Kapitel 4 - Seamonster Xiao x Reader

~(Y/N)~

Heute ist der Tag an dem ich mit meinen 2 besten Freunden einen langersehnten Ausflug machen. Wir wollten uns schon immer die Unterwasserhöhle in Lyiue ansehen. Die Höhle bestand zum größten Teil aus Unterwasserhöhlen, doch gab es einen überirdischen Höhlenzugang, denn man einfach benutzen konnte. Hier bot sich laut den Erzählungen eine neue Welt und diese unberührte Welt wollten wir uns gemeinsam ansehen. Die Unterwasserhöhlen waren zwar für die Allgemeinheit wegen ihrer unterirdischen Strömungen gesperrt, doch gab es in der Höhle einige Wasserbecken in denen sich sämtliche Kreaturen tummeln mussten. Wir hörten zudem, dass es einen Zugang geben musste der direkt zu den unterirdischen Höhlen führen musste. Laut den Erzählungen konnte trotz des klaren Wassers in der Höhle niemand den Boden sehen. Wir hatten schon viel von dieser Höhle gehört aber zeitlich nie ein Fenster gefunden an dem wir zusammen hinfahren konnten. Doch dieses Wochenende ist es endlich soweit.

Ich hatte mich schon immer gefragt wie groß die unterirdischen Höhlen sein mussten und was es dort unten alles zu sehen gab, doch sollte diese Frage für mich noch lang ungeklärt bleiben.

„Können wir los?" fragt (F1/N) nachdem wir das Gepäck im Wagen verstaut hatten. „Von mir aus gern" antwortete ich und bereitete die Navigation vor und informierte die Gruppe anschließend, dass die Fahrt insgesamt 4 Stunden dauern würde. „Wir machen auf halber Strecke eine kurze Rast nehm ich an" fragte (F2/N) und bekam die Zustimmung der Reisegruppe. „Perfekt! Dann fahren wir mal los" meinte ich und stieg ein. Nachdem (F1/N) auf dem Beifahrersitz und (F2/N) auf dem Rücksitz platzgenommen hatte fuhren wir los.

Wir versuchten uns während der Fahrt zu animieren und legten immer wieder andere Songs ein die wir mitsingen konnten. Keiner von uns konnte richtig singen, weshalb die Lieder krumm und schief gesungen wurden, doch hatten wir Spaß dabei und auf das kam es schlussendlich an.

Die Fahrt verlief reibungslos und wir kamen pünktlich an unserer Unterkunft an, diese befand sich ca. 10 Minuten von der Höhle entfernt. Dort meldeten wir uns an und bezogen zunächst unser Zimmer. Zu unserem Erstaunen war dies deutlich größer als wir angenommen hatten. Wir freuten uns über diese Fügung und sahen uns gemütlich alles an und packten zunächst die wichtigsten Dinge aus.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten setzten wir uns in ein nahegelegenes Cafe und besprachen die Reise zur besagten Höhle. Wir hatten Glück, dass wir ein Hotel gefunden hatten, dass unmittelbar in deren Nähe war und wir die Höhle selbstständig besichtigen konnten ohne eine Führung buchen zu müssen. Zudem hatten wir bereits mitbekommen, dass die Höhle wenig besucht war. Viele der einheimischen hatten durch die Legenden die die Höhle umfassten Angst dorthin zu gehen und viele der Touristen hatten kein Interesse diese Höhle zu besichtigen. Ich freute mich über diese Gegebenheit, da wir uns so ausreichend Zeit lassen konnten und nicht gezwungen waren zwischen großen Menschenmassen laufen zu müssen. Auch die Komponente, dass wir frei entscheiden konnten wann wir gehen fand ich angenehm.

„Ich freu mich auf die Höhle." meinte ich ehrlich, da ich die mystische Höhle schon immer sehen wollte. Mich interessierte es, ob die Höhle den Legenden entsprach und ob an diesen etwas dran war. „Glaubt ihr daran, dass am Boden der Höhle ein Monster hausen soll?" fragte (F2/N) in die Runde und sah neugierig zu uns. „Nicht wirklich" antwortete (F1/N) und ich zuckte nur mit den Achseln. „Vielleicht gab es früher einen großen Fisch der in der Höhle gehaust hat aber an ein direktes Monster glaube ich jetzt auch nicht." meinte ich ehrlich zu ihr. Ich vermutete viel mehr, dass es wie bei anderen Legenden war und diese sich aus dem nichts entwickelt hatten. Das Ungeheuer wurde vermutlich irgendwann frei erfunden, damit die Höhle nicht weiter besichtigt wurde. „Das Einzige was mich interessiert ist, ob man den Boden der Höhle wirklich nicht sehen kann." meinte ich zu (F1/N). „Meine Thalassophobie lässt grüßen, wenn das stimmt" antwortete (F1/N) und lachte direkt los. (F2/N) hingegen scherzte direkt weiter „Das wirst du nur rausfinden, wenn du in der Höhle tauchst" und suchte weitere Informationen über die Höhle zusammen. Kurze Zeit später richtete sie wieder das Wort an uns " laut dieser Seite wird es nicht empfohlen dort zu tauchen." „Steht da weshalb es nicht empfohlen wird?" fragte ich direkt nach und sah wie sie den Artikel weiter überflog. „Hier stehen Warnungen vor Unterwasserstrudeln die dich möglicherweise in die Höhlen ziehen können." meinte sie. „Sonst les ich jetzt nicht sonderlich viel mehr."

Wir nickten ihr direkt alle zu. Ich war etwas über die Neuigkeit enttäuscht, da ich gern die Höhle erkundet hätte zumindest oberflächlich. Aber so erklärten sich vielleicht die Legenden. Wenn früher wirklich Menschen dort getaucht waren und nicht wieder zurück kamen dachten die Menschen früher, dass ein Monster für das verschwinden verantwortlich war.

„Dann läuft es wohl auf nur eine Oberflächliche trockene Erkundung raus." brachte (F1/N) in die Gruppe ein. „Sieht danach aus." meinte ich nachdenklich, doch war dies immer noch besser als nicht erkunden. „Haben wir alles für die Erkundung dabei?" fragte ich die 2 anderen und wir gingen nochmals über die gedachte Ausrüstung.

„Lange Jacken und etwas dickere Kleidung?" fragte (F1/N) „Haben wir dabei" riefen (F2/N) und ich im Einklang. „Ausreichend Taschenlampen?" fragte (F1/N) wieder und dieses Mal antwortete nur ich „Wir haben 6 Taschenlampen dabei... und genügend Ersatzbatterien." „Wie siehts mit Verpflegung aus?" fragte (F2/N). „Wir können uns beim Einkaufladen gegenüber noch ein paar Snacks mitnehmen." „Gute Idee" stimmte ihr (F1/N) zu.

„Sollen wir dann gleich morgen früh los? So könnten wir die Anstürme, sollten welche da sein, vermeiden?" fragte ich und bekam gleich die Zustimmung der Anderen.

~Am nächsten Morgen~

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt hatten packten wir unsere Ausrüstung zusammen. „Hey glaubt ihr man kann trotz der Strömungen teile der Höhle erkunden?" fragte ich meine zwei mitreisenden. „Möglich wäre es aber meinst du nicht auch, dass es zu kalt wäre? Das Wasser dort unten muss doch eisig sein." entgegnete mir (F1/N). „Naja Taucheranzüge halten schon einiges ab, aber frisch wäre es vermutlich dennoch." warf (F2/N) ein. Da Beide anscheinend merkte wie sehr ich an der unterirdischen Erkundung war sprach (F2/N) erneut. „Schauen wir erstmal die Höhle generell an. Vielleicht finden wir vor Ort Informationen, ob das Tauchen dort möglich ist." Wir stimmten ihrem Vorschlag zu und machten uns direkt auf den Weg zur Höhle.

Nachdem wir rund 10 Minuten gelaufen waren kamen wir an den Eingang. Dieser war einfach spektakulär. Es schien fast wie das Tor zu einer anderen Welt zu sein. Der riesige Höhleneingang wurde lediglich von einem eisernen Tor bewacht. Jedoch war dieses wie wir rausfinden konnten nur selten verschlossen. Die Einheimischen verschlossen dieses nur, wenn eine Flut nahte, doch kam dieses zu unserem Glück nicht oft vor.

Nachdem wir einige Meter in die Höhle vordrangen spürten wir bereits die Kälte die in der Höhle herrschte. „Ganz schön frisch hier unten..." äußerte sich (F1/N) und (F2/N) stimmte ihr direkt zu. „Was hattet ihr erwartet?" fragte ich die beiden zum Spaß und lachte etwas. „Die Höhle ist faszinierend... ich hätte sie niemals so groß gedacht." meinte (F1/N). „Ich hätte nicht erwartet, dass sie so unberührt ist..." ergänzte (F2/N) direkt. „Dann meiden die Einheimischen die Höhle wirklich..." brabbelte ich vor mich hin und verstand dieses nicht ganz. Die Höhle war faszinierend. Die Stalakniten und Stalaktiten die hier vorkamen hatten unglaublich interessante Formen. Stellenweise wirkten diese wie ein steinerner Vorhang der von der Decke ragte. Es war einfach nur atemberaubend. Selbst deren Farben waren einmalig, sie wirkten stellenweise reinweiß oder rosa.

Umso weiter wir in die Höhle eindrangen umso dunkler und kälter wurde unsere Umgebung. Stellenweise erschraken wir uns durch das Echo unserer eigenen Schritte. Es herrschte stehts eine angenehme Stille zwischen uns und jeder einzelne von uns genoss die Wirkung der Höhle um uns herum.

„Ist das da vorne der Eingang zur Unterwasserhöhle?" fragte ich meine zwei Freunde. „Gut möglich" erwiderten diese mir und wir drungen gemeinsam vorsichtig an den Rand vor. Es war faszinierend wie das Wasser so klar am Rand war, dass man jeden einzelnen Felsen sah. Zudem war der Eingang wie kleine Becken geformt die immer tiefer zu hinunter führten. „Denn Boden kann man wirklich nicht erkennen" teilte ich den beiden mit. „Man sieht wirklich nur schwarz." ergänzte ich und leuchtete interessenhalber nochmals in das tiefe dunkle Loch vor mir. Ich hatte indirekt die Hoffnung, dass ich noch etwas erkennen würde, wenn ich direkt hineinleuchtete, doch war dies leider nicht so.

„(Y/N) sei vorsichtig." ermahnte mich meine Freundin als ich ein wenig weiter zum Rand rückte. „Bin ich" versicherte ich ihr direkt und sah weiterhin in das tiefe Loch. Es faszinierte mich wie man anfangs noch etwas von der Höhle unter uns erkannte und dies sich so schnell in der Dunkelheit unter uns verlor.

„Sollen wir weiter?" hier gibt es sicherlich noch mehr zu sehen meinte (F2/N) und bekam unsere Zustimmung. Ich hatte zwar den starken Drang weiter in die unbekannte Tiefe vor mir vorzudringen, doch war dies aus mehreren Gründen nicht möglich. Es stimmte mich zwar traurig, doch freute ich mich insgeheim darauf den Rest der Höhle hier zu erkunden. So entfernten wir uns alle vom Eingang. Da ich am weitesten vorgedrungen war tastete ich immer wieder den Boden unter mir ab um sicher zu gehen, dass ich nicht ausrutschen würde.

Doch hatte das Schicksal andere Pläne mit mir. Ausgerutscht war ich nicht, jedoch brach ein Teil des Höhleneingangs unter mir zusammen und zog mich kurzerhand zusammen mit den abgebrochenen Stücken nach unten.

Es war eiskalt und für einen kurzen Moment wusste ich nicht wo oben und unten war. Doch erkannte ich das flimmern der Taschenlampe meiner Freunde an der Wasseroberfläche und schwamm schnell in dessen Richtung.

„(Y/N) alles ok bei dir" riefen mir meine Freunde zu und ich gab ihnen das Zeichen, dass es mir gut ging. Doch hatten wir jetzt ein anderes Problem.

Die Unterwasserströmungen die im Internet angegeben waren.

Da ich mich zur Zeit in der Mitte des Einganges befand und nicht wusste wo oder wie die Strömungen verliefen konnte ich jederzeit von einer eingesaugt und mitgerissen werden. Ich richtete das Wort wieder an meine Freunde „Könnt ihr etwas suchen mit dem ihr mich rausziehen könnt?" fragte ich die Beiden, da ich nicht unbedingt mein Leben riskieren wollte. „Können wir... siehst du Unterwasser irgendetwas... vielleicht kannst du erahnen wo Strömungen sind..." fragte mich (F1/N). Ich nickte ihr zu und versuchte wie beim Schnorcheln nur das nötigste Unterwasser zu tauchen um kein Risiko einzugehen.

Doch mehr als Dunkelheit sah ich nicht. Da ich mir nicht sicher war, ob sich meine Augen einfach nur an die unter mir herrschende Dunkelheit gewöhnen mussten verweilte ich einen kurzen Moment in der gleichen Position. Jedoch schien dies nicht sonderlich einen großen Unterschied zu machen. Ich holte erneut Luft und sah wieder in die Dunkelheit unter mir. Ich versuchte etwas mehr zu erkennen indem ich mich vorsichtig auf der Stelle drehte. Doch erkannte ich auch hier wieder nicht mehr als zuvor. Es war einfach nur Dunkel.

Kurz bevor ich wieder nach oben gehen wollte erkannte ich aus dem Augenwinkel etwas Schimmerndes in der Höhle. Ich holte erneut Luft und sah zu der Stelle an der ich vor wenigen Augenblicken noch etwas zu sehen gedacht hatte. Kurze Zeit später sah ich das Schimmern wieder. Ich versuchte meine Augen auf die Formation unter mir zu fixieren und diese scharf zu stellen. So erkannte ich eine Formation die aussah wie große graue Nadeln. Was mich hierbei wunderte war, dass diese nicht großflächig über die Höhle angeordnet waren, sondern eher auf einen kleinen Bereich konzentriert schienen. Es irritierte mich, da dies eher unüblich war. Genauso auch die Tatsache, dass diese Nadeln immer abwechselnd von oben und unten angeordnet sind.

Komisch... dachte ich mir kurzerhand und hoffe, dass ich etwas mehr sehen konnte wenn ich erneut in die Tiefe blickte. Ich holte erneut Luft und versuchte die unbekannte Formation etwas näher zu begutachten, doch was ich als nächstes sah ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Als ich erneut zu der Formation sah ich über den Nadeln 2 leuchtend gelbe Augen die mich durchdringend ansahen. Ich schreckte zurück und schrie gleichzeitig auf. Mein Körper reagierte in diesem Moment von ganz allein und schwamm ohne nachzudenken an den Rand. Das einzige, dass in diesem Moment für mich zählte war es aus dem Wasser zu kommen. An die Strömungen dachte ich schon gar nicht mehr.

„Was ist los?" fragte mich (F1/N) die gerade mit (F2/N) an den Höhleneingang zurückgekehrt war. „M-Monster!" stotterte ich vor mich hin und kroch aus dem Wasser immer weiter an Land. Meine beiden Freunde halfen mir dabei und zocken mich auf meine Beine. Ich zitterte am ganzen Leib als ich zum Stehen kam, doch das schlimmste war, dass mir die beiden nicht glaubten. „Ach komm... verarsch uns nicht." meinte (F2/N), doch machte mich diese Tatsache wütend. Ich packte sie daraufhin an ihren Schultern und sah sie sauer an „Warum sollte ich euch in dieser Situation verarschen?!?" schrie ich sie an. Sie glaubten mir nachdem ich so reagierte. Sie kannten mich und wussten, dass ich sie so nicht ohne Grund angehen würde. „Erzähl uns was du gesehen hast..." meinte (F1/N) nachdem sie mir eine Decke aus ihrem Rucksack gab.

Nachdem ich den beiden alles erzählt hatte sahen sie sich gegenseitig an. „Deine Erzählungen passen zu den alten Geschichten... aber warum zeigt das Monster sich ausgerechnet jetzt?" meinte (F2/N). Sie überlegte etwas weiter „Seit zig Jahren hat es niemand mehr gesehen... also was hat es aufgeweckt?" (F1/N) fragte mich neugierig „Hattest du das Gefühl, dass es dir etwas antun wollte?". Ich sah erneut in das Loch das neben uns war und versuchte die Situation die gerade passiert war nochmals zu analysieren. „Nicht direkt" antwortete ich ihr und sah weiterhin in den Höhleneingang. Eigentlich schien es sehr ruhig zu sein.... Doch als ich mich an die riesigen Augen des Monsters erinnerte dämmerte es mir erst, was für eine Dimension dieses Monster haben musste. Es musste wirklich riesig sein.

„Leute... so verrückt es auch klingt... ich will nochmal runtertauchen" sagte ich den beiden und bekam gleich eine Standpauke. „Bist du verrückt?!" fragten mich beide zunächst gleichzeitig. „Ich will wissen was sich hinter dem Monster verbirgt..." meinte ich ehrlich und sprach weiter „Ich will wissen warum es sich ausgerechnet jetzt zeigt..." Ich sah wie meine Freunde haderten doch seufzten sie nur einmal bevor sie zustimmten „Dann holen wir dir gescheite Ausrüstung..." meinte (F1/N) auch wenn sie es sie nicht sonderlich begeistert von dem Plan war. „Danke" erwiderte ich den beiden und umarmte sie kurzerhand.

Nachdem wir aus der Höhle kamen machten wir uns direkt zu einem Verleih auf, der uns alle notwendigen Geräte ausleihen konnte. Wir hatten das große Glück direkt in der Nähe einen zu finden, der alles was wir brauchten vorrätig hatte. Zusätzlich zu unserem Equipment holten wir noch ein stabiles und langes Seil. Wir wollten uns gegen die Strömungen absichern sollten diese wirklich in der Höhle sein. So konnten wir meine Sicherheit ein wenig mehr garantieren.

Da es aktuell noch Mittagszeit war machten wir uns direkt wieder zur Höhle auf und bereiteten vor dem Höhleneingang alles vor. „Bist du dir wirklich sicher, dass du das machen willst?" fragte mich (F2/N) und ich nickte ihr zu. „Was ist, wenn es dich fressen will?" fragte mich (F1/N) unsicher und ich sah sie etwas irritiert an. „Meinst du nicht auch, dass es vorhin genug Zeit gehabt hätte, wenn es das wirklich gewollt hätte?" erwiderte ich ihr. „Stimmt schon, aber vielleicht ist es ein Lauerjäger, der wartet bis die Beute zu ihm kommt..." Ich wusste nicht was sie damit bezwecken wollte oder ob sie mir den Gedanken erneut zu tauchen einfach ausreden wollte, doch musste ich einfach erneut runter. „Das glaube ich nicht..." erwiderte ich ihr und sah zum Eingang. Ich näherte mich vorsichtig und sah bevor ich in die Dunkelheit sprang nochmals zu meinen Freunden „Wünscht mir Glück" meinte ich und sprang anschließend wieder ins Wasser hinein.

Nachdem ich komplett untergetaucht war schaltete ich die Lampe die wir ausgeliehen hatten ein. Durch das Licht dieser konnte ich die Dimensionen der Höhle mehr und mehr einschätzen. Ich war zunächst fasziniert von dem Ausmaß der Höhle, doch fand ich schnell zum eigentlichen Thema zurück und richtete meinen Blick nach unten. Der Anblick der sich mir hier jedoch Bot ließ mein Herz kurzerhand aussetzen.

Ich sah den Kopf des Ungeheuers klar und deutlich ein paar Meter unter mir. Es starrte mich förmlich mit seinen gelben Augen an. Seine Zähne waren massiv und spitz. Ein Anblick der jeden in Angst versetzen konnte, doch nahm ich meinen gnazen Mut zusammen und schwamm etwas näher an das Ungeheuer heran. Zu meiner Verwunderung verweilte es einfach Still und folgte mir mit seinem Blick.

Soweit so gut...

Ich entschied mich etwas mehr hinab zutauchen. Ich wollte den Rest des Ungeheuers sehen, doch musste ich mir bei dessen Dimension eingestehen, dass es meine Vorstellung bei weitem Überschritt. Es war einfach nur riesig. Soweit ich sehen konnte sah ich kein Ende. Ich kontrollierte immer wieder was es mit seinem Kopf machte, da ich Angst hatte auf seiner Beuteliste zu stehen, doch schien es nicht den Anschein zu machen das es mich fressen wollte. Doch wer weiß die Zähne des Ungeheuers sprachen hier andere Sachen... Es war ein Räuber das konnte man schwer leugnen. Das Einzige was ich hoffen konnte war, dass ich zu klein für sein Beuteschema war und es daher kein Interesse an mir hatte.

Ich schwamm noch etwas herunter und sah etwas Glänzendes am Körper des Ungeheuers. Es irritierte mich ein wenig, weshalb ich etwas zügiger zu dem Gegenstand schwamm.

Eine Kette? Die Kette die ich fand führte zusammen mit dem Ungeheuer in die Tiefe und schien zudem gut gespannt zu sein. Kann es sein, dass es hier festsitzt?

//Kannst du mir helfen?// ertönte eine Stimme in meinem Kopf. Ich erschrak mich und sah mich panisch um bevor ich realisierte von woher die Stimme kommen musste. Es ist das Ungeheuer oder? fragte ich mich und schwamm wieder zu seinem Kopf hinauf. Wie kann ich mit dir Kommunizieren? fragte ich mich und sah wieder auf die Kette hinab. //Kannst du mir helfen?// fragte das Ungeheuer erneut. Ich nickte Ihm zu, da ich Mitleid mit der Kreatur vor mir hatte, doch wie sollte ich ihr helfen?

Der Kopf des Monsters kam immer mehr in meine Richtung was mich verunsicherte. Was hat es vor? //Du musst keine Angst haben... ich werde dir nichts tun.// sprach es ruhig zu mir. Nachdem es mich mit einem Teil seines Kopfes berührt hatte ging es wieder in seine Ausgangstellung zurück. Was sollte das? fragte ich mich und bekam erschreckenderweise eine Antwort. //Ich habe eine Verbindung hergestellt... jetzt können wir miteinander kommunizieren. // Ich sah erstaunt zu dem Ungeheuer und meine Fragen sprudelten förmlich aus mir heraus.

Warum bist du hier? fragte ich dieses gleich. //Das ist eine lange Geschichte... ich fürchte das würde unsere gemeinsame Zeit übersteigen...// antworte mir dieses, doch wollte ich mich damit nicht zufriedengeben. Wenn ich dir helfen soll muss ich wissen warum die hier bist... meinte ich zu dem Ungeheuer und wartete auf dessen Antwort. //Ich widersetzte mich vor langer Zeit der Person der ich diente. Zur Strafe sperrte man mich hier ein...// antwortete es mir. Wie lange bist du schon hier unten? fragte ich das Ungeheuer. //Schwer zu sagen... die Zeit hier unten vergeht anders...// erwiderte das Ungeheuer. Es tat mir wirklich im Herzen weh dies zu hören. Ich sah erneut zu der Kette. Dann wird es Zeit dich hier rauszuholen. meinte ich entschlossen in dessen Richtung. Wie kann ich die Kette öffnen? fragte ich das Ungeheuer. //In der Theorie müssten sie aufgehen, wenn du sie berührst// meinte das Ungeheuer, doch sah ich es fragend an. Wie soll das funktionieren? Brauchen wir keinen Schlüssel? fragte ich nach. //Du bist der Schlüssel... meine ehemalige Meisterin hat die Kette verzaubert... sie kann nur von einem Menschen geöffnet werden.// erklärte mir das Ungeheuer. Aber warum hast du sie dann nicht schon früher aufmachen können? Sind nicht schon mehrere Menschen hier vorbeigekommen? Das Ungeheuer wendete sich kurz ab. //Jeder der mich sah rannte Panisch davon...// Wie ich anfangs? meinte ich mit einem schlechten Gewissen. //Doch kamen die Anderen nie zurück// ergänzte es und sah wieder in meine Richtung. Tut mir leid zu hören. Gestand ich dem Ungeheuer und machte mich auf den Weg zu den Ketten.

Dann wollen wir mal. dachte ich nachdem ich bei der Kette angekommen war. Du bist dir sicher, dass ich sie nur berühren muss? fragte ich nochmals nach. //Ja bin ich.// antworte mir das Ungeheuer. Ich legte vorsichtig meine Hände auf die Kette und sie begann wirklich zu leuchten. Die Kette löste sich mit der Zeit immer weiter auf bis nichts mehr zu sehen war. //Ich bin frei// hörte ich nur von dem Ungeheuer und schwamm wieder zu dessen Kopf hinauf. Was hast du jetzt mit deiner gewonnen Freiheit vor? fragte ich das Ungeheur, da ich wissen wollte was es nun vor hatte. //Die Welt ansehen... es muss sich einiges geändert haben// meinte dieses freudig. Warte... du kannst die Welt nicht einfach ansehen. stoppte ich das Ungeheuer. Versteh mich nicht falsch, aber die Welt hat sich verändert. Die Menschen werden dich jagen, wenn sie dich an den Küsten sehen. warnte ich das Ungeheuer. //Mach dir keine Sorgen... ich werde die Welt nicht in dieser Gestalt erkunden// versicherte mir das Ungeheuer und schwamm zu mir. //Ich helfe dir nach oben// meinte es und schwamm mit seinem Kopf unter mich. Kurze Zeit später durchbrach ich mit ihm die Wasseroberfläche und sah wie meine beiden Freude vor Angst erstarrten.

„Das hast du gesehen und du wolltest trotzdem runter?!?" schrie (F2/N) mich an, doch konnte ich in diesem Moment nur lachen. (F1/N) war einfach nur gelämt und rührte sich keine Stück. //Sind das deine Freunde?// fragte mich das Ungeheuer und ich bestätigte dies. Sie ihnen ihre Reaktion nach. Es kommt nicht oft vor, dass man deinesgleichen außerhalb von Filmen sieht. Das Ungeheuer setzte mich vorsichtig am Rand des Einganges ab. //Tritt etwas auf die Seite// meinte das Ungeheuer und ich wies meine Freunde ebenfalls an etwas Platz zu machen. Was hast du vor? fragte ich das Ungeheuer und bekam gleich meine Antwort. //Ich komme zu euch//

Ich sah gespannt zu, doch wunderte ich mich weshalb das Ungeheuer zunächst wieder abtaucht. Ich beobachtete gespannt die Wasseroberfläche und erschrak mich als diese erneut durchbrochen wurde. Es sprang tatsächlich aus dem Wasser. Doch zu meiner Verwunderung stand plötzlich ein kleiner Mann vor mir. Er hatte dunkle Haare mit türkiesen Strähnen. Das Einzige was gleich geblieben war waren seine leuchtenden gelben Augen.

„Wie hast du das gemacht?" fragte ich den Mann vor mir. „Ich kann mich glücklicherweise in einen Menschen verwandeln." antworte mir dieser gleich und sah zu meinen Freunden. „Es tut mir aufrichtig leid, wenn ich euch in meiner anderen Form Angst eingejagt habe, das war niemals meine Absicht." meinte dieser direkt und sah anschließend wieder zu mir. „Wie kann ich mich bei dir erkenntlich zeigen?" fragte mich der Mann, doch wollte ich nichts von ihm haben. „Du musst dich nicht erkenntlich zeigen." meinte ich zu diesem und sah gleich wie er seinen Kopf zu schütteln begann. „Bitte lass mich dir einen Gefallen erwidern. Ich bin dir dankbar für das was du für mich getan hast." meinte dieser ehrlich und trat etwas näher an mich heran. „Ok... ich hab etwas" meinte ich zu ihm und lächelte ihn an. „Ich bitte dich darum... deine Freiheit in vollen Zügen zu genießen." antwortete ich, doch konnte der Mann mir gegenüber nur schmunzeln. „Das zählt nicht!" meinte dieser gleich.

Jedoch bevor wir noch weiter reden konnten unterbrachen uns meine Freunde. „(Y/N) es ist schon spät wir sollten langsam zum Hotel zurück." Ich nickte den Beiden zu. „Das heißt dann wohl lebe wohl" meinte ich lächelnd zu dem Mann vor mir, doch schüttelte dieser den Kopf. Ich sah ihn irritiert an. „So einfach lasse ich dich nicht davon" meinte dieser freundlich und packte mich sanft am Handgelenk. „Ich find es zwar süß, dass du dich erkenntlich zeigen willst, aber ich brauche wirklich nichts. Ich möchte wirklich nur, dass du dein Leben genießt nach der langen Einsamkeit." meinte ich und sah anschließend zu unseren Händen. Oder fürchtet er sich?

Ich hörte nur wie der Mann vor mir begann leise zu lachen. „Sag mir nicht du verstehst mich immer noch?!" fragte ich ihn in der Hoffnung ein nein zu hören. „Wäre es dir lieber, wenn ich das verneine?" meinte dieser und ich sah ihn fassungslos an. „Du verstehst also alles was ich denke?! Wie lange?!" Der Mann antwortete mir direkt „Ich kann die Verbindung jederzeit trennen, wenn du möchtest..." Ich sah jedoch eine gewisse Traurigkeit in seinen Augen bei dem Gedanken. „Schon gut..." meinte ich vorsichtig. Mir kam ein neuer Gedanke.

„(F1/N) (F2/N) wollt ihr schon Mal ins Hotel gehen? Ich komme nach... Ihr könnt das Auto mitnehmen..." meinte ich zu den Beiden. Nach einer kurzen Diskussion stiegen beide ins Auto. „Warum hast du sie weggeschickt?" fragte mich der Mann. „Ich wollte ungestört mit dir reden." meinte ich und lief wieder zu ihm „Kommst du alleine klar?" fragte ich ihn und erntete einen irritierten Blick seinerseits. „Naja es hat sich hier oben viel geändert... und ich dachte vielleicht..." ich stoppte kurz und sah wie er mich neugierig ansah. „Ich dachte ich könnte dir vielleicht helfen dich in unserer Zeit einzuleben..." meinte ich und sah ein Lächeln auf den Lippen des Mannes. „Das Angebot würde ich gerne annehmen..." meinte dieser und fuhr seinen Satz gleich weiter fort „aber nur unter der Bedingung" Ich unterbrach ihn gleich wieder „Wenn es wieder um den Gefallen geht lass es. Du musst mir nichts als Gegenleistung geben." meinte ich und lächelte ihn an. „Aber ohne dich würde ich schließlich immer noch in dem dunklen Loch feststecken." meinte er nachdenklich. Ohne etwas zu sagen packte ich ihn erneut am Handgelenk und zog ihn zum Höhlenausgang. Ich sah in der Ferne, dass es bereits zu dämmern begann. Wie lange muss es her sein, dass er den Sonnenuntergang gesehen hat?

Doch spürte ich plötzlich wie der Mann seine Hand zurückzog. „Alles gut?!" fragte ich diesen besorgt als ich sah, dass er seine Augen mit seinen Händen bedeckte und gekrümmt dastand. „Das Licht sticht in den Augen." antworte er mir und erst jetzt dämmerte es mir. Seine Augen waren wer weiß wie viele Jahre im Dunkeln. Wie konnte ich daran nicht denken. „Es tut mir leid! Ich wollte dir nicht weh tun." meinte ich aufrichtig und sah betrübt zur Seite. „Warten wir in der Höhle bis die Sonne untergegangen ist." meinte ich zu ihm und führte ihn in die Dunkelheit zurück.

„Du musst dir keine Vorwürfe deshalb machen" meinte der Mann ruhig zu mir. „Aber... ich hätte daran denken können" entgegnete ich ihm.


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