Chapter 7
Genau um Punkt sechs Uhr stehen Amy und ich vor dem Studentencafé in der Innenstadt. Soweit ich mitbekommen habe, haben Bella und Amy noch einmal miteinander geschrieben, um die genaue Uhrzeit auszumachen.
Und so stehe ich nun nervös vor der Eingangstür und habe keine Ahnung, was ich tun soll.
„Du musst die Tür auch aufmachen, Ellie."
Amys amüsierte Stimme reißt mich aus meinen Gedanken.
Verwirrt fahre ich herum und entdecke sie neben mir. Mit einer kurzen Handbewegung deutet sie auf die Türklinke, die ich immer noch umklammere.
Hitze steigt mir in die Wangen.
Schnell schüttle ich den Kopf und drücke die Klinke hinunter, bevor ich das Café betrete.
Sofort umfängt mich die warme Luft im Inneren. Für einen Moment atme ich tief durch und sammle all meinen Mut, ehe ich den Blick durch den Raum schweifen lasse.
Das Café ist gemütlich eingerichtet. Überall stehen rustikale Holztische, hinter der Theke summt leise Betrieb und aus einer großen Musikanlage läuft entspannte Musik. Schließlich bleibt mein Blick an einem Tisch in der hinteren Ecke hängen, an dem bereits fünf Personen sitzen.
Ich muss nicht zweimal hinschauen, um zu wissen, dass es Bella und ihre Freunde sind.
Wer genau dort sitzt, kann ich aus der Entfernung allerdings noch nicht erkennen.
„Da ist sie ja", höre ich Amy neben mir sagen.
Gerade als ich etwas erwidern möchte, ruft sie laut durch das halbe Café:
„Bella!"
Augenblicklich drehen sich mehrere Köpfe in unsere Richtung.
Am liebsten würde ich im Boden versinken.
Unbehaglich zupfe ich am Saum meines Oberteils herum und versuche, die Aufmerksamkeit der anderen auszublenden.
„Da seid ihr ja endlich!"
Bella winkt uns fröhlich zu.
Nun kann ich auch die Personen um sie herum besser erkennen.
Amy greift nach meiner Hand und zieht mich hinter sich her zum Tisch. Dafür bin ich ihr mehr als dankbar, denn allein hätte ich mich wahrscheinlich keinen Zentimeter bewegt.
Manchmal glaube ich, sie merkt genau, wie schwer mir solche Situationen fallen.
Und genau deshalb schätze ich mich glücklich, sie als Freundin zu haben.
Als wir den Tisch erreichen, hebe ich vorsichtig den Kopf.
Neben Bella sitzt ein Mädchen mit rotbraunen Locken und auffallend blauen Augen. Ihr Blick wirkt eher reserviert, doch das ändert nichts daran, dass sie unglaublich hübsch ist.
Daneben sitzt ein Junge, der etwas älter sein dürfte. Er hat dunkle Haare und klare blaue Augen, die erstaunlich ausdruckslos wirken.
Der Junge neben ihm könnte dagegen kaum unterschiedlicher sein.
Seine blonden Haare fallen ihm leicht in die Stirn und seine warmen braunen Augen strahlen uns förmlich entgegen. Im Gegensatz zu den anderen schenkt er uns sofort ein freundliches Lächeln, das ich zaghaft erwidere.
Doch als mein Blick zur letzten Person wandert, verschwindet es augenblicklich wieder.
Damon.
Natürlich.
Er scheint ebenso überrascht über mein Erscheinen zu sein wie ich über seines. Seine Augenbrauen sind leicht zusammengezogen und sein Blick ruht unentwegt auf mir.
Doch in seinen Augen liegt keine Freude.
Kein Interesse.
Nichts.
Mein Magen zieht sich unangenehm zusammen.
Unwillkürlich presse ich die Lippen aufeinander und versuche, seinem intensiven Blick standzuhalten. Er wirkt so verschlossen und kühl, dass ich nicht einmal weiß, wie ich mich in seiner Nähe verhalten soll.
„Okay, ich stelle euch erst einmal meine Freunde vor."
Bellas fröhliche Stimme reißt mich aus meinen Gedanken.
„Das hier ist Riley."
Sie deutet auf das Mädchen mit den Locken, das uns nun ein kurzes Lächeln schenkt.
„Das ist Aiden."
Der dunkelhaarige Junge hebt leicht den Kopf und mustert uns interessiert.
„Und das hier ist Luke."
Bella zeigt auf den Blondschopf, der uns sofort wieder dieses charmante Grinsen schenkt.
„Und zu guter Letzt mein persönlicher Bodyguard Damon. Den habt ihr ja beim letzten Mal schon kennengelernt."
Bella lacht.
Amy stimmt sofort mit ein.
Ich hingegen bekomme kaum etwas davon mit.
Viel zu sehr bin ich mit Damon beschäftigt, der Bellas Kommentar lediglich mit einem gelangweilten Blick quittiert.
„Und Leute, das sind Amy und Ellie."
Bellas Freunde nicken uns kurz zu.
„Ellie ist ein wirklich schöner Name."
Überrascht blicke ich auf.
Aiden.
Es dauert einen Moment, bis seine Worte bei mir ankommen.
„Danke", bringe ich schließlich hervor.
Ein amüsiertes Grinsen erscheint auf seinem Gesicht.
„Lass die Arme doch erst mal in Ruhe", meint Bella lachend und schlägt ihm gegen den Oberarm.
Luke grinst ebenfalls und scheint sich prächtig zu amüsieren.
Nur Riley und Damon bleiben auffallend still.
Plötzlich fühle ich mich wieder unwohl.
„Okay, die erste Runde geht auf mich!", verkündet Luke laut. „Und danach fangen wir mit den wichtigen Informationen an."
Mit gespielter Wichtigkeit winkt er eine Kellnerin zu sich herüber.
Diesmal kann selbst ich mir ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
Irgendetwas an ihm wirkt sympathisch. Als würde er ständig einen Witz auf den Lippen haben.
Ich lehne mich etwas zurück und lasse den Blick über die Runde schweifen.
Puh.
Das wird ein langer Nachmittag.
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