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...Ich war von schwarzen Wänden umgeben ...desinteressiert lief ich weiter ...dann sah ich drei Türe ...ohne nachzudenken nahm ich die letzte ...die Gänge wurden immer enger ...plötzlich stand ich in einem Raum voller ...

Meine Augenlider flatterten auf. Ich setzte mich mit pochenden Kopfschmerzen und total verschwitzt auf. Mir entkam ein Keuchen und meine Augen waren weit aufgerissen. 

Zitternd umklammerten meine Hände den Bettrand und mir liefen die Schweißperlen herunter.

»Morgen, Lissi! Ich wollte dich gerade aufwecken!«, begrüßte mich Hermines Stimme fröhlich vom Nebenbett.

Als sie mein Gesicht sah, verwandelte sich ihr fröhlicher Ausdruck in einem besorgten. »Ist alles in Ordnung, Lis? Du siehst bleich aus«, meinte sie und musterte mich. 

Ich atmete tief durch, strich mir die verschwitzen Haaren aus dem Gesicht und brachte ein gezwungenes Lächeln zustande. 

»Mir geht's bestens«, log ich und quälte mich aus dem Bett. Ich wollte nicht wieder in so einem Traum verfallen.

Hermine schaute mich prüfend an, dann stand sie auf und zeigte auf die schlafende Lavender. »Wenn du vor hast zu duschen, dann empfehle ich dir, dich gleich auf dem Weg zu machen«, sagte sie. 

Ich nickte, nahm meine Schuluniform vom Schrank, angelte meine Duschsachen von dem offenen Koffer auf dem Boden und ging ins Bad. 

Ich schälte mich aus meinen Klamotten, stieg in die Dusche und ließ das heiße Wasser über meinen Körper prallen. 

Während ich mein Haar shampooniert, dachte ich über dem Traum nach. Er war irgendwie real und keine Einbildung. Es war so, als ...als wäre ich auch wirklich dort gewesen. 

Mir überlief es eiskalt den Rücken runter und ich wich diese Gedanken schnell beiseite. Nach einer halben Stunde stieg ich aus der Dusche, zog mich an, trocknete und band meine Haare zu einem hohen Pferdeschwanz und machte mich auf dem Weg zum Frühstück mit Hermine. 

Am Gryffindor Tisch wurden die Stundenpläne ausgeteilt. Ich setzte mich auf dem freien Platz neben Ron. »Man, der erste Tag ist schon hart, dabei hätten sie es ein wenig lockerer machen können«, murrte dieser. 

Ich schüttelte grinsend den Kopf, nahm mir ein Glas Kürbissaft und sah mir den Montag auf dem Stundenplan an. Ausnahmsweise hatte Ron recht. 

Montag:

1. Zaubertränke

2. Zaubertränke

3. Verteidigung gegen die dunklen Künste

4. Verteidigung gegen die dunklen Künste 

5. Zauberkunst

6. Geschichte der Zauberei

Ich seufzte und sah Harry von der Seite an. »Snape, diese komische Umbridge, Flitwick und Binns an einem Tag!«, stöhnte ich und trank einen Schluck von meinem Becher. 

Harry nickte grimmig. »Ich habe aber Glück! Mein Tag fängt ja mit meinem Lieblingslehrer an!«, meinte er sarkastisch. Ich klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. 

»Ich weiß nicht, aber vielleicht ist er dieses Jahr netter ...du weißt schon ... Wegen dem Orden und so«, sagte ich leise. 

Ron schüttelte bitter den Kopf und meinte: »Da wäre ich mir nicht so sicher!« Hermine war die einzige, die es nicht übelnahm. 

»Also, wenn wir nicht zu spät kommen wollen, dann müssen wir los«, sagte sie und warf sich die Tasche über die Schulter. 

Wir folgten - auch wenn etwas stöhnend - ihr Beispiel und wir machten uns zu viert auf dem Weg zu Zaubertränke. Als wir das Klassenzimmer betraten, griff Harry nach meinem Arm.

»Lissi, kannst du dich zu mir setzen? Ich hoffe meine Noten in Zaubertränke werden besser. Die ZAGs sind dieses Jahr und ich muss etwas Gas geben. Schließlich bist du ein Genie im Brauen, außerdem will ich auch mal neben meiner Schwester sitzen«, erklärte er grinsend und ich musste lachen.

»Ich kann nicht nein sagen, du hast zu viele Gründe«, schmunzelte ich und setzte mich auf einem Tisch ganz vorne. Harry ließ sich neben mir auf seinem Stuhl sinken, als Snape wie üblich das Klassenzimmer ohne Begrüßung betrat. 

»Heute beschäftigen wir uns mit dem Trunk des Friedens. Die Anleitungen stehen auf der Tafel und die Zutaten findet ihr im Schrank. Die muss ich ja euch nicht bringen, dafür habt ihr Hände. Also worauf wartet ihr noch? Marsch an die Arbeit! Ach und übrigens der Trank wird benotet«, warnt er mit einem Blick auf meinem Bruder. 

Viele stöhnten, machten sich jedoch auf dem Weg zum Schrank, um das Gebrauchte zu holen. Da ich diesen Trank schon mal gebraut habe, holte ich ohne einen Blick auf der Tafel zu werfen die Zutaten. 

Den Trank braute ich auch, ohne das Buch zu öffnen. »Jetzt müssen schon ein paar silberne Dampfwolken aus eurem Kessel steigen«, sagte Snape desinteressiert nach etwa einer halben Stunde. 

Und tatsächlich stellte ich zufrieden fest, dass aus meinem Kessel ein paar kleine silberne Wölkchen stiegen. Ich warf einen Blick zu Harrys Kessel, über dem graue Dampfwolken in die Luft kugelten. 

»Moment mal, Harry! Du hast etwas vergessen. Warte kurz ich helfe dir gleich«, sagte ich und wollte meinen Zauberstab aus der Tasche holen, als Snape an unserem Tisch trat. 

»Ach, Mr. Potter, sagen Sie mal, können Sie lesen?«, fragte Snape meinem Bruder sanft und ich schürzte mit verengten Augen die Lippen. 

»Ja!«, erwiderte Harry zähneknirschend und sah ihn missbillig an. »Dann lesen Sie mal vor!«, sagte der Zaubertränke Lehrer und winkte zu Harry Zaubertränke-Buch. 

Harry nahm es und begann gelangweilt die dritte Einleitungsstufe vorzulesen. Dabei wurde er bei jedem Satz blasser und seine Augen größer.

Als er fertig war, stand ihm der Mund offen. »Professor, das kann ich in Ordnung -«, begann ich, doch Snape unterbrach mich barsch.

»Ich verstehe Miss Potter, dass Sie gut in Zaubertränke sind. Aber ihre Schlauheit hilft uns im Moment nicht, also wenn Sie kein 'T' haben wollen, dann arbeiten Sie gefälligst weiter und stören Sie nicht«, blaffte er mich an.

Ich biss mir wütend auf der Lippe und kramte in meine Tasche nach einem Fläschchen, um es mit dem Trank zu befüllen - aber auch mich daran zu hindern, Snape an die Kehle zu springen - während Snape Harrys Arbeit wegzaubert. 

Sachte legte ich das befüllte Fläschchen auf Snapes Pult und spazierte ein wenig im Klassenzimmer, um andere zu helfen. Bei Draco blieb ich stehen. 

Seine Haare standen in alle Richtungen und er sah total verzweifelt zu seinem Kessel, aus dem graues Zeug rausströmt. 

Er nahm das Reagenzglas mit dem Mondsteinpulver und wollte es in dem Kessel schütteln, als ich ein »Nein!«, schrie. 

Sofort stoppte er und schaute mich verdutzt an. Ich nahm mein Zauberstab, legte auf die Kante des Kessels und murmelte einen Zauberspruch. 

Sofort war der Trank wieder in Ordnung und kleine silberne Dampfwolken schwebten aus dem Kessel.

Verblüfft sah Draco erst mich an dann sein Kessel. »So, jetzt kannst du weitermachen, aber kein Pulver mehr, klar?«, sagte ich und ging zurück zu meinem Tisch, um einzupacken. 

Dabei spürte ich Dracos Blicke am Rücken.

*** 

»Lis, hast du den letzten Schritt auch nicht kapiert?«, fragte Hermine auf dem Weg zu Verteidigung gegen die dunklen Künste. »Da stand auf einmal Nieswurz Sirup hinzufügen, obwohl es eine schlimme Wirkung auf Mondsteinpulver hat!« 

Ich nickte energisch. »Ja, stimmt und in dem vierten Schritt, das war -«, stimmte ich ihr zu, aber wurde von Harry unterbrochen. 

»Jetzt hört doch mal auf! Ihr habt wenigstens euere abgegeben!«, sagte er stöhnend und sofort tat er mir wieder leid. Zaubertränke war mit Snape die Hölle für ihn.

»Das war wirklich unfair von Snape, da Lissi es in Ordnung bringen konnte. Außerdem war dein Trank längst nicht so schlimm wie Goyles, der Hilfe bekommen hat«, murmelte Ron bitter. 

»Wann war Snape jemals fair zu mir?«, fragte Harry und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Keiner antwortete. Wir alle wussten, dass Snape schon seit dem ersten Schuljahr etwas gegen Harry hatte. 

Wir waren beim Klassenzimmer von Umbridge angekommen. Hermine und ich setzten uns in der ersten Reihe, während sich Harry und Ron ganz hinten quetschten. 

Ich holte gelangweilt meinen Zauberstab raus, als Umbridge das Klassenzimmer betrat. Sie trug wie in der Begrüßungsfeier alles in pink.

»Guten Morgen, Schüler!«, sagte sie breit lächelnd. »Morgen!«, murmelten ein paar. 

»Wenn ich 'Guten Morgen, Schüler' sage, erwarte ich einen 'Guten Morgen, Professor Umbridge!' Also nochmal ...Guten Morgen, Schüler!«, wiederholte sie zuckersüß. 

»Guten Morgen, Professor Umbridge!«, riefen alle im Chor zurück. »So, das gefällt mir besser!«, flötete sie und ihre hohe mädchenhafte Stimme ging mir langsam an die Nerven. 

»Nun ich nehme an, Sie alle haben ein Exemplar der Theorie magischer Verteidigung von Wilbert Slinkhard?«, fragte Umbridge mit einem Kröten Lächeln. Drauf folgte gedämpftes Gemurmel. 

»Wenn ich eine Frage stelle, möchte ich, dass Sie mit 'Ja Professor Umbridge!' oder mit einem 'Nein, Professor Umbridge!' beantworten, ist das klar?«

Ich und Hermine tauschten einen genervten Blick und riefen mit den anderen: »Ja, Professor Umbridge!« Das Lächeln der pinken Kröte wurde breiter. 

»Schön, ich möchte, dass Sie alle das erste Kapitel lest, danach werde ich Sie befragen!«, sagte sie und setzte sich auf dem Lehrerpult. 

Seufzend klappte ich das Buch auf und begann zu lesen. Schon nach drei Zeilen wurde es mir zu langweilig. Hermine hob die Hand. 

Überrascht sah ich sie von der Seite an. Seit wann tat sie nicht, was die Lehrer verlangten? »Ich habe das Buch bereits gelesen!«, flüsterte sie als Antwort auf meine stumme Frage und sah Umbridge an, die ihre ausgestreckte Hand ignorierte. 

Als sich mehr als die halbe Klasse nicht mehr mit dem Buch beschäftigt, sondern Hermines ausgestreckte Hand anstarrte, die eindeutig interessanter war als das Buch, gab Umbridge auf und deutete Hermine an, ihren Willen zu sprechen. 

»Professor, da steht nicht drin, wie man die Zauber anwendet«, sagte Hermine stirnrunzelnd. Umbridge stieß ein mädchenhaftes Lachen aus. 

»Meine Liebe, wozu braucht ihr das?«, fragte sie und ihre grünen Augen funkelten. »Wenn da wie Hermine gesagt hat, nichts übers Anwenden steht ...wieso lesen wir dann das Buch überhaupt?«, fragte ich laut. 

»Ihre Hand ist nicht oben, Miss Potter«, flötete sie, wobei ihr Blick zu meiner Blitznarbe am Hals wanderte und meine Hand schnellte genervt in die Höhe. »Nun zu ihnen Miss -?«, sie sah Hermine fragend an. 

»Granger, Professor!«, sagte diese höflich. »Also, Miss Granger, dies nutzt nicht und außerdem ist es zu gefährlich Zauberei im Klassenzimmer zu verwenden«, sagte sie lächelnd. Nun erhoben sich viele Hände. 

»Mr. -?«, fragte Umbridge und sah Dean fragend an. »Thomas. Aber wenn wir hier nicht zaubern, dann dürfen wir erst in die ZAGs die Zaubersprüche erst abwenden?«, fragte Dean. 

»Ja, mein Lieber«, lächelte Umbridge. Sie ignorierte Deans verdatterter Gesichtsausdruck und nickte Parvati, die hinter mir saß zu. 

»Patil, Professor!«, sagte Parvati und fuhr auch ein wenig verblüfft fort. »Ohne, dass wir die Zauber je geübt haben?«

»Wenn Sie die Theorie fleißig lernen, dann schaffen sie das auch ganz bestimmt«, antwortete Umbridge zuckersüß. »Und was nutzt das in der wirklichen Welt?«, fragte Harry dazwischen. 

Umbridges Blick wanderte erst zu seiner sichtbaren Narbe an der Stirn und dann zu seinem Gesicht und sie schenkte ihm ihr breites Lächeln. 

»Wir sind hier im Klassenzimmer, Mr. Potter, nicht in der wirklichen Welt«, erklärte sie sanft, als würde sie einem Vierjährigerem eins plus eins beibringen. 

»Sollten wir nicht auf das vorbereitet sein, was da draußen lauert?«, fragte ich stirnrunzelnd. »Meine Liebe, da draußen lauert gar nichts«, antwortete sie und ihre Stimme wurde messerscharf. 

»Ah ja?«, fragte Harry wutentbrannt. »Ja, mein kleiner. Wer, denken Sie, will Kinder wie Sie angreifen?«, fragte sie lächelnd. 

Dabei sprach sie das Sie wie ein Schimpfwort aus, als wären wir keine Hexen und Zauberer, sondern eine Horde dummer ekliger Wesen, die hier unerwünscht waren.

»Ach mal überlegen ...«, sagte mein Bruder und tat gespielt nachdenklich. Sofort wurde mir bewusst, wo er hinauswollte und in mir gingen Alarmglocken auf. 

»Harry«, zischte ich leise und warf ihm einen warnenden Blick, den er glatt ignorierte. »Hmm ...vielleicht Lord Voldemort?«

Während viele aufschrien, verbarg ich stöhnend mein Kopf in die Hände. Das hatte er jetzt nicht gesagt. 

»Das ist eine Lüge!«, sagte Umbridge betont langsam und ihr sanfter Ton wurde eiskalt. »Das ist keine Lüge. Er ist wieder da«, widersprach ich leise und Umbridge sah zu mir. 

»Haben Sie was gesagt, Miss Potter?«, fragte sie und schürzte die Lippen. Ich verengte die Augen zu Schlitzen, als Harry schon ihre Frage für mich beantwortete.

»Ja und wenn? Und sie hat auch recht! Er ist zurückgekehrt. Oder wie erklären Sie Cedric Diggorys Tod?«, fragte er zornig und ich zuckte bei dem Namen meines ehemaligen besten Freunds zusammen. 

Wieder stiegen mir die blöden Tränen in die Augen, doch ich wischte sie rasch weg und sah unbekümmert geradeaus.

»Cedric Diggorys Tod war ein tragischer Unfall«, sagte Umbridge und ihre Stimme war rasiermesserscharf. 

»Ich war dabei und hab alles mit gesehen. Das mit dem ach-so-ein-tragischer-Unfall können Sie ihren Leuten erzählen«, erwiderte Harry und damit bereitete sich eine Stille.

Umbridge sah aus, als würde sie ihm am liebsten die Kehle durchschneiden, doch dann lächelte ihn zuckersüß an und mir lief es eiskalt den Rücken runter. 

»Kommen Sie her Mr. Potter!«, flötete sie, holte ein Blatt pinkes - ein ernsthaft pinkes - Pergament, setzte ihr ebenfalls pinke Feder darauf und fing an zu schreiben. 

Harry, mittlerweile rot vor Zorn, ging zu ihr und nahm das ausgestreckte Blatt. »Das bringen Sie Professor McGonagall, mein Lieber!«, sagte sie und mein Bruder verschwand wortlos aus dem Klassenzimmer. 

Darauf folgte Stille. Alle sahen ihm nach. »Nun, da Mr. Potter uns gestört hat, glaube ich nicht, dass Sie alle fertig mit dem Kapitel waren. Ich möchte das Sie das erste und zweite Kapitel lesen und eine Zusammenfassung über die Anwendung schreiben«, sagte Umbridge ruhig. 

Stöhnend packte ich meine Sachen ein und verschwand schnell mit Hermine aus dem Raum, um nach Harry zu suchen.

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