Prolog

Hektisch atmend rannte Hawkins durch den engen, nur noch spärlich von den Notleuchten erhellten Gang. Dabei stießen die beiden schweren Metallflaschen in seinem Rucksack immer wieder mit einem dumpfen Geräusch gegeneinander.

An einer Kreuzung mit einem anderen Gang blickte er sich sofort um, ob die einzelnen Korridore auch sicher waren und richtete sein Maschinengewehr kurz in jeden der Gänge. Sie waren alle leer, oder zumindest schien es so.

Also vergeudete Hawkins keine weitere Zeit und lief weiter mit eiligen Schritten durch die stählernen Gänge, bis er schließlich kurz stehenbleiben und verschnaufen musste. Sein Atem ging stoßweise, während er an das kleine Funkgerät hinter einem Ohr griff und den Sprechen-Knopf betätigte.

„Evan, kannst du mich hören?", fragte er leise, um nicht noch unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

„Ja, hast du den Kryo-Treibstoff für die Kammern des Rettungsschiffes?", fragte Evans Stimme in seinem Ohr zurück.

„Worauf du einen lassen kannst. Bist du schon dort? Ist es sicher?", erkundigte sich Hawkins nervös.

„Keine Sorge, hier ist weit und breit keins von diesen Viechern zu seh- Warte kurz!", verlangte Evan und es herrschte Stille.

„Kumpel, mach jetzt bitte seinen Scheiß, hörst du?", wies Hawkins ihn hin, erhielt jedoch keine Antwort.

„Evan? Evan?!", hakte er nach und konnte es nicht vermeiden am Ende regelrecht in das kleine Gerät zu schreien. Es blieb weiterhin still am anderen Ende der drahtlosen Verbindung. 

Mit flach gehendem Atem blickte sich der Soldat voller Verzweiflung in seiner Umgebung um und bemerkte dabei ein hellbläuliches Leuchten aus einem nahen Korridor. Ein Funken Hoffnung keimte in ihm auf, während er hastig in die entsprechende Richtung lief und augenblicklich verspürte er eine gewisse Erleichterung.

Vor Hawkins an der Wand befand sich tatsächlich eine Computereinheit, die auch noch funktionierte, weshalb er den Abstand dazu so schnell er konnte überbrückte und einige Tasten drückte.

Bald hatte der Soldat Zugang zur Langstreckenkommunikation gefunden und das System wieder aktiviert, ein Glück nur für ihn, dass die Sendeeinheit noch intakt war. Nach einigen Minuten hatte Hawkins es schließlich geschafft und betätigte den Sprechen-Knopf der Konsole.

„Mayday, Mayday! Hier spricht Sergent Hawkins von der Forschungsstation Eclipse, ich wiederhole Mayday! Die Subjekte konnten sich befreien und haben den Rest der Besatzung gefressen, kein Raum auf der Station ist mehr sicher. Ich versuche mich jetzt zu den Rettungsschiffen durchzuschlagen, beten Sie für mich, dass ich es schaffe...", sprach er in das Gerät und fügte anschließend noch die Aufnahmen der nächstbesten Sicherheitskamera aus der letzten Stunde bei. Irgendeins von diesen Viechern würde sie sicherlich schon vor die Linse gekriegt haben.

Sobald Hawkins jedoch die Nachricht verschickt hatte, hörte er ein schrilles Kreischen hinter sich und drehte sich natürlich hastig um, das Maschinengewehr im Anschlag. 

Doch er konnte dort rein gar nichts erkennen, aber das Geräusch war ja sicherlich nicht aus dem Nichts gekommen. Also ging er vorsichtig weiter durch die dunklen Gänge in Richtung des Andockpunktes der Rettungsschiffe, kam jedoch nicht besonders weit.

Denn auf einmal fühlte er etwas Kaltes, Zählflüssiges und furchtbar Schleimiges auf seine Schulter tropfen. Wie in der Bewegung erstarrt blieb er stehen und blickte ganz vorsichtig aus den Augenwinkeln zu seiner Schulter, während noch ein weiterer Tropfen darauf landete.

Vor Nervosität schwer atmend wandte Hawkins seinen Blick anschließend nach oben, den Finger dabei die ganze Zeit lang am Abzug seiner Waffe. Über ihm befand sich ein enges Loch in der Decke, welches zu den Lüftungsschächten führte, die sich durch die gesamte Station zogen und aus ihm tropfte es.

Leider konnte er nicht sonderlich viel erkennen, da die Beleuchtung in diesem Teil der Station komplett ausgefallen war, nichts als eine gähnende, schwarze Leere. Bevor er jedoch reagieren konnte, blitzten auf einmal ein perlweißes Gebiss in dem Loch auf und kam ihm rasend schnell näher.

Aus voller Kehle schreiend versuchte Hawkins noch das Ding zu erschießen, doch er konnte seine Waffe nicht schnell genug hochreißen.

Laut hallten anschließend ein paar aus reiner Verzweiflung abgefeuerte Schüsse durch die leeren Gänge der Station, als kurz darauf das Gewehr klappernd auf den Stahlboden fiel.

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