Teil 32

Keine fünf Minuten nachdem ein leises Schnarchen durch die Tür meiner Eltern getrungen war, stand ich, immer noch mit der Decke als Umhang, auf und watschelte in die Küche, wo ich mir aus dem hintersten Teil des Tiefkühlfaches eine große Packung Karamell-Brownies-Eis fischte und mir noch gierig einen Löffel aus der Schublade schnappte. Andere ertränkten ihre Probleme in Alkohol, ich konsumierte tonnenweise 'Ben & Jerrys'. So war das eben.
Ich stappfte die Treppe hoch, ging in mein Zimmer und verband mein Handy mit der Stereo Anlage. 'Greek Tragedy' von 'the Wombats' setzte ein und ich musste lächeln. Dieses Lied war im Moment wirklich eines meiner absoluten Lieblingssongs. Ich lies mich vorne über aufs Bett fallen, sodass mein Kopf in meinem Kissen landete. Ich atmete tief durch und stöhnte. Was für ein langer Tag...
Durch den Fast-Kuss mit Ben hatte soviel angestaute Wut und Verwirrung in mir die Oberhand gewonnen, dass ich einmal laut in mein Kissen schrie. Und es tat gut. Auch wenn meine Eltern, unbewusst , einen ziemlich guten Job geleistet hatten mich aufzuheitern, ging dieses Kribbeln nicht aus meinem Bauch raus. Doch es war kein verliebtes Kribbeln, es war eher eine Mischung aus schlechtem Gewissen, einer schlechten Vorahnung und... irgendwie war da doch noch ein winziger Funken, der es mich nicht bereuen lies. Irgendetwas stimmte hier nicht. Ich war mit Kyle zusammen und glücklich mit ihm! Er war nett, zuvorkommend und ich fühlte mich wohl bei ihm. Warum zur Hölle hatte ich dann diesen Fast-Kuss nicht verhindert? Ich hätte einfach gehen müssen, bevor es so weit gekommen war. Oh Mann, ich wollte gar nicht wissen wie ich mich jetzt fühlen würde, wenn wir uns wirklich geküsst hätten. Hätte ich mit Kyle Schluss gemacht? Hätte ich es ihm gesagt? Ich wusste gar nichts mehr und beschloss in diesem Moment Em später anzurufen, vielleicht konnte sie mir ja weiterhelfen. Und außerdem hatte ich unsere Freundschaft in letzter Zeit ziemlich schleifen lassen, da war einiges nachzuholen.

Bens Hände zogen mich näher an ihn heran und mein Körper begann sich seiner Nähe bewusst zu werden. Die ganze Situation hatte nichts von Aufdringlich- oder Unbehaglichkeit...nein. Es fühlte sich gut an und ich wünschte mir in diesem Moment nirgends anders zu sein und keine andere Person unter mir zu spüren, um mich zu haben. Ben gab mir Trost, selbst in den Momenten in denen er nicht wusste was mit mir los war. Ich hatte einfach angefangen zu weinen, weil der Tag bis zu diesem Zeitpunkt so perfekt gewesen war, so vollkommen und mir schlagartig klar wurde, dass ich, im Gegensatz zu den meisten anderen in meinem Alter, nicht noch ewig Tage wie diese erleben würde. Meine Tage waren gezählt und vor allem die guten waren selten. Ich hatte den Tag so genossen und jetzt verspürte ich nur noch Trauer. Und Neid. Neid auf alle anderen die die Freiheit und Unsterblichkeit der Teenagerjahre ohne Sorge und Bedenken auskosten und genießen konnten. Die meisten wussten es wahrscheinlich nicht einmal zu schätzen.
Ich legte meine Hände auf seine feste, muskulöse Brust und atmete seinen unglaublichen Duft ein. Er roch so wahnsinnig gut und ich könnte den Rest meines erbärmlichen Lebens damit verbringen nichts anderes als ihn einzuatmen und zu spüren.

Ben sah gut aus, das wusste ich, doch jetzt, in diesem Moment, wurde mir bewusst wie schön er war. Seine braunen Augen waren nicht einfach nur braun. Sie wirkten in diesem Moment wie flüssiger Honig, gemixt mit den Blättern des Waldes im Frühling. Sie zogen mich gerade zu in ihren Bann und es gab kein Entrinnen. Sie waren außergewöhnlich, doch erkannte man dies nur wenn man ihm nahe genug kam, wenn er einen nah genug an sich ran ließ und in diesem Moment war ich stolz darauf diese goldenen und grünen Sprenkel in ihnen zu sehen zu dürfen, denn das hieß das er mir vertraute, mir einen Einblick in seine Seele gab, denn genau das solten sie ja sein, die Augen. Ein Spiegel der Seele. In diesem Moment ließ er zu das ich seine Gefühle sehen konnte. Ich sah die Zuneigung in seinen Augen, welche mir ein wohlig warmes Gefühl in der Brust bescherte und ich sah die Angst, vor dem hier, und vor anderen Dingen. Ich hatte keine Ahnung was das für Dinge waren, die ihn einschüchtern konnten, doch ich nahm mir vor das herauszufinden und ihm eventuell die Angst zu nehmen.

Mein Blick ging zu seinen Lippen, perfekt geformt und voll, doch nur so das es nicht weiblich aussah. Sie waren rau und spröde doch ich wusste einfach das sie trotzdem weich waren. In diesem Moment wurde meine Anziehung zu ihm noch stärker und ich wollte nichts mehr als meine Hände in seinen ebenfalls perfekten, verwuschelten Haaren zu vergraben und ihn an mich zu ziehen. Wir waren uns so nah, dass wir die selbe Luft atmeten und unsere Nasenspitzen sich fast berühten. Gerade als ich dachte, dass sich unsere Lippen berühren würden, klingelte mein Handy.

Plötzlich viel mir die große Packung Lebenselixier (ich meinte natürlich das Eis) auf meinem Nachtisch wieder ein, die langsam aber sicher zu schmelzen begann und ich wurde aus meinen Erinnerungen gerissen. Ich begann zu mampfen und nahm mir vor heute Nacht keinen einzigen Gedanken mehr an Kyle oder Ben zu verschwenden. Em würde ich morgen anrufen, sie schlief wahrscheinlich sowieso schon oder machte sonst was mit Ridion, worüber ich gar nicht nachdenken wollte. Stören wollte ich da garantiert nicht...
Nach ein paar weiteren Songs und fast der kompletten Packung Eis entschloss ich mich den Fernseher in meinem Zimmer doch nochmal anzumachen.
Ich schaltete gelangweilt durch die Programme, bis ich schließlich einen Horrorfilm fand, der mir brauchbar erschien.
Er war mit Morgen Freeman und Brad Pitt (letzterer war logischerweise der Hauptgrund warum ich mich für den Film entschieden hatte) und es ging um die sieben Todsünden oder sowas in der Art. Es war echt grauenhaft und ich überlegte welche Methode mir wohl am passendsten für Mr. Smith erschien, als ich mich dafür entschloss das all diese Dinge sogar für einen Sadisten wie ihn zu brutal waren.
Der Film fand schließlich auf einem Feld sein Ende, wo der irre Mörder mit einem Packet aufkreuzte und man schon erwartete das irgendwas schreckliches darin sein musste. Ich klammerte mich an die Decke und kaute angespannt auf meiner Unterlippe, als Brad entgegen aller Warnungen auf das Packet zusteuerte und...
Etwas hartes flog von außen gegen mein Fenster. Ich zuckte so stark zusammen, dass ich beinahe das Eis fallen gelassen hätte (aber nur beinahe denn wer lässt schon 'Ben & Jerrys' fallen? Ich meine Hallo?!). Immer und immer wieder traf etwas an meine Fensterscheibe. Was sollte ich jetzt machen? Vielleicht stand da ein irrer Kettensägenmörder oder irgendwas in der Art vorm Fenster und versuchte mich durch einen billigen Trick dazu zu bewegen es zu öffnen. Mutig wie ich war (*hust hust*) schwang ich meine Beine aus dem Bett und stand auf. Der Game-of-Thrones-Umhang um meine Schultern gab mir Kraft.
Wenn das jetzt Kyle war, wusste ich nicht ob ich ihm in die Augen schauen konnte. Verdammt. Ich näherte mich dem Fenster und kniete mich erstmal unterhalb der Fensterbank auf den Boden um erstmal die Lage zu peilen. Doch ich sah nichts und öffnete schließlich. Grade in dem Moment als ich sah wie die große breitschultrige Silhouette eines Typen unten nach einem ziemlich großen Stein griff um ihn gegen mein Fenster zu schleudern. Und plötzlich erkannte ich diesen Vollhorst. Draußen stand...Ben!?
Mann, klischeehafter hätte er es auch nicht machen können.

"Was willst du hier?" schrie ich im entsetzten Flüsterton zu ihm herunter um nicht das Risiko einzugehen meine Eltern zu wecken. Ansonsten würde ich ihnen dann womöglich erklären müssen warum ein steinewerfender Typ mitten in der Nacht an meinem Fenster stand. Was auch nicht so ganz unverständlich wäre.

"Rapunzel lass dein Haar herunter!" schrie er zu laut zu mir hoch und lachte bescheuert.

"Psst, sei leise du Vollidiod! Was fällt dir eigentlich ein hier mitten in der Nacht aufzukreutzen?" Fragte ich leise zurück.
"Weiß nisch... wollte disch sehn schätz ich." er hickste. Erst dann fiel mir auf das er lallte und leicht schwankte.
"Moment mal... bist du besoffen?" zischte ich. "Oder high?"

"Hauptsäschlich besoffen glaub isch...und auch nur ein ganzzzz kleinesch bischen! " Gab er zurück und zeigte mit seinem Daumen und Zeigefinger wie wenig er doch angeblich getrunken hatte. Logisch.
"Ich glaubs einfach nicht! Bist du jetzt völlig durchgeknallt!?" Knurrte ich und schüttelte den Kopf. Was war nur los mit ihm?
"Verschwinde du Penner! Geh nach Hause!"
"Ich kann nischt" er kicherte. Was war nur los mit ihm? Ich verstand nicht was die Menschen am Alkohol so toll fanden? Für meinen Geschmack war es einfach nur widerlich und das was es mit den Menschen machte war abstoßend.
"Und was erwartest du jetzt von mir?!" Fragte ich entnervt zurück und kniff die Augen zusammen um ihn in der Dunkelheit besser sehen zu können. Seine braunen Haare waren ein komplettes Chaos, mehr als sonst und seine Klamotten waren komplett nass. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen, doch auf seinem Weg hier her oder dort hin wo er in diesen Zustand überhaupt erst geraten war, musste es wohl noch geschüttet haben. Ich stöhnte, warf die Decke hinter mich, zog mir die kostbaren Flauschsocken aus und stieg schließlich barfuß aus dem Fenster. Ich hatte Übung darin unbemerkt von Zuhause abzuhauen und lief unbeschwert zum Rand des Veranda-Daches, welches glücklicherweise direkt unter meinem Zimmerfenster lag. Ja manchmal meinte das Schicksal es dann doch nicht so schlecht mit mir, obwohl es in keiner Weise eine Entschädigung für den Tumor war. Ob das Schicksal eigentlich auch ein schlechtes Gewissen bekam? Dort angekommen hockte ich mich hin, hielt mich mit den Händen am noch vom Regen nassen Rand fest und kletterte schließlich an der Regenrinne nach unten bis ich schließlich vor Ben stand."Wow! Du hast ja rischtige 'Kim Possible' Skills. Respekt Prinzessin!" Er prustete los. Der Witz war so schlecht das ich einfach mit einstimmen musste und boxte ihn auf die Schulter.
"Also was machst du hier?" Fragte ich erneut und als er sich von seinem Lachanfall erholt hatte sah er mich plötzlich ganz ernst an.
"Isch hab doch schon gesagt...wollte disch sehn."
Ohne das ich etwas dagegen tun konnte fing es in meinem Bauch plötzlich an zu kribbeln und ich biss mir zur Ablenkung auf die Unterlippe. 'Liv komm gefälligst wieder zu dir!!'
"Komm mit rein" stöhnte ich schließlich. Er sah mich an und ein Lächeln erfüllte sein Gesicht. "Wirklich?" Fragte er.
"Ja jetzt mach schon, bevor ichs mir nochmal anders' überlege" Ich wendete mich von ihm ab und wollte schon wieder den Aufstieg wagen, als ich wieder seine Stimme vernahm.
"Meinscht du das ernst? *Hicks* In meinem Zustand is es völlisch unmöglich da hoch zu kommen, Prinzessin!"
"Hast du ne bessere Idee?!" Knurrte ich zurück. Warum musste mir eigentlich jeder einen total bescheuerten Spitznamen geben? Livie, Schätzchen, Liebes und jetzt auch noch das. Prinzessin. BAHHHH.
"Äh ne." Er lachte wieder übertrieben. "Na dann, mir nach Tarzan!" Antwortete ich schnell, bevor das Lachen ihn soweit überwältigen würde, dass er die ganze Nacht hier draußen auf dem nassen Rasen vor sich hin lachend verbringen würde. Meine Füße waren schon eiskalt als ich mich schließlich an den Aufstieg machte.
Ich hörte Ben fluchen als ich wieder das feste Dach der Veranda unter den Füßen hatte und er grade versuchte mir mit seinen Riesenpranken nachzumachen. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Ben es dann endlich geschafft und hing schon mit halbem Oberkörper auf dem Dach, als es plötzlich schepperte und ein Stück der Regenrinne mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden landete. "Ach verdammt pass doch auf!" Schnauzte ich ihn an, woraufhin er wie ein verschreckter Welpe schaute.
"Guck nicht so mitleidserregend, kletter' weiter du Honk!" Als er es dann schließlich auch geschafft hatte sich in mein Zimmer zu hiefen, stieß er hörbar die Luft aus.
"Wie kannscht du des so einfach?" Er atmete schwer.
Noch bevor ich antworten konnte, begann er plötzlich zu...singen?! Ja, er begann lauthals 'My heart will go on' aus dem Titanic Soundtrack zu trällern. Und es war das komplette Gegenteil der Art wie er noch vor kurzem auf dem Dach gesungen hatte. Es klang einfach so schief und scheußlich das ich lachen musste. "Hey Ben!! Auch wenn du mega viel Talent hast, bitte hör auf! Meine Eltern schlafen. Schon vergessen?" Ich konnte mir ein weiteres Grinsen nicht verkneifen. "Schon gut, Prinzessin, es tut mir leid!" Ein besänftigendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und noch bevor ich antworten konnte, richtete er seine Aufmerksamkeit auf den Fernseher, wo gerade der Abspann lief. "Na toll, wegen dir hab ich das Ende verpasst. Danke auch" schmollend ließ ich mich aufs Bett fallen.
"Was wars denn fürn Film?" Der einzige Hinweis im Moment das er betrunken war, waren nur noch seine leicht undeutlich Sprache und das leichte Wanken. "Sieben" gab ich knapp zurück. "Mit Morgan Freeman?" Fragte er weiter.
"UND BRAD PITT" gab ich etwas zu gereizt zurück wie mir im Nachhinein auffiel.
"Warum verdammt stehen alle Mädels auf den Typ?" Fragte Ben verständnislos.
"Er.ist.heiß." gab ich zurück.
"Wenn du zugibst das du mich viel heißer findest als ihn, verrate ich dir das Ende vom Film" er grinste schelmisch. Verdammt, wusste er von meinen Gedanken (Gefühle wollte ich es noch nicht nennen, dazu war ich zu verwirrt). Ich sah ihn an. "Pah, träum weiter du Pseudo-Model. Du bist betrunken."
Doch dann fiel mir auf wie das weiße Shirt das er unter seiner Jeansjacke trug ihm von der Nässe am Körper klebte. Die braunen Haare standen wie fast immer wild in alle Richtungen ab und er hatte ein unwiderstehliches Lächeln aufgesetzt.
"Komm schon! Zumindest ein bisschen Attraktivität werde ich doch wohl besitzen, oder Prinzessin?"
War das alles nur ein Witz oder war er sich tatsächlich nicht bewusst wie verdammt gut er aussah und wie viele Mädchen ihm deshalb auch jedes mal hinterher starrten wenn sie ihn sahen?
"Mmh, na gut...auf einer Skala von 1-10 ist Brad 15 und du...naja...3?" Ich grinste ihn frech an. Es war natürlich haushoch gelogen aber hey. Ein bisschen Spaß muss sein. Er kniff die Augen zusammen und ohne Vorwarnung stürzte er sich plötzlich auf mich und begann mich durchzukitzeln. Ich hatte lange nicht mehr so gelacht. "Wahh hör auf du Fiesling!!" Beinahe hätte ich geschrien, doch dann fielen mir meine Eltern wieder ein. Dank des Alkohols war er langsamer und schwächer, sodass ich mich schließlich auf ihn setzen konnte und gerade als ich die Gegenattacke starten wollte, hörte ich ein Geräusch von unten.
Scheiße. "Liv, alles okay bei dir, ich dachte ich hätte Geräusche gehört?" Dads Stimme drang gedämpft durch die Tür zu mir durch. Ohne groß nachzudenken presste ich Ben eine Hand auf den Mund. "Ja ja, alles gut Daddy, der Fernseher war etwas zu laut, geht wieder schlafen, tut mir leid." Ben also known as besoffener Vollpfosten sah mich mit großen Augen an, in denen man förmlich das Wort 'Fuck' lesen konnte. Dad gab sich anscheinend mit dieser Erklärung zufrieden, denn ich hörte wie er zurück ins Schlafzimmer ging und die Tür schloss. "Puh, das war knapp!" Ich nahm die Hand von Bens Mund und rollte mich von ihm weg. Erst jetzt fiel mir auf wie komisch die Situation gerade gewesen war. Ich hatte auf ihm gesessen...Auch Ben setzte sich wieder auf und fuhr sich mit einer rauen Hand durch die zerstrubbelten Haare. "Ich denke zwar nicht, aber hast du vielleicht was zum anziehen für mich?" Er grinste schief und ein wenig verlegen während er mich mit schief gelegtem Kopf ansah. "Heute ist dein Glückstag, Bruder" sagte ich und zog ein über - großes Band T-Shirt aus meiner Kommode, welches ich sonst bevorzugt selbst zum Schlafen anzog. Ich warf es ihm über den Kopf. Er nahm es in die Hände und betrachtete es. "The Kooks. Aha aha, sehr gut" er grinste. Ohne Vorwarnung zog er die Jacke aus und sich das nasse weiße Shirt über den Kopf. OH MEIN GOTT.
Tat er das gerade wirklich oder begann ich schon zu halluzinieren? Wie in Zeitlupe nahm ich wahr wie er oberkörperfrei auf meinem Bett saß, sich mein Shirt zurecht legte und es sich schließlich über die gebräunte Haut zog. Es war sogar ihm ein bisschen zu groß doch es sah perfekt an ihm aus. Ich musste sabbernd und mit offenem Mund da gestanden haben, denn als er fertig war, sah er mit belustigtem Blick zu mir auf. "Alles klar, Prinzessin?" Fragte er grinsend. Noch immer das Spiel seiner Muskeln vor den Augen, brauchte ich einen Moment um wieder zu mir zu kommen. "Äh, jup" ich fuhr mir verlegen durch die Haare um die unangenehme Situation zu überspielen. Wie peinlich war das denn grade gewesen?! Ich hätte ihn nicht anschauen dürfen, ich hatte einen Freund! Doch genau darauf hatte er es angelegt. Wieder kam eine Woge des schlechten Gewissens in mir auf und mir fiel auf das mein Verstand ausetzte, wenn ich mit Ben zusammen war. Andauernd unterlag ich Fehlern, die mir erst im Nachhinein auffielen.

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