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Seonghwa pov.

"Joong halte deinen Mund geschlossen...", kicherte ich dunkel und sah in sein wunderschönes und ausdrucksstarkes Gesicht.

"Leise...", murmelte ich, mein Daumen strich über seine weichen Lippen. Zart wie ein Kissen, gemacht aus Seide und Federn.

Mühsam versuchte er meine Bitte zu erfüllen, schloss seine plumpen Lippen und legte seinen Kopf zurück. Er sah unter mir so wunderschön aus, unsere Finger verschränkten sich ineinander und ich sah in seine himmlischen Augen.

Meine andere Hand wanderte derzeit über sein angewinkeltes Bein. Weiche Fingerspitzen fuhren unter den seidigen Stoff seines Mantels, doch dann sprang plötzlich in Mitten unserer benebelnden und langersehnten Zweisamkeit die Tür auf, gerade als ich davor war unsere Lippen miteinander zu vereinen.

Wieso ausgerechnet jetzt?

Auf frischer Tat ertappt sahen wir zur Tür. Hongjoong zeigte keinen Schimmer seines Schams stattdessen wartete er auf eine Erklärung von dem Kang, der schockiert an der Tür stand und unsere nah aneinander geschmiegten Körper beobachtete.

"Yeosang, du hast einen Mund. Sprich oder ich mach' weiter.", meinte der Captain gereizt und musterte den Brünetten abwartend.

"Wir wollten ein Schiff kapern.", sprach dieser nervös so als hätten wir sie nie bei Schlimmerem erwischt.

"Wie lange?"

"Eine halbe Stunde."

Zufrieden sah er zu dem Jüngeren.
"Gut. Ihr seht mich oben.", gab er locker von sich und zog mich näher an sich.

Seine Augen waren halboffen, seine Lippen meinen hautnah, jedoch küsste er mich nicht - Nein natürlich nicht. Hongjoong wollte mich nerven, doch er wusste wie wild es mich eigentlich für seine Wenigkeit trieb.

"Tür zu, Yeo!", befahl er dominant obwohl er im Moment unter mir lag.

Die knarrende Holztür fiel ins Schloss und wir küssten uns tief so als würde der andere sonst weglaufen. Wir hatten noch etwas Zeit, nur musste sich Joong umziehen. Die Vorbereitungen liefen oben schon.

"Verdammt...", sprach ich gegen seine Lippen.

"Was ist?", fragte er.

Es fühlte sich so an als würden seine Lippen mich auffressen fast schon meine Seele einziehen. Dies jedoch auf eine gute Art. Ich fühlte starke Emotionen. Fast war es so als würden unsere Geister miteinander spielen, sich austauschen und unseren Band festigen. Ehe war nicht alles. Unsere Herzen waren ohnehin nur einander versprochen.

Ich seufzte denn sein Geschmack war so süß wie Honig. Jeder Kuss ließ diesen in mich laufen, der Geschmack verteilte sich auf meiner Zunge während ich seine hellen Haare zwischen meinen Fingern spüren durfte.

"Hwa...hm..."
Ein liebliches Summen seinerseits und wachsende Atemnot ließen mich schließlich von meinem Liebsten ablassen. Unser Hong war ganz abgelenkt. Das war zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht gut.

"Wir sollten uns vorbereiten...", sprach ich und entfernte mich zu unserem Wohl.

"Das stimmt."
Der Captain setzte sich auf, strich zärtlich über meine Schulter. Selbst diese kleine Berührung ließ mein Herz höher schlagen.

"Habe Spaß aber nicht zu viel Spaß, Prinz. Piraten sind ziemlich geizig wenn es um Anerkennung geht."

Grinsend erhob er sich und zog sich in Kürze Hemd und Hose an. Ein verspieltes Zwinkern schenkte er mir vorher. Die Entwicklung unserer Vertrautheit erfreute mich zutiefst. Langsam da kümmerte es uns nicht ob der andere uns entblößt sah. Auch bei den anderen Jungs war es so. Immerhin waren wir alle Männer es gab nichts, was wir nicht gesehen hatten. Jedenfalls hofte ich das.

Bei ihnen allen entdeckte ich Narben über Narben. Überall. Wunden und Kratzer an ihren Rücken, Kugeln im Arm, Messerstiche an ihrem Bauch. Manchmal da schwiffen sie ab, erzählten die Geschichten dieser einzigartigen Merkmale. So wie es bei uns bei Kriegshelden üblich war zeigten auch sie ihre ehrenhaften Verletzungen durch Krieg und Kampf stolz vor.

"Meine erste Liebe.", schmunzelte er.

Rückblickend strich der Silberhaarige über seinen Oberschenkel und sah zu mir.

"Vor mir brauchst du aber keine Sorge zu haben."

"Das ist mir bewusst, jedoch danke ich dir für die Klarstellung.", erwiderte ich und bewunderte ihn still, wie ein Raubtier seine Beute.

Der Jüngere war schon immer so selbstbewusst, erfolgreich, schön und frei. Nie war es mir klar, doch ich beneidete ihn wirklich in der Hinsicht so gerade mit erhobenem Kinn stehen zu können. Mein ganzes Leben lang fälschte ich dieses Selbstbewusstsein, doch er? Er hatte es und gottverdammt stand es ihm gut.

"Du bist wunderschön.", schwärmte ich und biss mir leicht auf meine Lippe.

"Vielleicht."
Sein Schmunzeln war breit und verlegen. Ich liebte diese Art an ihm. Die Art wie er oft in Rätseln sprach, doch manchmal verletzend ehrlich werden könnte.

"Wir sollten hoch."
Er strahlte, blieb am Türrahmen stehen. 

"Dein erstes Mal.", bemerkte der Captain.

"Ai ai.", antwortete ich ihm.

Mit strahlenden Augen lachte er. Es klang so himmlisch in meinen Ohren, doch lange ließ er mich diesen Moment nicht ausleben.

"Hoch mit dir!", meinte der Jüngere und gab mir einen Klapser auf die Hinterseite.

Zusammen sprinteten wir die Treppen hoch zu dem Rest der Crew und Captain Hong tauchte  nun wie nie zuvor voll und ganz in seine Rolle ein.

"SAN MACHST DU DAS ZUM ERSTEN MAL?! WEITER NACH RECHTS!", schimpfte er keine Sekunde nachdem er auf dem Deck war.

"Jongho! Langsamer! Das kann kaputt gehen. Wir sind nicht reich!"

Skeptisch musterte er den Jüngsten, nahm ihm seinen Job ab.

"Nichtsnutz- Geh zu deinem Hyung.", zischte mein Joong.

Ich liebte diese Art und schien nicht der einzige zu sein. Der jüngere Jung starrte förmlich.

"Welchen?"

Verzweifelt musterte Zweitälteste ihn.

"Natürlich deinem Seonghwa Hyung! Ich bin nicht der, der zum erstmal Mal kapert."

Ich?

Etwas überfordert ließ ich mich von dem Choi führen, welcher überfordert zu mir kam und seinen Arm um mich schmiss. Trotzdem lagen meine Augen starr auf ihn.

"Mingi alles gut?", fragte Hong und bekam ein Nicken.

Auch Yunho gab ihm einen Daumen nach oben, doch es war für sie unmöglich einander in die Augen zu blicken.

"Ah ja das ist schön.", murmelte er und gab dem Song eine aufheiternde Umarmung.

So warm benahm er sich ihm gegenüber, dass es mir so vorkam als ob er Krankheiten heilen könnte. Hongjoong war der einzige Mann, den ich in meinen Leben jemals so verehren würde. Kein Gott konnte dem in die Quere kommen

Doch lange hielt diese Wärme nicht denn er hatte sein Lieblingsopfer, unseren Frechsten im Visier.

"WOOYOUNG! Du in Trauer schwelgendes Wrack!", rief er laut.

Empört sah der Angesprochene ihn an. "Captain ich bin hier!"

"Natürlich bist du das! Sonst wärst du nämlich weg von Fenster."

"Sei nicht so hart zu ihm!", beschwerte ich mich, obwohl es anfangs wirklich amüsant war.

Alle Jungs sahen schockiert zu mir. Wie konnte ich ihrem Captain nur widersprechen?

"Kümmer' dich um deinen Kram.", meinte mein Geliebter denn irgendwie hatte ich ihn gekränkt.

"Joong-", sprach ich doch Woo unterbrach mich.

"Seonghwa es ist alles okay.", sagte er.

"Was?" - "Alles ist okay..."
Der Jung versicherte es mir, auch Jongho sah mir zuversichtlich zu.

"YUNHO!"

Hongjoongs laute Stimme.

"MACH HINNE"

"Was mache ich?", fragte ich unseren Maknae.

Der Jüngere drückte mir einen Waffe in die Hand. "Jeder außer unser selbstlose Hongjoong Hyung passt auf sich selber auf. Beschütze ihn."

"Gerne selbst wenn es mir mein Leben kosten würde."

Zufrieden nahm ich die Schusswaffe an.

"Danke.", seufzte der Jüngste erleichtert.

"Nichts zu danken.", wank ich ab und blickte zu meinem Engel.

Komme was wolle, ich würde ihn für immer beschützen.

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