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Ich musste irgendwann eingeschlafen und auf dem Stuhl zusammen gesunken sein, denn Remus weckte mich, indem er seine Hand auf meine Schulter legte. ,,Hey, geh mit Sirrah in die Cafeteria. Ich bleibe hier und passe auf. Du musst mal etwas essen", meinte er sanft und ich schluckte, schรผttelte den Kopf. ,,Nein... Ich will bei ihm bleiben. Er braucht mich", flรผsterte ich und Remus lรคchelte sanft. ,,Er wird dich sicherlich fรผr eine halbe Stunde entbehren kรถnnen - er hat ja mich", widersprach er mir und half mir, mich von dem Stuhl zu erheben. Ich rieb mir seufzend meinen steifen Nacken. ,,Aber wenn was sein sollte...", merkte ich zweifelnd an und er zwinkerte mir zu. ,,Dann werde ich euch sofort bescheid geben. Und jetzt geh, Sirrah wartet schon vor der Tรผr." Sanft stieรŸ er mich an und seufzend sah ich nochmal zu Asterion, doch dank der Medikamente schlief er tief und fest. Sein Gesicht war nicht mehr ganz so heiรŸ und gerรถtet und der Arzt hatte mir vorhin noch gesagt, dass mein Sohn auf dem besten Weg war, das Dreitagefieber vielleicht morgen schon hinter sich gebracht zu haben. Mein Magen grummelte so sehr, das mir schlecht wurde und mein Hals war so trocken, dass er brannte. Ob ich wollte oder nicht, ich musste etwas essen. ,,Okay... Bis gleich...", hauchte ich, rieb mir mรผde รผbers Gesicht, ehe ich Remus bei Asterion alleine lieรŸ und leise die Tรผr hinter mir schloss. Sirrah sah รคhnlich erschรถpft aus, wie ich mich fรผhlte und stieรŸ sich gรคhnend von der Wand ab, als sie mich erblickte. ,,Wie geht es dem Kleinen?", fragte sie und ich lรคchelte schwach. ,,Besser, hoffe ich..." Sie nickte und harkte sich dann bei mir unter. ,,Na komm... Die haben Apfelkuchen in der Cafeteria, den magst du doch so", meinte sie und zog mich ins Treppenhaus. 

       
                            

,,Sirrah?" Sie trug gerade unser Tablett an einen freien Tisch am Fenster. DrauรŸen schneite es und der Wind wirbelte dichte Schneeflocken auf. Fragend sah sie mich an. ,,Was ist? Brauchst du noch was?", fragte sie, langsam lieรŸ ich mich auf einen der Stรผhle sinken und schรผttelte mit dem Kopf, sodass sie sich mit gehobenen Augenbrauen ebenfalls niederlieรŸ. ,,Du magst Remus, oder?", schmunzelte ich und griff nach meiner Tasse Kaffee. Ihre Augen wurden groรŸ. ,,Was?", rief sie mit hoher Stimme aus. ,,Wie kommst du darauf?" Ich zuckte mit den Schultern. ,,Ich habe nur bemerkt, wie du ihn ansiehst", gab ich zurรผck und ihre Wangen wurden rosig. Sie schaufelte sich hastig eine Gabel Kuchen in den Mund, um diesem Gesprรคch kauend aus dem Weg zu gehen - doch sie wusste genau, dass ich nicht Ruhe geben wรผrde, bis sie die Karten auf den Tisch gelegt hatte. Sie schluckte und sah mich an. ,,Du wirst mich damit jetzt nicht in Frieden lassen, oder?", seufzte sie und ich nippte an meiner Tasse. ,,Nein, werde ich nicht." Trotz meiner Erschรถpfung und meiner Sorge um Asterion, musste ich schwach grinsen, als sie missmutig die Gabel sinken lieรŸ. ,,Vielleicht. Vielleicht mag ich ihn ein bisschen, okay? Das ist nicht weiter nennenswert", gab sie brummelnd zu und ich lรคchelte. ,,Das ist doch schรถn", meinte ich und sie zuckte mit den Achseln. ,,Da wรคre ich mir nicht so sicher." Sie schob sich weiterhin Apfelkuchen in den Mund und ihre Wangen waren so rot, dass ich mir schmunzelnd einen weiteren Kommentar verkniff und mich ebenfalls meinem Kuchen zuwandte. Sirrah hasste es, รผber Gefรผhle zu sprechen - und noch mehr hasste sie es, sie sich selbst einzugestehen. Oder sie vor anderen, wie mir, zuzugeben. Das war schon immer so gewesen und offensichtlich hatte die vergangene Zeit seit unserem Schulabschluss in Hogwarts nichts daran geรคndert. Sie erinnerte mich damit an Sirius, bei dem Gefรผhle damals genauso kompliziert gewesen waren... Besonders, wenn es um seine verkorkste Familie ging. 
        
             
        

,,Du willst immer noch nach Askaban gehen, oder?", fragte sie mich schlieรŸlich leise und ich biss mir auf die Unterlippe. Ich wusste, dass Sirrah nichts von dieser Idee hielt, ich hatte es sie schon mehr als einmal zu Remus sagen hรถren. Ich rieb mir die Schlรคfen. ,,Ja... Ja, ich plane immer noch nach Askaban zu gehen", flรผsterte ich und sie sah einen Moment auf ihren Teller, auf dem nur noch ein paar einsame Krรผmel lagen, ehe ihr Blick wieder zu mir flog. ,,Das kannst du nicht tun", meinte sie ernst und ich schluckte. Jetzt kam sie. Die Wut von Sirrah Sylvane - und entlud sich direkt mir gegenรผber. ,,Du kannst nicht nach Askaban gehen. Wer soll sich dann um Asterion kรผmmern? Er braucht dich, er kann nicht ohne beide Elternteile aufwachsen. Bald wird er nach Sirius fragen... Und was soll ich ihm sagen, wenn du dann auch noch verschwindest?" Sie schรผttelte verzweifelt den Kopf und mein Herz zog sich bei ihren Worten zusammen. ,,AuรŸerdem", fuhr sie fort. ,,WeiรŸt du doch nicht einmal, ob du dort รผberhaupt die Chance bekommen wirst, Sirius zu sehen! Askaban ist riesig und sie werden sicher nicht den Fehler machen, dass ihr einander sonderlich oft begegnet. Noch dazu, wie willst du deine Unschuld beweisen, wenn du es doch schaffen solltest, Sirius von einer Flucht zu รผberzeugen? Niemals werdet ihr es schaffen, gemeinsam zu fliehen." Ihre Stimme war so ernst, dass ich den Teller zur Seite schob und mir der Appetit grรผndlich verging. Sie sprach leise und doch fรผrchtete ich, irgendjemand hier kรถnnte spitze Ohren haben... Doch die alte Dame hinter der Kasse, verstand einen schon kaum, wenn man vor ihr stand und seine Bestellung aufgab - und die wenigen anderen Besucher schienen voll und ganz in eine komplizierte Partie Zauberschach vertieft zu sein. 

                
        

,,Denkst du, ich hรคtte all das nicht abgewogen?", fragte ich meine Freundin schlieรŸlich und verschrรคnkte abwehrend die Arme vor der Brust. ,,Trotzdem kann das alles nichts an meinem Entschluss รคndern. Ich gehe nach Askaban", setzte ich entschieden nach und sie schnaubte, Wut huschte รผber ihr Gesicht. ,,Maryana, so naiv kannst du nicht sein! Du wirst in Askaban zerbrechen - und sterben, bevor du รผberhaupt ein Wort zu Sirius sagen kannst!", schnappte sie und lieรŸ mich zusammenfahren. Meine Augen begannen zu brennen und ich blinzelte bemรผht gegen heiรŸe Trรคnen an. Sie hat recht... Dem war mein Unterbewusstsein sich durchaus bewusst, doch ich sah das nicht ein. Ich wollte das nicht einsehen. ,,Bitte geh nicht", fรผgte sie drรคngend hinzu und ihr Blick wurde flehend. ,,Bleib hier. Bei uns, bei Asterion. Und wir finden gemeinsam einen anderen Weg..." Ich schnaubte und schรผttelte den Kopf. ,,Das hab ich mir jetzt lange genug sagen lassen - und die Sitzungen des Ordens oder Moodys Kontakt zum Ministerium haben mir noch gar nichts gebracht! Ich werde Sirius nicht mehr lange warten lassen... Wer weiรŸ, ob er รผberhaupt noch wirklich... er ist", presste ich hervor und sie schรผttelte fassungslos den Kopf. ,,Wie kann Asterion dir nur so egal sein? Wie kannst du ihn nur zurรผcklassen?", murmelte sie und ich sprang auf. Die Tasse fiel vom Tisch und zerschellte am Boden, Kaffee ergoss sich รผber die FlieรŸen und ich starrte Sirrah wรผtend an. ,,Asterion ist mir nicht egal, ich liebe ihn! Ich liebe ihn mehr als alles andere! Ich wรผrde alles fรผr ihn tun - auch seinen Vater befreien. Und wenn ich dafรผr nach Askaban gehen muss, wird mich nichts und niemand daran hindern!", fauchte ich, ehe ich auf dem Absatz kehrt machte und mich schnellen Schrittes von Sirrah entfernte. 

       
             

Sie ist deine Freundin, sie will nur dein Bestes... Eine leise Stimme in mir verstand sie. Und wusste, dass ich an ihrer Stelle รคhnlich denken, รคhnlich reden wรผrde. Doch ich war zu stur - und zu verletzt. Und ich vermisste Sirius zu sehr, um nachzugeben und darauf zu warten, tatenlos hier zu sitzen, bis irgendeinem von uns ein besserer Einfall kam. Ich floh in eine der Besuchertoiletten, wo ich mich einschloss und langsam auf den runtergeklappten Klodeckel sinken lieรŸ. Ich musste es tun. Ich musste gehen. Niemand schien meine Entscheidung zu verstehen... Keuchend vergrub ich das Gesicht in den Hรคnden. ,,Du wรผrdest dasselbe tun, Sirius, oder? Du wรผrdest dasselbe fรผr mich tun", flรผsterte ich heiser, versuchte mich zu beruhigen. Ich war davon รผberzeugt, Sirius wรผrde genauso alles fรผr mich tun, wie ich fรผr ihn. Wir wรผrden fรผreinander sterben, wenn es sein musste. Asterion brauchte seinen Vater. Und Sirius verdiente es, seinen Sohn aufwachsen zu sehen! Was sonst sollte uns schon einfallen, um ihn zu befreien? Ich kam anders nicht an ihn ran...! Und das musste ich, wenn ich ihn aus den Fรคngen der Dementoren befreien wollte. Leise schluchzend rieb ich mir รผbers Gesicht. ,,Wieso nur kann mich niemand verstehen... Oh, Tatze, wenn du nur hier wรคrst. Du hast mich immer verstanden", weinte ich und raufte mir durchs Haar. Doch, obwohl ich es verzweifelt nicht einsehen wollte, gab es eine Sache, bei welcher Sirius meiner besten Freundin zustimmen wรผrde. Und das war die Tatsache, dass Askaban mich brechen wรผrde. 

                  

         

Sirrah Sylvane hatte Maryana fassungslos nachgesehen. Sie verstand ihre jahrelange Freundin nicht. Sie verstand ihren Entschluss nicht, nach Askaban zu gehen und doch verstand sie dafรผr Remus, der schon mehrfach zu ihr gesagt hatte, dass Maryana davon nicht mehr abzubringen war. Sie war genau wie Sirius - und sie musste mit dem Kopf durch die Wand, wenn sich ihr Wille erstmal darin festgesetzt hatte. Sirrah hatte mit einem leisen ,,Reparo" die Tasse repariert und den Kaffee auf dem Boden beseitigt, dann war sie - verfolgt von verwirrten und geschockten Blicken - ebenfalls aus der Cafeteria gegangen. Jedoch viel langsamer. Schock lรคhmte ihre Glieder und steckte ihr tief in den Knochen. Sie hatte gehofft, Maryana umstimmen zu kรถnnen. Sie hatte gehofft, ihr Argument, dass sie Asterion nicht alleine lassen konnte, wรผrde zรคhlen und Maryana davon รผberzeugen, zu bleiben. Und nicht in den eigenen Untergang zu stรผrzen. Sie irrte eine Weile durchs Krankenhaus und ihre Gedanken รผberschlugen sich. Was konnte sie tun? Was konnte sie fรผr Maryana tun? Wie konnte sie helfen, wenn sie sie schon nicht davon abbringen konnte? Sie spielte mit dem Gedanken, sich selbst fรผr Askaban anzubieten, doch das wรผrde Maryana in ihrer Tor- und Sturheit nicht zulassen. Verzweifelt zog Sirrah ihre Strickjacke enger, wรคhrend sie die Treppen raufstieg und die Tรผr zu der Etage aufzog, auf welcher Asterion lag. Seine Welt war noch in Ordnung... Er verstand nicht, was Schreckliches um ihn herum geschah. Und Sirrah beneidete ihn beinahe schon um seine kindliche Unwissenheit. 

         
        
      
Sie drรผckte die Tรผr auf. Remus saรŸ zusammengesunken auf dem Stuhl, schien eingenickt zu sein und einen Moment lรคchelte sie schwach. Es stimmte. Sie entwickelte Gefรผhle fรผr Remus Lupin... Auch wenn sie sich verzweifelt gegen diese wehrte. Er wรผrde sie niemals an sich ranlassen, Sirrah wusste genau, was fรผr ein Monster er in sich sah. Und dass er niemals so etwas wie Liebe zulassen wรผrde - einfach aus Angst, jeden um sich herum, zu verletzen. Leise schloss sie die Tรผr hinter sich... Maryana war nicht hier und das machte ihr Sorgen. War sie zu hart gewesen? Doch wie sonst hรคtte sie sich ausdrรผcken, ihrem Unglauben und ihrer Verzweiflung Luft machen sollen? Sie war ehrlich mit ihrer Freundin gewesen... Sie konnte nicht einmal annรคhernd nachempfinden, wie Maryana sich fรผhlen musste... Wie tief ihr Schmerz sitzen und wie groรŸ ihre Sehnsucht sein musste. Aber sie konnte noch weniger verstehen, wie sie so waghalsig entscheiden und Asterion zurรผcklassen konnte. Sie trat an das kleine Bettchen und blickte liebevoll auf den Kleinen hinab. Er war wieder wach, seine blaugrauen Augen huschten unsicher durch den Raum und er gab ein leises Glucksen von sich, das Remus aufschrecken lieรŸ.          
   

          
Sirrah lรคchelte gequรคlt. ,,Vielleicht solltest du nachhause gehen und dich hinlegen. Ich kann die nรคchste Wache an seinem Bett รผbernehmen", schlug sie vor und mรผde fuhr Remus sich durchs Haar. Sirrah biss sich amรผsiert auf die Unterlippe, weil er es dadurch nur noch mehr zerzauste. ,,Nein, ich bleibe...", murmelte er rau und sah sich suchend um. ,,Wo ist Maryana?" Sirrah schluckte. ,,Wir haben gestritten... Wegen Askaban... Sie ist sicher gleich hier", nuschelte sie und hielt Asterion ihren kleinen Finger hin. Remus seufzte. ,,Ich hab dir gesagt, dass sie sich nicht davon abbringen lรคsst...", meinte er und in ihren Augen bildeten sich heiรŸe Trรคnen  - und Sirrah Sylvane weinte fรผr gewรถhnlich nie. Sie hasste es, Gefรผhle zu zeigen... Oder gar Schwรคche. ,,Ich weiรŸ... Aber ich dachte..." Sie brach ab und schluchzte auf. Remus erhob sich flieรŸend, trat zu ihr und schloss sie sanft in seine Arme. ,,Ich weiรŸ... Ich weiรŸ...", flรผsterte er und sie drรผckte weinend ihre Stirn an seine Brust. ,,Wir kรถnnen sie nicht aufhalten", wimmerte sie und er strich durch ihr kurzes, รผber der Schulter endendes Haar. Er roch nach Schokolade... Und sein Cardigan war so weich, dass Sirrah einen Augenblick lang hoffte, er wรผrde sie nicht so schnell wieder loslassen. ,,Wir schaffen das alles, Sirrah... Irgendwie... Vertrau mir..." 

          
    

            

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Zitternd versuchte ich, mich wieder zu beruhigen. War aus der Kabine und ans Waschbecken getreten, um mir mit kaltem Wasser das Gesicht zu waschen und zittrig durchzuatmen. Es war alles gut... Alles war gut... Auch wenn niemand mein Vorhaben unterstรผtzte, wรผrde ich Sirius dennoch befreien. Egal was es kostete. Was auch immer ich an mir selbst dafรผr dann aufgeben musste... Schniefend drehte ich den Wasserhahn wieder zu. Ich musste nach oben. Zu meinem Sohn, zu Asterion. Ich war schon viel lรคnger weg, als ich wollte. Ich zupfte mir Papierhandtรผcher aus dem Spender und schlรผpfte dann aus dem Badezimmer. Ich hatte nicht wirklich auf den Weg geachtet, als ich mit Sirrah in die Cafeteria gegangen war und die Ausschilderungen irritierten mich nur noch mehr. Es dauerte eine Weile, bis ich die richtige Treppe gefunden hatte... Und erstarrte auf den untersten Stufen, als mir jemand entgegen kam, den ich kannte. Und der mir das Blut in den Adern gefrieren lieรŸ. Todesser. Dreh dich um, lauf weg! Lauf weg! Meine innere Stimme schrie mich regelrecht an, doch ich war nicht fรคhig, mich zu bewegen. Und dann hatte Lucius Malfoy mich auch schon gesehen... Und mein Herz verkrampfte sich, als dieses kalte, รผberhebliche Lรคcheln auf sein Gesicht trat und er langsamer wurde. ,,Sieh mal einer an, Maryana Stone..." Erst kurz vor Asterions Geburt hatte ich seine Frau in der Winkelgasse gesehen und vollkommen die Nerven verloren... Doch Lucius selbst war noch so viel schlimmer. 
  

            
     
,,Malfoy", presste ich hervor und hatte das Gefรผhl, mich auf die Treppenstufen รผbergeben zu mรผssen, als ich seinen Namen aussprach. Ich wusste nicht, was grรถรŸer war. Meine Angst... Oder meine Wut. Innerhalb des Krieges hatte dieser Mann mich nicht nur einmal mit dem Cruciatus-Fluch belegt. Ich hasste es, dass er auf freiem FuรŸ war - und Sirius unschuldig in Askaban saรŸ. Er sollte dort sitzen. Fรผr alles, was er getan - all die Dienste, die er dem dunklen Lord erbracht hatte. ,,Ich habe dich lange nicht mehr gesehen, Stone... Aber es ist verstรคndlich, dass du dich nun nicht mehr auf die StraรŸen traust", meinte er und musterte mich von oben herab. Sein Gesicht war so makellos, als sei es aus feinstem Porzellan und drรผckte doch so viel boshaftes aus, dass es gleichermaรŸen wieder verachtenswert war. Ich ballte die Hรคnde zu Fรคusten. ,,Wie kannst du es wagen?!", fauchte ich und er schmunzelte. ,,Allerliebst." Er trat die letzten zwei Stufen hinab, um genau neben mir zu stehen und erst jetzt bemerkte ich den รคngstlichen Hauselfen, der hinter ihm hervor sah. Er wirkte so eingeschรผchtert, dass ich einen ganzen Moment lang tiefes Mitleid verspรผrte. ,,Es muss schwer sein... Jetzt wo Black fรผr Hochverrat und Mord in Askaban sitzt... Sag mir, wie fรผhlt man sich, wenn man aufgrund dessen von der ganzen Zaubererschaft verstoรŸen wird?" Der Hohn in meiner Stimme lieรŸ meine Wut beinahe รผberkochen. ,,Sag mir, wie fรผhlt man sich, wenn man jeden Tag fรผrchten muss, doch selbst verhaftet zu werden?! Wie kannst du noch auf freiem FuรŸ sein, Malfoy?!" Zornig funkelte ich ihn an und sein Gesichtsausdruck wurde hart. ,,Pass auf was du sagst, Stone. Nicht, dass sie dir dein verdorbenes Kind wegnehmen", gab er kalt zurรผck - und mein Herz setzte aus. Asterion... Wie konnte er es wagen?! ,,Wo es doch den Namen seines verdammten Vaters trรคgt... Dem grauenhaftesten Mรถrder unserer Zeit... Vermutlich steht es  seinem Abschaum in nichts fern..." 
    
       

   
Ab diesem Moment sah ich nur noch rot. Ich konnte mich kaum noch halten... Meine Faust landete schneller in seinem Gesicht, als er hรคtte blinzeln kรถnnen - und ersetzte meinen Zauberstab, den ich gerade nicht bei mir trug... Es gab ein unschรถnes Knacken und er taumelte zurรผck, starrte mich fassungslos an. ,,Du verdammtes Schlammblut!", stieรŸ er hervor, zog seinen Zauberstab. ,,Das wirst du bereuen! Serpen-" Ich hatte bereits die Augen geschlossen, die Schlange erwartend, die aus seinem Zauberstab schnellen wรผrde, doch ein ,,Expelliarmus" entriss Malfoy schlagartig seinen Zauberstab und lieรŸ ihn den Korridor hinab rollen, wรคhrend der Entwaffnungszauber ihn von den FรผรŸen riss und unsanft gegen die Wand prallen lieรŸ. Ich drehte den Kopf, als Remus nach meiner Taille griff. ,,Alles okay?", fragte er ernst, wรผtend flog sein Blick zu Lucius Malfoy und ich nickte zitternd. ,,Alles okay...", brachte ich hervor und Lucius, der sich nun wieder erhob, lachte trocken auf. ,,Das Schlammblut und der Abschaum... Genau wie damals..." Finster sah er mich an. ,,Denk daran, Stone. Ich habe dich gewarnt." Damit schlug er seinen Umhang nach hinten und machte kehrt, sein Zauberstab flog ihm unausgesprochen zurรผck in die Hand. ,,Komm Dobby, du nutzloser Elf!" Wimmernd eilte der angesprochene Hauself seinem Meister hinterher. Meine Knie waren so weich, dass Remus mich festhalten musste, damit ich nicht auf die Treppenstufen sank. ,,Was war das? Womit hat er dir gedroht, Mary?!" Voller Sorge sah er mich an und Trรคnen traten mir in die Augen. ,,Mit Asterion... Und damit, dass sie ihn mir wegnehmen kรถnnten... Und dass er, obwohl er noch ein unschuldiges Kind ist, schon zum Abschaum der Zauberergesellschaft gehรถrt..." Schluchzend vergrub ich mein Gesicht an seiner Brust und sanft stรผtzte er meine Taille. Ich spรผrte, wie er vor Wut und Beherrschtheit bebte... Remus Lupin hielt sich eisern unter Kontrolle. Selbst jetzt. 

        
              
    
,,Das werden wir nicht zulassen, hรถrst du? Niemand wird dir Asterion wegnehmen", meinte er mit fester Stimme und zitternd krallte ich mich in seinen Cardigan. ,,Kannst du... Kรถnnen wir wieder zu ihm?", wimmerte ich und er nickte. ,,Natรผrlich", meinte er sanft und lieรŸ mich langsam los. ,,Geht es?" Ich nickte schwach und folgte ihm. Noch immer rebellierte mein Magen nur so. Denk daran, Stone... Ich habe dich gewarnt.

   

         

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Hey!

Dieses Gesprรคch zwischen Sirrah und Mary stand schon lange an... Ich hoffe, ihr konntet beide Seiten nachvollziehen. Sirrah will sie nur schรผtzen... Und Sirius wรผrde genau das von ihr und Remus erwarten.

- Und eigentlich mag ich Lucius, aber in diesem Fall... Ich mag seinen Charakter eigentlich gerne, ich finde ihn interessant. Niemand ist von Geburt an bรถse - und bรถse ist sowieso ein sehr... gewagter Begriff. Ich denke einfach, Lucius ist so, wie es von ihm erwartet wird. Was meint ihr? Sicher steckt da auch Angst und Respekt vor der eigenen Familie dahinter, die seine Taten grausam macht...

- Und Hallo Dobby! Ich liebe Dobby, wie stehts mit euch?

Nun ja, jedenfalls mag ich dieses Kapitel - was haltet ihr von Sirrahs Sicht der Dinge? Seht ihr es genauso wie sie - oder wie Maryana, die fรผr Sirius alles tun wรผrde?
Schreibts mir doch in die Kommentare!
Eure Wingsofeden

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