Kapitel 26

Es gab nur eine Antwort auf Nialls Frage: Nein! Nein, ich werde mich nicht mit meiner Familie versöhnen. Ich startete meinen Computer auf und schickte Niall eine E-Mail mit meiner Antwort, als dies erledigt war ging ich spazieren. Ich musste mich dringend abreagieren.
Als ich wieder zurückkam ging es mir schon viel besser. Meine Mutter empfing mich: "Niall hat angerufen. Du sollst ihn zurückrufen." "Werde ich nicht.", war meine Antwort. "Seraina, sei nicht so unhöflich. Ruf ihn an." Sie hielt mir das Telefon hin. Missmutig nahm ich es an und gab die Nummer ein.
"Horan.", drang an mein Ohr. "Hallo... Dad... Ich würde gerne mit Niall reden."
Das Gespräch mit Niall dauerte etwa drei Stunden. Zu Tage führte es nichts. Niall wollte, dass ich mich versöhne und ich weigerte mich standhaft. Eigentlich war es ein Wunder, dass wir uns nicht verkracht haben.
Niall meldete sich zwei Monate nicht, bis er einfach vor unserer Haustür stand. "Darf ich reinkommen?", fragt er, aber bevor er die Frage beendet hatte, stand er im Flur. "Hallo Niall. Natürlich darfst du reinkommen. Ich freu mich dich zu sehen.", sagte mein Vater demonstrativ. Ich beachtete ihn nicht weiter. "Was willst du hier?", fragte ich Niall mit verschränkten Armen. "Serafina, dass ist wirklich kein guter Moment um auf mich sauer zu sein.", sagte Niall gehetzt. "Ich finde den Moment perfekt.", wiedersprach ich. "Serafina! Papparazis haben mich fotografiert. Vielleicht sogar wie ich hier läutete." "Was?", schrie ich. "Seraina,", sagte meine Mutter beschwichtigend, "wir können das alles in einem Gespräch klären." "In einem Gespräch? IN EINEM GESPRÄCH? Papparazis haben ihn verfolgt und diesem Hornochsen fällt nichts besseres ein, als bei uns zu läuten, so dass wahrschenlich bald die ganze Welt weiss, dass ich seine 'lost sister' bin."

Nialls POV
Es tat echt weh, als Serafina mich als Hornochse bezeichnet hatte. Ich wusste das sie in Rage war und Sachen sagte, die sie später bereuen wird, aber am Schmerz änderte es nichts. Mein Verdacht bestätigte sich, als Emma es geschafft hatte sie zu beruhigen und sie sich entschuldigte.
Später sassen wir alle auf dem Sitzpolster. Im Internet gab es tausende Spekulationen, wieso ich in Zürich an einer Tür klingelte. Im Moment berieten wir uns was wir machen sollten. "Vielleicht sollten wir ihnen die Wahrheit sagen.", sagte Serafina. "Wir sollen ihnen sagen, dass du zuhause gequält wurdest und, als du es nicht mehr ausgehalten hast, in die Schweiz abgehauen bist, wo dich eine Familie adoptiert hat?" Ein Schatten huschte über Serafinas Gesicht. "Nein.", wiedersprach sie dann, "Wir sagen das Mum und Dad äh... Geldprobleme hatten, als ich auf die Welt kam und mich zur Adoption freigegeben haben." Ich klärte die Idee noch mit meinen Eltern ab und, als sie sich einverstanden erklärt hatten, machten wir ab, dass ich es im Interview in einer Woche bekanntgeben werde.

Serainas POV
In einer Woche würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Ich war nervös.
In sechs Tagen würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Ich brauchte Nervennahrung und verschlang Tonnen von Schokolade.
In fünf Tagen würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Jeder war genervt von mir.
In vier Tagen würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Meine Konzentration hatte sich verabschiedet.
In drei Tagen würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Ich habe keinerlei Erinnerung an diesen Tag.
In zwei Tagen würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Meine Mutter musste mir Beruhigungsmittel geben.
In einem Tag würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Ich zitterte am ganzen Körper.
Heute würde bekanntgegeben werden, dass ich Nialls Schwester war. Ich verliess den ganzen Tag mein Zimmer nicht (ausser um auf die Toilette zu gehen).

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