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Das Wohnzimmer war von bunten Geburtstags-Girlanden verhangen, als sie zurück ins Gasthaus kamen. Das erklärte Luhan auch, wieso Kyungsoo, Minseok und Baekhyun das Badehaus verlassen hatten, ohne auf sie anderen zu warten.

Baekhyun trug einen spitzzulaufenden Partyhut auf dem Kopf und verteilte weitere Hüte an die anderen. Sehun seufzte leise. „Ich dachte, ich werde volljährig."

„Das macht dich immer noch jünger als alle anderen hier, Sehunnie", grinste Jongin schadenfroh.

„Als ob du dazu etwas zu sagen hast", schnaubte Kris. „Komm erst einmal in mein Alter, bevor du den Mund aufmachst."

Junmyeon lachte und streifte sich dann den dummen Partyhut über. „Von meinem Alter fange ich gar nicht erst an."

Es war halb zwölf, als sie ihre Sachen in ihre Zimmer gebracht hatten und sich wieder im Wohnzimmer einfanden. Sehun hatte wieder schrecklich rote Wangen, wegen all der Aufmerksamkeit und dem kitschigen Geburtstagsschmuck, der im Wohnzimmer hing. Außerdem sahen ihn alle ganz erwartungsvoll an, als würde er um Punkt Mitternacht eine große Metamorphose hinlegen.

Baekhyun hatte sich außerdem darum gekümmert, dass es genug Schüsseln mit Snacks gab, die sie gerade schon herumreichten und auf dem langen Tisch an der Wand standen bereits Sektgläser bereit. Luhan hatte auch härteren Alkohol gesehen, als er kurz in die Küche gegangen war, um sich ein Glas Wasser zu holen. Er war sich nur noch nicht sicher, ob sie damit schon heute Abend beginnen würden, oder erst morgen Abend, wenn sie die Feuerstelle hinter dem Haus zum Grillen benutzten.

Wegen ihrem Besuch in der Therme waren alle entspannt und etwas ruhiger als gewöhnlich. Gerade gruben sie alte Geschichten aus der Arbeit heraus, Dinge, die sich im Restaurant zugetragen hatten, bevor Jongdae und Jisoo zu ihnen gestoßen waren – eine Verlobung zum Beispiel, bei der Minseok den Ehering in das Dessert des Frau getan hatte. Kyungsoo hatte darüber den ganzen Abend lang den Kopf geschüttelt, weil er die Idee unhygienisch und gefährlich fand, aber sie hatte sich letztlich gefreut und ihrem langjährigen Freund ihr Jawort gegeben. Das ganze Restaurant hatte im Anschluss mit den beiden gefeiert.

„Erinnert ihr euch an den Gast, der immer an siebenundzwanzig saß?", warf Yixing grinsend in die Runde ein, als ihm die Erinnerung ins Gedächtnis schoss.

Luhan nickte bestätigend. „Unser Herr Professor."

„Ein Professor? Was war mit ihm?", fragte Jongdae.

„Er ist jeden Tag um kurz vor zwei ins Restaurant gekommen, um erst eine Tasse Kaffee und die Tageszeitung zu lesen und dann zu Mittag zu essen. Immer eine Suppe, egal wie gut die anderen Gerichte auch klangen."

„Und er war ein Professor an der Uni?"

„Wir wussten nie, was genau er war, weil wir nicht gefragt haben", setzte Sooyeon fort. „Aber er sah definitiv aus wie ein Professor. Er trug so eine runde Brille mit dicken Gläsern, durch die seine Augen immer überdimensional groß wirkten. Seine Haare waren auch immer ordentlich zurückgekämmt und er trug jeden Tag einen Anzug mit Krawatten in unterschiedlichen Farben. Wir haben auf Jura-Professor getippt. Wirtschaft war auch im engeren Kreis unserer Vermutungen."

„Und was hatte es wirklich mit ihm auf sich?"

Sooyeon deutete auf Junmyeon. „Chef hat ihn dann eines Tages im Theater getroffen. Er ist in Wahrheit ein Schauspieler."

„Oh, ein Schauspieler also", sagte Jongdae.

Junmyeon erklärte weiter: „Es war ein postmodernes Theaterstück und behandelte die Gefühle von Straßenschildern."

Jisoo starrte Junmyeon mit offenem Mund an. „Gefühle von Straßenschildern? Du hast dir wirklich so ein Theaterstück angesehen?"

„Postmoderne Kunst ist gesellschaftskritisch und meistens echt interessant." Er lächelte zerknirscht. „Aber das Stück damals war wirklich etwas, na ja, eigenartiger als sonst.

„Und welche Rolle hat euer Herr Professor letztlich gespielt?"

„Er war ein Stopp-Schild mit manischen Depressionen."

„Stopp-Schilder sind manisch-depressiv?", fragte Jongin mit gerunzelter Stirn.

„Anscheinend", lachte Junmyeon. „Das Stück hat es so begründet, dass Stopp-Schilder sich vor Einsamkeit wünschen, dass alle stehen und bei ihm bleiben, aber alle machen ihm nur die Hoffnung zu bleiben, indem sie kurz stehen bleiben, aber anschließend weiterziehen."

„Das ist...tiefer als ich dachte."

„Es hat meine gesamte Sichtweise auf Straßenverkehrsordnung verändert", scherzte Junmyeon. „Die Ampel hat es mir besonders angetan. Da ging es um Multiple Persönlichkeitsstörungen, von mild zu rasend vor Wut. Die Einbahnstraße personifizierte die Angst vor dem Tod, das Schild für die Vorfahrtsstraße stand für Depressionen und Rassismus und die Kreuzung für Decidophobie – das ist eine extreme Entscheidungsangst." Junmyeon dachte kurz nach, ob ihm noch andere schwer traurige Verkehrsschilder einfielen, die im Stück vorkamen. „Ah, zum Schluss ist dann ein Mensch aufgetreten, also ich meine, kein verkleideter und geschminkter Schauspieler, der ein Verkehrsschild spielte, sondern ein Mensch, der einen Menschen gespielt hat. Er litt an Agyrophobie."

„Und was ist das für eine Phobie?", fragte Baekhyun, mit einem Kartoffelchip in der Hand, der in der Luft vor seinem Mund schwebte, als hätte er ganz vergessen, dass er ihn gerade in den Mund nehmen wollte.

Junmyeon grinste. „Es ist die Angst davor, in eine Straße zu geraten, auf der zu viele Verkehrsschilder stehen."

Zitao schnaubte belustigt. „Das gibt es wirklich? Wie passend."

„Auf jeden Fall war unser Herr Professor eigentlich ein Schauspieler und hat uns alle damit ziemlich an der Nase herumgeführt."

„Vielleicht war genau das ja sein Ziel", warf Kyungsoo nachdenklich ein. „Vielleicht war das Exordium für ihn nur auch eine Art von Bühne und wir seine Zuschauer in einem Verkleidungsakt. Vielleicht geht er abends in ein anderes Restaurant und verkleidet sich wieder als eine völlig neue Person."

„Das klingt ganz nach etwas, dass du tun würdest, nur um fies zu sein", murmelte Baekhyun, was sie anderen zum Lachen brachte.

Luhan sah zu Sehun herüber, der wieder auf dem Boden saß, Jongin neben ihm mit einer Packung Pringles zwischen den Knien. Sehun erwiderte seinen Blick, als hätte er gespürt, dass Luhan ihn ansah. Ein Lächeln lag noch immer auf seinen Lippen. Luhan fand es schwer die Augen wieder zu senken, er war wunderschön.

„Es ist fünf Minuten vor Mitternacht", rief Zitao plötzlich aus und präsentierte allen seinen Handybildschirm um die Uhrzeit zu beweisen. „Gleich wird Sehunnie erwachsen."

„Oh Himmel", murmelte Junmyeon leise. Er saß neben Luhan auf dem Sofa, so dass nur er ihn hatte hören können.

„Nervös?", fragte er scherzhaft.

„Du glaubst gar nicht, wie sehr. Es kommt mir so vor, als hätte ich Sehunnie erst gestern beigebracht wie man aufs Töpfchen geht. Er war so unbeholfen und hat immer gleich geweint, wenn unsere Eltern ihn einfach auf seinem Topf sitzen ließen, also musste ich aushelfen. Mit meinen Erklärungen hat er schon immer am schnellsten verstanden."

Luhan prustete los.

Sehun beobachtete die zwei mit Horror auf dem Gesicht. „Was erzählst du ihm da Hyung?"

„Nichts weiter", lachte Junmyeon. „Keine Sorge!" Er ließ die Schultern ein wenig hängen. „Es ist dumm davor Angst zu haben, aber ich will wirklich nicht, dass er erwachsen wird. Ich habe die Befürchtung, dass er mich dann weniger brauchen wird."

„Vielleicht ist das nicht so schlecht. Unabhängigkeit meine ich." Luhan lächelte ihn an. „Für euch beide. Auch wenn es dir schwerfällt."

„Luhan..."

„Erinnerst du dich noch daran, was du damals an meinem zwanzigsten Geburtstags zu mir gesagt hast?" Luhan hatte seinen Geburtstag nur mit Junmyeon und Minseok verbracht. Luhan hatte Minseok erst kurz davor durch Junmyeon kennengelernt. Es war dennoch der schönste Geburtstag den Luhan seit Jahren gehabt hatte. Junmyeon hatte sie zum Essen eingeladen und Luhan trotzdem auch noch ein Geschenk gegeben.

„Ich...denke nicht?"

Luhan sah auf seine Hände hinunter. „Du meintest, dass ich mir wegen meiner Volljährigkeit nicht einbilden sollte, dass ich jetzt ganz alleine dastehen müsse. Dass ich zwar unabhängig sei, aber Freunde habe, an die ich mich trotzdem anlehnen könne, wenn ich es brauche." Das alles hatte er heruntergeleiert und in Luhans Schulter gesprochen, weil Junmyeon damals noch weniger Alkohol vertragen hatte als heutzutage.

„Das habe ich gesagt?"

„Ja, das hast du. Sehun wird wissen, dass es sich für ihn genauso verhält und du solltest auch unbesorgt sein – du hast ihm das Gefühl, sich an dich lehnen zu können, wenn ihn etwas bedrückt, bestimmt oft genug gegeben." Er grinste ihn an. „Mir zumindest, hast du es definitiv und, ganz anders als Sehun, stehe ich nicht im Mittelpunkt deines Sonnensystems."

Junmyeons Augen verengten sich für einen Moment. „Woher willst du das wissen Luhan?"

„Was?"

Sein Lächeln war breit und schön, als er den Kopf schüttelte. „Nichts, schon gut. Danke, ich denke, das musste ich hören."

„Hey, ihr zwei Turteltauben, Sehunnie hat in einer Minute Geburtstag!" Minseok kam zu ihnen herüber und drückte beiden jeweils ein Glas Sekt in die Hand. Er zwinkerte Luhan dabei verschwörerisch zu.

„Turtel-" Luhan brach ab. Junmyeon lachte verlegen auf.

Sehun musste sich in die Mitte des Raumes stellen, während sich alle von ihren Sitzen erhoben. Er war wirklich feuerrot im Gesicht geworden und hielt sich eine Hand vors Gesicht, während Jongin ihn auslachte. „Fühlt sich an wie Silvester", flüsterte Kris an seiner Seite und, als hätte er es beschworen, fingen Baekhyun und Zitao plötzlich an, einen Countdown herunter zu zählen. Luhan rief die Zahlen mit den anderen herunter und applaudierte und grölte so laut er nur konnte , als sie bei null ankamen und die Uhr auf Zitaos Telefon zu null Uhr wechselte. Der Anbruch eines neuen Tages.

Junmyeon nahm Sehun in den Arm und wuschelte ihm über die Haare, während er ihm leise Glückwünsche und andere Dinge ins Ohr flüsterte. Sehun lachte und erwiderte die Umarmung seines Bruders.

„Sie sind süß zusammen. Ein eingeschworenes Team." Kris wurde leiser, bis Luhan ihn fast nicht mehr verstehen konnte. „In den meisten Fällen zumindest."

Jongin schmollte, als er Sehun als nächstes in die Arme nahm, wahrscheinlich beleidigt darüber, dass er Sehun jetzt nicht mehr wegen seines Alters aufziehen konnte – mit hoher Wahrscheinlichkeit fühlten sie alle dasselbe.

Luhan blieb neben Kris stehen, während er beobachtete, wie Sehun eine Person nach der anderen umarmte, wie Sooyeon Junmyeon ihren Ellbogen scherzhaft in die Seite stieß, wie Minseok ihm fest auf den Rücken klopfte und Baekhyun einen Scherz machte, der mit Sicherheit versaut war. Sehun lachte und grinste und bedankte sich für all die Glückwünsche. Ehe sich Luhan versehen hatte, hatten alle ihm bereits gratuliert, sogar Kris, der sich irgendwann von Luhans Seite gelöst hatte, als sich ihm eine Öffnung geboten hatte, in die er zum Gratulieren schlüpfen konnte.

Sehun suchte nach ihm und fand Luhans Augen, dort wo sie schon seit einer Weile waren, direkt auf ihm ruhend. Es gab keinen Grund dafür, aber Luhans Herz schlug ihm heftiger gegen die Brust, als er sich aus seiner Position löste und in die Mitte des Raumes trat. Direkt vor Sehun. Auch ihm war das Lächeln von den Lippen gerutscht, als wäre dies ein erster, aus irgendeinem Grund, sehr wichtiger Moment.

„Alles Gute zum Geburtstag Sehun." Luhan sah sich selbst in Sehuns Augen gespiegelt. Er lächelte und plötzlich strahlte auch auf Sehuns Gesicht ein Lächeln auf. Luhan schlang die Arme um seinen Hals und spürte deutlich wie sein Herz gegen seine Brust hämmerte – Sehun musste es spüren, weil sie sich so nahe standen. Wenn man genauer hinsah, dann würde man merken, dass das hier keine Umarmung unter Freunden war. Kein kurzer, kräftiger Druck, keine einarmige Umarmung, kein platonisches an sich drücken. Luhans Arme lagen um Sehuns Hals an und Sehuns Hände wiederum waren hinter seiner Hüfte verschränkt, um ihn noch nicht freizugeben. Um den Moment auszukosten und so lange hinauszuzögern, wie irgendwie möglich.

„Glückwunsch", flüsterte Luhan ihm ins Ohr, so dass nur er es hören konnte. „Ich wünsche dir alles, alles Gute zum Geburtstag Sehun. Bleib gesund und du selbst", er lachte leise. Sehuns Arme drückten ihn noch enger an sich heran. „Jetzt kann ich dir wohl nicht mehr verbieten dich auf Tinder herumzutreiben, was? Du kannst tun und lassen, was du möchtest." Luhan ließ seine Hand nur für einen flüchtigen Moment über das kurze Haar in Sehuns Nacken gleiten.

„Du könntest", flüsterte Sehun zurück. Luhan erschauderte, als er seufzte. „Ich hätte nichts dagegen, wenn du es mir verbieten würdest. Wenn du mich gerne nur für dich hättest...und...ich würde dich gerade so gerne küssen Luhan."

Luhan auch. Er konnte sich nicht vorstellen, wie sehr.

Aber das wäre ein Schock, den sie den anderen nicht zumuten sollten. Luhan schluckte schwer hinunter und löste anschließend seinen Griff um Sehuns Nacken auf. Ein nonverbales Zeichen, dass sie beide zurücktreten sollten. Sehuns Arme fielen an seine eigene Seite zurück, Luhan machte einen bedächtigen Schritt nach hinten. Die Luft zwischen ihnen war vor Spannung geladen, aber der Moment war vorbei. Die Stimmen der anderen, so wie ihre bloße Anwesenheit, kehrten zu Luhan zurück, wie ein Radio das von Stumm auf Höchstlautstärke gedreht wurde. Sie mussten sich nur wenige Momente lang umarmt haben, aber es war Luhan wie eine kleine Ewigkeit vorgekommen.

„Na los, trinken wir noch eine zweite Runde auf Sehunnie!"

Luhan kehrte mit seinem Sektglas zum Sofa zurück, in sicherem Abstand, so dass er nicht doch noch auf dumme Ideen kam.

Sehun durfte unterdessen seine Geschenke auspacken. Er warf Luhan einen triumphierenden Blick zu, als er das Geschenkpapier von dem kleinen Karton riss, in das Junmyeons geschenkt eingewickelt war. Darin befanden sich tatsächlich drei Pullover in unterschiedlichen Farben – ganz so, wie Sehun angekündigt hatte, als Luhan ihn danach gefragt hatte, was er sich zum Geburtstag wünschte. Sehun holte noch einen Umschlag aus der Kiste heraus und starrte Junmyeon dann überrascht an. „Hyung, das ist zu viel, das kann ich nicht-"

„Wer fleißig lernt, sollte sich auch eine Auszeit nehmen." Er gab Sehun einen Kuss auf die Haarkrone. „Sag mir einfach rechtzeitig bescheid, wohin du möchtest."

„Was ist es?", fragte Yixing und versuchte über Sehuns Schulter zu lugen.

„Ein Reisegutschein für einen Ort meiner Wahl", murmelte er erstaunt. „Hyung, das ist wirklich zu viel, das kann ich nicht-"

„Natürlich kannst du", unterbrach Junmyeon mit vorgespielter Strenge in der Stimme. Er trank sein Glas leer und stellte es auf den Tisch ab, bevor er zu Luhan herüberkam und sich neben ihn auf das Sofa setzte. Verständigte, dass er auf keine Proteste hören würde.

„Du hast es geschafft", sagte Luhan zu ihm, ihre Arme berührten sich. „Und das ganz ohne in Tränen auszubrechen", stichelte er.

„Sehunnie wäre es nur peinlich gewesen, wenn ich zu emotional geworden wäre."

„Das kann ich mir vorstellen."

„Aber es hat mir eine Menge Selbstbeherrschung abverlangt."

Minseok brachte Sehun als nächstes ihr Geschenk. Das Personal des Restaurants hatte zusammengelegt, somit war es ein Geschenk von ihnen allen – faktisch auch von Luhan, aber sein eigenes Geschenk für Sehun steckte noch in seiner Reisetasche und Luhan würde es ihm nicht vor allen anderen geben.

Sehun blickte erstaunt drein, als Minseok ihm die Kiste in die Arme drückte. „Glückwunsch Sehunnie!"

„Ihr hättet nicht-"

„Das ist uns klar, aber wir haben trotzdem."

„Los, mach es auf!", verlangte Baekhyun ungeduldig. Luhan musste unweigerlich grinsen, als Sehun das blau-silberfarbene Geschenkpapier fortriss. Sehun nahm zuerst die Karte zwischen die Hände, die auf der Kiste lag. Er räusperte sich.

„Ersti-Survival-Kit." Er sah zu Minseok auf. „Was bedeutet das?"

„Mach es auf."

Sehun hob den Deckel von der Kiste und staunte nicht schlecht über das, was er darin vorfand. Luhan hatte zugesehen, wie Minseok und Yixing alle Sachen in der Kiste verstaut hatten und wusste genau, was Sehun nun vor sich hatte. Der Inhalt bestand zu einem Großteil aus Süßigkeiten und Snacks, die lange haltbar waren, dazu Büromaterialien wie Bleistifte, Radiergummis, Kugelschreiber...Essentials, die man immer brauchen konnte. Sehun zog eine kleine 0,2 Liter Wodkaflasche heraus. Natürlich waren auch solche Dinge vorhanden.

„Ganz unten sind die besonders wichtigen Dinge", sagte Yixing und wackelte mit den Augenbrauen. Sehun grub sich nach unten durch und kam mit einer Schachtel Kondome hervor. Er blinzelte sie für einen Momentlang verdutzt an, dann schoss ihm verräterische Röte ins Gesicht. Er sah für den flüchtigsten Moment zu Luhan herüber, was Minseok zum Lachen brachte, weil er dachte, dass Sehun sich nach seinem älteren Bruder umgesehen hatte.

Als nächstes hatte Sehun plötzlich Handschellen in der Hand – Luhan redete sich ein, dass er selbst deswegen nicht ein wenig errötete.

Junmyeon räusperte sich neben ihm. „Vielleicht ist es keine gute Idee gewesen, Sehunnie so oft ins Restaurant zu bringen."

Luhan nickte. „Wir haben einen schrecklichen Einfluss auf ihn."

Zitao – der die Handschellen offensichtlich besorgt hatte – erklärte großspurig, dass er ja im vornherein nicht wissen konnte, worauf Sehun im Bett stand, aber es immer sehr praktisch war, die nötigen Dinge zur Hand zu haben, um zu experimentieren.

Junmyeon seufzte leise. „Wenn Sehun anfängt seine Partner mit nachhause zu bringen, dann hoffe ich, dass ich weit, weit weg bin."

Luhan lachte – oder erstickte an der Luft in seinen Lungen - einen großen Unterschied konnte man nicht heraushören. „Du...möchtest nicht, dass Sehun einen Partner findet?"

„Nein, so würde ich es nicht sagen." Junmyeon sah Sehun weiter dabei zu, wie er Dinge aus der Kiste zog (einen Kinogutschein, ein Buch, noch mehr Süßigkeiten, eine Packung Aspirin-Tabletten...). „Aber es wird mir schwer fallen, seinen Partner zu akzeptieren." Das Lächeln auf seinen Lippen wirkte bitter. „Immerhin wird es jemand sein, den Sehunnie mehr liebt als mich. Natürlich will ich dafür auch, dass diese Person es verdient hat meinen Platz in seinem Herzen einzunehmen. Es wird schwer sein meinen Ansprüchen gerecht zu werden."

Luhan schluckte schwer hinunter. Nicht, dass er darüber nachdachte, eine Beziehung mit Sehun einzugehen, das wäre...zu schnell! Nicht wahr? Er hatte nur aus neutralem, nichtsbedeutendem Interesse gefragt.

„Du musst genau so hohe Ansprüche an deinen eigenen Partner haben", lachte Luhan, weil er das Thema dringend wechseln wollte.

„Wieso denkst du das?"

„Ah, mh, nur weil du schon so lange Single bist." Er wandte sich ihm ganz zu und war, wie so oft, für einen Moment geschockt darüber, wie schmerzlich gutaussehend Junmyeon war. Selbst in seinem dunkelblauen viel zu weiten Pullover, der ihn zu verschlucken schien und den abstehenden Haaren an seiner Kopfseite, wo er sie im Verlauf des Abends durcheinander gebracht hatte, sah er noch immer umwerfend aus – vielleicht war es auch sein Charakter und seine Ausstrahlung, die ihn in Luhans Augen einfach immer ins beste Licht stellten. „Ich meine, ich weiß, dass du oft nach deiner Telefonnummer gefragt wirst, also an Angeboten scheint es dir nicht zu fehlen."

Der Gedanke tat nicht mehr ganz so sehr weh, wie früher. Als hätte jemand endlich Salbe auf eine offene Wunde getan, die schon viel zu lange ignoriert worden war.

Junmyeon hatte sich von Sehuns Anblick fortgerissen und starrte Luhan nun mit einer Mischung aus Unglauben und Schock an. „Das – Luhan, ich bin nicht..."

„Was?"

Junmyeon seufzte leise. Luhan konnte seinen Atem auf seinem Gesicht spüren – sie saßen näher nebeneinander, als er davor realisiert hatte. „Ich habe keine hohen Ansprüche."

„Nicht?"

„Nein. Nicht direkt zumindest." Er sah auf seine Hände hinunter und presste die Lippen zusammen, als würde er sich physisch dazu zwingen nichts Weiteres zu sagen.

„Was IST das?", rief Sehun plötzlich aus, als er eine kleine Schachtel aus der Kiste zog, die er nun zwischen den Händen drehte.

„Ah, endlich!", grinste Zitao. „Das ist ein Penis-Vibrator für Männer." Er zwinkerte Sehun zu, der die Schachtel vor Schreck aus den Händen fallengelassen hatte. „Aber du kannst ihn auch an deiner zukünftigen Freundin benutzen, das wird ihr sicher-"

Junmyeon stöhnte leise. „Ich werde nie wieder vergessen erst anzuklopfen, bevor ich in Sehunnies Zimmer gehe. Nie. Wieder."

Luhan wusste nicht, ob er Junmyeons gepeinigten Gesichtsausdruck oder Sehuns überfordertes Stottern lustiger fand.

-

Luhan dämpfte ein Gähnen in seinem Handrücken. Sehun hatte mittlerweile alle seine Geschenke ausgepackt – neben dem von Junmyeon und den Exordium-Mitarbeitern noch ein neues Computerspiel von Jongin und ein Mario Kart Plüschtier mit den dazu passenden, bedruckten Socken von Yifan. Mittlerweile war es halb zwei Uhr am Morgen und alle hatten Mühe ihre Augen noch offen zu halten.

„Am besten wir setzen deinen Geburtstag fort, nachdem wir alle ein bisschen geschlafen haben Sehunnie", sagte Minseok und stand auf. Er stieß Baekhyun mit dem Fuß an, der im Sitzen eingeschlafen war, während aus seinem Handy noch immer die Musik eines Spiels trällerte.

„W-was jetzt schon?" Sehun sah Luhan mit großen, wachen Augen an. „Ihr wollt wirklich schon schlafen gehen?" Jongin war seit einer Weile an Kris gelehnt um seine Schulter als Ablage für seinen schweren Kopf zu benutzen.

„Die anderen haben Recht. Wir haben morgen einen langen Tag vor uns. Angefangen mit der Wanderung zum Bergtempel, dafür sollten wir fit sein."

Sooyeon erhob sich ebenfalls und half Jisoo auf die Beine zu kommen. „Oh, bist du traurig, dass dann weniger von deinem Geburtstag übrig ist?"

„Ah, mh, ja, ich denke schon." Sehun rieb sich verlegen über den Hals. „Wollen wir nicht noch länger wachbleiben?"

„Ich bleibe mit dir wach, wenn du möchtest", sagte Junmyeon und gähnte, wie aufs Stichwort. „Zumindest noch ein Bisschen länger."

Sehuns Schultern sackten hinunter. „Nein, schon gut, du bist müde Hyung. Gehen wir ins Bett."

„Aw, Sehunnie, du bist wirklich niedlich", sagte Minseok grinsend und klopfte ihm auf den Rücken. „Schlaf gut, Geburtstagskind."

Daraufhin brach ihre Gruppe auseinander und alle trotteten mit Wünschen von ‚Guter Nacht!' und ‚Schlaft gut' zu ihren Zimmern. Luhan ächzte, als er sich aus dem Sofa hievte und gleichzeitig Kris zuwinkte, der Jongin, der aussah als würde er im Stehen schlafen, notdürftig aus dem Zimmer navigierte. Sehun biss auf seiner Unterlippe herum, als Luhan zu ihm herüber sah. Sorge war ihm ins Gesicht geschrieben. Luhan wusste nicht, worüber er sich um halb zwei Uhr morgens schon wieder Sorgen machte.

Er hatte eine Ahnung, als Luhan bemerkte, dass Junmyeon auf ihn gewartet hatte, um mit ihm zusammen zu ihrem Zimmer zu gehen. Luhan sah von Junmyeon zu Sehun herüber, der seinen Blick nun erwiderte. Luhan fühlte sich, als würde er ihn darum bitten nicht mit Junmyeon mitzugehen.

„Gute Nacht Sehunnie. Schlaf gut." Junmyeon lächelte seinen Bruder warm an und wandte sich dann Luhan zu. „Musst du noch einmal ins Bad?"

„Mh ja, ich habe meine Zähne noch nicht geputzt."

„Dann gehe ich schon mal voraus."

„Klar, tu das." Luhans Herz war so daran gewöhnt auf Junmyeons Lächeln zu reagieren, dass es auch jetzt wieder einen kleinen Sprung machte. Junmyeon sah müde aus – müde und damit einhergehend etwas ausgelaugt. Vor einer Weile hätte Luhan sich vielleicht gewünscht ihn in den Arm zu nehmen, jetzt...jetzt wünschte er sich...

Junmyeon war gerade erst in den Flur herausgetreten, keine zwei Schritte nach links, als Luhan spürte, wie sich schlanke, lange Finger um sein Handgelenk schlossen. Er wandte sich überrascht zu Sehun herum, eine Frage bereits auf den Lippen, als Sehun sein Gesicht mit den Händen umschloss und ihn plötzlich küsste. Luhan war so überrascht, dass er nicht einmal einen Laut von sich geben konnte – was letztlich gut war, denn Junmyeon war noch immer nicht zu weit von ihnen entfernt. Sehun drückte ihn gegen die Wand neben der Tür und zögerte nicht seine Zunge in seinen Mund zu führen, als Luhan die Lippen spaltete.

Sein Herz schlug ihm heftig gegen die Brust, während Sehuns Kuss von hart und leidenschaftlich zu sanft und immer sanfter wechselte, bis ihre Lippen sich nur noch minimal berührten. Sein Atem war süß und roch nach dem Sekt, den er vorhin getrunken hatte, als er gegen Luhans Lippen ausatmete.

„Gute Nacht", flüsterte er. Seine Finger lagen nur noch schwach an Luhans Handgelenk an, mehr ein Streicheln als Festhalten.

Luhan schnippte ihm mit der anderen Hand gegen die Stirn, was Sehun leicht zurückzucken ließ. „Hör auf so ein Gesicht zu ziehen."

„Was?"

Luhan fühlte sich plötzlich wieder sehr warm. „Hör auf so...besorgt auszusehen."

Der Ausdruck auf seinem Gesicht wurde weicher. „In Ordnung."

Luhan schob Sehun zurück und verließ den Raum ohne ein weiteres Wort zu sagen – es musste schnell gehen, damit er sich nicht wünschen konnte zu bleiben und ihn noch einmal zu küssen.

Luhan spürte den Druck von Sehuns Lippen noch immer auf seinen eigenen, als er sich die Zähne geputzt und das Gesicht gewaschen hatte. Er spürte sie auch dann noch, als er leise in das Zimmer trat, dass er sich mit Junmyeon teilte. Junmyeon hatte die Nachttischlampe auf seiner Seite für ihn angelassen, aber er lag bereits im Bett und schien Mühe zu haben, seine Augen überhaupt noch aufzuhalten.

Diese Situation war so unwirklich. Nur ein paar Wochen zuvor, hätte Luhan alles dafür gegeben einfach nur für eine Nacht neben Junmyeon liegen zu können. Seinem Atem zu lauschen, während er schlief, seine Körperwärme auf der Matratze neben sich zu spüren...jetzt gerade, mit gespaltenen Gefühlen und etwas, das ganz eventuell mehr als ein einfache Schwärmerei für Sehun war, fühlte er sich nicht wohl bei dem Gedanken neben Junmyeon zu schlafen.

Luhan war unbewusst stehen geblieben, bis seine Füße, selbst durch seine dünnen Socken, kalt wurden. Er zog sich schnell aus, um in seinen Pyjama zu schlüpfen und hob dann die Bettdecke an, um sich neben Junmyeon zu legen.

Junmyeon drehte sich um, gerade als Luhan den Kopf auf das Kissen gelegt hatte, bis sie sich plötzlich Angesicht zu Angesicht wiederfanden. Seine dichten, langen Wimpern warfen Schatten über seine Wangen. „Das erinnert mich an früher", sagte Junmyeon leise, noch kein Flüstern aber ein bedächtiger Versuch, die Ruhe des Zimmers nicht zu stören. „Weißt du noch, als ich diese eine Nacht im Jugendheim übernachtet habe?"

Luhan nickte. „Wir haben Brettspiele gespielt – du hast mir gezeigt was Backgammon ist und wie man es spielt. Wir haben die Zeit völlig vergessen." Sie hatten alles vergessen, während sie gelacht und die Würfel auf das Brett geworfen hatten. Luhan war zunächst nicht begeistert darüber gewesen, dass Junmyeon mit ihm ein Brettspiel spielen wollte, aber letztlich hatte er unheimlich viel Spaß gehabt. So sehr, dass mehrere Stunden vergangen waren, ohne, dass sie es bemerkt hatten, weil sie so vertieft in ihr Spiel gewesen waren. Junmyeon hatte seinen letzten Bus verpasst und Luhan wollte nicht, dass er Geld für ein Taxi ausgab – er wollte auch nicht wirklich, dass Junmyeon schon ging.

Ihre Betreuerin, die vielleicht Ende dreißig gewesen war und schon immer mehr als bloß angetan von Junmyeon gewesen war, hatte ihm sogleich ebenfalls angeboten zu bleiben. Sie wollte für ihn die Couch im Gemeinschaftsraum herrichten, aber stattdessen hatte Junmyeon sich einfach zu Luhan gelegt. Auf demselben Kopfkisschen geschlafen wie er, unter derselben Bettdecke – sogar in einem von seinen Shirts. Luhans Herz war ihm in der Brust explodiert, während er Junmyeon unweigerlich beim Schlafen beobachtet hatte. Seine Seite nur illuminiert von dem Mondlicht, dass durch das Fenster im Raum hineinfiel. Im Hintergrund schnarchte der Junge, mit dem er sich gerade das Zimmer geteilt hatte, aber es war nichtsdestotrotz ein bedeutender und schöner Moment gewesen.

„Du hast so schnell gelernt", lachte Junmyeon leise. „Sobald ich dir die Regeln erklärt habe, hast du jede Runde Backgammon gegen mich gewonnen. Ich habe ein bisschen bereut, sie dir beigebracht zu haben." Er lachte leise. Mittlerweile flüsterte er tatsächlich.

„Die Woche darauf wolltest du mir Schach beibringen und anschließend Shogi und Poker."

„Ich wollte dich wieder so lachen sehen, wie in dem Moment, als du mich zum ersten Mal in Backgammon geschlagen hast. Ich wollte diesen Moment noch einmal zurückbeschwören." Die Bettdecke raschelte leise, als Junmyeon sich bewegte – ihm noch etwas näher kam. „Du hast früher so selten gelacht Luhan."

Es war angenehm nicht mehr an seinen eigenen Emotionen zu ersticken, wenn Junmyeon so süße Dinge sagte. Dinge, die er letztlich nicht so meinte, wie Luhan es gerne hätte.

„Ich hatte nicht viel Grund dazu. Lachen, meine ich."

„Ich weiß." Luhan spürte Junmyeons Fingerspitzen über seinen Handrücken gleiten, bevor sie plötzlich wieder verschwanden. Seine Augen waren noch immer ganz auf Luhan gerichtet. „Ich wollte, dass du wieder mehr Grund dazu findest."

„Du hast geholfen. Du warst schon immer so nett. Zu allen."

„Besonders zu dir. Ich mochte dich am liebsten von dem Haufen Jugendlicher dort." Er lachte wieder und dieses Mal stimmte Luhan mit ein.

„Vielleicht magst du grobe Menschen ja. Immerhin habe ich ein Buch nach dir geworfen."

„Du bist nicht grob."

Junmyeon war der netteste Mensch auf dieser Welt und Luhan bereute nicht, dass er sich in ihn verliebt hatte, auch wenn Junmyeon ihn niemals zurücklieben würde. Vielleicht hatte er sich ja gerade deswegen so sehr in ihn verliebt. „Nicht?"

„Nein. Du bist stark, aber nicht grob. Dafür habe ich dich schon zu oft verletzt gesehen."

Luhan zog die Stirn in Falten. Eine Wolke war über den Mond geflogen, was das Zimmer in Dunkelheit tauchte und Luhan Junmyeon nicht mehr erkennen ließ. „Was?"

Junmyeon antwortete nicht mehr und Luhan bohrte nicht nach. Er zählte seine Herzschläge, während sich die Stille zwischen ihnen ausbreitete. Eine ganze Weile war vergangen, bevor Luhan bemerkte, dass Junmyeon eingeschlafen war. Sein Atem ging plötzlich regelmäßiger und tiefer, streifte sein Gesicht wenn er sich noch ein wenig näher zu ihm beugte.

Luhan zweifelte daran, dass er jemals gänzlich aufhören würde Junmyeon zu lieben. Dafür war Junmyeon ihm deutlich zu wichtig und dafür hatte Junmyeon zu viel für ihn getan. Luhan glaubte jedoch auch, dass seine Gefühle für ihn nicht auf ewig einen schmerzhaften Nachklang in sich tragen mussten.

Luhan drehte sich zur Seite und versuchte einzuschlafen.

-

Er war ein paar Stunden wachgelegen, bevor er seufzend die Bettdecke zurückschlug. Er war körperlich erschöpft, aber seine Gedanken waren zu wach um ihn jetzt schon ins Reich der Träume zu entlassen. Er suchte nach den Socken, die er auf dem Boden gelassen hatte, bevor er ins Bett gestiegen war, fand jedoch nur einen. Er ließ auch den einen wieder zu Boden fallen, als er keine Lust mehr hatte weiterzusuchen, und ging auf Zehenspitzen durch den Raum. Die Tür knarrte nicht einmal, als Luhan sie öffnete. Sie schwang lautlos auf und ging auch lautlos wieder zu.

Luhan gähnte und ließ eine Hand über die Wand streichen, während er den Flur ablief, um in Richtung Küche zu gehen. Es war nicht stockdunkel, weil sie die Lichter, stark gedimmt, angelassen hatten, falls jemand nachts ins Badezimmer musste, oder – so wie Luhan – in die Küche.

Luhan sah auch aus der Küche Licht herkommen, was wiederum verwunderlich war, weil sie dort gewisse kein Licht angelassen hatten.

Luhan drückte die Tür auf und wurde von zwei Paaren überdimensionaler Augen gegrüßt.

„Minseok? Kyungsoo? Was macht ihr hier?"

Minseok seufzte leise und ließ in Erleichterung die Schultern sinken. Er zog die Schüssel wieder an die Brust, die er gerade panisch von sich geschoben hatte. „Backen."

„Backen?", wiederholte Luhan. Er checkte die Zeit, die auf der Anzeige des Backofens zu sehen war. „Um drei Uhr morgens?"

„Der Teig muss lange und langsam kühlen", antwortete Kyungsoo. „Wir hatten keine Gelegenheit uns davor darum zu kümmern."

Luhan fand, das war dennoch kein guter Grund um so viel Schlaf zu opfern, aber er war immerhin auch kein Koch aus Leidenschaft – oder überhaupt ein Koch.

„Was machst du hier? Solltest du dich nicht jetzt gerade an Junmyeon ankuscheln und mir dafür danken, dass ich dich in diese Situation gebracht habe?"

Luhan seufzte. Er musste Minseok unbedingt die Wahrheit sagen – nur jetzt gerade lieber nicht. „Ich habe nur Durst bekommen", sagte er und ging zum Waschbecken herüber, wo er sich aus dem Abtropfkorb ein Glas holte.

Minseok zeigte mit seinem Schneebesen auf ihn. Teig tropfte in die Schüssel zurück. „Musstest du dich abkühlen? Sehr dreckig Luhan, vielleicht hätten wir Junmyeon vorwarnen sollen."

„Sag so etwas nicht, das lässt mich wie einen Perversen dastehen."

Minseok lachte. „Das war nicht so gemeint Luhanie, wir wissen, dass Junmyeons Anstand in deinen Händen gut aufgehoben ist." So wie Minseok ihm dabei zuzwinkerte, war sich Luhan nicht wirklich sicher, ob er es wirklich so meinte. Luhan trank sein Glas leer und füllte es noch einmal auf. „Viel Spaß euch noch. Bleibt nicht zu lange auf."

Kyungsoo winkte ihm zu, Augen auf seinen Notizen. Luhan konnte sich gut vorstellen, dass er viel recherchiert hatte und Zuhause einiges ausprobiert hatte, damit Sehuns Kuchen gelingen würde – auch als Vorsichtsmaßnahme für Minseoks Hang zur Improvisation. Minseok wünschte ihm eine gute Nacht und hängte noch ein ‚Viel Spaß' hinten an, dass er sich nicht verkneifen konnte.

Luhan hatte die Küchentür gerade hinter sich geschlossen, als er sich Sehun gegenüberfand. Er musste mindestens so überrascht aussehen, wie Luhan sich fühlte.

„Wieso bist du noch wach?", fragte Luhan.

„Ich...konnte nicht schlafen. Und Jongin und Kris schnarchen um die Wette, was es nicht einfacher macht einzuschlafen." Er lächelte zerknirscht. Er stand ebenfalls Barfuß da, seine Haare waren ein durcheinander und sein Shirt viel zu weit. Luhan fand ihn wunderschön. „Ich wette, wenn Schnarchen eine Olympische Sportart wäre, dann würden sich Kris und Jongin im Finale gegenüberstehen...oder liegen."

Luhan schüttelte lächelnd den Kopf. Er zeigte mit dem Finger über die Schulter. „Dort kannst du auf jeden Fall nicht rein. Minseok und Kyungsoo werden noch einmal ganz von vorne anfangen, wenn du jetzt in ihre Überraschung hereinplatzt."

„Oh, das...sie sind meinetwegen wach?"

„Jap, und keiner kann sie aufhalten. Was wolltest du?" Luhan reichte ihm gleichzeitig sein Glas Wasser. „Ich hoffe es war nur das."

Er nickte und bedankte sich. „Wieso bist du wach?", fragte er nachdem er drei Schlucke getrunken hatte (Luhan hatte ganz bestimmt nicht beobachtet wie sich sein Adamsapfel unter seiner Haut bewegt hatte). „Kannst du nicht schlafen?"

„Kann man so sagen." Der Boden unter seinen Füßen fühlte sich eiskalt an.

„Wollen wir noch ein wenig wach bleiben?" Sein Lächeln war schön. „Ich bin noch nicht müde genug, um mich gegen Jongin und Kris zu beweisen."

Luhan lachte, weil die Vorstellung zu lustig war. „Warum nicht. Gehen wir ins Wohnzimmer, bevor unsere Füße abfrieren."

Sie schalteten die Stehlampe, neben der Couch an und dimmten ihr Licht zu einem satten orange, damit sie von ihr nicht geblendet würden. Sehun fand eine Decke in der Abstellkammer im Flur und breitete sie über Luhan aus, bevor er sich neben ihn auf die Couch setzte. Er schmiegte sich nah an ihn heran, damit sie beide von der Decke bedeckt waren. Luhan hatte nichts dagegen, dass ihre Arme sich berührten, oder das Sehun den Kopf auf seiner Schulter ablegte. Er fühlte sich wohlig warm und erstaunlich ruhig. Sein Geruch war ein vertrauter Nebel, der Luhan an Zuckerwatte und kleine Fußballanhänger erinnerte.

„Ich habe Hyung schon oft in meinem Leben beneidet, aber schon lange nicht mehr so sehr wie heute", sagte er nach einer Weile und lachte dann leise. „Vielleicht sollte ich mich an dieses Gefühl gewöhnen."

„Du stehst Junmyeon in nichts nach", sagte Luhan leise. Er hatte die Wange auf Sehuns Kopf abgestützt, weshalb er sein Gesicht nicht sehen konnte. „Ich werde es so oft wiederholen, bis du es einsehen musst."

„Aber, was wenn du dich zwischen Junmyeon und mir entscheiden müsstest?", flüsterte Sehun. „Was würdest du dann tun?"

„Entscheiden? Wieso sollte ich mich zwischen euch entscheiden?"

Sehuns Hand fand seine und spielte unter der Decke mit seinen Fingern. „Ich weiß nicht. Es könnte zu so einer Situation kommen."

„Unwahrscheinlich."

Sehun seufzte. „Sagen wir, Hyung und ich fallen in ein Becken voller Haie – wen würdest du retten?"

Das regte eine Erinnerung in Luhan an. „Das fragst du mich nicht wirklich Sehun."

Sehun schwieg für einen Moment. „Für wen würdest du dich entscheiden?"

„Junmyeon", antwortete Luhan ohne lange zu zögern.

Sehun atmete tief aus. „Siehst du. Es könnte immer dazu kommen, dass du dich entscheiden musst."

„Nicht, wenn ihr nicht in ein Becken voller Haie fallt - was ihr beide wahrscheinlich nicht vorhabt. Besonders Junmyeon nicht."

Sehuns Finger wanderten nun über die Linien in Luhans Handfläche. Er erschauderte über die Berührung. „Nicht wirklich, nein."

„Das ist gut." Junmyeon und Luhan waren einmal zusammen im Aquarium gewesen, wo sie lange darüber diskutiert hatten, ob es gefährlicher war in einem Becken mit einem Hai oder einem Kraken gefangen zu sein. Junmyeon hatte den Kraken gewählt, weil seine Eltern ihn in Thailand einmal mit zum Schnorcheln mit Babyhaien mitgenommen hatten. Junmyeon war sechs Jahre alt gewesen und die Babyhaie zahnlos und damit absolut ungefährlich gewesen, aber einer hatte dennoch nach Junmyeons Hand geschnappt und ihm damit den Schrecken seines Lebens eingejagt. Seit dem hatte Junmyeon panische Angst vor Haien. Luhan musste sofort daran denken. In einem Becken voller Haie würde Junmyeon wahrscheinlich vor Schreck untergehen und ertrinken, bevor sich ihm ein Hai auch nur ansatzweise nähern könnte.

Sehuns Finger streichelten über seine Handflächen, so sanft wie Federn über Haut. „Weißt du woran ich früher geglaubt habe?"

„Hm?"

„Ich dachte, wenn man volljährig wird, dann geschieht in einem eine Art Verwandlung." Er rutschte etwas tiefer hinunter, seine Haare kitzelten Luhans Wange. Es fühlte sich nicht so an, als wären sie mit elf anderen Personen hier in diesem Haus. Jetzt gerade, kam es Luhan so vor, als wären sie die einzigen zwei Menschen in der Umgebung. Nur Sehun und er. „Ich denke, es war nachdem ich mir Cinderella, den Disney Film, zum ersten Mal angesehen habe. Ich weiß nicht, ich denke ich muss etwa acht Jahre alt gewesen sein? Jedenfalls dachte ich wirklich, dass es wie ein Zauber ist, der über einen gelegt wird und plötzlich ist man wie verwandelt – eine bessere Version von sich selbst. Reif und erwachsen und eben vollkommen verändert."

Luhan konnte sich nicht verkneifen ihn dafür ein bisschen zu sticheln. „Soll ich dich von nun an Cinderella nennen? Vielleicht fühlst es sich dann so an, als wäre dein Kindheitswunsch in Erfüllung gegangen!"

Sehun schnaubte. „Darauf wollte ich nicht hinaus."

„Ah, du wolltest also nicht zu einer Prinzessin werden, deren Kutsche sich um Mitternacht wieder in einen Kürbis verwandelt? Sicher nicht?"

„Du machst dich über mich lustig."

„Nur ein ganz klein wenig." Er grinste leicht. „Wenn du Cinderella bist, wer ist dann deine gute Fee?"

„Ich bin nicht-"

„Kris?" Luhan lachte, jetzt lauter. „Ich denke Kris wäre perfekt für den Job. Und Jongin ist dann eine von den vielen Mäusen, die um Cinderella herumschwirren."

Sehun lachte ebenfalls über das Bild.

„Und wer ist der Prinz, der dir mit einem Schuh aus Glas hinterher rennt?" Luhan hatte es als Scherz gemeint, aber Sehun wurde ernster und antwortete ohne zu zögern.

„Du."

Es raubte Luhan nur für einen kurzen Moment den Atem.

„Die Chance ist gering, dass ich mir die Mühe machen würde. Tut mir leid Sehunnie." Er stockte, der Kosename war ihm kopflos über die Lippen gekommen. „Sorry, ich wollte nicht – es ist mir nur ausgerutscht."

„Schon gut", sagte Sehun nach einem Moment. „Tut mir leid Luhan, ich habe damals überreagiert. Ich...ich will nur nicht, dass du genauso an mich denkst, wie Junmyeon es tut, wenn du die Verniedlichung meines Namens benutzt, das ist es, was ich damals eigentlich sagen wollte."

„Du denkst nicht wirklich, dass ich so von dir denke wie Junmyeon es tut?" Er setzte sich auf und zwang damit auch Sehun den Kopf zu heben, um ihn anzusehen. Junmyeon dachte bestimmt nicht daran, wie es wäre Sehuns Kiefer mit Küssen abzufahren, wenn er ihn ansah. Oder wie es wäre Sehun so lange zu küssen, bis in seinen Augen ein Feuer brannte, dass nur Luhan dort platzieren konnte. „Das ist unmöglich. Ich denke nicht halb so gut von dir, wie Junmyeon. Sein wir mal ehrlich, niemand liebt dich mehr als er Sehun." Selbst wenn Luhan in Sehun den Mond und die Sterne sehen würde, wäre da noch immer Junmyeon, der das ganze Universum in ihm fand. Nicht das Luhan wirklich....

„Das ist in Ordnung", sagte er leise. „Es ist okay, wenn du mich auch nur ein ganz kleines bisschen liebst."

Etwas in Luhans Brust zog sich zusammen.

„Und?", fragte er nach einer Weile und musste sich räuspern, weil seine Stimme rauer klang als sie sollte.

„Was?"

„Du bist Volljährig. Ist der magische Moment eingetreten, den du dir vorgestellt hast?"

„Du machst dich immer noch über mich lustig."

Luhan schüttelte den Kopf. Er umschloss sein Gesicht mit den Händen und drehte es sanft zu sich heran, damit er ihn ansah. „Nein, jetzt gerade nicht. Also?"

„Nicht wirklich", antwortete Sehun, seine Augen glitten für den flüchtigsten Moment zu Luhans Lippen hinunter. „Ich...denke zumindest, dass sich nichts verändert hat."

Luhan beugte sich zu Sehun hinunter und küsste seine Lippen als Sehun die Augen schloss und ihn mit seinen eigenen Händen näher zog. Vielleicht konnte Luhan den Zauber, den Sehun sich gewünscht hatte, nicht hervorbeschwören aber er konnte das hier tun. Für ihn und für sich selbst. Eine andere Art von Veränderung mit dem sanften Druck seiner Lippen andeuten.

-

Luhan wurde von dem sanften Druck einer Hand auf seiner Schulter aufgeweckt. Sein Nacken schmerzte und seine Beine brannten von einem dumpfen Schmerz, der ihm erst jetzt richtig bewusst wurde. Er blinzelte die Gestalt vor sich an.

„Kyungsoo? Was machst du hier?"

„Dich aufwecken", antwortete sein Gegenüber. Sein Blick glitt zur Seite. „Euch, meine ich." Luhan folgte seinem Blick, wo Sehun in seine Seite eingerollt war, den Kopf noch immer auf seiner Schulter abgelegt. Daher kamen also die Nackenschmerzen. „Wenn ihr weiterschlafen wollt, dann solltet ihr euch ins Bett legen. Hier könntet ihr euch erkälten."

„Ja, natürlich. Mh, wieviel Uhr haben wir?"

„Kurz vor sechs." Kyungsoos Augen waren stechend vor Neugierde, als Luhan ihn wieder ansah. „Wieso seid ihr hier?" Sehun gab ein weinerliches Geräusch von sich, schien jedoch noch nicht ganz wach zu sein.

„Wir konnten beide nicht schlafen. Wir haben geredet und müssen dabei eingeschlafen sein."

Luhan erinnerte sich daran, wie Sehun ihm von seiner großen Metamorphose zu seiner Volljährigkeit erzählt hatte und Luhan ihn daraufhin geküsst hatte. Luhan küsste Sehun gerne – verdammt gerne – aber sie waren beide müde gewesen und der Kuss hatte nicht lange angehalten. Luhan hörte Sehun außerdem verdammt gerne zu. Sie hatten Stundenlang nur miteinander gesprochen bis beide zu müde waren, um ihre Augen noch aufhalten zu können und Worte über die Lippen zu bringen. Sie waren an Ort und Stelle eingeschlafen. Unter der Decke eng aneinander geschmiegt. Wegen der Kälte...vielleicht.

„Ihr versteht euch wirklich gut", sagte Kyungsoo, bewusst emotionslos, als würde er damit betonen, dass er keine Vermutungen anstellte...nur tat er eben doch.

„Das tun wir", bestätigte Luhan nach einem kurzen Zögern. Kyungsoo nickte, als hätte er die Information abgespeichert und deutete anschließend mit dem Kopf zur Tür. „Ihr habt noch zwei Stunden Zeit, bevor alle anderen aufwachen sollten. Am besten ihr legt euch noch einmal richtig hin."

Luhan atmete tief aus, als Kyungsoo den Raum verließ und die Tür lautlos hinter sich zuzog. Luhan hatte nie gewollt, dass irgendjemand erfuhr, was Sehun für ihn empfand (und was er für ihn empfinden könnte) und das Kyungsoo es nun wusste (zumindest ahnte) war ein Schritt näher daran, dass auch Junmyeon es erfahren könnte und das war...Luhan wusste nicht, ob er das wirklich wollte.

Sehun ächzte im Schlaf, die Position musste für ihn mindestens so unangenehm sein, wie für Luhan. Er strich ihm sein Haar aus der Stirn heraus, fasziniert darüber, wie viel weicher sein Gesicht danach aussah.

„Sehun", sagte er sanft. „Sehunnie, wach auf. Wir sollten ins Bett gehen." Sehun schmiegte sich enger an ihn heran und wimmerte leise in Protest. Luhan hatte noch nie zuvor etwas vergleichbar Niedliches gesehen. „Komm schon, wach auf." Sehun gehorchte als Luhan seine schmerzenden Beine ausstreckte – die er die ganze Nacht über im Schneidersitz gehalten hatte – und von der Couch rutschte. Er stand grummelnd hinter ihm auf und folgte ihm aus dem Raum heraus. Luhan brachte ihn die Treppe nach oben – aus Angst er könnte ansonsten fallen und sich das Genick brechen – und drückte ganz leise die Türklinke zu seinem Zimmer hinunter. Der Raum war völlig dunkel, weil die dicken Gardinen, vor den Fenstern, zugezogen waren.

Luhan wandte sich wieder zu Sehun um und deutete mit dem Kopf in den Raum hinein. „Wir sehen uns in zwei Stunden", flüsterte Luhan. Sehun blinzelte ihn erschöpft an.

„Bleib hier", flüsterte er zurück. „Es ist zu anstrengend jetzt wieder nach unten zu gehen." Sehun zog an seinem Handgelenk, bis Luhan aus der Tür trat. Sehun schloss sie lautlos hinter ihnen. Statt zu protestieren seufzte Luhan nur sehr tief.

Kris' und Jongins gleichmäßiger Atem war laut in der friedlichen Stille. Sehun führte ihn zum Bett und warf die Bettdecke zurück, damit sie beide darunter kriechen konnten. Sehun schlang beide Arme um ihn, sobald Luhan neben ihm lag, sein Gesicht lag in seiner Halsbeuge. Er atmete seinen vertrauten Geruch mit jedem Atemzug tief ein.

Luhan vergrub die Finger in Sehuns Shirt und zog ihn enger an sich heran.

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Während des gesamten Kapitels habe ich nur darüber nachgedacht wie verdammt kitschig ich bin. Und ich stehe eigentlich echt nicht auf Kitsch xD ich bin nicht einmal ein Fan von Romanzen, aber siehe da, ich schreibe darüber :'D

Das Theaterstück mit den manisch-depressiven Verkehrsschildern ist frei erfunden und als ich daran saß, dachte ich, ihr werdet alle denken ich hätte einen totalen Dachschaden xD doch desto mehr ich darüber geschrieben habe, desto lustiger fand ich die Idee. Schreibt jemand Theaterstücke? :D

Also das war das dirttletzte Kapitel und die letzten zwei stehen bereits in den Startlöchern. Ich weiß nicht, ob ich echt noch zwei Wochen warten werde um sie hier hochzuladen oder das alles einfach innerhalb dieser Woche hinter mich bringe. Mal sehen.

Ah, letztes Mal haben so viele mein Fragen beantwortet, das war großartig :D Danke dafür~

Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen und ihr hattet alle einen guten Start in was auch immer ihr gerade macht :)

Liebe Grüße!

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