Teil 46

Ich trank immer mehr, ließ immer mehr los und spürte wie der Alkohohl durch meine Blutbahnen schoss. Es fühlte sich komisch an, zugleich gut. Plötzlich spürte ich wie mich jemand von hinten umarmte und blickte in Kyles Augen als ich mich umdrehte. Er lächelte mich an. Es ging mir so gut, dass es mir tatsächlich egal war, wo er die ganze Zeit gesteckt hatte. Ich vergrub meine Hände in seinen Haaren, zog ihn zu mir herunter, und küsste ihn. Seine Hände lagen auf meinen Hüften und wir bewegten uns zusammen im Takt der Musik.  Kyles Atem roch nach Alkohol, doch es störte mich überhaupt nicht.

Als er nach circa einer viertel Stunde wieder verschwunden war, beschloss ich erneut auf Haustour zu gehen und die oberen Stockwerke zu begutachten. Alles drehte sich, und ich verspürte ununterbrochen den Drang zu kichern. Alle Leute um mich herum sahen plötzlich nett aus, ich wollte mich unterhalten, neue Menschen kennenlernen. Auf der Treppe saßen ein paar Jungs und ließen eine Zigarette oder sowas rumgehen. Vielleicht einen Joint? Ich erkannte Liam Radley, den Besitzer des Hauses und lächelte ihn freundlich an. 

"Hey, Liv richtig?" fragte er, nachdem er einen tiefen Zug genommen hatte. "Ja genau!" ich war überrascht das er sich noch an meinen Namen erinnerte. Wir hatten noch nie miteinander gesprochen und er war schon seit ein oder zwei Jahren nicht mehr auf der Highschool. Außerdem war er immer eins der coolen Kids gewesen, mit denen ich noch nie viel zu tun hatte. Ich hatte schon viele krasse Dinge über Liam Radley gehört. Drogen, Mädchen was auch immer. Ich konnte mich nicht genau erinnern und es kam mir in diesem Moment unwichtig vor. Ich freute mich einfach nur ein bekanntes Gesicht zu sehen und der Alkohol umnebelte mein Hirn scheinbar so sehr, dass ich nicht mehr unterscheiden konnte zwischen netten Leuten und welchen wie Liam Radley. Jegliche Hemmungen waren mir abhanden gekommen und ich ließ mich einfach kichernd auf seinen Schoß fallen. Mein Kleid rutschte hoch, doch es störte mich nicht. Einer der Typen hielt Liam schließlich wieder den Joint hin, welcher das Ding entgegen nahm und tief inhalierte. Dann legte er sanft seine Hände an meinen Kopf und drehte ihn in seine Richtung. Er presste seine Lippen auf meine und pustete den Rauch aus seiner Lunge in meine. Ich atmete tief ein. Es brannte im Hals und mein Kopf begann sich taub anzufühlen. Alles wirkte plötzlich langsamer und als mir Liam den Joint nochmal hinhielt nahm ich ihn freudig an und atmete erneut tief ein. Ich musste husten doch es hinderte mich nicht daran nochmal daran zu ziehen. Die Jungs lachten und ich lachte einfach mit. Ich fühlte mich wie jemand der die Szene beobachtete und nicht wie jemand der daran teilnahm. Auch Liam zog nochmal, bevor er ihn zurück gab. Wow, ich hätte es nie für möglich gehalten einmal Drogen zu nehmen. Doch es machte irgendwie Spaß. Meine Gedanken waren umnebelt, ich fühlte mich völlig sorglos. Schließlich ergriff Liam meine Hand und zog mich weiter die Treppe nach oben. Eine Haarsträhne stand komisch von seinem Kopf ab und ich musste lachen. Ich fand diese Tatsache, genau wie alles andere, so lustig, dass ich permanent lachten musste. "Komm mit, ich zeig dir das Haus"

"Wow, das ist ausgesprochen nett von dir, Liam Radley. Weißt du, du warst immer eines von diesen coolen Kids und ich hatte es nie für möglich gehalten das du mich kennst." fing ich an. Es artete in einen Redeschwall aus, bis er kurz stehen blieb und mich eindringlich ansah.

Ich streckte die Hand aus und zupfte belustigt an der Strähne. Dann stupste ich ihm auf die Nasenspitze. Er lachte, und sagte dann mit bedrohlicher Stimme die irgendwie wie ein Knurren klang: "Olivia Black, ich wusste gar nicht dass du so ein böses Mädchen bist. Du kiffst? Du trinkst? Was kommt noch?" 

Wir wanderten weiter durch den ersten Stock, bis Liam die Tür zu einem Zimmer aufstieß. Es war riesig und in der Mitte stand ein großes Bett, Seidenvorhänge säumten die Fenster, die Decke war mit Stuck verziert und auch hier fand sich ein großer Kronenleuchter an der Decke. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin und tanzte vor mich hinlächelnd durch das große Zimmer. Ich bemerkte nicht wie Liam leise die Tür abschloss und auf mich zu kam. Ich kicherte, ließ mich von ihm in eine Umarmung ziehen, währrend seine Hände unter mein Kleid wanderten. Er begann mich zu küssen. Ohne auch nur einen Gedanken an Kyle zu verschwenden, genoss ich die Situation irgendwie. Es fühlte sich an als würden wir etwas verbotenes tun. Und ich glaube mir gefiel der Gedanke von einem Jungen wie Liam Radley begehrt zu werden. Seine Lippen wanderten von meinem Mund, runter zum Hals und weiter bis in meinen Ausschnitt. Seine Hand strich mir den Stoff des Kleides von den Schultern und seine Hände wanderten über meinen Bauch und dann hinter zu meinem BH-Verschluss. Seine warmen Hände liebkosten meinen Rücken bevor er den Verschluss geschickt öffnete und der BH von mir glitt. Ich hatte keine Ahnung was hier vor sich ging, biss seine linke Hand plötzlich zwischen meine Schenkel fuhr. Auf einmal war ich hell wach. Ich war noch nicht so weit. Ich wollte das noch nicht. In dem Moment als Liams Hand unter meine Unterwäsche fuhr schubste ich ihn von mir. "Hey Baby, was ist denn los?" fragte er verwirrt und herausfordernd zugleich, währrend er mich durch seine verwuschelten Haare ansah. "Ich, Ich will noch nicht" antwortete ich zögernd und griff nach meinem am Boden liegenden BH. "Außerdem...habe ich einen Freund. Oh Gott, was tue ich hier?"

"Du meinst Kyle? Der scheiß Junkie." Liam kam erneut auf mich zu und versuchte mich wieder an sich zu ziehen. 

"Nein, ich..." Ich versuchte mich wieder von ihm zu lösen, doch seine Hände hielten mich fest. "Liam..." mir schossen die Tränen in die Augen. "Liam!" rief ich jetzt bestimmter und versuchte mich frei zu kämpfen. Er ließ nicht locker und drückte mich Richtung Bett. "Hör auf damit!" 

"Liv, sei doch still" er drückte seine Lippen auf meinen Mund, doch ich erwiederte den Kuss nicht. Die Tränen liefen mir das Kinn herunter, ein salziger Geschmack machte sich in meinem Mund breit. Liam ließ nicht von mir ab. Ich versuchte erneut ihn wegzuschubsen, doch es funktionierte nicht. Schließlich hob ich die Hand und schlug ihn so fest ich konnte ins Gesicht. Er war schockiert. Er hatte nicht damit gerechnet, dass ich Widerstand leisten würde. Ich schlug erneut zu bis er mich losließ. Ich wich von ihm zurück. "Fass mich...fass mich nie wieder an, hast du verstanden?" Ohne seine Antwort abzuwarten, schloss ich die Tür auf und rannte aus dem Zimmer. Alle Leute sahen mich belustigt an und mir viel auf, dass ich immer noch oben ohne war. Beschämt verschrenkte ich die Arme vor der Brust undmerkte erneut wie mir die Tränen in die Augen schossen. Blindlinks stürmte ich durch das Haus, bis ich ein Badezimmer fand. Ich stürtzte hinein, und schloss die Tür hinter mir ab. Nun begann ich richtig zu weinen. Ich schlurtzte laut und merkte wie mir plötzlich schlecht wurde. Ich zog mir den BH wieder an und streifte das Kleid über. Ich fühlte mich schmutzig und mein Magen begann sich zu drehen. Ich kniete mich vor die Toilette und schloss die Augen. Ich merkte wie sich mein Mageninhalt seinen Weg nach oben bahnte. Nach circa zehn Minuten fühlte ich mich besser. Ich spülte mir den Mund aus, atmete tief durch und trocknete die Tränen ab. Ich ließ mich an der Tür entlang auf den Boden gleiten und vergrub den Kopf in den Händen. Ich fühlte mich so mies. Ich hatte nie Drogen nehmen wollen, es nie so weit kommen lassen wollen. Ich wollte nur weg von diesem Ort. Von den ganzen hormongesteuerten Teenagern, die sich zulaufen ließen und ein oberflächliches Leben genossen. 

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top