¹⁶ 🥀 back to normal 🥀
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🥀 Back to normal 🥀
Der Duft von Lavendel und Vanille hüllte Jeongguk ein und ließ ihn schweren Herzens Seufzen.
Nachdem er und Taehyung sich bei einander ausgeweint und über ihre Probleme gesprochen hatten, legten sie sich beide wieder hin, da es noch früh war und die Kinder schliefen.
Taehyungs schlanken Finger spielten mit den feuchten Haarsträhnen des Jüngeren, bevor er stutzte. "Ggukkie, wie oft soll ich es dir noch sagen. Du wirst krank wenn du mit nassen Haaren schlafen gehst.", meckerte er den Jüngeren mit einem besorgten Unterton an.
Jeongguk musste leicht lächeln, es war so klar dass sein Mann diese Bemerkung machen würde und er war froh drum. Denn so fühlte es sich zumindest an, als wäre alles wieder beim alten. Auch wenn das absolut nicht der Fall war.
Denn obwohl sie sich ausgesprochen hatten, gab es nun ein viel größeres und schlimmeres Problem zwischen ihnen, wovon der Brünette nichts ahnte.
Jeongguk fühlte sich wirklich grauenvoll. Es zerfraß ihn innerlich, doch schaffte er es nicht, es seinem Ehemann zu gestehen.
Sein Fehler war zu schrecklich, um nach Vergebung zu bitten. Dem war er sich bewusst und genau das schreckte ihn ab und klaute seine Stimme, sobald er es Tae gestehen wollte.
Es würde ihre Ehe komplett zerstören, wo sie jetzt dochnach so langer Zeit sich wieder annäherten.
Jeongguk konnte dieses Opfer nicht bringen. Er durfte Taehyung nicht verlieren. Auch wenn es egoistisch klang, er würde seine Ehe nicht daran zerbrechen lassen.
Er schenkte dem Brünetten ein müdes Lächeln und lehnte sich vor, um seine Wangen zu küssen.
"Jetzt sind die doch ohnehin trocken, Liebling."
Taehyung wollte protestieren, doch da flog die Tür auf und mit einem Geschrei kam Soohyeon hineingestürmt.
"Papi! Papi!", gluckste sie und warf sich mit Anlauf auf die weiche Matratze.
Jeongguk lachte auf und griff nach seiner kleinen Tochter. "Komm her, du kleiner Störenfried."
Sie kicherte laut auf, als Jeongguk sie an seiner Brust zog, sodass sie zwischen Taehyung und ihm lag.
Das Ehepaar schaute sich für einen kurzen Moment, Tae nickte dem Jüngeren knapp zu und beide zählten innerlich von drei runter. Zeitgleich attackierten beide ihre gemeinsame Tochter und kitzelten sie von beiden Seiten.
Soohyeon schrie laut auf und lachte herzlich, während sie versuchte den flinken Fingern entkommen.
Auch Taehyung und Jungkook stimmten mit ins Lachen ein.
Es ist alles wieder normal, wie früher. Sie werden wieder genau so eine glückliche Familie werden, wie sie es bis vor einigen Monaten waren.
Soohyeons lautes Gelächter riss auch Jeongguks Mutter aus ihrem Schlaf, die sich nach der Ankunft ihres Sohnes dann auch zum Schlafen in eines der Gästezimmer hinlegte.
Auf Bitte des Ehepaars und Ihrer Enkelin blieb sie zum Frühstück - wobei es wegen der Uhrzeit eher ein Brunch war. Zu fünft saßen sie am Tisch, redeten und lachten und für einen Moment vergaß das Ehepaar welche Strapazen sie hinter sich gebracht hatten, weil alles wieder normal wirkte.
Auch wenn die zerfressenden Schuldgefühle nicht verschwanden.
Genau so wenig wie die tiefsitzende Unsicherheit in Taehyung.
"Soobinnie mach ahh~", wies Soohyeon ihren kleinen Bruder an, welcher auf Taehyungs Schoß saß.
Das kleine Mädchen fütterte ihn mit dem Brei und tat jedes Mal so, als wäre der Löffel ein Flugzeug und natürlich klappte Soobin jedes Mal erstaunt die Kinnlade herunter, sodass er einfach gefüttert werden konnte. So mampfte das Jüngste Familienmitglied vor sich hin und entlockte den Erwachsenen immer wieder ein entzücktes Lachen.
"Taehyung Schätzchen, gib Soobin kurz mir, damit du auch was essen kannst. Ich bin fertig.", lächelte Jeongguks Mutter.
"Danke", entgegnete er mit einem kleinen Lächeln, gab seinem Jüngsten einen Kuss auf die speckige Wange, bevor er seiner Oma gereicht wurde.
Wenn er mit den Kindern beschäftigt war, insbesondere mit Soobin, vergaß er oft, dass er selbst ebenfalls noch nichts gegessen hatte.
Wenn Jeongguk da war, nahm er ihm meistens die Kinder ab, damit der Ältere auch mal in Ruhe essen konnte, weil es unter der Woche tagsüber meist nicht ging, wenn er mit den zwei kleinen alleine war.
"Warte ich mach das Brot noch mal warm, die sind bereits abgekühlt.", kam Jeongguk ihm zuvor, bevor Taehyungs Finger nach der Brotscheibe greifen konnte.
Keine Minute später kam er wieder aus der Küche, mit warmen Brot. Taehyung gab ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen.
"Danke dir, Ggukkie.", wisperte er.
Jeongguks Herz wurde schwer, als Taehyungs warme Lippen sich auf seine eigenen legten.
Auf den Mund, der in der vorherigen Nacht eine andere Frau geküsst hatte...
Der schwarzhaarige zwang sich zu einem gequälten Lächeln, was niemand bemerkte.
Jeongguk schluckte schwer, bevor er sich wieder hinsetzte und Sora seine Aufmerksamkeit widmete.
"Wie wäre es, wenn ihr zwei heute etwas Zeit alleine verbringt? Geht auf ein Date, etwas schönes Essen. Ich bin ja schließlich hier, um auf die Kinder aufzupassen."
Sie wusste, dass die beiden sich unmöglich richtig aussprechen konnten, wenn sie und die Kinder bei ihnen waren.
Nach dem Streit gestern brauchten sie ein wenig Zeit für sich, ungestörte Zweisamkeit. Um wieder aufzutauen, die gegenseitigen Fehler zu verzeihen und zu verstehen, was der jeweils andere fühlte.
Jeongguk sah seine Mutter dankbar an und hakte sofort nach, ob ihr das wirklich keine Umstände bereitete. Diese erwiderte, es sei absolut kein Problem, da sie es liebte, mit ihren Enkeln Zeit zu verbringen. Auch hatten sie Soobin paar mal bei ihr gelassen, ohne, dass der Kleine quängelte. Soobin war schüchtern und wurde wenigen gegenüber warm, doch seine Großmutter liebte er genau so sehr wie seine Eltern. Vermutlich, weil sie so oft bei Ihnen war und dem jungen Paar unter die Arme griff.
Taehyung biss sich ein wenig unsicher auf die Unterlippe.
Zuerst machte er sich Sorgen und wollte verneinen, doch dann fielen ihm seine Vorsätze ein. Er wollte ein besserer Ehemann werden und wieder mehr Zeit und Aufmerksamkeit dem Jüngeren schenken. Da gab es keinen besseren Moment, als sofort. Zu lange waren sie nicht mehr auf einem Date, oder generell alleine und ohne Probleme.
Nach der Fehlgeburt hatte Taehyung kaum einen Fuß in die Außenwelt gesetzt, da er lieber in Selbstmitleid und Schuldgefühlen versank - außer zum Einkaufen und um Soohyeon in die Schule zu bringen und sie abzuholen.
Er musste sich ändern, normal werden, wie zuvor.
Damals waren die beiden fast jedes zweite Wochenende auf einem Date, während Jeongguks Mutter auf die Kinder aufpasste.
Was für einen besseren Schritt zur Normalität gäbe es da noch, als diesen?
Also lächelte er schwach und nickte seiner Schwiegermutter zu.
Währenddessen umfasste er seine Tasse so stark mit den Fingern, dass seine Knöchel hervortraten.
•♡•♡•
"Ich hab Soobin's Flächen bereits zubereitet, du müsstest es nur noch einmal kurz anwärmen.
Oh - und der Brei ist auch fertig. Falls er zwischen dessen Hunger kriegen sollte, die kekse, die er so mag sind -"
"Im rechten äußeren Schrank, oberste Schublade. Ich weiß, Taehyung. Liebling es ist nicht das erste Mal, dass ich auf die Kinder aufpasse.", lachte die Frau herzlich auf und strich dem besorgten Vater über die Wange.
Die besorgte Falte zwischen dessen markanten Augenbrauen verschwand. Sie hatte recht, er brauchte nicht so nervös zu sein.
Soobin war soeben eingeschlafen und würde für mindestens zwei Stunden durch schlafen. Soohyeon war dermaßen in ihrem Barbie Film vertieft, dass sie sobald sie sich von ihren Vätern verabschiedete hatte, in Windeseile zu dem Fernsehr zurück sprintete, um wenig wie möglich zu verpassen.
"Wehe ihr kommt vor heute abend zurück. Genießt eure zeit und macht euch keine Sorgen. Wenn etwas sein sollte, rufe ich an. In Ordnung?"
Angespannt nickte Taehyung. Doch seine Schultern entspannten sich, sobald Jeongguks Hand sich auf diese legte.
"Danke.", wisperte er leise und küsste sie flüchtig auf die Wange.
"Wirklich."
Damit verabschiedeten sie sich von ihr und die Szene fühlte sich zeitgleich so bekannt und fremd zugleich an, dass es ein wenig Unbehagen in dem Paar hervor rief.
"Ich hab eine Reservierung in unserem Lieblings-Restaurant gemacht... ist das okay für dich?", meldete sich Jeongguks Stimme, als sie im Wagen saßen.
"Hm? Ja, klar.", nickte der Ältere.
Während der Fahrt herrschte Stille zwischen ihnen, was ziemlich ungewohnt war.
Taehyung zupfte die ganze Zeit an den Ärmeln seines Oberteils. Jedes Mal wenn er zu dem Jüngeren blickte, wirkte er tief in seinen Gedanken versunken. Deswegen traute sich Tae auch nicht, aufzusprechen.
Das wiederum ließ ihn zweifeln und zweifeln.
In jenem Teufelskreislauf, kam er auch zu dem Punkt, wo er ihre Streit-Konversation durchging.
Und ein Satz von Jeongguk ließ ihn nicht mehr los.
Immer und immer wieder hallte es in seinen Ohren wieder und ließ seine Brust enger werden.
"So langsam hab ich dich satt Taehyung."
Tränen stiegen ihm in die Augen, die er sofort wegblinzelte.
Sicherlich meinte Jeongguk es nicht so und hatte es im Affekt gesagt.
Doch... Was wenn nicht?
Diese Sorge ließ Taehyung nicht mehr los.
Er konnte nur hoffen, dass ihr Date gut verlief.
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