25.
Wie ich befürchtet hatte hielten wir tatsächlich vor dem Gebäude des Kindergartens. Während der Fahrt bis hierher hatte ich kein Wort mit Matteo gewechselt da ich zu schockiert war über den Gedanken er könne tatsächlich ein Kind haben. Zuzutrauen wäre es ihm aber irgendwie auch wieder nicht. Während ich noch immer darüber nachdachte, war Matteo ausgestiegen und kam auf meine Seite. Er öffnete meine Tür und sah mich erwartungsvoll an.
"Steig schon aus Theresa. Du wirst verstehen warum wir hier sind".
Zögerlich stieg ich aus und lief ihm hinter her. Als wir den Kindergarten betraten kamen uns bereits die ersten Zwerge entgegen. Matteo schien sich hier auszukennen denn er ging lächelnd an den Kleinen vorbei, grüßte sogar ein paar zurück die ihn voll Freude ansprangen.
Am Ende des bunten Ganges schien eines der Gruppenzimmer zu sein in welches Matteo selbstsicher abbog. Kaum hatte er den Raum betreten kam ein kleines Mädchen mit wilden braunen Haaren auf ihn zugerannt und fiel ihm in die Arme. Sofort schmiegte sich die Kleine in seine Halsbeuge und drückte ihn fest.
"Na meine Kleine, wie war dein Tag heute?"
"Super! Ich hab mit Tim und Raphael eine gruselige Höhle gebaut und dann war ich mit Jessica in der Puppenecke". Gespannt sah ich den beiden zu. Heimlich schlich sich ein kleines Lächeln auf meine Lippen da es zucker süß war wie Matteo mit seiner Tochter umging.
Endlich wandte er sich wieder zu mir um und sah mich an. Seine Augen strahlten nur so vor Freude. Mit der Kleinen auf dem Arm kam er zu mir.
"Theresa. Das ist Sophie. Sie ist meine Nichte". Oh mein Gott. Was für eine dumme Ziege war ich bitte automatisch anzunehmen es wäre sein Kind? Ein kleines Lachen entfuhr meiner Kehle ehe ich die Hände auf meinen Mund schlug.
"Wir passen heute gemeinsam auf sie auf. Ich weis ich weis. Kein tolles erstes Date aber mein Bruder hat kurzfristig einen Termin aufgebrummt bekommen und Simone ist derzeit auf einer wichtigen Geschäftsreise. Deshalb hat er mich gefragt ob ich Sophie holen könnte. Ich kann meiner kleinen Maus einfach nicht widerstehen" sagte er und kitzelte Sophie an der Seite. Prompt entfuhr ihr ein süßes Lachen ehe sie sich zu wehren begann und Matteo ebenfalls kitzelte.
"Ach Matteo das ist überhaupt kein Problem für mich. Ich mag Kinder sehr gerne. Außerdem ist deine Nichte Zucker süß" sagte ich und konnte mir ein warmes Lächeln nicht verkneifen.
"Also Prinzessin. Was möchtest du denn heute machen? Auf den Spielplatz gehen, ein großes Eis essen oder den Wald erkunden?"
Wow. Alle Aktivitäten die Matteo vorgeschlagen hatte waren draußen an der frischen Luft und an der Sonne. Fand ich gut. Sophie sah Matteo überlegend an ehe sie ihm eine Antwort gab.
" Ich möchte bitte ein großes Eis essen"
"Ei Ei Sir! Wird gemacht" sagte Matteo und salutierte vor seiner Nichte. Natürlich musste diese über sein Verhalten lachen.
Auch ich fand sein Verhalten bewundernswert sich so zum Affen für die Kleine zu machen. Aber ganz offensichtlich gefielen ihr die Scherze ihres Onkels. Gerade jetzt lernte ich eine ganz neue Seite, weich und offen, an Matteo kennen. Nicht so wie ich ihn früher gesehen hatte. Als Sophie ihr kleines Hab und Gut zusammengepackt hatte, stiegen wir wieder ins Auto und fuhren los zur Eisdiele.
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