❀ one ❀
❀ wooyo
Zufrieden damit, wie der heutige Tag lief, legte ich meine Tasche sowie Schlüssel ab, als ich meine Wohnung betrat und die Tür hinter mir schloss. Ich streckte mich etwas, doch ermüdet durch die lange Fahrradtour, die ich für die schönen Fotos von heute auf mich genommen hatte. Aber es hatte sich gelohnt, denn ich kam zurück mit wundervollen, neuen Fotos für unsere diesjährige Sommercampagne.
Mir war warm durch die Hitze, sodass ich meine Kleidung direkt wechselte und in ein simples Shirt sowie kurzen Stoffshorts schlüpfte. Hastig hüpfte ich in die Küche, trank einen kräftigen Schluck Wasser, bevor ich wie jeden Tag, jeden Nachmittag, wenn ich von der Arbeit kam, auf mein Balkon lief und aufgeregt schaute, was Sannie mir diesmal überlassen hatte.
Mir schlich sich direkt ein breites Grinsen auf den Lippen auf, als ich einen weiteren Notizzettel an meiner Wäscheleine hängen sah, befestigt mit einer Wäscheklammer und in demselben Gelbton, wie all seine Notizzettel dies für mich waren. Ehrlich gesagt wusste ich mittlerweile nicht mehr, ob dies meine oder seine Wäscheleine war. Sie waren beide weiß und hingen nicht mal einen Meter voneinander zwischen unseren Balkonen verbunden.
Wir lebten beide im vierten Stockwerk, direkt nebeneinander, sodass unsere Balkone logischerweise auch direkt nebeneinander waren. Uns trennten vielleicht maximal zwei Meter, trotzdessen wir in zwei unterschiedlichen Gebäuden wohnten.
Ich spürte, wie mir bereits ein leises Schmunzeln entwich, als ich an der Wäscheleine zog, um an seinen heutigen Notizzettel für mich ranzukommen. Mit einem Griff hatte ich das Stück dann auch in meiner Hand und flüsterte die Worte leise für mich mit:,,Danke für's Wecken heute morgen... Dein schiefer Gesang um 7 Uhr morgens war unbezahlbar...", und wie immer sein Name ,,San :-)", unten links lieb geschrieben.
Ich konnte mein Lachen nicht verkneifen, als ich direkt mit seinem Zettel in meine Wohnung lief, bereit ihm eine genauso provokante Antwort zu widmen.
San und Ich waren Kindheitsfreunde. Wir waren nicht älter als zwei Jahre alt, als unsere Eltern sich kennenlernten und wir seither selbst unzertrennlich waren. Heute waren wir beide 25 und 26 Jahre alt, lebten dicht nebeneinander und verbrachten nie mehr als eine Woche ohne einander. Während San seine Ausbildung zum Erzieher in einer Kindertagesstätte abschloss und über die Jahre hin, sich die Leitungsposition in seiner Kita erarbeitet hatte, war ich Fotograf und täglich in den unterschiedlichsten Städten/Orten unterwegs.
Allein an unseren Berufen konnte man uns bereits gut unterscheiden. Während San eher der Ruhepol zwischen uns war, war ich der Energievolle und der, den er manchmal vor seiner eigenen Impulsivität schützen musste. Aber so unterschiedlich wie wir beide vom Wesen waren, verbund uns etwas Einzigartiges.
Ich meine, es waren mittlerweile über 20 Jahre, wo wir miteinander verweilten. Unsere Kindheit, Jugend und Adoleszenz miteinander verbrachten.
San war nicht nur mein bester Freund. Er war so etwas wie... wie mein Seelenverwandter, falls es sowas wirklich gab.
Wir beide lebten im städlichen Vorort und hatten das Glück so dicht nebeneinander zu wohnen, sodass ich motiviert nach einem Stift griff und vertieft nachdachte, was ich ihm auf seine so lobenden Worte antworten konnte.
War das zu früh? Soll ich dich morgen um 6 Uhr wecken? :D
Zufrieden mit meiner Antwort rannte ich wieder auf mein Balkon und wollte gerade den Zettel an die Wäscheleine hängen, bis ich den Großen plötzlich auf seinem Balkon stehen sah und amüsiert sagte:,,Hey! Du bist ja zuhause!", woraufhin er direkt zu mir blickte. Er schien seine getrocknete Wäsche vom Ständer zu holen, als er mir mit seiner Wäsche in den Armen ein warmes Lächeln schenkte und antwortete:,,Ja, ich hatte heute früher Schluss."
,,Woah, das muss gefeiert werden!",erwiderte ich direkt grinsend, woraufhin er den Wäschehaufen in seinen Armen zur Seite legte und sich zu mir drehte. Die Augen leicht zusammen gekniffen, als wüsste er, dass ich wieder eine meiner spontanen Ideen hatte, die nicht immer sicher und risikoarm waren.
Mittlerweile hatte ich das Gefühl, er konnte meine Gedanken lesen, so, wie er mich immer durchschaute.
,,Ich wollte gerade fragen, wie du dir das vorstellst, bis ich realisiert habe, dass das keine gute Idee wäre.",entkam es ihm belustigt, was ich nur noch mit einem Schnalzen meiner Zunge von mir erwiderte.
Touché.
,,Doch, doch! Warte! Ich komme zu dir!",gab ich entschlossen von mir, als ich auf das Geländer meines Balkons kletterte und er mich direkt mit großen Augen anschaute. Ohne zu zögern, sprang ich zu ihm rüber, sodass er mich direkt in seinen Armen auffing und paar Schritte zurück lief, um uns so weit wie möglich vom Balkon zu bringen.
,,Woo! Ich habe dir schon oft gesagt, dass du das nicht machen sollst, meine Güte...",antwortete San schweratmend, als ich meine Arme schmunzelnd um seinen Hals geschlungen hielt, während er mich problemlos festhielt und langsam wieder absetzte, um mich an seinem entsetzten Blick teilhaben zu lassen. Ich hingegen schenkte ihm nur ein freches Grinsen, als ich ihn begeistert von seinem ,,Ärger" anblickte und für einen Moment Stille herrschte, bis er leise aufseufzte und ich ihm motiviert in seine Wohnung folgte.
Wir beide besaßen mittlerweile keine ,,eigene" Wohnung. Seine Wohnung war meine Wohnung. Meine Wohnung war seine Wohnung. Ich besaß sein Haustürschlüssel, er besaß den meinen. Manchmal fand ich ihn spontan in meiner Wohnung auf, manchmal fand er mich spontan in seiner Wohnung auf. Wir beide waren als Kinder sehr vertraut und engmaschig erzogen und aufgewachsen. Meine Mutter erzählte mir, wie ich als Baby und Kleinkind manchmal San's Latzhosen, Lätzchen und Shirts trug, wenn er aus diesen rausgewachsen war.
Fakt war, ich liebte San. Er war mein bester Freund, und ich wüsste nicht, was ich ohne diesen seelenfriedlichen, warmherzigen Menschen in meinem Leben machen würde, der auch jetzt wieder in seiner Küche stand und mir eine Tasse von meiner Lieblingslimonade einschenkte. Trotzdessen er selbst gerade von der Arbeit kam und bestimmt müde war.
Ich wusste, dass Sannie müde war, an der Weise, wie seine Atmung schwerer wurde. Wenn ich genau hinhörte, erkannte ich direkt die subtile Änderung an seiner Atemfrequenz, die mir über seine Müdigkeit verriet. Lächelnd beobachtete ich ihn, als ich mich entspannt neben ihn stellte und begeistert nach meinem Getränk griff, als er mir die Tasse hinhielt und ruhig im Ton fragte:,,Heute bei mir?", wobei ich direkt wusste, was er meinte, ohne dass er seinen Satz ausbauen musste. Dementsprechend nickte ich direkt, und wir spazierten in sein Schlafzimmer.
San war eher eine ruhige Person, umso ruhiger wurde er dann, wenn er müde war. Also machte ich es mir bequem auf seinem Bett, bereit um hier eine weitere Nacht zu übernachten, während er sich im Bad noch bettfertig machte. Ich die Dusche hörte, das Zähneputzen, den Waschbecken. Alles familiäre Geräusche, die meinen Alltag mit ihm bildeten.
Denn Fakt war es, dass er über die Jahre hin, zu meiner Familie wurde. Ich wusste, so einen Menschen wie ihn würde ich nie wieder finden, und das wollte ich auch nicht. Denn keiner würde ihn jemals ersetzen können.
Meinen allerbesten Freund, Choi San.
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❀ Hey! Ah, endlich kann ich es wieder sagen; Erstes Kapitel ist raus, willkommen! ^^
Hier habt ihr den ersten Eindruck von San aus Wooyoung's Sicht! :)
Ich bin gespannt, wie ihr diese FF bewerten werdet. Auf das wir gemeinsam eine schöne Zeit vom Abtauchen aus der Realität haben. ♥︎
Fühl dich gedrückt!
♥︎ Deine Eleja
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