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»Dasselbe könnte ich dich fragen, Malfoy«, erwidert ich dann bissig und richtete mein Blick wieder nach vorne. 

Malfoy kratzte sich verlegen den Hinterkopf. Er hatte eine graue Jogginghose, ein weißes T-Shirt und drüber eine Jacke an. Sein platinblondes Haar stand in alle Richtungen ab.

»Ähm, ich konnte nicht schlafen, also bin ich hier gekommen ...das mache ich öfter«, flüsterte er fast.

Erstaunt beobachtete ich ihn. Noch nie war er offen zu mir gewesen. »Ich auch«, sagte ich dann ebenso leise. Er kam langsam und setzte sich zögernd neben mir.

»Danke übrigens ...wegen heute«, sagte ich und wurde ein bisschen rot, was zum Glück bei der Dunkelheit nicht auffiel.

»Naja, du hast mir auch geholfen«, zuckte er mit den Schultern. Ich nickte nachdenklich, Hermine hatte also recht. Irgendwie fand ich es enttäuschend.

Der Wind wurde stärker und mich überfuhr eine Gänsehaut. Ich schlang meine Arme um den Oberkörper und zog die Schultern hoch.

Malfoy bemerkte es. Er zog seine Jacke aus, die mir mindestens 2 Nummern zu groß war und legte sie mir um die Schulter. Ich kuschelte mich dankbar drin und grinste auf einmal. 

»Ich wusste nicht, dass du so kitschig sei könntest«, sagte ich und erschrak etwas, als ich merkte, dass es etwas neckisch klang. So sprach ich eigentlich nie mit Malfoy.

»Kitschig? Das ist nur gentlemanlike, aber du kannst es gern als kitschig sehen«, grinste dieser zurück. 

»Ehrlich gesagt, bist du nicht so gemein, wenn du nicht mit den Gorillas bist«, gab ich zu und beobachtete ihn von der Seite. 

Er lächelte leicht bei dem Wort Gorillas. »Tja, ich bin Draco Lucius Malfoy also nimm mich als Feind an, freundlich bin ich nie«, sagte er auf einmal wieder arrogant.

Ich hob eine Augenbraune. »Nur zu gern, Mister Malfoy«, sagte ich in Snapes hochnäsigen Ton. Er warf den Kopf in den Nacken und begann zu lachen.

Ich konnte nicht anderes und stimmte mit ein. »Und du bist nicht eingebildet, wie wenn du nicht bei Potter bist«, sagte er dann. Ich schaute ihn verständnislos an. 

»Du meinst bei Harry und den anderen bin ich arrogant, oder wie?«, sagte ich beleidigt.

Der Blonde fuhr sich verlegen durch das unordentliche Haar und irgendwie sah er dabei süß aus. Moment mal, Malfoy und süß?! 

»Naja sooo schlimm habe ich es auch nicht gemeint«, sagte er schließlich. »Wie geht's deiner Wunde eigentlich?«, fragte ich plötzlich. 

»Gut, es hat gar nicht weh getan ...naja vielleicht ein kleines bisschen«, antwortet er und fasst seinen Rücken.

Ich runzelte die Stirn und wollte es mir ansehen, doch Malfoy ließ mich nicht. Sofort hielte er mich an den Handgelenken zurück. 

»Ich habe doch gesagt, dass alles gut ist«, sagte er etwas barsch und funkelte mich an. Ich ließ mich nicht von ihm abhalten, drehte ihn so, dass er mit dem Rücken zu mir saß und hob vorsichtig sein T-Shirt.

Mir stockte der Atem und meine Augen wurden groß. An seinem Rücken war eine langgezogene Linie, die ungefähr einen oder zwei Zentimeter tief war. 

Langsam und vorsichtig fuhr ich drüber und der blonde zuckte unmerklich zusammen. »Mädchen, hat man dir schon gesagt, dass du stur bist?«, fragte er.

»Bist du zu Madame Pomfrey gegangen?«, fragte ich zitterig, ohne auf seine Frage einzugehen. Er senkte leicht den Kopf und biss sich auf der Lippe. 

»Glaub mir, die Wunde ist nicht so schrecklich wie Parkinson, die geschrien hat, weil ich dich gerettet habe«, grinste er leicht, doch mir war nicht zum Lächeln zumute. 

»Malfoy, du gehst Morgen -«, weiter kam ich nicht, denn wir hörten Schritte, die schnell kamen. Malfoy spannte sich an und wollte verschwinden, doch schon stand eine Person vor uns. Es war ausgerechnet -

»Lissi, was -«, Seamus stockte. Er schaute zu meiner Hand, die unter Malfoys T-Shirt die Wunde strich, und zu Malfoys Hand, die er, während ich mich aufgeregt hatte, auf meine Hand gelegt hatte.

Das sah bestimmt ganz falsch aus. Erst war Seamus Blick fassungslos, doch dann verdunkelten sich seine Augen.

»Oh, wie ich sehe amüsiert ihr euch, entschuldige für die Störung, ich hau gleich ab«, sagte er düster und somit drehte er sich um und ging.

Verdutzt sah ich ihm nach. Nach einige Sekunden kam ich wieder zu mir. Ich nahm meine Hand aus Malfoys, ließ sein T-Shirt los, sprang auf und rannte Seamus hinterher.

»Seamus! Bitte! Du verstehst das ganz falsch! Seamus!«, rief ich ihm nach und vergaß Malfoy, der nach mir schrie.

Ich rannte durch die Gänge, aber fand ihn nicht. Schließlich lehnte ich mich gegen eine Wand und ließ mich auf dem kalten Boden sinken. 

Wieso muss er immer übertreiben? Ich vergrub mein Gesicht in die Hände und schloss müde die Augen.

Jetzt ist meine Freundschaft zu Seamus endgültig zu Ende, ich konnte sie nicht mehr retten. Ich hatte alles nur noch schlimmer gemacht. 

Super gemacht, Lis, du hast einen sehr guten Freund verloren mit deiner Dummheit, Gratulation.

× Draco ×

»Brown! Alice!«, rief ich, doch sie stoppte nicht und rief weiter nach Finnigen. Alles war gut, musste dieser Finnigen alles vernichten?

Mein Rücken tat nicht mehr weh, doch wie Brown sagte, musste ich zum Krankenflügel, um sicher zu gehen, dass die Wunde auch nicht schlimmer wird. 

Ich lief durch die Gänge und hoffte sie zu finden. Sie war nicht so schlimm wie Potter und seine Freunde. Irgendwie war sie süß.

Was denkst du denn gerade Draco, sie ist ein Halbblut und du bist ein stolzer reinblütiger Malfoy.

Ich schüttelte den Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben. Offenbar waren zwei Unfälle in einer Woche nicht gut für einen gesunden Menschenverstand.

Gedankenverloren lief ich durch die Korridore, als ich eine Person entdeckte, die in einer Ecke hockte, die Hände um die Beine geschlungen und offensichtlich schlief.

Ich trat näher und erkannte diese Person sofort. Es war - Brown! Ich ging in die Hocke und rührte sanft ihre Schulter, doch sie bewegte sich nicht. Sie schien tief zu schlafen. 

Ihre Augen waren gerötet und ihre Haut war blass. Ich hob sie vorsichtig im Brautstyle und machte mich auf dem Weg zum Gryffindor Turm.

Vor der fetten Dame blieb sich stehen. Ich fragte mich seit der ersten Klasse schon, warum sie so hieß, doch da ich nie hierherkam, konnte ich es nie wissen.

Jetzt jedoch bekam ich meine langgesuchte Antwort. »Kann ich sie kurz reinbringen? Ich schwöre, ich habe nichts schlimmes vor«, sagte ich leise zu dem Porträt.

Als die fette Dame weiterschlief und nicht antwortete, wurde ich ungeduldig. »Hallo?! Ich möchte sie reinbringen, hören Sie zu?«, schrie ich.

Doch dann zuckte ich zusammen und schloss den Mund, denn Brown bewegte sich leicht. Doch zum Glück wachte sie nicht auf, im Gegensatz zu der fetten Dame, die sich erschrocken umsah. 

»Ah, schön, Sie sind also noch wach«, sagte ich mit gedämpfter Stimme zum Porträt.

»Wach?! Haben Sie noch alle Tassen im Schrank?! Es ist nachts und alle schlafen schon. Sie dürfen nicht rein, denn wie alle Schüler wissen ist es Sperrstunde - und weil Sie auch ein Slytherin sind natürlich«, fügte sie grimmig hinzu. 

»Ich will doch nicht rein. Warum um alles in der Welt sollte ich denn bitte in der Löwen Höhle? Ich will sie nur drinnen bringen, nichts weiter«, sagte ich wütend.

»Nein, nein, nein! Nur Gryffindors dürfen rein«, sagte sie streng und fixierte mich. Ich wollte protestieren, doch da kam ein Fünftklässler aus Gryffindor. 

Er hob eine Augenbraue, als er mich erkannte und wollte was sagen, doch sein Blick huschte zu Brown, die in meinen Armen lag und seine Augen wurden groß. 

»Lissi! Was ist mit ihr los?«, fragte er besorgt. Ich erklärte ihm, dass ich sie schlafend gefunden hatte. Dann runzelte ich die Stirn und fragte: »Woher kennst du sie überhaupt?«

»Wir spielen manchmal gemeinsam Streiche. Sie ist ein Genie, sie kann einfach alles«, antwortete er grinsend und nahm sie mir vorsichtig ab.

»Seid ihr endlich fertig? Ich will weiterschlafen«, sagte die fette Dame verärgert und sah uns an.

»Vergiss diese Nacht und wehe du sagst jemandem, dass ich sie hergebracht habe, kapiert? Ihr vielleicht schon, aber sonst niemand, verstanden?«, sagte ich bedrohlich. 

Er nickte augenrollend, murmelte das Passwort und ging im Gryffindor Gemeinschaftsraum. Ich verabschiedete mich von der fetten Dame mit: »Ich hoffe Sie können nicht mehr schlafen, fette Kuh!«, und ging zurück in dem Gemeinschaftsraum.

Erst im Schlafsaal angekommen, merkte ich, wie müde ich eigentlich war.

× Alice ×

Ich wachte auf und fand mich auf der Couch im Gemeinschaftsraum wieder. Etwas verschlafen runzelte ich die Stirn und sah neben mir - Leon hocken.

Ein Fünftklässler mit dem ich ab und zu Streiche machte. »Morgen, Lissi!«, begrüßt er mich gut gelaunt. »Morgen«, nuschelte ich und blinzte. Wie sehr ich das Licht morgens hasste.

»Wie bin ich hergekommen? Ich bin doch im Gang eingeschlafen«, bemerkte ich verblüfft, als mir die Nacht gestern einfiel. Leon grinste.

»Malfoy hat dich hergebracht. Zum Glück bin ich gestern noch eine Weile bei Luke geblieben, denn sonst würde Malfoy bis jetzt vor der fetten Dame stehen und ihr Beleidigungen an den Kopf werfen. Aber sag mal, läuft was zwischen euch?«, fragte er mich neugierig.

Ich verdrehte die Augen. »Wohin denkst du nur? Alice Brown und Draco Malfoy?! Das ist fast so, als würdest du Snape mit McGonagall shippen.«

Leon prustete los. »Also, dann ziehe ich mich um. Tschüss, wir sehen uns vielleicht noch«, winkte ich und ging hoch zum Mädchen Schlafsaal. Alle außer Hermine, die im Bad duschte, schliefen.

Ich holte meine Duschsachen aus der Nachtisch Schublade und wartete vor der Tür. Hermine kam summend raus. Als sie mich sah, lächelte sie. »Morgen, Lissi! Das erste Mal, dass du früh aufstehst!«

Ich lachte und ging an ihr vorbei zum Bad. Eine heiße Dusche würde mir jetzt ganz bestimmt guttun.

***

»Morgen, Ron!«, begrüßte Hermine dem Rotschopf im Gemeinschaftsraum. Dieser nuschelte etwas wie 'Morgen'. 

»Hermine, wir müssen Harry abholen, er wird doch heute entlassen«, erinnerte ich sie.

Sie nickte aber Ron stöhnte: »Man, aber ich hab Mordshunger. Ich werde sterben, wenn ich nicht gleich was zu essen bekomme.« 

Ich rollte uninteressiert mit den Augen. »Dann stirb halt!«, murmelte ich ungerührt und Hermine lachte.

***

»Ich dachte schon, ihr kommt nicht«, grinste Harry auf dem Weg zu der großen Halle und ich lachte.

»Wir vergessen dich doch niemals ...aber, wenn ich es mir nochmal überlege, dann könntest du recht haben ...«, sagte ich und tut gespielt nachdenklich. 

Hermine knuffte mich lachend in die Seite, Harry schaute ein wenig beleidigt und Ron murmelte von wegen er sei sehr hungrig.

Wir setzten uns in der großen Halle am Gryffindor Tisch. Ron fühlte sein Teller gleich mit alles Mögliche, während ich und Harry uns mit einem Rührei genügten. 

Hermine las wie immer zuerst den Propheten. Ron und Harry redeten über Malfoy und ich warf unruhig Blicke zum Hufflepuff Tisch.

Ich wollte eigentlich mit Cedric reden, doch er saß nicht am Hufflepuff Tisch. Auf einmal stieß Hermine einen leisen spitzen Schrei. 

Ich schaute besorgt zu ihr und Harry fragte stirnrunzelnd: »Was ist denn mit dir los, Hermine?« Hermine ignoriert ihn und drückte mir die Zeitung in der Hand. 

Ich hob eine Augenbraue und sah die Seite, die sie aufgeschlagen hatte. Die Schlagzeile sprang mir entgegen:

Das neue Hogwarts Paar - Alice Brown und Draco Malfoy

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