Chapter 38

J A R E D
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Ich sitze gerade auf dem Sofa und schaue Breaking Bad, als Liz schon wieder die Treppen heruntergerannt kommt.

Völlig außer Atem kommt sie bei mir an und springt mir in die Arme.

„Jared..- Charlie..- verdammt, Charlie..- ohnmächtig!", knallt sie mir an den Kopf und ich sehe sie verwirrt an.

„Was?", frage ich nochmal nach, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verhört habe.

„Komm mit, man!", schreit sie panisch, packt mich am Arm und zieht mich hoch.

„Ich warne dich Liz, wehe es ist ein Scherz", meine ich ruhig und sie sieht mich von der Seite an.

„Ich würde dich mit sowas doch nicht verarschen, los, komm schon."

„Verdammt, der Ball", murmele ich, schubse sie sanft bei Seite und eile hoch.

Ich stürme ins Zimmer auf das Bett zu, wo sie liegt.

„Wir haben geredet. Sie saß da, auf einmal ist sie ganz bleich geworden und umgekippt", piepst Liz hinter mir und ich werfe ihr einen warnenden Blick zu, der ihr deutet, still zu sein. Ich lege Charlie meine Hand auf die Stirn, die mehr als nur glüht.

„Weißt du was? Ruf Dr. Morris an, schnell. Er soll her kommen, sie ist scheiße warm", meine ich und Liz läuft los, um unseren Hausarzt anzurufen. Adrenalin fließt mir durch die Adern und ich laufe nervös auf und ab. Was kann ein Ball alles auslösen? Man darf doch gar nicht mit einer Gehirnerschütterung schlafen, oder nicht? Oh scheiße.

Ich laufe auf sie zu und nehme ihre Hand, um sie prüfend anzuschauen.

Okay Jared, denk an das, was du in der 8. Klasse Erstehilfekurs gelernt hast! 8. Klasse?  Oh scheiße, dass ist so verdammt lange her.

Die Tür unten klingelt nach einer Weile und ich höre Liz auf die Tür zurennen.

„Guten Tag, Mister Morris. Sie liegt oben, wir wissen nicht was sie hat", tönt ihre Stimme hoch und kurz darauf betritt unser Hausarzt das Zimmer. Er reicht mir die Hand, geht auf Charlie zu und untersucht sie.

„Sie wurde heute mit dem Ball am Kopf getroffen, da war sie auch schon ohnmächtig aber es ging ihr nicht weiter schlecht", erkläre ich und er nickt.

„Sie hat hohes Fieber, vielleicht eine leichte Gehirnerschütterung. Aber das Fieber wird nicht unbedingt davon kommen. Ich kann ihr ein wenig Ibuprofen geben, damit das Fieber weggeht und ihr Kreislauf sich beruhigt. Sie sollte lieber zum Arzt ins Krankenhaus, um sich untersuchen zu lassen. Wenn ich ihr das Mittel gebe, wird sie vielleicht ein wenig schlafen. Ihr solltet unbedingt einen Arzt holen, wenn es ihr schlechter geht", sagt er und wir nicken.

Er holt eine Spritze mit Schmerzmittel gefüllt raus und verabreicht es Charlie.  Während Liz noch mit ihm redet, wird um mich herum alles neblig. Ich könnte Mason in diesen Moment foltern, aufschlitzen und auf dem Schwarzmarkt verkaufen.

Ich setze mich neben Charlie auf das Bett und beschließe zu warten.

„Jared? Bleibst du hier?"

Ich nicke langsam, bis um mich herum alles klar wird.

„Ich auch, okay?"

„Es ist dein Zimmer. Warum fragst du dann, ob du bleiben kannst?", frage ich verwirrt und sie lässt sich neben mich nieder.

„Naja, vielleicht wolltest du mit ihr alleine sein, if you know what i mean", sagt sie zwinkernd und ich sehe sie verwirrt an.

„Was zur Hölle redest du da?"

Sie rollt mit den Augen und schnippt komisch mit den Fingern auf.

„Ich weiß, was da läuft. Du magst sie", sagt sie grinsend und ich schüttele den Kopf.

„Wie kommst du darauf?"

„Oh bitte, würdest du sie sonst küssen?"

Ich suche verzweifelt nach einer Antwort, die nicht nach Ich-stehe-auf-Charlie-klingt.

„Ja. Aus Spaß", antworte ich und sie sieht mich entgeistet an. Drohend hebt sie den Mittelfinger.

„Nein, Parker. Nicht mit ihr. Mit jeder, aber nicht mit Charlie! Bist du komplett bescheuert?", ruft sie aufgebracht.

Ich sehe sie ernst an und überlegte. Hatte ich das gerade wirklich gesagt? Aus welchem Grund hab ich sie eigentlich geküsst? Vielleicht..- stehe ich wirklich auf sie?

Nein, sie ist viel zu provokant, arrogant und vorlaut. Aber anderseits der liebenswerteste und interessanteste Mensch, den ich kenne.

Ich schüttele den Gedanken weg und sehe Liz aus dem Zimmer laufen. Ihre Worte kommen mir allzu bekannt vor, und die letzte Person, die es mir gesagt hat, hat Charlie mit einem Ball abgeknallt.

Ich dränge alles in meinem Kopf weg, bis eine Leere entsteht und beschließe darauf zu warten, dass Charlie aufwacht. Immer wieder sehe ich sie an um zu gucken, ob sie noch lebt und einfach, weil sie schön anzusehen ist.

Nach einer gefühlt endlos langen Zeit bewegt sie sich langsam und alles dreht sich, als sie ihre strahlenden Augen aufschlägt.

„Hey, Prinzessin", flüstere ich und lächele sie sanft an, weil ich mal gelesen habe, dass Beruhigungsmittel immer ziemlich verwirrt macht.

„Hey", sagt sie leise und schließt wieder die Augen, als sie sich über die Schläfe streicht.

„Alles gut?", frage ich und sie nickt lächelnd.

„Wieso, was war denn?"

Ich muss leise lachen bei ihrer Aussage.

„Du warst ohnmächtig und hast Schmerzmittel gekriegt."

Ihre Augen weiten sich und sie setzt sich langsam auf.

„Leg dich wieder hin", befehle ich streng und drücke sie sanft zurück nach unten.

„Ein Arzt hat es dir gegeben, keine Angst. Du solltest ins Krankenhaus, hat er gesagt. Hast du noch Fieber?" Sie schüttelt den Kopf und legt ihn dann auf meinen Schoß. Wie aus Reflex streiche ich ihr über das blonde, lange Haar, welches sich wie Seide anfühlt.

„Ich hasse Krankenhäuser. Ich will da nicht hin", murmelt sie. Ich verdrehe die Augen wegen ihrer Sturheit.

„Aber wenn du wirklich eine Gehirnerschütterung hast, musst du gehen, Charlie."

Sie schüttelt wieder den Kopf. Langsam muss ich mir bessere Überredungskünste zulegen.

"Komm schon, bitte. Du weißt garnicht, wie blass du bist."

„Bitte halt die Klappe Parker, du hörst dich an wie eine fette Großmutter."

Etwas überrascht muss ich wegen ihrer Aussage lachen. Sogar in einer ernsten Situation kann sie ihre provokante Seite nicht ablegen.

"Charlie, ich werde dich ins Krankenhaus kriegen, von mir aus auch mit Gewalt", drohe ich und sie seufzt.

„Du lässt nicht locker, oder?"

Ich verneine grinsend und sie hebt mir ihren Mittelfinger entgegen.

„Na los, komm", meine ich und rappele mich auf. Ich greife nach ihrer Hand und zieht sie langsam hoch.

„Kann ich so gehen?", fragt sie und sieht an sich herab. Grinsend nicke ich und schnappe mir schnell mein Handy, bevor wir zusammen die Treppe runterlaufen. Hand in Hand gehen wir zu meinem Wagen.

„Ich weiß garnicht, warum ich mir das antue", murmelt sie und steigt ein.

„Wenn du es schon nicht für dich tust, dann tu es für mich."

„Warum sollte ich es ausgerechnet für dich tun?"

„Weil du mich liebst?", sage ich ironisch und grinse provokant.

„Ohja Parker. Von ganzem Herzen, und jetzt fahr endlich los, bevor ich dir gleich etwas an den Kopf knalle."

„Dann kriege ich auch eine Gehirnerschütterung, vielleicht bekommen wir im Krankenhaus ein Doppelbett, was meinst du Babe?"

„Parker, ich warne dich. Egal wie sehr ich am verrecken wäre, ich würde immer noch die Kraft dazu haben, dir den Hals umzudrehen."

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