chapter 9

"Freundschaft: so etwas wie Liebe, nur mit Verstand."

"Oha, kein Wunder, dass sie Angst hat, verletzt zu werden. Was muss Manu auch so ein Depp sein!" Basti rauft sich die Haare, so sehr steigert er sich hinein. "Und was machen wir jetzt?", fragte ich ihn. "Wir? Keine Ahnung. Auf jeden Fall muss uns schnell etwas einfallen. Manu war echt fertig, ich will nicht wissen wie er morgen spielt, und bald ist das Finale, da brauchen wir unseren alten Manu wieder." "Ja klar, aber ich weiß nicht genau wie es Vero geht. Ich meine, es hat ihr echt wehgetan." "Aber ich schätze, er ist einfach davon ausgegangen, dass sie weiß wer er ist. Oder aber er wollte sie nicht dem ganzen Pressezeug aussetzen, das kann echt heftig sein. Daran ist meine letzte Beziehung auch gescheitert, also ich kann ihn verstehen." Basti sah mich an. "Gut, also: wie wäre es, ich rede mit Manu und du mit Vero. Und dann können wir uns ja morgen nochmal treffen, ich habe mittags kein Training." Er stand auf, klopfte sich die Hose ab und half mir hoch. Dann nahm er mich in den Arm, was bei mir ein merkwürdiges Kribbeln im Bauch auslöste, und ging weg. Kurz bevor er ganz aus meiner Sichtweite war, drehte er sich um: "Übrigens, du siehst gut aus heute", rief er und zwinkerte. Hat mir gerade Bastian Schweinsteiger zugezwinkert? Ernsthaft? Ich musste so sehr lachen, dass einige Leute mich ansahen als wäre ich verrückt.

Immer noch kichernd war ich schließlich zurück an unserem Hotel. Zurück im Zimmer sah ich sofort nach Vero. Sie lag immer noch im Bett, alle Vorhänge zugezogen, die Bettdecke bis zur Nase hoch und sehr viele Taschentücher um sie herum. "Komm mein Schatz, ich hab dir etwas zu essen mitgebracht." Ich war tatsächlich kurz bevor ich in den Aufzug gestiegen bin, im Restaurant und habe ihr Pommes mitgebracht. Ja, ich weiß, ungesund, aber bei Liebeskummer ist alles recht. "Mmh", bekam ich als Antwort. "Verdammt, Vero! Ich liebe dich ja echt, und ich bin froh, dass du meine beste Freundin bist, aber musst du dich immer so rein steigern? Klar, du liebst ihn und er war scheiße, aber vielleicht redet ihr einfach nochmal miteinander? Oder willst du den Rest deines Urlaubs hier eingeschlossen in diesem Hotelzimmer bleiben? So, jetzt iss diese verdammten Pommes und tu mal nicht so als wäre jemand gestorben. Wir kriegen das alles wieder hin." Manchmal kam so etwas einfach über mich, da musste ich ihr dann eine Ansprache halten. "Okay", murmelte sie. "Und Manu ist nicht scheiße. Ich find ihn gut. Und ich bin ja selber Schuld. Hätte ich ein wenig mehr Ahnung gehabt.." Mit einem lauten seufzen schlug sie die Decke zurück und ich setzte mich im Shcneidersitz zu ihr aufs Bett. "Nichts da, er hat auch Schuld daran. Wäre er ehrlich gewesen... Aber krass, du hattest was mit Manuel Neuer! Gib dir das mal, wie viele Mädchen wären neidisch auf dich!" "Im Moment wohl keine", sagte sie und lachte. Es tat gut ihr Lachen endlich wieder zu hören! Wir aßen gemeinsam die Pommes und beschlossen, und noch einen Film anzusehen. Wie es kommen musste, fiel unsere Wahl auf 'The Fault In Our Stars' (Das Schicksal ist ein mieser Verräter), den wir beide unbedingt sehen wollten und der als englische DVD im Hotelzimmer lag.

So kam es, dass wir beide kurze Zeit später weinend nebeneinander saßen, uns einen Augustus Waters wünschten und der Liebesgeschichte von Hazel und Augustus nachtrauerten. Während wir beide mal wieder nach einem Taschentuch griffen, vibrierte mein Handy. Ich nahm es zur Hand und las die Nachricht: 'Hi Schöne, alles klar bei euch? Ich habe einen Plan. Morgen wieder dort? xx dein Basti'

Mir blieb kurz das Herz stehen. Erstens: er hatte mich Schöne genannt! Und zweitens dieses xx, das für zwei Küsse stand. Vielleicht ist mein Augustus Waters ja schon ganz nah...

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