Kapitel 37 ~ Scheiß Jäger
Xenia P.O.V.
Es waren jetzt noch 2 Tage bis zu meinem 18. Geburtstag. Der vierte Geburtstag ohne meine Eltern. Obwohl ich nun hier bei den übernatürlichen Wesen war, hatte ich mir vorgenommen an meinem Geburtstag wieder zu dem Grab meiner Eltern zu gehen auf dem Hauptfriedhof in New York City.
Gedankenverloren ging ich durch die Eingangshalle der Hidden-World-Academy.
"Xenia!", rief mich eine zitternde Stimme.
Ängstlich drehte ich mich um und sah eine weinende Leonie auf mich zu gerannt kommen. Sofort öffnete ich meine Arme für sie und schlang sie um meine Beste Freundin und Zimmerpartnerin. Leonie schluchzte an meiner Schulter und ich bemerkte wie diese langsam nass wurde.
Ich strich ihr beruhigend über den Kopf und hielt sie weiterhin fest.
"Was ist denn passiert?", fragte ich, als sich Leo etwas beruhigt hatte.
Sie löste sich von mir und sah mich mit aufgequollenen Augen an.
"Alec...er", setzte sie an, fing dann aber wieder an zu weinen.
"Leo? Was ist mit ihm?", fragte ich sie und hoffte sie könnte mir eine ernsthafte Antwort geben.
"Komm mit....er ist im...auf der...Krankenstation", stotterte sie zwischen den Tränen, griff nach meiner Hand und zog mich in Richtung Krankenstation.
Während wir dahin gingen, redete ich immer wieder beruhigend auf sie ein und mittlerweile hatte sie auch aufgehört zu weinen.
Als wir auf der Krankenstation ankamen, öffnete sie die erste Tür für mich. Ich ging an ihr vorbei und betrat den Raum in dem alle durcheinander liefen. Mrs. Lawson stand neben dem Bett, genauso wie Mrs. Dawson und beide redeten hektisch miteinander. Jacob, Jason und Travis waren auch da.
Ich ging näher auf das Bett zu und sah Alec mit geschlossenen Augen zwischen den Laken liegen. Ich hielt mich im Hintergrund und betrachtete ihn näher. Er war blass, hatte überall tiefe Schnitte und andere Wunden. Das kann jetzt nicht wahr sein oder?
Als mir klar wurde was das für Schnitte waren, drehte ich mich schnell um und wollte aus dem Raum flüchten, jedoch wurde ich schon bemerkt.
"Xenia!", rief mich eine raue Stimme.
"Wo willst du denn hin?"
Ich drehte mich wieder um und lächelte verzweifelt.
"Du weißt was er hat, nicht wahr?", zischte Jacob und kam auf mich zu.
"Und du wolltest dich gerade einfach aus dem Staub machen!"
"Jacob ich-"
"Was?! Du weißt wer ihm diese Wunden zugefügt hat!"
"Jacob-"
"Was hat ihn so verletzt? Sag es!!", schrie er mich an und ich zuckte zusammen.
Er stand jetzt genau vor mir und um ehrlich zu sein, machte er mir ein bisschen Angst.
"Hilf ihm!"
Er griff nach meinem Arm und zog mich grob an ihn.
"Deine Scheiß Freunde waren das, nicht wahr?! Wegen ihnen wird er sterben! Das ist alles deine Schuld! Du bist doch kein Stück besser als die, du bist eine scheiß Jägerin"
Ich hob meine Hand und knallte ihm eine. Dann befreite ich mich aus seinem Griff und funkelte ihn wütend an.
"Ich bin eine scheiß Jägerin?! Ach, so siehst du das! Was kann ich dafür, wenn ihr alle nicht kämpfen könnt. Ihr denkt ihr seid die Besten, aber genau das seid ihr nicht. Ihr seid leichte Beute! Macht keine Fehler und schon passiert euch sowas nicht!", schrie ich ihn an und sah dann zu Alec.
Ich ging hoch erhobenen Kopfes an Jacob vorbei und stellte mich neben Mrs. Dawson.
"Kindchen, weißt du was wir tun können?", fragte sie mich lieb.
Ich sah mir Alec nochmal an und antwortete ihr dann: "Die Schnitte sind nicht tief, aber präzise. Es war ein Lichtbringer, ohne Zweifel. Das einzige was ich als Gegenmittel kenne, wäre selbst hergestelltes Rosenöl oder die Acker-Ringelblume, wobei zweites besser gegen die offenen Wunden hilft"
"Danke, Liebes, du bist ein Schatz", sagte Mrs. Dawson, küsste kurz meinen Scheitel und verließ dann schnell den Raum.
Ich sah Alec nochmal an und mir war klar, wer ihm diese Wunden verpasst hatte. Warum musste er ausgerechnet Alec erwischen?
Ich drehte mich wieder um und sah wie mich alle im Raum anstarrten.
"Was?! Nur weil ich eine scheiß Jägerin bin, lasse ich Alec nicht verrecken!", zischte ich und sah jeden einmal an.
Jason und Travis sahen mich mitleidig an, während Jacob mich voller Reue ansah.
Genervt verließ ich ohne ein weiteres Wort das Krankenzimmer. Ich lief die Treppenstufen runter und machte mich auf den Weg zur Eingangshalle. Ich riss die Tür auf und schmiss sie hinter mir wieder zu. Wütend stapfte ich zu dem großen Tor, welches das Internatsgelände vom Wald abtrennte.
Ich legte meine Hand gerade auf die Tür Klinke als ich meinen Namen hörte:
"Xenia! Warte!"
Ich drehte mich erst gar nicht um, wozu auch, er hatte mich für etwas verantwortlich gemacht, für das ich keine Schuld trage.
"Jetzt warte doch mal!", sagte er außer Atem und griff nach meinem Arm, um mich zu ihm zu drehen.
Ich riss meinen Arm von ihm los und sah ihn sauer an.
"Was?! Was willst du von mir?", zischte ich.
"Xenia bitte! Es tut mir leid okay?"
Ich lachte verächtlich auf und ging kopfschüttelnd weiter.
"Xenia!", sagte er und griff wieder nach meinem Arm.
"Merkst du denn nicht das es mit deinem scheiß Es-tut-mir-leid nicht getan ist?! Ich wollte die ganze Zeit nicht hier bleiben, ich wusste ganz genau, dass das früher oder später passiert. Du machst mich für etwas verantwortlich, was andere verursacht haben. Ist doch scheiß egal, ob ich weiß wer es war, es ist scheiß egal, ob ich das auch kann oder es mal getan habe! Wieso kannst du nicht einfach akzeptieren was ich bin?!", schrie ich ihn an.
"Ich weiß, ich habe total überreagiert, aber Alec ist mein Bester Freund und wenn er stirbt, dann weiß ich-", versuchte Jacob sich zu verteidigen.
"Er wird nicht sterben! Sonst wäre er es schon längst und außerdem sind die Schnitte nicht tief!", sagte ich und ging wieder weiter. Natürlich folgte mir Jacob.
"Wo willst du hin?", fragte er mich.
"Weg von dir!", zischte ich und ging schneller.
"Xenia-"
"Nein! Ich gehe jetzt genau dahin, wo eine scheiß Jägerin hingehört!"
"Xenia! Du bist nicht scheiße!", sagte Jacob und drehte mich zu sich.
"Achja? Das waren deine eigenen Worte!"
"Ich hab's aber nicht so gemeint"
"Du hast es aber gesagt!"
"Xenia! Du bist das Beste was mir je passiert ist!"
"Steck dir deine Lügen sonst wohin, Jacob", sagte ich und ging wieder weiter.
Mittlerweile waren wir viel tiefer im Wald angekommen und weit entfernt vom Internat.
"Bitte! Komm mit mir zurück", flehte mich Jacob und griff nach meiner Hand.
"Jacob ich-", wollte ich gerade sagen, als etwas an meiner Hose versuchte hochzuklettern.
"Chime!", rief ich und umarmte den weißen Wolf vor mir.
Er leckte mir einmal übers Gesicht, weswegen ich grinsen musste, bis er sich wieder richtig hinstellte und Jacob kritisch betrachtete.
Ich merkte wie Chime angewidert die Nase rümpfte und gerade anfangen wollte zu knurren, als ich eine bekannte Stimmte hörte.
"Xenia!",
Ich riss meine Augen weit auf und drehte mich zu dem blonden, jungen Mann mit dem Lichtbringer in der Hand um.
"Damien?", sagte ich, was eher wie eine Frage klang.
Ich wand mich schnell Chime zu und flüsterte: "Sag bitte nichts wegen ihm"
Chime musterte mich kurz und sah dann zwischen Jacob und mir hin und her, ehe er antwortete: "Na gut, aber nur weil du es bist"
Chime lief zurück zu Damien und stellte sich neben ihn, wobei er Jacob nicht aus den Augen ließ.
"Ich habe dich ja schon ewig nicht mehr gesehen, Xenia! Wo bist du denn nur? Du musst wieder zu uns zurück kommen, wir brauchen dich und-", sagte Damien und ich bemerkte das Jacob sich neben mir anspannte.
"Damien, ich bin nur zu Besuch hier", antwortete ich ihm und log ihn somit an.
"Was aber, ich dachte das du-", setzte er an, doch ich unterbrach ihn.
"Was machst du eigentlich hier?", fragte ich um vom Thema abzulenken.
"Beruflich, ich hab meine Beute leider aus den Augen verloren. Du hättest ihn sehen sollen, so einen Werwolf mit dunkel braunen schönen Fell habe ich lange nicht gesehen. Ein richtiges Prachtexemplar, nur leider konnte er entwischen", sagte Damien und ich wünschte ich hätte ihn was anderes gefragt.
Jacob neben mir verkrampfte sich und wurde wütender, er atmete schneller und ballte seine Hände zu Fäusten.
"Dein Werwolf-Freund ist gleich tot, wenn du nichts machst", sagte Chime.
Ich sah zwischen Damien und Jacob hin und her. Ich griff nach seiner Hand und merkte das er wärmer war als sonst. Ich drückte seine Hand, doch es brachte nichts, er starrte weiterhin zu Damien und beruhigte sich nicht.
Verdammt! Verdammt! Was mache ich denn jetzt?!
Ich atmete einmal tief durch, zog Jacob an mich, nahm sein Gesicht in meine Hände und presste meine Lippen auf seine. Er erwiderte nach einigen Sekunden den stürmischen Kuss und platzierte seine Hände an meiner Hüfte. Da sein Griff ziemlich fest war, keuchte ich auf und Jacob nutze das um seine Zunge in meinen Mund gleiten zu lassen. Wir küssten uns weiter, bis Jacobs Griff um meine Hüfte lockerer wurde und der Kuss zärtlicher.
Völlig außer Atem löste ich mich von ihm und sah ihn an. Jacob erwiderte meinen Blick und sah mich liebevoll an.
"Also das habe ich mit 'Mach was' nicht gemeint", sagte Chime.
Ich löste mich schnell von Jacob und sah zu Damien und Chime. Damien sah mich traurig an, aber das ignorierte ich.
"Es freut mich dich wiedergesehen zu haben, Damien, aber wir müssen jetzt auch weiter. Grüß die anderen von mir", sagte ich schnell, griff nach Jacobs Hand und zog ihn mit mir weiter durch den Wald.
Ich hörte noch ein: "Darüber reden wir noch, Fräulein" von Chime, ehe wir außer Hörweite waren.
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Hey ihr Lieben ❤
Doppelupdate! *o*
Wie ihr seht, habe ich ein weiteres Kapitel geschafft, da ich endlich zu dieser Szene kommen wollte, die ich seid Ewigkeiten in meinem Kopf habe!
Ich hoffe euch gefällt das Kapitel und ihr habt verstanden was Damien mit seinem letzten Satz im letzten Kapitel meinte ^^
Schreibt doch eure Meinung in die Kommentare ⬇ ⬇ ⬇
HEL
~ Iamnotyourdream ❤
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