XIV|| Broken
Widmung: sinnliche
Kommen wir nun zu einem Buch, das ich so noch nicht gelesen/gesehen habe. Was mich interessieren würde, ob ich die Einzige bin, die anfangs überrascht war, dass diese Kapitel unglaublich kurz sind - was nichts Schlechtes heißen muss.
gelesen: Kapitel one - Kapitel fifteen
Genre: Kurzgeschichten
Was ich nochmal anmerken wollte - es ist alles meine Meinung - Meinungen von anderen können sich mit meiner decken oder eben auch nicht.
Kommen wir also zur heutigen Bewertung:
Cover
Das Cover ist als Buchcover an sich sehr ungewöhnlich und habe ich auch so noch nicht wirklich gesehen. Was man auf jeden Fall sehr gut erkennen kann, sind der Titel und der Autorname - der Rest ist in Schwarz gehalten. Auf dem schwarzen Hintergrund ist ein „Reminder" aufgezeigt mit den Worten „Be happy :-))))))" und den Auswahlmöglichkeiten „Options" und „Close". Ich finde, es erinnert zwar nicht ganz an ein Buchcover, aber es passt ganz gut zur Geschichte. Vor allem die beiden Auswahlmöglichkeiten können gut in Verbindung mit deiner Geschichtshandlung gebracht werden.
Daher insgesamt 21 von 25 Punkten
Titel
„Broken" - „Gebrochen" - Der Titel ist kurz und knapp. Und kann kurz und knapp abhandelt werden: er spiegelt genau die innere Verfassung der Ich-Erzählerin wider. Er wird sogar wortwörtlich in die Geschichte mit eingebracht. Er ist nicht ausgefallen oder „neu", dennoch wirklich stimmig im Bezug auf deine Handlung.
Insgesamt daher 18 von 20 Punkten
Klappentext

Der Klappentext besteht aus einem Wort, das deinen Titel übersetzt. An sich würde ich sagen, da die Kapitel inhaltlich nur ein paar mehr Worte umfassen, reicht das. Irgendwie würde ich mir aber noch wünschen, dass du daraus vielleicht einen Satz oder eine Frage machen könntest, damit der Leser einen ersten Eindruck von deiner Geschichte erhält.
Was ich wirklich sehr gut finde, ist, dass die Autorin eine Warnung darunter gesetzt hat. Hier sind wirklich sehr viele junge Leser/innen, die eventuell mit dem Thema schwer umgehen können - vor allem betrifft das auch mit der Szene, in der die Ich -Erzählerin sich selbst verletzt. Was mir bei deiner Warnung aber noch fehlt, sind die Themenfelder, die sie in ihrer Geschichte anspricht. Darauf sollte mE auch hingewiesen werden.
Daher insgesamt 12 von 15 Punkten
Handlung
Aufbau
Der Aufbau der Geschichte ist gut strukturiert und durchdacht. Die Autorin schafft es trotz der Knappheit ihrer gewählten Worte die Situation gut zu vermitteln und dem Leser eine Gänsehaut zu verpassen. Auch ist die Geschichte interessant gestaltet. Die Kapitel bauen gut aufeinander auf.
Inhalt
Inhaltlich möchte ich gar nicht allzu sehr auf die Geschichte eingehen, da man hier dann wirklich 1:1 nacherzählt aufgrund der kurzen Kapitel. Man bekommt auf jeden Fall das vermittelt, was auch vermittelt werden soll. Hier finden sich auch keine unrealistischen oder unlogischen Sachverhalte wieder. Du baust alles nachvollziehbar aufeinander auf. Was wirklich ein bisschen fehlt, ist, wie es dazu gekommen ist, dass die Protagonistin so fühlt, wie es letztendlich der Fall ist.
Die Spannung wird hier in jedem Kapitel hochgehalten und steigert sich im weiteren Verlauf immer ein wenig mehr. Die Autorin stellt hier den "gebrochenen" Charakter wirklich sehr gut dar. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt in Kapitel fifteen und genau da finde ich es schade, aufhöre zu müssen.
Charaktere
Die Protagonistin beschreibt sich selbst als dick, hässlich, und dumm, u.a. und das mehrmals, aber weitere Informationen hinsichtlich ihres Aussehens bekommt der Leser nicht. Hier würde ich anraten, vielleicht noch ein paar mehr Worte über ihr Aussehen zu verlieren, um dem Leser zumindest eine Vorstellung davon zu geben, wie sie tatsächlich aussieht und warum sie so denkt. Weiterhin wirkt die Protagonistin zurückgezogen und gefangen in ihrer negativen Gefühlswelt, in der sie sich zu verheddern scheint. Sie vertraut sich niemanden an. Man kann die Handlungen und Gefühle der Protagonistin nachvollziehen und sich tatsächlich zu einem geringen Teil mit ihnen identifizieren. Ich würde sagen, gerade in der Pubertät erfährt man solche Gefühle - bei weitem nicht in der Heftigkeit - aber es gibt in dieser Zeit genug Momente, in denen man sich an sich selbst zweifelt oder gemobbt wird bzw. Mobbing mitverfolgt. Ihre Gefangenheit in ihren Gefühlen treibt sie soweit, dass sie Gedanken an Suizid hat, sich selbst verletzt und am Ende des Kapitels tatsächlich auch dies nun umzusetzen scheint. Man kann daraus schließen, dass sie definitiv eine hilfesuchende Persönlichkeit ist. Ihre Gefühle sind gut nachvollziehbar dargestellt worden.
Umgebung
Trotz der Knappheit deiner Kapitel wird dem Leser immer aufgezeigt, in welcher Umgebung bzw. an welchem Ort sich die Protagonistin aufhält. Dies wird durch das Heranziehen der Worte "Schule", "Zuhause", o.ä. verdeutlicht. Mehr wird nicht beschrieben. Da hier aber der Fokus ganz klar auf die innere Handlung der Protagonistin liegt, fehlt es dem Leser auch nicht.
Insgesamt daher 26 von 30 Punkten
Gesamteindruck
Grundidee - Individualität deiner Geschichte
Die Idee an sich ist nichts, was man noch nicht so gelesen hat. Es handelt sich um sensible Themen von Mobbing, Depressionen über daraus resultierende Selbstverletzungsversuche bis hin zu suizidale Gedanken - hier liegt das Augenmerk dann eher darauf, wie diese Idee umgesetzt worden ist.
Umsetzung
Hinsichtlich der Umsetzung ist man als Kritiker hier stark eingegrenzt, weil einem nur wenige Zeilen zur Bewertung bleiben. Die Autorin spricht ihre Idee in jedem einzelnen Kapitel an und gibt dem Leser auch das richtige Gefühl, die solche Themen mit sich bringen. Sie baut auch sehr gut Spannungsmomente auf, indem sie von der "blutroten Dose", einer Klinge, u.ä spricht. Auch entwickelt sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel weiter. Ich finde, sie könnte ihre Geschichte um ein paar Zeilen gern erweitern, um noch einen tieferen Einblick erschaffen. Insgesamt sind die einzelnen Szenen wirklich gut durchdacht und bisher gut strukturiert.
Sprache
Diese Kategorie ist aufgrund der geringen Wortanzahl sehr schwer einzuschätzen. Man kann die Autorin sprachlich kaum einordnen. Was man allerdings hier sagen kann, ist, dass der Lesefluss eigentlich so gut wie immer gewährleistet ist. Auch dein Schreibstil lässt sich gut lesen. Was ich allerdings nicht ganz so gelungen finde, sind die Anreden an den Leser. Meiner Meinung nach, gehört sowas einfach nicht in eine Geschichte hinein. Was du aber vor allem erreichst, ist die Gefühlsübertragung deiner Figur auf den Leser. Man liest deine Geschichte mit einem flauen Gefühl in der Magengegend und man spürt ihre Gefühlsbelastung sehr. Das ist dir wirklich überaus gut gelungen. Weiterhin kann man sagen, dass sehr wenig Rechtschreib- und Grammatikfehler vorhanden sind.
Insgesamt 34 von 40 Punkten
Gesamtheit aller Punkte: 111 von 130 Punkten
Fazit:
Insgesamt gefällt mir diese Kurzgeschichte sehr, da sie auch sehr sensible Themen aus einer ganz anderen Sichtweise darstellt. Es ist zwar in einer ungewöhnlichen Art und Weise geschrieben worden, was der Geschichte an sich nur wenig Abstriche gibt. Sie geht trotzdem wirklich sehr in die Tiefe. Man könnte an der einen oder anderen Stelle vielleicht das Geschriebene noch etwas mehr ausbauen.
Weiterhin überträgt die Autorin hier das Gefühl auf den Leser ungemein gut. Man liest sie wirklich so, dass man wirklich denken könnte, dass ihr dies alles selbst widerfahren ist - was ich wirklich nicht hoffe. Diese Geschichte ist wirklich weiterzuempfehlen.
N.H.
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