Teil 42

Montag Morgen. Nach etwa 10 minütigem, gutem Zureden meiner selbst, konnte ich mich endlich aus dem Bett quälen. Ich zog mich an, machte mich im Bad fertig und ging dann runter in die Küche um zu frühstücken und meine Tabletten zu nehmen. Ich stöhnte und fuhr mir durch die Haare während ich mir eine Tasse Kaffe einschenkte und das Lebenselixier in großen Schlucken sofort trank. Am Esstisch saß mein Dad mit einer Zeitung in der Hand und seiner Hornbrille auf der Nase, welche ihn noch schlauer aussehen lies, als er sowieso schon war.

"Morgen Dad." sagte ich und gab ihm im Vorbeilaufen einen Kuss auf sein immer dünner werdendes Haar. "Morgen, Schäzchen" Sagte er in seine Zeitung vertieft. Ich sah, dass er einen Artikel über wirtschaftlichen Probleme der USA oder sowas las und schnappte mir schnell eine Schüssel und verschlang zwei Portionen Cornflakes. Morgens war ich immer extrem hungrig und wie Mom immer sagte: "Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages". 

Ich schaltete das Radio an. Es lief 'Beast of Burden' von den Rolling Stones und Dad und ich begannen intuitiv gleichzeitig mit den Fingern auf unseren Kaffeetassen den Takt mitzuklopfen.

"Wie weit seid ihr eigentlich mit eurem Projekt?" Fragte Dad plötzlich und riss mich aus meinen Gedanken.
"Ähm na ja, also da fehlt noch einiges. Aber wir haben auch noch fast 4 Wochen Zeit."
"Was? Noch 4 Wochen? Dann erwartet Mr. Smith aber etwas richtig Großes von euch, oder?" Fragte Dad weiter.
"Ugh, erinner' mich nicht an den..." mir wurde übel allein schon von dem Gedanken an meinen Lehrer. Er war einfach die fieseste Person der ich je begegnet war. Nahezu sadistisch.
"Ich muss los." Sagte ich, gab Dad ein High Five und zog mir die Schuhe an.
Dann schnappte ich mir meinen Rucksack und fünf Dollar aus Dads Portemonnaie um mir später noch einen Kaffee bei Starbucks holen zu können. Er war nicht begeistert, dass seine 17 jährige Tochter in ihrem kurzen Leben schon mehr Kaffe getrunken hatte als andere Menschen in 30 Jahren und wäre wahrscheinlich nicht begeistert wenn er wüsste, dass er meine Finanzierung war. 

Ich zog die Tür hinter mir zu und lief los. Mit meinem Handy beschäftigt, suchte ich grade ein Lied aus, als ich direkt hinter mir "Guten Morgen Prinzessin, du willst doch wohl nicht einfach so an mir vorbeilaufen ohne Guten Morgen zu sagen, oder?" hörte. Ich fuhr erschrocken herum, eine Hand auf mein rasendes Herz gepresst.

"Man Ben erschreck mich doch nicht so! " fauchte ich ihn an, doch er lachte nur und schüttelte dabei leicht seinen Kopf wobei ihm eine Haarsträhne auf die Stirn viel. Und verdammt, warum zur Hölle sah das so süß aus?

"Was willst du denn hier?"  fragte ich als sich mein Herz wieder beruhigt hatte.

"Ich dachte dass ich dich mit in die Schule nehme, du weißt schon... als Entschuldigung für Vorgestern" nach diesem Satzt grinste er verlegen und rieb sich mit der Hand den Nacken. Ach ja, Vorgestern. Das hatte ich schon fast wieder vergessen. Ben war betrunken vor meinem Fenster erschienen und hatte dann bei mir übernachtet, denn er war definitiv nicht mehr in der Lage zu laufen oder gar zu fahren. Den Gedanken an den Fast-Kuss der diese ganze komische Situation überhaupt herbeigeführt hatte, sowie die Tatsache das ich in Bens Armen aufgewacht war, verdrängte ich gekonnt. 

"Na wenn das so ist." sagte ich und grinste überlegen als ich auf ihn zu ging. Er fühlte sich also immer noch schlecht deswegen. Ben zog mir so wie immer den Helm auf und verschloss ihn, dann schlug er mir einmal oben auf den Helm drauf.

"Heey!" beschwerte ich mich, doch er meinte nur "Steig endlich auf sonst kommen wir noch zu spät." Augen verdrehend setzte ich mich hinter ihn und schlang meine Arme um seinen Oberkörper. Mit einem frechen Grinsen drehte er sich zu mir um und zwinkerte, dann fuhr er los. Arroganter Sack. Ben hatte mir doch gerade tatsächlich zugezwinkert.

Wir fuhren durch die noch halb schlaftrunkene Stadt, sahen die teilweise noch mit Vorhängen zugezogenen Fenster. Manche Menschen waren schon unterwegs richtung Arbeit, andere gingen zur Schule und wieder andere führten ihren Hund aus oder gingen joggen. Irgendwie hatten Morgende etwas pures, unantastbares. Jeder war noch halb im Schlaf, halb in seiner eigenen Welt gefangen.

Als wir auf den Schulparkplatz einbogen, sahen uns wie immer alle an und ich musste unbewusst etwas lächeln. Ich fühlte mich so cool, wenn ich hiinter Ben auf dessen Motarrad fuhr und genoss die neidischen Blicke der anderen Nädchen, auch wenn ich mir das nur ungern eingestand. 

Ben stellte die Maschine an ihrem gewohnten Platz ab und ich schwang mich runter, zog den Helm ab und reichte ihn Ben. "Danke fürs Mitnehmen" Ich lächelte. "Kein Problem, Livie." Entgegnete er grinsend. Ich kniff die Augen zusammen und wollte ihn fies anschauen, aber irgendwie klappte es nicht. Auch ich musste jetzt lachen. "Hey, wir haben noch 10 Minuten bis die erste Stunde anfängt, lass uns doch noch schnell einen Kaffee holen gehen" schlug Ben vor,

"Du kennst mich wirklich gut, Ben Parker". Also machten wir uns auf den Weg zu dem kleinen Cafe am Ende der Straße. Wir bestellten zwei große schwarze Kaffee und setzten uns draußen an einen der Tische. Ben zog seine Zigaretten aus der Jackentasche, zündete sich eine an und nahm grade einen großen Schluck Kaffee, als Finn Land aus der Tür trat, unter dem einen Arm einen Laptop, unter dem anderen diverse Bücher, und einen Becher Kaffee in den Händen. Er sah so nerdig aus, das es schon fast lächerlich war. "Hey! Hey, Finn!" rief ich lächelnd. "Setz dich doch zu uns". Verwirrt sah er sich um, schob mit der Hand in der er den Becher hielt umständlich seine große Brille hoch, als er uns erblickte. "Äh, oh. Ja, na klar, danke Leute." Finn lud seinen Kram auf dem kleinen Tisch vor uns ab, wobei er seinen Laptop fast fallen ließ und ließ sich dann stöhnend nieder. "Hi, Finn" begrüßte Ben ihn lächelnd und zog an seiner Zigarette. Finn lächelte, aber bekam gleichzeitig einen Hustanfall, als er den Rauch einatmete. 

"Was geht" Gab er zurück und nahm verlegen einen Schluck von seinem Kaffee. Ben und ich sahen uns grinsend an. Finn war so süß. Er wirkte so unschuldig und war so liebenswürdig. 


//An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Dankeschön an alle neuen Leser, fleißigen Voter und Kommentierer! Das bedeutet uns echt mega viel und ist manchmal echt das einzige was uns zum Weiterschreiben motiviert, Vielen Dank! xx//


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