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Verletz stand ich auf und machte mich bettfertig. Es fühlte sich wie ein starker Tritt in die Magengrube an. Ich hätte in Tränen ausbrechen können. Auf einmal fühlte ich mich so unwohl. Taehyung krabbelte ins Bett, weswegen ich so tat, als würde ich bereits schlafen, was kurz darauf auch der Fall war.
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Mit bedrücktem Gefühl kam ich bei der Arbeit an und setzte mich umgehend an meinen Tisch um zu beginnen. So gut es ging wollte ich einfach nicht über Taehyung nachdenken. Vielleicht wollte er es ja auch nur nicht zu geben.
"Kein Hunger?", tauchte Jimin in der Cafeteria auf einmal bei mir auf. Schweigend starrte ich ihn erstmals an und erinnerte mich dann, dass ich mal antworten sollte. "Nicht wirklich."
Er setzte sich zu mir. "Alles gut?", fragte er dann. Sollte er nicht gelernt haben, dass ich ihm diese Frage wohl nie ehrlich beantworten werde? "Alles gut", lächelte ich leicht. "Ist irgendwas passiert?" Abrupt schüttelte ich den Kopf.
Bedenklich schob er sich etwas Kimchi in seinen Mund während er mich musterte. "Du solltest etwas essen", meinte er, weswegen ich zu meinen Stäbchen griff und begann ein wenig zu essen. "Willst du mich am Wochenende zur Firmenfeier begleiten?"
Beinahe verschluckte ich mich an meinem Reis. Er wollte mich als seine Begleitung? Nicht einmal ansatzweise wollte ich mich vorstellen was Taehyung mit ihm und mir anstellen würde, wenn er das erfährt. "Ich habe zu tun", ich nahm mein Tablett und verschwand.
Eigentlich würde ich gerne zu dieser Feier gehen, sie war immerhin sehr wichtig, aber Taehyung würde es so oder so nicht erlauben und erst recht nicht, wenn ich mit einem anderen dahin gehe.
Um sicher zu gehen, dass er mir nicht folgte drehte ich mich um. Er hatte sich nicht vom Fleck gerührt und beobachtete mich nur in grübelnd. Ich wirbele wieder um und beschleunigte meine Schuhe.
Wieder an meinem Schreibtisch dachte ich die ganze Zeit darüber nach, was er mich gefragt hatte. Wieso dachte ich darüber nach? Ich sollte es schnellstens vergessen!
"Cho Hyeji?", stand auf einmal eine Mitarbeiterin direkt hinter mir. "Hm?", sah ich sie fragend an. "Kim Nayeon", eifrig nahm sie neben mir Platz.
"Was haben Sie gemacht?", verwirrte sie mich nur noch mehr, was man mir ansehen konnte. "Ich meine wegen Mister Park", machte sie eine wohl andeutende Kopfbewegung, die ich jedoch nicht identifizieren konnte.
"Er isst sonst nie in der Kantine oder taucht hier auf", ihr Kopf wies in Richtung Tür, wo er sich gerade mit jemandem unterhielt, mit dem Blick allerdings dezent zu uns schweifend. "Was ich das nur wüsste", murmelte ich rätselnd.
"Komm Sie schon, helfen Sie mir", holte sie mich aus diesen Rätselein heraus. "Ich kann Ihnen wirklich nicht weiter helfen.. Tut mir leid." Gereizt atmete sie aus und stand auf.
"Schön, wenn Sie ihn eben nur für sich haben wollen! Ich werde es schon selbst hinbekommen", schnauzte sie mich an und stampfte wütend davon. Wegen ihres lauteren Tones zuckte ich kurz zusammen, war danach wie versteinert. Es benötigte einige Sekunden bis ich mich wieder gefangen und auf die Arbeit konzentrieren konnte.
Keine Minute später stand Jimin wieder bei mir auf der Matte. "Was ist los? Was wollte Miss Kim von dir?" Genervt schaute ich auf zu ihm. Konnte er mich nie einfach in Frieden lassen?
"Kannst du mich bitte arbeiten lassen? Ich habe noch einiges zu tun", wich ich ihm aus. Er zögerte, schien aber einzusehen, dass er es übertrieb und antwortete:"Entschuldigung." Er ging.
*
Noch immer verletz von gestern betrat ich die Wohnung und wurde umgehend von ihm überrascht. Nicht einmal die Tür ließ er mich schließen da drückte er bereits seine Lippen auf meine. "T-tae-", er fuhr dazwischen:"Sag nichts."
Stürmisch haute er die Tür in den Rahmen und trug mich ins Schlafzimmer. Der Punkt, dass ich nicht einschätzen konnte, ob er das gerade nur wieder wegen seiner starken Bedürfnissen oder um sich für gestern zu entschuldigen tat ließ mich verzweifeln, weswegen ich nicht ganz bei der Sache war.
Leider war meine Abwesenheit nicht besonders unauffällig. "Was ist los, Babe?", hörte er kurz auf meinen Körper mit Küssen zu verzieren. Die Wahrheit würde ihn nur aufregen, weil wir stoppen müssten, also entschied ich, "Nichts, mach weiter" zu antworten.
Er grinste und fuhr fort. So gut es ging schob ich meine Gedanken beiseite und probierte seinen Ansprüchen gewachsen zu sein.
Als wir fertig waren, ich mit dem Kopf auf seiner Brust lag und diese mit meinen Fingern strich, kam Jimin und seine Frage plötzlich in meinen Sinn. Zwar wäre gerade ein guter Moment Taehyung um Erlaubnis zu bitten, aber ich wollte nicht mit ihm hingehen. Dennoch wollte ich hin, aber auch nicht mit Taehyung. Ohne Begleitung könnte der Abend aber ziemlich öde werden.
"Taehyung?", fragte ich also doch. "Hm?", summte er, wobei seine Brust sich leicht hebt. "Darf ich am Wochenende auf diese Firmenfeier gehen?" Ich ergänzte ein "Mit dir?", weil die Antwort ansonsten klar war. "Was ist das für eine Firmenfeier?", bohrte er nach.
"Ich weiß auch nicht genau, halt eine Firmenfeier", war ich unsicher. "Von mir aus", murmelte er desinteressiert. In mir ging eine Fontäne hoch, die ich aber natürlich nicht so zeigen konnte. "Danke", hielt ich mich also im Griff und schlief schon bald ein.
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