliegen lassen. Und wenn Tae es erfuhr, dann zumindest aus seinem eigenen Munde.

Ob er dies nun aber wirklich schaffen würde, war die andere Frage.

Er raffte sich zusammen, wusch sein Gesicht mit kaltem Wasser, bevor er zu seiner Familie zurückkehrte.

Er musste so tun, als sei alles in Ordnung, obwohl es ganz und gar nicht der Fall war.

Die Tage bis zum Sonntag verstrichen quälend langsam.
Als würde der Herr im Himmel Jeongguk noch nebst seinem Leid Extra für diese Entscheidung quälen.

Tatsächlich meldete sie sich nicht mehr bei ihm, dennoch war er unruhig im Inneren.

Und das so sehr, dass ihm gar glatt entging, wie Tae versuchte ihm näher zu kommen.

Es frustrierte den Brünetten. Er gab sich so viel Mühe, obwohl es ihm schwer fiel und versuchte in allen Hinsichten wieder ein besserer Ehemann zu werden - er ging sogar auf den Wunsch des Jüngeren ein, die verlorene intimitäten nachzuholen.
Aber Jeongguk ging einfach nicht drauf ein.

Er versuchte es zu einem an dem selben Abend des Telefonats und am Samstag Abend.
Aber beide male realisierte Jeongguk es nicht so richtig, worauf Tae wirklich hinaus wollte, da er dermaßen auf das anstehende Desaster fokussiert war.

Und es verletzte und bestärkte Taehyung in seinen Zweifeln, auch wenn ungewollt und unbewusst.

An dem Samstag hatte Jeongguk stattdessen einfach nur die Arme um ihn gelegt und ihn festgehalten, als könne er sich in Luft auflösen - an sich hatte er dagegen nicht einzuwenden, aber warum wies der Jüngere ihn so ab? Es verunsicherte ihn, denn er wusste nicht, dass es nicht an ihm lag...

"Ist alles gut?", hatte er gewispert, als Jeongguk einfach nur das Gesicht in seiner Halsgrube versteckte.
Und der Jüngere nickte. Doch Taehyung merkte, dass etwas falsch war - bezog es allerdings fälschlicherweise auf sich.

Er will mich nicht... wieso will er nicht? Zwei mal in Folge...

Und Jeongguk hingegen war mit seinen Gedanken beim morgigen Tag und fragte sich, wie das ganze ausgehen würde.
Das Event, dir ganze Menschen und Choi Mirae.
Was hatte sie wohl bloß geplant?

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