Aufbruch

Ich verbrachte die restliche Zeit des Tages vorallem damit, Lorraine bei der Arbeit zu helfen.
Der Gasthof war am Abend für Besucher geschlossen, sodass wir uns erneut gemeinsam an die Theke setzen konnten. Die blonde Wirtin hatte einen Braten zubereitet, den sie zusammen mit Reis servierte, und einem Gemüse, das ich nicht kannte. Sie fragte mich beim Essen noch einige Sachen über meine Vergangenheit und meine Pläne für die Zukunft.
Ich wollte nicht gern über die Zeit auf dem Sklavenmarkt reden, also erzählte ich vorallem von meinen alten Freunden und meiner Schwester.
Um auch endlich mal zum Essen zu kommen, bat ich sie, auch etwas von sich zu erzählen.
Ihre Lebensgeschichte war relativ gewöhnlich, sie war in dieser Stadt geboren und hatte als junge Frau den Hof von ihren Eltern geerbt.
Als ich spät am Abend mein Zimmer betrat, brannten meine Augen bereits vor Müdigkeit.
Ich hatte in Lorraine's Bad geduscht. Meine nassen Haare waren zu einem Zopf geflochten, der mir etwas schief über die Schulter hing. Ich war noch nie gut im Haareflechten.
Zephyr hockte am Fenster, sie reagierte nicht auf mich, als ich sie begrüßte.
Wahrscheinlich war sie wieder grundlos eingeschnappt. Manchmal konnte sie wirklich kindisch sein.
"Ich bin ja wohl hundert mal reifer als du!", murmelte sie ohne sich umzudrehen.
Heute war also einer der wenigen Tage, an denen diese fragwürdige Verbindung zwischen unseren Gedanken bestand. Bei uns war dieses Band noch nie besonders stark, aber ich erinnerte mich, dass Hino und ihre Wächterin Miri fast jeden Gedanken teilten.
Ohne etwas zu erwidern löschte ich das Licht und legte mich auf das Bett. Eine Weile schwiegen wir uns einfach an. Irgendwann hörte ich, wie sie von der Fensterbank auf den Holzboden sprang.
"Du bist doch bescheuert." Mit diesen Worten kuschelte sie sich gegen meinen Rücken.
"Du auch." Wieso musste gerade ich so eine komplizierte Wächterin haben?
 
Am nächsten Morgen wachte ich früher auf als gestern. Ich zog wieder die Kleidung an, die Lorraine mir gegeben hatte. Sie hatte mir erlaubt, sie mitzunehmen.
Zephyr nahm den gewohnten Platz auf meiner Schulter ein, als ich mich von der Wirtin verabschiedete. Sie schenkte mir noch einen Schal, der mein Halsband verdeckte.
"Du kannst mich gern mal besuchen kommen!", lachte sie und täschelte meinen Kopf.
Ich nickte und bedankte mich noch einmal für ihre Gastfreundschaft, bevor ich wieder in die belebten Straßen der Stadt eintauchte.
 
Letzte Nacht hatte ich beschlossen, in Richtung Osten zu reisen, wie Lorraine es mir geraten hatte.
Vielleicht hatte ich dort irgendwo eine Möglichkeit, Arbeit und eine dauerhafte Bleibe zu finden.
 
Soo, ich hoffe euch gefällt dieses kurze Kapitel, obwohl es eigentlich nur ein Filler ist.
Ich wollte heute unbedingt noch eines schreiben, auch wenns nur eine Kleinigkeit ist, weil ich ab morgen bis Samstag kleine Kinder in einem Camp betreue :D
Mit dem Handy werde ich nichts hochladen, bin aber trotzdem vielleicht mal online.
An dieser Stelle mal vielen Dank für eure Treue! Ich freue mich immer total über eure Kommentare (Vorallem über die ausführlichen) und Votes :)
Chains hat es tatsächlich schon auf über 1000 Reads und Platz 30 in Horror geschafft!
Dieses Mal möchte ich mich bei memory4u bedanken, die mich total motiviert und selbst eine unglaublich fesselnde Geschichte schreibt, und bei teddybrauneaugen, die neulich mein Buch bewertet hat! (Schaut mal bei ihr vorbei, sie ist genial.)

~Eure Sensha~

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