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»Oha, sie geht auf ihn zu!«, flüsterte ich meinem Bruder zu. »Das sehe ich doch auch, Lis! Nun sei mal leise!«, erwiderte Harry und lauschte weiter.
Wir hatten Zaubertränke. Umbridge inspirierte heute Snape. »Stärkungstrank, sehr beeindruckend, Severus. Nun meinen Sie nicht auch, dass die Schüler noch nicht bereit sind, diesen Trank zu brauen? Der Minister ist glaub ich gleicher Meinung!«, lächelte die pinke Kröte.
Snape, der gerade dem Gorilla Goyle zeigte, was er falsch gemacht hatte, drehte sich zu ihr um. Ich klammerte mich gespannt an Harry.
»Das immer noch mein Unterricht, Dolores! Außerdem ist es gut, dass dieses Haufen Elend - ich meine Schüler - etwas nützliches lernen«, meinte Snape zähneknirschend.
»Harry! Lis! Was bei Merlins Lieblingsbademantel tut ihr denn da?! Euer Trank ist, denke ich, gut genug gerührt worden«, sagten auf einmal Hermine stirnrunzelnd.
Snapes Augen huschten zu uns, als Harry und ich wie aus einem Mund »Psst!«, flüsterten. Hermine drehte sich stöhnend wieder zu ihrem Trank um.
Ich sah zu der Tafel und las den nächsten Schritt. Als ich Salamander Blut in meinem Trank hinzufügte, sah ich, wie Harry unkonzentriert das Fläschchen mit dem Granatapfelsaft nahm und den Inhalt in seinem Trank schütteln wollte.
Schnell schlug ich ihm auf der Hand. Vor Schreck ließ er das Fläschchen fallen. »Was soll das?!«, zischte er etwas wütend. Augenrollend zeigte ich auf der Tafel.
»Salamander Blut, Harry, Salamander Blut!«, sagte ich und betonte dabei jede einzelne Silbe. Seufzend hob mein Bruder das Fläschchen mit dem Granatapfelsaft auf und stellte es wieder auf dem Tisch.
Dann nahm er mir die richtige Zutat aus der Hand und schüttelte ein paar Tropfen in seinem Kessel.
Ich schüttelte grinsend den Kopf und mein Blick kehrte zurück zur Tafel ...Einmal Eisenkraut hinzufügen ...ich spitzte die Lippen und suchte nach dem Reagenzglas mit der Zutat, als mich jemand anstupste.
Ich zuckte zusammen und drehte mich verstört zu Harry um. Er nickte unmerklich nach vorne. Ich folgte seinen Blick und sah Umbridge, die Snape offensichtlich mit weiteren Fragen bohrte.
»Eine Frage, Severus ...wie lange unterrichten Sie schon in Hogwarts?«, fragte Umbridge und hielt ihren Klemmbrett bereit.
»Seit vierzehn Jahren«, antwortete dieser und sah sich Dracos Trank an, der unnatürlich laut brummte.
Ich hörte auf einmal ein leises Zischen. Erschrocken sah ich meinen Bruder an. Er hatte statt drei, fünf Tropfen Honigwasser in seinem Kessel geschüttelt.
»Harry, konzentrier dich mal endlich!«, zischte ich und zeigte auf seinem Trank, der einen orangenen Ton angenommen hatte.
»Ja, ja!«, verdrehte der Angesprochene die Augen und sah wieder gespannt nach vorne. Ich stöhnte genervt auf.
Er hatte mir bestimmt nicht einmal zugehört. Unwillkürlich glitt auch mein Blick neugierig wieder zu beiden Lehrern vorne.
»Seitdem bewerben Sie sich immer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, nehme ich an?«, fragte die Hexe und kritzelte eifrig auf ihrem Klemmbrett.
Meine Augen wurden groß vor Verblüffung. Moment mal, das war doch nicht ernst gemeint?! Ich erwartete, dass Snape es bestreiten würde. Doch da lag ich falsch.
»Ja«, antwortete Snape kaum hörbar und knirschte mit den Zähnen. Wie bitte, was? Snape wollte tatsächlich Verteidigung gegen die dunkeln Künste unterrichten?!
»Wissen Sie, warum Dumbledore Sie bis jetzt nie eingestellt hat?«, fragte Umbridge breit lächelnd und Harry murmelte irgendwas wie: »ist besser so.«
»Fragen Sie ihn doch selbst!«, stieß Snape genervt hervor. Während Harry weiterlauschte, wendete ich meine Aufmerksamkeit wieder meinem Trank zu und seufzte.
Dieses Mal werde ich bestimmt nicht die volle Punktzahl bekommen, also leider kein 'O'. Aber ein 'E' war möglich, wenn ich es in Ordnung bringen konnte.
Als Snape wie aus dem nichts neben uns auftauchte, stellte ich etwas spöttisch fest, dass er Umbridges Fragerei hinter sich hatte.
Aber seine Erscheinung bei mir und Harry war wie immer unerfreulich. Er gab meinem Bruder eine extra Aufgabe, weil er sein Trank völlig vermasselt hatte und mir sagte er, dass ich mich verschlechterte und drohte mir, mich neben dem Gorilla Crabbe sitzen zu lassen, wen meine Noten weiterhin so sinken würden.
Ich nickte bloß mit zusammengebissenen Zähnen, ohne zu widersprechen. Ein weiteres Nachsitzen wollte ich momentan nicht.
Wütend nahm ich ein Probe Fläschchen und füllte es mit meinem Trank.
Ich wusste ganz genau, dass Snape sich keine Sorgen um meine Noten machte. Er wollte bloß nicht, dass ich neben meinem Bruder saß.
***
»Oh man, und das alles habt ihr mitgekriegt?«, grinste Ron, als wir den Kerker verließen und Richtung große Halle spazierten.
Harry hatte ihm von die Inspiration Snapes erzählt, alles bis auf das kleinste Detail. Hermine und ich sprachen lieber über die Ausgabe in einem Schloss in der Nacht.
»Dafür hast du aber null Punkte für deinen Stärkungstrank gekriegt, Harry! Null!«, erwiderte Hermine und betonte jedes Wort. »Ach, was soll's! Zaubertränke war noch nie mein Ding«, zuckte er mit den Schultern.
»Aha, ich habe mich zu dir hingesetzt, damit du dich doch verbessert, nicht damit du noch schlechter wirst«, verdrehte ich die Augen.
»Hmm, kann sein. Aber da du so supergut in Zaubertränke bist, kannst du den Aufsatz für mich schreiben«, grinste er frech.
»Vergiss es, Bruderherz!«, lachte ich und boxte ihn gegen die Schulter. Er verzog gespielt schmerzerfüllt das Gesicht.
»Aber wie willst du alles unter einem Hut bringen? Ich meine, du hast Quidditch Training, viele Hausaufgaben, Nachsitzen jeden Abend und musst noch für die ZAGs lernen!«, sagte Ron und wedelte überfordert mit den Armen.
»Das weiß ich selbst nicht«, seufzte Harry. »Apropos, Quidditch. Lissi, hast du es dir gründlich überlegt? Ich mein ja nur, dass Angelina nicht so schnell eine hervorragende Jägerin fürs Team finden wird«, sagte er.
Ich schwieg. »Manno Lissi, Harry hat recht! Außerdem hast du sie in der großen Halle vor allen anderen blamiert -«, begann auch Ron, wurde jedoch von Hermine unterbrochen.
»Blamiert ist übertrieben, Ronald! Aber die Jungs haben recht, Lissi. Angelina stand unter Schock, als du es ihr gesagt hast«, meinte sie.
»Ja, sie war so überrascht, dass sie vergessen hat, mich anzubrüllen«, grinste Harry. Die Erinnerungen an vorgestern ließen mich seufzten.
Ich biss mir auf der Lippe, denn die drei hatten recht. Ich war tatsächlich sehr gut in Quidditch und mit Katy und Angelina war als Jäger waren wir so gut wie unschlagbar.
Außerdem würde Angelina bestimmt lange brauchen, um ein neues Mitglied zu finden. Dass ich sie in der großen Halle angeschrien hatte, tat mir fast leid. Aber nur fast. Es ärgert mich sehr, wenn sie ihr Team anfährt.
»Hmm, ich überlege es mir«, murmelte ich geistesabwesend. Harry öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, als ein kleiner Gryffindor, den ich auf die zweite Klasse schätzte auf uns zukam.
»Ich ...ich soll das Alice Potter geben!«, sagte er schüchtern und streckte uns eine Hand mit einem kleinen Briefchen zu.
Seine Wangen färbten sich rosa und sein braunes Haar fiel ihm auf der Stirn. »Das bin ich!«, lächelte ich dem Jungen zu und nahm den Zettel.
Kaum hatte ich den kleinen Brief genommen, schon flitzte der Junge davon. »Übrigens danke schön!«, rief ich nach und öffnete das kleine Pergament Stück.
Heute Abend,
Gemeinschaftsraum Slytherin,
Passwort hat sich nicht verändert,
Daphne und Blaise sind auch da.
D.M.
»D.M. ...Draco Malfoy!«, flüsterte Hermine, die mir interessiert über die Schulter gelesen hatte.
Ich steckte hektisch den Zettel in meinen Umhang. »Also, gehen wir?«, fragte ich. Die anderen nickten und wir machten uns auf dem Weg zu Wahrsagen.
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