4. Juni 2031
4. Juni 2031
Ich wurde von der lieblichen Stimme meiner Mutter aus dem Schlaf gerissen. „Sky, wenn du nicht sofort aufstehst bekommst du es mit mir zu tun!" Ich blinzelte mir verwirrt den Schlaf aus den Augen, richtete mich auf und versuchte mein Gehirn, das immer noch auf Schlafmodus gestellt war, zum Arbeiten zu bringen. „SKY! Du hast ein einer dreiviertel Stunde Unterricht und darfst diese Woche auf einen Fall zu spät kommen!" Sobald das Wort Unterricht ertönte, wäre ich am liebsten sofort wieder stöhnend in die Kissen gesunken und hätte weitergeschlafen. Doch ich wusste, dass das keine gute Idee war – wenn ich meinen Geburtstag noch erleben wollte – und quälte mich schließlich aus dem Bett. Fünf Minuten später stand ich in unserer Küche, wo mich meine überaus freundlich empfing. „Wieso hast du so lange gebraucht?! DU HAST NUR NOCH EINE HALBE STUNDE ZEIT BIS ZUM UNTERRICHT, FALLS DIR DAS NICHT BEWUSST IST!" Ich widerstand dem Drang, die Augen zu verdrehen, um sie nicht noch wütender zu machen, als sie ohnehin schon war. Ich setzte mich stattdessen und nahm mir eine Semmel, um sie mit Marmelade zu bestreichen. Ich biss in die Semmel, ohne meine Mutter weiter zu beachten, was sich meistens bewährte, wenn sie wütend war. Zum Glück wirkte es auch dieses Mal. „Was habe ich heute?", fragte ich nach fünf Minuten Stille. „Höfliches Benehmen, alte Literatur und Modebewusstsein", antwortet meine Mutter wie aus der Pistole geschossen. Ja, meine Mutter kennt meinen Stundenplan besser als ich... Höfliches Benehmen und Modebewusstsein... Am liebsten würde ich mich übergeben – meine Hassfächer. Okay bei Modebewusstsein liegt das vielleicht auch nur daran, dass alle, und war wirklich ALLE, einen total anderen Modegeschmack haben als ich. Wenigstens habe ich noch alte Literatur, was eines meiner Lieblingsfächer ist.
„Heute werden wir uns mit der Buchreihe Der Herr der Ringe von J.J.R. Tolkin beschäftigen. Wer von euch hat schon einmal von diesen Büchern gehört oder sie gelesen?" Ich hob als einzige die Hand. Oh mein Gott, wie konnte man Herr der Ringe bitte schön nicht kennen? Unsere Lehrerin Mrs. Carrey nickte zufrieden. Anscheinend meldete sich bei dieser Frage selten jemand. „Gut, kannst du uns bitte den Inhalt des ersten Teils zusammenfassen?" Ich nickte uns legte los. „Es ist der 22. September im Jahre 3001 des dritten Zeitalters und Bilbo Beutlin gibt eine große Feier zum seinem 111. Geburtstag. Auch Frodo, sein Vetter, feiert seinen 33. Geburtstag. Schon seit dem Bilbo, vor etwa 60 Jahren, von seiner zurück kam, war er in Hobbingen sehr oft Gegenstand von Gerüchten und Gerede. Die Ankündigung zu so einem großen Fest verstärkte es nur. Und im Umlauf sind die wildesten Geschichten über Bilbo und sein Reichtum.
Auch der ist anwesend. Als Bilbo nach dem Fest auf einmal verschwindet, fühlen sich viele bestätigt. Dieses Verschwinden ist von Bilbo geplant und einzig Gandalf ist davon unterrichtet. Bilbo will das verlassen und den Ring, den er schon seit 60 Jahren dabei hat, Frodo überlassen. Der Ring war während Bilbos Reise vor 60 Jahren in seinen Besitz gelangt und hatte davor Gollum gehört. Es handelte sich dabei, um einen Ring, der vor tausenden von Jahren von Sauron, dem dunklen Herrscher geschmiedet worden war. Er macht den Träger unsichtbar.
Mit der Zeit verschwinden allerdings beim Träger alle guten Eigenschaften. Bei seinem Abschied hat Bilbo einige Probleme sich von dem Ring zu lösen und Gandalf hat Mühe Bilbo davon zu überzeugen, dass es am besten ist wenn der Ring bei Frodo im Auenland bleibt. Bilbo lässt den Ring und verlässt das Auenland und geht nach Bruchtal wo er sich niederlässt um sein Buch fertig zu schreiben. Sein ganzes Erbe geht an Frodo über.
Kurz darauf verlässt Gandalf das Auenland und lässt sich die nächsten drei Jahre lang nicht mehr bei Frodo blicken. Danach macht er einige Kurzbesuche bei Frodo und lässt sich etwa neun Jahre nicht mehr blicken. Es ist das Jahr 3018 des dritten Zeitalters und Frodo nähert sich seinem 50. Geburtstag. Er wird Bilbo immer ähnlicher, was immer für neuen Gesprächsstoff sorgt. Frodo macht schon seit einigen Jahren ausgedehnte Spaziergänge, meistens alleine, dabei sieht er vermehrt Elben und Zwerge, die Richtung Westen wandern. Auch die Gerüchte über die Schwarzen Reiter werden immer häufiger. Außer ihm und Sam, scheint sich in Hobbingen keiner für diese Geschehnisse zu interessieren.
Im April dieses Jahres taucht Gandalf auf und erzählt Frodo alles (was er zu diesem Zeitpunkt wusste) über den Ring, Gollum, Sauron und die nahende Gefahr. Gandalf rät Frodo nach Bruchtal zu gehen. Sam kommt mit und freut sich endlich Elben zu sehen. Auch der Termin steht schon fest, Frodo will das Auenland nach seinem Geburtstag am 22. September verlassen. Seinen Plan, das Auenland zu verlassen tarnt er, indem er in Bockland/Krickloch , welches im östlichen Auenland liegt, ein Häuschen kauft und seinen Besitz in Hobbingen verkauft. Etwa Mitte Juni verlässt Gandalf das Auenland und verspricht spätestens bis zum 22. September wieder in Hobbingen zu sein. Der 22. September kommt und Gandalf ist immer noch nicht da. Daher entschließt sich Frodo trotzdem aufzubrechen in der Hoffnung, dass Gandalf sie in Krickloch erreicht. Am Abend des 23. Septembers bricht er mit Sam und Pippin auf, die Nazgûl erreichen Hobbingen und erfahren das Frodo nicht mehr da ist.
Am nächsten Tag erfahren die Hobbits, dass die hinter ihnen her sind. Sie müssen sich zweimal vor den Nazgûl verstecken. Beim zweiten Mal sieht es sehr knapp aus, denn ein Nazgûl kommt immer näher zu dem Versteck der Hobbits. Doch just in diesem Moment kommen einige Elben des Weges. Ihr Anführer ist Gildor und er bietet den Hobbits an gemeinsam durch die Nacht zu wandern.
Am nächsten Tag setzen sie ihren Weg fort und erreichen am Abend das Haus vom Bauern Maggot. Dort erfahren sie, dass kurze Zeit vorher ein Schwarzer Reiter nach Frodo gefragt hat. Später am Abend fährt sie Bauer Maggot zur Bockenburger Fähre, wo schon Merry auf sie wartet. Zu viert setzen sie über den Fluss.
Nach einigen Meilen Fußweg erreichen sie Frodos neues Haus in Krickloch. Dort erfährt Frodo, dass und schon seit längerem wissen, dass Frodo vor hat das Auenland zu verlassen. Außerdem wissen sie von der Existenz des Ringes. Zudem hat Merry schon alles für den Aufbruch vorbereitet.
Zusammen brechen sie am nächsten Tag auf und nehmen den Weg durch den Alten Wald. Am Ende des Nachmittags sterben sie beinahe, denn sie kommen dem Alten Weidenmann zu nahe. Im letzten Moment kommt Tom Bombadil singend des Weges. Er befreit sie und nimmt sie zu sich nach Hause mit. Dort lernen sie auch seine Frau Goldbeere kennen. Sie übernachten zwei Nächte bei Tom Bombadil und seiner Frau und setzen dann ihren Weg in Richtung der Hügelgräberhöhen fort. Beinahe sterben sie auch hier, doch noch einmal kommt Tom Bombadil ihnen zu Hilfe und begleitet sie bis einige Meilen vor .
Am Abend des gleichen Tages erreichen die Hobbits und das Gasthaus „Zum tänzelnden Pony". Dort treffen sie , der von Gandalf dorthin geschickt wurde, um gemeinsam mit den Hobbits nach Bruchtal weiter zu reisen.
Streicher ist ein Waldläufer, den Gandalf schon seit vielen Jahren kennt und der die Hobbits auf ihrer Reise unterstützen soll. Außerdem soll er zur späteren Ringgemeinschaft dazugehören.
Am nächsten Tag bricht die Gruppe Richtung Bruchtal auf. An der Wetterspitze wird Frodo bei einem Überfall der Nazgûl schwer verletzt. Streicher kann die Wunde nicht vollständig heilen, da sie mit einer magischen Klinge zugefügt wurde. Doch zum Glück treffen sie einige Tage später auf Glorfindel. Auf seinem Pferd reitet Frodo das letzte Stück Richtung Bruchtal. In Bruchtal heilt Elrond Frodo.
Hier trifft die Gruppe auch Gandalf wieder und es gibt ein Wiedersehen mit Bilbo. Während ihres Aufenthaltes in Bruchtal gibt es eine Ratssitzung auf der entschieden wird, dass der Ring zerstört werden muss, damit er nicht in die Hände von Sauron fällt.
Dazu muss der Ring in den Schicksalsberg in geworfen werden, indem er auch geschmiedet wurde. Um den gefährlichen Weg zu meistern, sollen die vier Hobbits, wenigstens einen Teil des Weges, begleitet werden. Man einigt sich auf Streicher als Vertreter der Menschen aus dem Norden, Gandalf als Zauberer, ein Abgesandter der Menschen aus bzw. aus dem Süden, als Vertreter der und als Vertreter der – die Ringgemeinschaft.
Der Weg führt die Ringgemeinschaft nach Moria, eine alte Zwergenstadt unter dem Nebelgebirge. Die Stadt ist jedoch mittlerweile von den Zwergen verlassen. bewohnen sie jetzt und in ihren Tiefen lebt der – ein mächtiger Dämon. Bei einem Kampf mit dem Balrog, reißt dieser Gandalf in eine Schlucht. Die Ringgemeinschaft setzt ihren Weg ohne Gandalf aus Moria heraus nach fort. In Lothlorien, einem Gebiet der Elben, das von Galadriel geführt wird, bleibt die Ringgemeinschaft einige Wochen.
Beim Abschied bekommt jedes Mitglied der Ringgemeinschaft ein Geschenk und einen Elbenmantel von Galadriel. Danach setzen sie ihren Weg mit Booten auf dem Fluss Anduin fort. Was sie nicht wissen, ist dass sie schon seit Moria von Gollum beobachtet und verfolgt werden. Während einer Rast verfällt Boromir dem Ring und versucht ihn Frodo zu stehlen. Dieser kann allerdings mit Hilfe der Magie des Ringes fliehen und setzt mit Sam zusammen auf die andere Seite des Flusses. Die beiden begeben sie alleine auf den Weg nach Mordor. Während dessen wird der Rest der Ringgemeinschaft von Sarumans Orks überfallen." * Mrs. Carrey nickte zufrieden. „Sehr gut!"
„Bei dem Auswählen des perfekten Outfits müssen sie vor allem darauf achten, wie die Kleidung geschnitten ist und ob die Farbkombination passt. Außerdem muss das Makeup besonders sein – nicht unbedingt auffällig, aber besonders – dabei ist es wichtig, dass..." Ich machte mir gelangweilt Notizen und versuchte nicht einzuschlafen oder komplett abzuschalten. Dennoch schaltete mein Gehirn irgendwann ab und ich begann Tiere auf meinen Notizzettel zu kritzeln. Ich „erwachte" erst wieder, als mich meine Banknachbarin anstupste. Ich sah sie verwirrt an. Sie schrieb hastig irgendetwas auf einen Zettel und schob ihn mir zu, bevor sie aufstand. Ich las, was sie mir geschrieben hatte. Nach mir sollst du nach vorne kommen und dein Outfit auswählen. Ach du heilige Scheiße!
Ich stand vor dem Kleiderständer. Schweißperlen standen mir auf der Stirn und meine Hand bebte. So stand ich sicherlich fünf Minuten da ohne einen Plan, was ich mir nehmen konnte – fast alles waren Farben, die mir überhaupt nicht standen... Schließlich entschied ich mich für das kleinste Übel: ein eng anliegendes grasgrünes T-Shirt mit zum Glück nicht ganz so weiten Ausschnitt, eine Cordhose und robuste Turnschuhe. Ich übergab meine Auswahl Mrs. Lahey, die unsere Lehrerin für Modebewusstsein war. Sie musterte das Outfit kurz kritisch, bevor sie es hochhielt und es der Klasse präsentierte. „Was haltet ihr davon?" Susanne Parkers, eine kluge, asiatische Schönheit, die sich in Sachen Mode sehr gut auskannte, meldete sich sofort. Mit einem Lächeln nahm Mrs. Lahey sie dran. „Das Oberteil ist nicht schlecht, allerdings würde smaragdgrün noch besser zu Skys Haaren passen und der Ausschnitt sollte größer sein. Die Hosen gehen gar nicht. Viel besser würden eine schwarze Strumpfhose und ein kurzer dunkler Rock dazu passen. Die Schuhe würde ich durch braune Riemchensandalen ersetzten." Unsere wunderbare Lehrerin nickte zustimmend und schickte mich auf meinen Platz zurück. Dankbar lächelte ich meine Banknachbarin an, die mich, weil sie mir die Nachricht auf den Zettel geschrieben hatte, vor einer noch größeren Peinlichkeit bewahrt hat – anscheinend gibt es doch nette Leute in meinem Alter...
* A/N: die Zusammenfassung von "Die Gefährten" von J.R.R. Tolkin stammt nicht von mir. Ich habe sie von der Seite https://www.faszination-tolkien.de/zusammenfassung-hobbit-herr-der-ringe/hdr-gefaehrten/
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